Durch die Zeit

GT (16)

Um mir die / meine Zeit zu sichern, beginne ich die Einstiegsrunde. Mir geht das Thema echt nach und beherrscht den Kopf. Für die Gruppe muss ich ein paar Außenumstände (= Familie) erläutern und registriere mit, ja mit was? … mit Entsetzen, mit dem Gefühl der Bestätigung, mit (etwas) Verwunderung, sicher mit etwas Traurigkeit … dass die meisten aus der Gruppe mich anschauen, als sei ich ein lila Elefant. Es kommt zu ein paar sehr erstaunten, fast ungläubigen Nachfragen. T. hat dann zwar nicht den erlösenden Gedanken, aber sein Einwurf ist passend, ist ein Hinweis, in welche Richtung ich weiterdenken kann.

Der Rest der Stunde verläuft wieder einmal lebhaft. Es ist wirklich die Gruppe, die ‚arbeitet‘ und eben nicht nur Psychdoc mit einem von uns. Was er aber halt richtig gut kann, ist auf die großen Bögen zwischen uns aufmerksam zu machen. A. und ich beispielsweise haben dann doch auch ein gemeinsames Thema, was zumindest ich heute das erste Mal in Ansätzen sehe.

Ich gehe noch voller, als ich gekommen bin – und da ich nicht vor 23 Uhr zu Hause sein und erst dann ‚Feierabend‘ haben werde, ist jetzt schon klar, dass ich mich morgen mal krank melde, um irgendwie zum Durchatmen zu kommen.

77 – Arnheim als Freund der Journalisten (325-328)

Zum Konzil (= Ausschuß zur Fassung eines leitenden Beschlusses in Bezug auf das siebzigjährige Regierungsjubiläum seiner Majestät) werden, auf Arnheims Rat, hin und wieder Journalisten zugelassen – Vermutung, Platon würde Zeitungen und deren Redaktionen lieben – wann wird man für eine Zeitung interessant – Arnheim für die Presse ein gefundenes Fressen

Er [Arnheim] hatte den Journalisten, die ihn über das Konzil befragten, geantwortet, daß schon die Tatsache dieser Zusammenkunft ihre tiefe Notwendigkeit beweise, denn in der Weltgeschichte geschehe nichts Unvernünftiges, und damit hatte er so ausgezeichnet ihre Berufsstimmung getroffen, daß dieser Ausspruch in mehreren Zeitungen wiedergegeben wurde. (327)

Würde man die Begriffe „Zeitung“, „Magazin“ u.ä. durch „Medien“ ersetzen, dann funktioniert dieser süffisante Text heute noch uneingeschränkt. Harte Breitseite gegen die Medien, die sich selber wichtiger nehmen als die wirklichen Themen und nach Sensationen aus sind, statt nach Erklärung und Erläuterung.

# 469

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Grenzwertig

Heute, als mein Arbeitstag von einer kleinen Sitzung beim Hauptgeschäftsführer unterbrochen wurde, dachte ich so, dass, wenn ich nicht so ruhige Arbeitstage hätte, das restliche Pensum derzeit kräftemäßig gar nicht schaffen könnte.

Den nächsten freien Abend habe ich, glaube ich, Freitag nächster Woche, bis dahin ist alles mir irgendwelchen Laberrunden, Vereinsmeieren und anderem zu.

Arg grenzwertig.

Zudem die letzte Therapiestunde was im Kopf in Bewegung gesetzt hat, was gerade aber so richtig anstrengend ist, weil irgedwie gar nicht schön. Und ich weigere mich gerade noch, das einfach so anzunehmen und denke die ganze Zeit, dass muss doch irgendwie anders, also schöner gewesen sein. Aber wenn es doch so war, wie ich es gerade sehe, dann erklärt mir das aber leider auch nix richtig.

Hat mir gerade WordPress geschrieben

Glückwunsch zum Jahrestag mit WordPress.com!
Du hast dich vor 9 Jahren auf WordPress.com registriert.
Danke für dein Vertrauen. Weiter viel Erfolg beim Bloggen!

Hä, neun Jahre? Da werde ich mal versuchsweise angemeldet haben. Oder hatte ich hier mal diesen erotischen Blog, den ich nicht mehr finde?

Ich bedauere jetzt schon die späteren Biographen (nicht von mir), die bei berühmten Menschen dann rausbekommen müssen, welcher Blog unter welchem Pseudonym dem oder der wie zuzuschreiben wäre oder ist oder sollte.

Die große Stille

Wir haben uns halt einfach nichts zu erzählen. Das ist bitter, aber es ist so. Und ich weiß nicht, ob ich überhaupt dahinter steigen will, warum das so ist. In unserer Familie redet man halt nicht, teilt sich nicht mit. Und so richtig interessiert man sich auch nicht für den / die andere. In den beiden großen Familienkrisen, die wir zu überwinden hatten, funktionierten wir reibungslos und haben das (fast!) gut gemeistert. Aber auch darüber wird und kann (?) und / oder will (?) nicht geredet werden.

Aber jetzt bin ich ja wieder zurück. Und das schweigende Wochenende passt thematisch ganz gut zur letzten Therapiestunde.

(Der Titel ist eine Anspielung auf einen Film, von vor ein paar Jahren, der über gut zwei Stunden – ohne das auch nur ein Wort gesprochen wrid – zeigt, wie die Mönche eines Trapisten-Klosters in Frankreich leben. Trapisten ist ein Männerorden mit „strenger Observanz“, das heißt neben den drei Gelübden des Gehorsams, der Armut und der Enthaltsamkeit kommt noch ein viertes dazu: des des Schweigens.)

76 – Graf Leinsdorf zeigt sich zurückhaltend (322-324)

Leinsdorf macht zwar mit, aber nicht richtig – für ihn ist das alles „Nur-Literatur“ – Tuzzi ist nach wie vor nicht sehr überzeugt – Arnheim kann es etwas nachvollziehen – Arnheim schreibt Ulrich einen gewissen Einfluss auf Leinsdorf zu – über das Wesen des „Herrn“ – was braucht’s, um ein echter Herr zu sein

… aber er [Ulrich] ist ein gefährlicher Mensch, mit seiner infantilen moralischen Exotik und seinem ausgebildeten Verstand, der immer ein Abenteuer sucht, ohne zu wissen, was ihn eigentlich dazu treibt. (324)

Arnheim hechelt quasi seine Mitstreiter durch, schwadroniert über den Mann an sich als Herr – schrammt knapp am ‚Herrenmensch‘ vorbei – hat an allen etwas auszusetzen, kann aber auch alle gut verstehen. Hauptsache keine Stellung beziehen, wer weiß, wen man wann für was brauchen könnte. Und Diotima? Die ist von dem Ganzen Gerede beeindruckt.

Bin mal …

… über’s WE weg.

Aber ihr kommt ja auch gut mal ohne mich aus.

75 – General Stumm von Bordwehr betrachtet Besuche bei Diotima als eine schöne Abwechslung in den dienstlichen Obliegenheiten (320-322)

Stumm nochmals bei Diotima – versucht sich und das Militär in Stellung zu bekommen – Diotima erzählt ihm, was bisher noch erfolgt ist – schwadroniert über Ordnung – Diotima weiß nicht so recht was anzufangen

Ich [General Stumm von Bordwehr] glaube, die meisten Menschen … setzen stillschweigend voraus, daß die Vergangenheit zur Strafe vergangen ist, für irgendetwas, das nicht in Ordnung war. (321)

Stumm will unbedingt mitmachen, will aber seine Position nicht verraten, also wird etwas allgemein geschwallt. Diotima weiß damit wenig anzufangen und bleibt bei ihrer Position. Fröhliches Aneinandervorbeigerede.

GT (15)

Deutlich lebendiger als letzte Woche. T. holt gleich mal ne große Frage aus dem Koffer, während alle anderen mit dem Alltag kämpfen. Über die Einstiegsrunde kommen wir gar nicht hinüber, mir bleiben die letzten drei Minuten. Passt, denke ich mir diesmal, hab‘ aber die Rechnung ohne den Psychodoc gemacht, der mich gleich mal an’s / auf’s Thema nagelt. Aber da spült er nix Neues hervor. Dennoch gute Stunde mit viel Beifang.

SY-Carioca

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