Durch die Zeit

GT (19)

(Die Zählung stimmt nicht  mehr. Zweimal vergessen oder so. Aber ist ja auch nicht wichtig.)

Wieder ’nur‘ Einstiegsrunde. Wieder mal eher Dialog als Gruppe. Aber ich habe eh wenig Lust und bin nur mit einem Ohr und halbem Hirn dabei. Dann komme ich dran. Schon mal erwähnt, dass ich den Psychdoc echt gut finde? Wie mir scheinen will, hat er jetzt ne Art gefunden, wie er schnell und treffsicher nen Zugang zu mir bekommt. Heute hat er mich von der Kurzstrecke auf die Langstrecke gelockt / geschickt und das echt gut mit der aktuellen Bewerbung verknüpft. Das schönste Bild heute war aber mein „innerer Thomas Bernhard“. Da hab‘ ich ausreichend Stoff für die Sommerpause jetzt.

86 – Der Königskaufmann und die Interessenfusion Seele-Geschäft – Auch: Alle Wege zum Geist gehen von der Seele aus, aber keiner führt zurück (380-393)

Arnheim weiß sich zu inszenieren – Diotima bringt ihn seelisch aus dem Tritt – vom Werden

Aber fraglich und ungewiß war es, ob Arnheim, wenn er von Seele sprach, selbst an sie glaubte und dem Besitz einer Seele die gleiche Wirklichkeit zuschrieb wie seinem Aktienbesitz. (390)

Langer vielschichtiger und langer Text zum Werden von Arnheim so wie er ist. Es ist ein Von-allem-ein-bißchen. Wirklich schwer zusammenzufassen, da Musil aus jeder Ecke quasi etwas nimmt und es mit dem anderen mischt. Dabei handelt Arnheim aus Überzeugung – aber die kann immer mal wieder Wechseln. Sein „Vorzug“ „ganz ehrlich niemals vom dem überzeugt [zu sein], was er sagte“ (392). Das macht ihn dynamisch und anpassbar, daher passt er überall rein und traut sich auch alles zu. Irgendjemand, der das dann gut findet, findet sich bei reichen Menschen dann eh und so wächst der Ruf. Aber es ist auch eine gewisse Einsamkeit zu konstatieren, gegen die Diotima unwissend anrennt. Sie ist gerade das (ver)störende Element in seinem Leben, auf was er sich aber trotz oder wegen aller Bedenken vorsichtig einlässt.

„Zeitmanagement“ oder „+ 37“ oder „Wo holt man das eigentlich wieder ein?“

  • Gestern Abend schon die Brote für den heutigen Tag gerichtet, damit ich etwas länger in Ruhe Zeitung lesen bzw. etwas früher los kann. Kurz vor der Haltestelle bemerke ich, dass ich die Brote vergessen habe. Ich komme zehn Minuten später als sonst.
  • Am Ende des Arbeitstages checke ich im Internet, wann der Bus fährt, damit ich mich pünktlich ausstempeln kann und nicht so lange rumwarten muss. Ich bin auf die Sekunde am Bus, bemerke dann aber, dass ich das Portmonai mit der Fahrkarte im Büro hab‘ liegen lassen. Zeitverlust: sieben Minuten.
  • Als ich dann mit Portmonai wieder an der Haltestelle stehe, bin ich so auf den nächsten Bus fixiert, dass ich die Straßenbahn gar nicht bemerke, die dann vor meiner Nase wegfährt. Zeitverlust: weitere neun Minuten.
  • Von der Ankunftshaltestelle schnell zur Apothekte (keine Wartezeit), dann schnell noch Tomaten und Mozarella kaufen. Nur eine Kundin vor mit an der Kasse … ich mache es kurz: Zeitverlust: zwölf Minuten.

It’s Bloomsday!

Ersatz

So, ich darf mal wieder Ersatzonkel spielen und bei schönstem Wetter mich in eine Halle setzen, um dem Begängnis einer neuzeitigen Abiturfeier zu folgen. Ich denke, ich muss dass dann dieser Tage mal mit dem echten Onkel diskutieren.

85 – General Stumms Bemühungen, Ordnung in den Zivilstand zu bringen (370-380)

Ulrich wieder zu Hause – General Stumm wartet dort auf ihn – will noch mehr bei Diotima den Zivilgeist studieren – fragt sich, warum keine Ordnung im Zivilgeist, da es zu jeder Idee immer auch eine Gegenidee gibt – hat Aufzeichnung der bisherigen Ideen gemacht – versuchte es zu strukturieren – vollumfänglich daran gescheitert – Ulrich versucht ihn zu beruhigen – Stumm bewundert Diotima nicht nur wegen ihrer „imponierenden weiblichen Fülle“ sehr – Stumm hat immerhin erkannt, dass Diotima in Arnheim verliebt ist – Ulrich versucht ihm zu erklären, dass er den Zivilgeist nicht so hoch hängen soll – er sieht den Geist eher beim Militär und das Körperliche im Zivil

… und wenn sie [Diotima] von der Seele spricht, dann möchte ich mich [General Stumm] am liebsten nackt ausziehen, so wenig paßt as zu einer Uniform. (377)

Der General ist wirklich in Nöten. Er will so gerne den Zivilgeist verstehen, findet aber kein Ordnung darin. Es beruhigt ihn auch nicht, wenn Ulrich erklärt: „Es gibt kein Ja, an dem nicht ein Nein hinge“ (380). Das Problem halt für den General – er hat beim Militär nicht gelernt selbstständig zu denken sondern nach Vorschriften zu handeln. Aber er merkt – mit wachsender Begeisterung aber auch Unsicherheit – dass es eben da noch etwas anderes gibt, nämlich Geist und Seele, deren er sich nun zu nähern versucht. Da ist richtiges Entwicklungspotential.

Just do it

Letzte Yoga-Stunde bei F. Außer mir ist nur noch eine weitere Kursteilnehmerin gekommen. F. gibt quasi nochmal alles und haut nach einer kurzen Aufwärmübung all das raus, was schwierig, anstrengend und nahezu unmöglich ist. Nach wenigen Minuten fließt der Schweiß und nach weiteren wenigen Minuten sind 90 Minuten auch schon wieder vorbei. Bei der Abschlussentspannung bin ich komplett tiefenentspannt, auch wenn das Hirn meint, Konfliktausflüge machen zu wollen – aber das fange ich dann doch irgendwie ein.

Fazit: Ich sollte unbedingt damit weiter machen, denn es tut mir einfach gut. Und wie ich gerade in der GT lerne: Just do it – und jetzt nicht ein hin und her machen, wo und mit wem ich am besten … sondern einfach ausprobieren, es gibt genug Studios und Möglichkeiten.

MV – oder wie bekomme ich, also man(n), also frau multiple Orgasmen

Mitgliederversammlung Verein 1. (Das mit der 1 kann ich ja eigentlich lassen, denn es gibt ja nur noch den einen.) Neben die Vorstellung des Haushaltsabschlusses 2018 und der Planung 2019 – quasi der „geheime Höhepunkt“ (Vorsicht: Ironie!), denn steckt immer eine Menge Arbeit von mir drin, schließlich bin ich Schatzmeister – gab es noch als ein formal wichtiges Thema Satzungsänderungen. Die waren in toto vom Finanzamt vorgegeben. Aber da gab es doch drei WichserInnen (zwei weiblich, einer männlich), die wohl multiple Orgasmen erlebten, als sie jede, aber auch wirklich jede Änderung „kritisch“ hinterfragen mussten, um beständig die Anwort zu bekommen: „Wenn wir das nicht so beschließen, verlierern wir unserere Gemeinnützigkeit“. Da wurde um juristische Formulierungen diskutiert, ob man nicht hier vielleicht …

Wenn es wenigstens um etwas inhaltliches gegangen wäre, OK, dann klar, dass da einige / viele so ihre Show brauchen, sollen sie auch haben. Aber bei Formalien? Ich komme einfach nicht unverletzt durch die Tür, wenn ich sie vorher nicht aufmache. Aber muss ich mir sie danach noch mehrfach auf den Schädel schlagen?

Das  sind für mich Lebenszeitvernichter.

Was ich mich frage: Den anderen ging das genauso auf den Nerv – aber so wie ich sagt niemand was. Falsche Rücksicht?

84 – Behauptung, daß das gewöhnliche Leben von utopischer Natur ist (363-369)

Ulrich zu Hause – viel Papier zur Parallelaktion – viel Unsinniges – neues Wort: „dortortig“ – geht zurück zu Clarisse – „Ulrich entwickelt das Programm, Ideengeschichte statt Weltgeschichte zu leben.“ – es kommt mehr darauf an, was geschieht und nicht wem es geschieht – Walter hält dagegen – Bedeutung des Theaters für das Vorstellen von Ideen – Wenn man Ideen lebt, so fragt Walter, könnten dann noch neue entstehen? – Ulrich: Ist das vollkommenen Leben nicht das Ende der Kunst? – Kunst als Lebensverneinung

Es sieht Dir [Ulrich] ähnlich, von etwas zu behaupten, es sei unmöglich, aber wirklich. (369)

Letztendlich eine intellektuelle Version der Frage: Wie kann ich gut leben. Hier unter Verzicht der Frage, was die menschliche Natur an sich einfordert. Letztendlich die große Frage: Ist was von Bedeutung?

GB um GB

Der große Rechner ist wieder da. Also schaufel ich den ganzen Abend Gigabytes von einer Platte auf die neue. Alle Bilder dieses Jahres sind als Verlust anzusehen, die zwei CDs werde ich noch retten können, gut zwei Dutzend Hörbücher hat es auch gekostet. Irgendwie nehme ich es gelassen und nehme mir, bald mal die Verzeichniss zu durchforsten, um nichts anderes zu tun, als zu löschen.

The little unsaid....

Ein Blog, der niemals einer sein wollte...

m1ndfuckblog

Dies ist (m)ein Ort für Kopfkino. Erotische Gedanken und Reflektionen.

Das Scharlachrote K

... und der Zirkus drum herum

no_more_money_4_shit

Zwei Frauen ein Projekt

Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Zeichen & Zeiten

Gedanken zu Büchern und dem Leben

Neues aus Absurdistan

Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Winterlicht Fotografie

Fotografie berührt mein Herz

Bonaventura

Lektüren eines Nachtwächters

Early 50

Mein kleines Lebensparadies - Geschichten, Lifestyle, Kreatives