Durch die Zeit

Verlorenes WE

Ganzes Wochenende wieder als stellvertretender Prüfungsausschussvorsitzender verbracht. Der Vorsitzende würde mir das ja gerne ab Herbst ganz aufs Auge drücken – sei dann aber an den Prüfungstagen nach wie vor gerne da. Wenn ich mich nicht schon entschlossen hätte, wäre das der Punkt, an dem ich nein sagen müsste.

Mir sind jetzt die sechs Wochenende einfach zu schade für das wenige Geld, was man dafür bekommt (liegt etwas unter dem Mindestlohn) – zudem scheint es da keinen Integrationswillen bei den anderen zu geben und ich hab‘ mich von Anfang an da nicht wohl gefühlt. Dazu ist das eine zu eingeschworene Gemeinschaft …

Ein Nebeneffekt der Therapie scheint gerade zu sein, dass ich aufräume.

Vollbepackt

Unterm linken Arm ein Paket mit 5 Kilogramm besten Schwarztee, darauf ein Päckchen mit 200 Gramm Aufschnitt für die kommende Woche, in der rechten Hand eine Kiste meines Therapieweins.

123 – Die Umkehrung (654-665)

Clarisse tut so, als sei es normal, dass sie auf ihn warte – sie hat eine Depesche für ihn – die teil Tod des Vaters mit – sie gratuliert dazu – will mit ihm über Walters Kinderwunsch sprechen – sie will keins von Walter – sie will eins von Ulrich – geht ihn körperlich etwas an anfänglich – dann mit aller Gewalt – er lehnt kategorisch ab – sie lenkt ein und geht – Selbstzweifel – Abreise

Ich [Clarisse] werde Dich [Ulrich] ermorden, wenn Du nicht nachgibst. (661)

Clarisse nimmt auf die Situation nicht im Geringsten Rücksicht und bedrängt Ulrich mit ihrem Kinderwunsch massiv. Der geht aber nicht darauf ein, schon wohl aus Prinzip nicht. Versucht sie zu besänftigen und bittet sie dann höflich zu gehen. Das halbe Jahr der Auszeit ist vorbei und Ulrich hat das Gefühl, nichts erreicht zu haben.

Vorfreude

Ich hoffe E. nimmt es mir nicht übermäßig übel, den ich schon längst in I. hätte besucht haben wollte, aber im März geht es jetzt erstmal für vier Tage nach Neapel mit der Ex. Lese gerade von Roberto Saviano „Die Lebenshungrigen“ und hab‘ davor mit Begeisterung auch „Der Clan der Kinder gelesen“. Und die Ferrante (nur 1. Band gut, dann nimmt es kontinuierlich ab) spielt ja auch dort. Dann gibt es noch Pompei, wo ich als Kind schon immer hin wollte und überhaupt … es ist a) Italien und b) am Meer und c) muss ich nicht alleine fliegen und d) ist es echt ein Versuch, was da dann die Angst mit mir macht und e) sind meinte Ex und ich derzeit auch nicht gerade Kinder der Traurigkeit und f) … ich glaube es ist einfach gerade dran, Neues zu entdecken.

Lieber E., im Januar und Februar hätte ich noch ein paar Tage Urlaub und wenn das mit dem Krieg nicht weiter eskaliert und vielleicht T. auch Zeit hat …

122 – Heimweg (647-654)

Ulrich geht zu Fuß nach Hause – wird da Jobangebot Arnheims nicht annehmen – über die „perspektivische Verkürzung des Verstandes“ – trifft auf eine Prostituierte – gibt ihr Geld – geht aber weiter – denkt an Moosbrugger – es bricht aus ihm heraus: „All das muß entschieden werden“ – jemand ist bei ihm in der Wohnung – Clarisse

Und Ulrich fühlte, daß er nun endlich entweder für ein erreichbares Ziel wie jeder andere leben oder mit diesen „Unmöglichkeiten“ Ernst machen müsse … (653)

Nächtlicher Heimweg, Ulrich überfällt eine friedvolle Stimmung, aber er kommt auch in einen etwas absonderlichen Zustand, der ihm Erkenntnis vorgaukelt. Wie lange das wohl anhält?

Frische Walnüsse …

… sind echt ein Genuß.

Was mich aber zu der Frage bringt: Wie öffnet manWalnüsse maschinell so, dass ausreichend Walnusshälften übrig bleiben, die dann auch verkauft werden können. Manuell klappt das bei mir nämlich nur bei einer von sieben.

Knöpfle mit Ei

Leider viel zu wenig. Aber die Gästin hat vielleicht am WE zugeschlagen … die isst sonst wie ein Spatz, dementsprechend habe ich gekocht, dass noch eine Portion für mich übrig bleibt … denkste … ein paar Knöpfle, sonst nix.

Moderne Zeiten

Und ich kanns irgendwie auch genießen. Zu Beginn meiner Beziehung mit meinem jetzigen Mann hätte man die Jahresteebestellung möglicherweise erst frühestenes morgen abschicken können, wenn man dann die Briefmarke für die Bestellkarte gekauft hätte, falls man keine zur Hand gehabt hätte. Heute ist es ein Formular im Internet.

Genauso für ein Teil – Gott ist mir das peinlich – dass ich auf dem gleichen Weg heute für ein paar Euros bestellt habe.

Und als A. heute Abend fragte, ob ich ihm was zum Lesen empfehlen könnte … bißchen Darknet, bisschen Dropbox, bisschen Mail – und bevor er zu Hause angekommen ist (ok, da braucht er zwei Stunden dafür) hat er alles.

Ich schimpfe nicht darüber.

121 – Die Aussprache (634-647)

Ulrich zu Diotima – die nicht da, aber Arnheim – das Gespräch kommt nur schleppend in Gang – Arnheim äußert höflich Kritik an Ulrichs Meinungen – da muss er als Machtmensch dagegenhalten – man diskutiert den „perforierte[n] Ernst“ – man kommt auf Moosbrugger – Arnheim gibt zu, ihn für sich gewinnen zu wollen, weil der jetzige Zustand ihn kränkt – Ulrich greift ihn aber wegen Diotima an – Arnheim kontert und bietet ihm an, bei ihm in die Firma einzutreten – und zwar als seinen Generalsekretär – Ulrich konfrontiert Arnheim mit den Gerüchten, die über ihn im Umlauf sind – spielt mit dem Gedanken zuzusagen – verabschiedet sich dann aber schnell

Ich [Ulrich] könnte mich natürlich darauf ausreden, daß ich in einer falsch eingerichteten Welt gar nicht so handeln darf, wie es mir recht vorkommt … . (636)

Arnheim nutzt den Zufall und will Ulrich gewogen stimmen. Da er zwar ein Denkender ist, aber in erster Linie dann doch Kapitalist, versucht er es über wohlüberlegte Gedanken, will ihn dann aber letztendlich doch einfach nur kaufen. Ulrich ist dem gar nicht mal so abgeneigt, denn er ist sich mal wieder unsicher, wo er denn eigentlich steht und ob er das, was er Gesprochen hat, immer noch vertreten kann. Auf der einen Seite als der Kapitalist mit dem Wissen um die Regeln der Wirtschaft und die Freiheit damit umzugehen, auf der anderen Seite ein unsicherer Grübler, der die Welt vollumfänglich hinterfragt und sich selbst damit den Boden unter den Füßen wegzieht.

Wie fühlt sich Krieg an?

Wer sich damit mal für ein paar Minuten auseinandersetzen will … dann einfach hier. Und ich kenn‘ den Typen, der da schreibt recht gut. Er ist manchmal hart und schonungslos in seinen Aussagen, wo man – also ich – es gerne etwas weicher hätte, ‚verständnisvoller‘.

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