Durch die Zeit

Lesen – # 487

Nach notwendigem Mittagsschlaf mit dem 3. Band einer Geschichte zum 3. Reich auf dem Balkon. Komplett übermüdet, wie ich trotz Mittagsschlaf war, und daher auch fröstelnd, ergab ich mich dann doch klamottemmäßig der Sonne. Dann kam mein Mann mit einem großen Tüte Ebereschenbeeren (=Vogelbeeren) zurück.  Daraufhin verbracht ich die nächsten drei Stunden vollkommen selbstvergssen mit dem Lesen dieser roten Dinger, während ich der ersten drei Folgen von CaimanClub hörte (was sehr empfehlenswert ist).

EWd-EUlA

104 – Rachel und Solimann auf dem Kriegspfad (495-501)

Rachel ist nicht mehr in Solimann sondern in Ulrich verschossen – kommt aber nicht auf die Idee, dass er es auch sein könnte – er beobachtet, wie Solimann Rachel eine von ihm geküßte Lilie vors Zimmer legt – als beide mal ohne Aufsicht sind, nehmen sie beide die Kutsche ins Hotel von Arnheim – es wird geknutscht – ihm Hotel will Solimann ihr seine Geburtsurkunde zeigen die davon zeugt, dass er von adliger Abstammung ist – durchsuchen seine Wäsche – Rachel merkt Parallelen zur Wäsche ihrer Herrin – kapiert, dass zwischen denen wohl etwas mehr passiert

In diesem Augenblick ergriff die schändliche Vermutung von Rachel Besitz, daß der Zusammenhang zwischen ihrer Herrin und Anrheim ein weniger geistiger sein könnte, als sie geglaubt habe. (500)

Solimann gibt den Macker und Angeber, um Rachel herumzubekommen – aber mehr als Küsse gibt’s nicht. Beim Durchwühlen der Sachen von Arnheim kapiert sie Zusammenhänge und verliert in gewisser Weise ihre Unschuld. Jedenfalls ist Solimann jetzt abgeschrieben, der das intuitiv kapiert.

Übergabe/n

In Job zwei erübrigt sich eine Übergabe, die anderen beiden machen ja das Gleiche wie ich, sie mussten nur ein paar Termine von mir übernehmen.

In Job eins ist es anders, da musste nun eine Sekretärin in das Aufgabengebiet eingearbeitet werden. Um hier aufzuzeigen, um welche komplexe Aufgabe es sich bei meiner Tätigkeit da handelt, sei gesagt: Die Übergabe und Einarbeitung der Kollegin dauerte 90 Minuten – und da war alles schon drei mal gesagt.

GT (23)

Die Einstiegsrunde mündete heute direkt in die Schlussrunde. Wie es mir scheinen will, haben alle in der letzten Woche einen großen Schritt gemacht. Selten so gehaltvolle und persönliche Berichte. Für alle, wie in der Schlussrunde betont, reiche Beute fürs Nachdenken.

103 – Die Versuchung (486-495)

Gerda und Ulrich alleine – er doziert über Gesetz vs. Zufall – sie, zehn Jahre jünger als er, hört sehr skeptisch zu – über das „Gesetz der großen Zahlen“ – Gesetze eine „Ironie der Natur“? –  was sein könnte vs. was sein müsste – Ulrich ob der Wirkmächtigkeit recht desillusioniert – es kommt nur auf den Mittelwert an – neues Thema: tötet Besitz? – in diesem Zusammenhang nach Treue, was ja auch Besitz ist – Ulrich spricht davon, auf Wunsch des Vaters, um ihre Hand anzuhalten – sie lehnt rundweg ab

… es ist für den Mittelwert gang gleichgültig, und Gott und Welt kommt es nur auf ihn an, nicht auf uns. (491)

Schwieriges Kapitel, weil Musil hier alles reinschmeißt und verdichtet. Da ist Wissenschaft und Statistik gegen Entwicklung, da ist Intellektualität gegen basale Wirklichkeit, da ist Konservatismus gegen Fortschritt. Und das aber nicht jeweils in eine der beiden Figuren, sondern das changiert sehr stark hin und her. Ulrich zeigt sich zwar insgesamt als der ‚Bremser‘ während Gerda sich dem Fortschritt verschrieben hat, dann aber sind die Rollen schnell wieder umgekehrt. Das sich hier zwei bis sieben verschiedene philosophische Richtungen der Zeit spiegeln, dürfte für den Fachmann vollkommen klar sein, dem laienhaften Leser entzieht sich das leider. Musil, das kann man so einfach konstatieren, war echt nicht auf den Kopf gefallen und hat das Wissen als Surrogat in einzelne Sätze verpasst.

Stunden zählen

Echt, ich rechne dauernd aus, wie lange ich in Job 1 & 2 noch bleiben muss, wie ich das irgendwie verkürzen kann, ohne aber die Übergabe zu gefährden.

Drei Tage kürze ich auf alle Fälle ab.

Die Motivation, jetzt noch was zu tun, ist echt gleich Null – aber das wird, wenn ich das richtig sehe, auch akzeptiert.

 

Musil lesen – #486

Ich war schon etwas überrascht, als ich das Foto zwischen Seite 492 und 493 entdeckt habe. Keine Erinnerung daran, es in den „Mann ohne Eigenschaften“ gelegt zu haben.

Aber es passt.

Denn die Erstletüre datiert auf August 1986. Und da es zu diesem Foto noch eine Reihe von anderen gibt ist klar, dass ich damals mit M. (hier auf Bild) auf dem Berghaus war (um als bekennender Hetero mit ihm ständig Sex zu haben).

Ohne dieses Beweise hätte ich mir das heute alles komplett anders zusammengereimt, vorallem, dass mit M. Ich meine mich zu erinneren, dass wir uns nur unendlich zögerlich aneinander angenähert haben. Aber so ist klar, dass ich mit 1986 definitiv das Thema Homosexualität auf der Pfanne hatte – und dann noch acht (!!!) Jahre bis zu meinem Coming-out brauchte. Heftig, heftig.

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Unwesentliche Verzögerung

Mit einer wahrlich klitzekleinen Verzögerung, die man eigentlich als unerachtenswert ansehen kann und muss, habe ich heute die letzte Umzugskiste (vom Januar 2018) aus dem Zimmer geräumt. Damit ist mein Plan, alles zügig einzurichten, voll aufgegangen. Der Berliner Flughafen kann sich da ein Beispiel an mir nehmen.

102 – Kampf und Liebe im Hause Fischel (477-486)

Gerade wartet vergeblich auf Ulrich – der hat’s einfach vergessen – auch Frau Fischel ist darüber verärgert, wäre Ulrich doch eine gute Partie – gereizte Stimmung im Haus, weil die Eltern mit dem nationalen Gedankengut der Tochter und deren freunde nicht einverstanden ist – auch das Ehepaar selbst in uneins – Fischel geht daher gerade gerne spazieren – trifft zufällig Ulrich – begleitet Fischel nach Hause – trifft dort auf die Freundesgruppe von Gerda – es kommt zu einem heftigen Wortgefecht zum Thema Fortschritt, was die jugendliche Gruppe locker verneint

In seinen [Leo Fischels] jungen Jahren hatte er oft diesen Anblick genossen, als er noch vor der Auslagenscheibe des Lebens stand und kein Geld besaß, um einzutreten, sondern nur darüber nachdenken durfte, was ihm sein Schicksal später bescheren würde. (480f)

Alt gegen jung. Wenn Generationen aufeinander treffen, fliegen die Fetzen, weil beide vielleicht noch über die gleiche Sache reden, aber auf unterschiedliche Schwerpunkte und Vorgehensweisen setzen. Würde man hier statt ‚Fortschritt‘ ‚Umweltschutz‘ einsetzen, hätte man eine literarische Version von Friday for Future.

Dazwischen

Wie das in so einer Verwaltung ist, die KollegInnen nehemen einem die Freude die Neuigkeit zu verkünden, denn auf geheimnisvollem Wege wissen das Neue alle über Nacht. Mit Ausnahme der alten Abteilungsleiterin und dem neuen Quasi-Chef.

Heute das Arbeiten zwar nicht eingstellt, aber ich war dann doch eher locker damit unterwegs und zudem bei allen drei Chefs vorstellig, um die Übergangszeit zu planen. Das Ergebnis. Es bleibt alles an mir hängen – oder anderes gesagt, ich kann es gestalten wie ich es will. Und da ja nicht viel zu übergeben ist …

Nächste Woche fange ich mal langsam mit dem Aufräumen an und bin etwas am planen, wie ich drei Tage Urlaub da noch reinbekomme, denn aus Job zwei möchte ich echt so schnell wie möglich raus, auch wenn mir ein Abendessen mit den dortigen Frauen noch droht.

Das Schöne gerade, ich kann es gelassen angehen.

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