Durch die Zeit

19.10.21

  • Mir fehlt ein Tag. Ich hätte mein gesamtes Vermögen darauf gewettet, dass morgen Dienstag ist.
  • Das Pizza-Essen verschiebt sich um eine Woche.
  • Alles neu macht der Oktober (I): Ich stehe jetzt um 5:45 auf
  • Alles neu macht der Oktober (II): Will ab morgen wieder einigermaßen regelmäßig Tagebuch schreiben, denn ich bin mit dem Scheiß-Thema noch lange nicht durch.

17.10.21

  • Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann, dass morgen das Wochenende beginnt.
  • Anstregendes Wochenende bei der dement werdenden Mutter, die, so will es wohl die Krankheit, nicht einsehen will, dass vieles nicht mehr so funktioniert wie zuvor.
  • Andererseits lange nicht so dramatisch, wie die Geschwister berichteten.
  • Als Mitbringsel für meinen Mann gab es einen italienschen schwarzen Wintertrüffel – also 10 Euro vor 100 Gramm, das lässt sich ja noch finanzieren.
  • Der neue Franzen ist echt gut, aber ich freue mich so unendlich auf die 1.193 Seiten der „Forsyte Saga“ von John Galsworthy. Ich bin vor ein paar Monaten darauf gestoßen und habe wöchentlich nachgeschaut, ob nun erschienen oder nicht. Jetzt endlich.
  • Vielleicht bin ich diese Woche einfach mal auch einen Tag krank, die letzten acht waren echt Hölle genug.

14.10.21

  • Ein Tag Urlaub.
  • Ausgeschlafen. Endlich mal!
  • Ab 15 Uhr dann aber Prüfungen. Die kann ich, neben der langen, langen Fahrzeit, die ich haben werde, als Überstunden abrechnen.
  • Ab morgen Nachmittag dann „Heimat“-Besuch. Nun ja.

12.10.21

  • Erster ’normaler‘ Arbeitstag seit über sieben Wochen.
  • Finde nachts mal wieder keinen Schlaf und bin komplett übermüdet.
  • Morgen noch schnell einen 13-Stunden-Tag, dann habe ich einen Tag frei!
  • Und den lass ich mir nicht nehmen – ok, ich muss nachmittags Prüfungen abnehmen … aber was solls.

1:58

  • Solange noch nie mit meinen Geschwistern an einem Tag telefoniert. Das ist eher die Dauer, die wir in einem bzw. zwei Jahren bewätltigen.
  • Heiteres Gespräch mit meiner Mutter. Fast zehn Minuten! Definitiv Rekord. Sie vermittelt Normalität. Sie weiß aber nicht, dass ich seit zehn Jahren in Verein 1 ‚trainiere‘ zwischen den Zeilen zu hören.
  • Kurz zusammengefasst: Meine Mutter ist dement – und dickköpfig. Eine eher schwierige Mischung, wie mir scheinen will.
  • Gestern und heute bei P. in B., neue Wohnung streichen, in der er mit seiner Aktuellen einziehen wird. Die war beruflich verhindert. Ich hab’s so genossen mit ihm Wände weiß zu machen, ohne zu reden, derweil Musik zu hören, alles in Ruhe ohne Stress. Freundschaft zeigt sich dann, wenn beide eifnach die Klappe halten können und beiden geht es derweil saugut.

8.10.21

  • Verein 1 ist umgezogen. Zum Dienst sind es jetzt keine 15 Minuten mehr – zu Fuß. Früher waren es 25 Minuten mit Straßenbahn. Eine deutliche Verbesserung für mich – mal abgesehen davon, dass der neu Dienstsitz irgendwie schöner und angenehmer ist (selbst in diesem chaotischen Zustand wie jetzt).
  • Eineinhalb Stunden gebraucht, die neuen In-Ear-Hörer mit dem Handy zu koppeln. Technik, die begeistert. Der Klang ist nahezu übernatürlich.
  • Mein Vater wäre heute 94 geworden.
  • Nächste Woche will ich mir ein, zwei Tage frei nehmen – die kommende Zeit wird, familiär gesehen, definitiv anstrengend.

6.10.21

  • Mit dem Bruder 35 Minuten telefoniert, mit der Schwester etwas länger. Damit ist den Insidern klar, dass etwas vorgefallen sein muss. Meiner alten Mutter geht es gerade nicht gut. Die Restfamilie kommt also in den Krisenmodus, der einzige, in dem sie einigermaßen funktioniert.
  • Gestern fünf Stunden nach Flensburg, heute die gleiche Zeit zurück für ein Präsenstreffen. Über weite Strecken war dieses Treffen ein Lob auf Videokonferenzen.
  • Wenn ich morgen in den Job komme, dann kann ich nur hoffen, dass die Kollegin aus dem Krankenstand wieder zurück ist und nicht verlängert hat. Denn dann könnte ich mir nächste Woche einen Tag frei nehmen.

2.10.21

  • Die Praktikantin ist nicht in der Lage mit der Kaffeemaschine Kaffee zu kochen. Sie kennt nur Vollautomaten.
  • Spontan mir eine Dauerkarte für die nächste documenta gekauft. Morgens um kurz nach 7. Und irgendwie freut mich das.
  • Neuer Mediationsauftrag? Er liegt jedenfalls in der Luft.
  • Mysteriöse Handgelenksschmerzen, die mich nachts wecken.
  • Gestern bei S. und L. Meine Lust, nächsten Sommer auf deren FKK-Platz nach Frankreich zu fahren, ist enorm groß.
  • Morgen mache ich N I X !

Wahlgeschenke

  • Versucht die BTW zu beeinflussen.
  • Bei bestem Wetter eine große Kiste mir gar nicht mal so schlechten Bücher zum Verschenken an den Gehweg gestellt.
  • Die Kiste ist halbleer.
  • Das BTW-Ergebnis für mich halbgar.

GEHT WÄHLEN!

Also nur die, die NICHT AFD, CDU, FDP und sonstige aus der Zeit gefallenen Parteien wählen wollen – denn die anderen können morgen gerne chillen.

24.9.21

  • Nach über fünf Stunden Verhandlung am Donnerstag, informiert die Vorsitzende die Beteiligten nach 237b StPO davon, dass das Gericht hohe Zweifel nicht nur an der subjektiven Schuld des Angeklagten, sondern auch an der objektiven Schuld hat. Das freut die Verteidigung, die Staatsanwaltschaft ist auch „nicht weit entfernt“, behält sich aber noch bis zum nächsten Verhandlungstag Optionen offen.
  • Wirklich ausgelaugt von der Verhandlung laufe ich auf der Arbeit dem Präsidenten in die Arme. Er: „Gut dass ich Sie sehe, Sie haben ja sicherlich gerade …“
  • Heute hat der Horror etwas Pause gemacht, dafür schmerzt das rechte Handglenk auch nachts.
  • Nächste Woche wird wohl die Praktikantin in erster Linie die Maus schubsen müssen.
  • Der freie Abenddienst ermöglicht mir den Nachtdienst um 3 abzubrechen.

22.9.21

  • Als hätte ich derzeit nix zu tun. Jetzt will das Gericht auch noch drei Tage von mir, die ich eigentlich so gar nicht habe.

21.9.21

  • Nach längerer Zeit war mal wieder „unser Flüchtling“ da. Brauchte ein Lebenslauf. Bekam er. Verloren uns dann in die Unterschiede von Arabisch und Hocharabisch.
  • Viertel vor fünf war ich heute wach, bis zum Aufstehen gelesen, dann noch schnell eineinhalb Überstunden geschrubbt.
  • Jetzt klau‘ ich mir von diesem Tag noch einen Stunde ganz allein für mich!

19.9.21 – Nachträge

Freitag

  • Horrorarbeitstag. In der nächsten Woche wird es definitiv nicht besser, dann vertrete ich wieder gleich zwei Kolleginnen.
  • Abends 5-Gang-Menü im besten Restaurant der Stadt mit Freunden

Samstag

  • Arbeitseinsatz für den Job. Gibt zwei Überstunden.
  • Endlich mal angefangen Februar 33 zu lesen. Wem 1913 gefallen hat, dem wird das auch ‚gefallen‘.
  • Und zu Marx, Wagner, Nietzsche bin ich danna auch noch gekommen. Hab zwar noch keine Ahnung, wo er hin will, aber ich folge ihm mal gerne.
  • Abends zu Freunden auf einen Geburtstag. Echt komisch, zu zehnt zusammen zu sein. Und dann wurde sich sogar zum Teil noch umarmt.
  • Definitiv zu lang und defitniv zu viel Wein

Heute

  • Dicker Kopf, sehr dick.
  • Spaziergang mit CI und CII aus der Therapiegruppe. Wir können das eigntlich auch ganz gut ohne den Therapeuten.
  • Jetzt gibt es dann Hackbraten und ich zieh mir das nächste Triell auch noch rein.

18.9.21

  • Nachträge erfolgen morgen – vielleicht.

16.9.21

Der Essayist Eike Geisel hat das deutsche Selbstverständnis einmal umschrieben mit der Bemerkung, die Deutschen hätten sich noch nie als Bürger dieser Welt, sondern immer als Verdammte dieser Erde gesehen. Die Wiedervereinigung habe daran nichts geändert, nur die Opferzahl habe sich nochmals um 17 Millionen erhöht.

So ist es auch normal, dass alle vier Jahre bereits Monate vor dem Urnengang verlässlich ein grosses Jammern darüber anhebt, dass die Partei der eigenen Wahl dieses Mal auf keinen Fall mehr wählbar sei. Und spätestens ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl geht das Seufzen erneut los. Weil das Kreuz, das man auf dem Wahlzettel gemacht hat, bereits wieder schwer auf den Schultern lastet: Diese Regierung ist definitiv nicht die richtige!

Alles normal im Land der Dichter und Denker.

Claudia Schwartz: Was wird aus den Deutschen, wenn Mutti weg ist?, NZZ, 16.9.21

15.9.21

  • Leider vergessen, die Statistik auszudrucken, damit ich hier richtig angeben kann. Aber es waren ca. 1.500 Meter und über 5.000 Klicks – mit der Maus heute im Büro.

14.9.21

  • Ich komme gerade irgendwie nicht hinterher.
  • Sonntag hatten wir Gäste und danach arg viel Geschirr.
  • Mein Laschet wirklich mit einem „Weiter so“ und seiner „Beständigkeit“ die zukünftigen Aufgaben bewerkstelligen zu können? Die CDU kann doch echt nur verwalten statt gestalten.
  • Frau Weidel ist vielleicht eine falsche Giftspritze. Sie sollte vielleicht Kurse geben in: „Wie baue ich mir meine Welt, die mir gefällt“.
  • Wer dieses mal nicht zur Wahl geht, bekommt von mir persönlich Schläge.

11.9.21

  • Jetzt bedarf auch dieser Nachmittag einer Evaluation – aber diesmal brauche ich nur zu antworten.
  • Sehr nudistisch dieser Tag heute – aber es wird ja wohl einer der letzten für dieses Jahr sein.
  • Nach langer Zeit mal wieder das Gefühl, ich könnte berechtige Hoffnung haben, einfach gut schlafen zu können.
  • Und wenn das für A. nicht zutreffen sollte: Ich habe gewarnt!

10.9.21

  • Im Job habe ich einen neuen „besten Freund“. Es ist der Hauptgeschäftsführer. Wenn er nicht alle 90 Minuten anruft, dann weiß ich, dass er nicht im Haus ist.
  • Im Job gab es eine Premiere: Bin mit dem, was ich diese Woche machen wollte, nicht fertig geworden.
  • Zudem für die nächsten Wochen eine „Machtposition“ – ich darf Freikarten für die Heimspiele einer Bundesliga-Handball-Mannschaft an die KollegInnen weitergeben.
  • Es ist schön, Wochenende zu haben.

9.9.21

  • Mittagspause, die eine Evaluation benötigte.

Weltalphabetisierungstag

  • Sollte ich mein jetziges Ehrenamta aufgeben (warum auch immer) – das wäre ne Aufgabe, die mir auch echt am Herzen liegt.
  • Keine Ahnung, was für ein Arsch ich ohne Literatur geworden wäre.

7.9.21

  • Echt, Monate im Job nix los und jetzt komme ich nicht einmal mehr zum Eigentlichen. Ganz schön anstrengend gerade.
  • Die Interimskollegin (die hat sich im Zimmer der Kollegin eingenistet, die gekündigt hat) ist eine Zicke! Und was für eine!
  • Interessant, wie sich erotische Komponenten verselbständigen und neue Blicke zu lassen.
  • Freu mich heute echt auf mein Bett – nach dem Dienst dann.

6.9.21

  • Gestern rief H. von Verein 1 an. Wusste gar nicht, dass er meine Telefonnummer hat. Ob ich ein paar Pfifferlinge brauchen könne? Ich würde doch kochen? Wer sagt da nein?
  • Heute brachte er 800 Gramm!
Das hier ist nur die kleinere Hälfte

Tag des Kopfschmerzes

  • Um diesen Tag zu würdigen, habe ich gestern schon mal vorgearbeitet.
  • Die Erotik vom Freitag scheint beiderseits zu bestehen. Bin gespannt.
  • Seit gestern sind wir stolze Besitzer eines Sektkübels. Hochzeitsgschenke kann man sich halt nicht aussuchen, wenn man keinen Hochzeitstisch hat.

4.9.21

  • Gestern auf dem (ersten) Geburstag von Rolli-A.
  • Eine doch recht skurrile Gesellschaft.
  • Dafür aber um so entspannter.
  • Und überraschend errotisch.

2.9.21

  • Überstunden geschrubbt.
  • Ein Teil davon in Weinbegleitung.
  • Der Präsident hat eine Sonderauftrag für mich.
  • Die letzten acht Arbeitstage fühlen sich wie Monate an.
  • Morgen – unter Protest des „Festauschusses“ – frei. Aber mir ist die Mediation wichtiger als frühes Saufen auf dem Betriebsausflug.

Immerhin

  • Meine Beschwerde an die Deutsche Bahn vom 29.7. ist mit Schreiben vom 28.8. immerhin weitergeleitet worden.
  • Es geht ja nur um schlappe knapp 200 Euro.

DER Hörtip

28.8.21

  • Nachtdienst bei Verein 1. Wie sonst lege ich mich mal nicht gegen 3 Uhr für eine halbe Stunde aufs Ohr, sondern bleibe die ganze Zeit präsent. Interessanterweise bin ich immer noch nicht wirklich müde.
  • Warum der Bayrische Rundfunk im Nachtprogramm zwischen 2 und 4 Uhr morgens so moderne klassische Musik bringen muss, will mir nicht ins Ohr. Ich, der dieser Art von Musik aufgeschlossen ist, empfinde es dann doch einfach nur als Gejaule. Aber schätzungsweise kann so der Sender behaupten, er würde sie ausreichend spielen.
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