Durch die Zeit

56 – Lebhafte Arbeit in den Ausschüssen der Parallelaktion – Clarisse schreibt an Se. Erlaucht und schlägt ein Nietzsche-Jahr vor (223-227)

Ulrich regelmäßig bei Leinsdorf – hat ein eigenes Büro – Leinsdorf mit der Parallelaktion gut beschäftigt – viel unterwegs, alle wollen irgendwie mitmachen bzw. dabei sein, aber das auch als Gegenwehr – die Ausschüsse machen Fortschritte – die Bürokratie kommt ins Laufen – die Aktion ist auf einem „guten und ordentlichen“ Weg, der „wahre Weg“ wird sich noch finden – alle Vorschläge werden „asserviert“, d.h. zur späteren Entscheidung aufgehoben – manche Anfragen werden weitergeleitet, ob man sie als „vorläufig definitiv“ ansehen könne – Brief von Clarisse fällt aus der Reihe – sie will ein österreichisches Nietzsche-Jahr und etwas für Moosbrugger tun – beide immerhin geisteskrank

Ein Apparat war da, und weil er da war, mußte er arbeiten, und weil er arbeitete, begann er zu laufen … (224)

Hauptsache, alles geht seinen bürokratischen Gang. Ob das Sinn macht oder nicht, das steht nicht auf der Tagesordnung.

Auf Nummer sicher

Der Alt-Herren-Sport am Montag fällt aus. So steht es in einer Mail, die mich heute erreichte. Nicht aber, weil der Trainer krank wäre, Gott bewahre, nein, das Gebäude, in dem wir uns ertüchtigen ist einsturzgefährdet. Übrigens schon seit sechs Jahrzehnten.

55 – Solimann und Arnheim (219-223)

Neben Clarisse hat Moosbrugger noch eine andere ‚Freundin‘: Rachel – hat mehr zu tun, seit die Parallelaktion läuft – mag die Protagonisten, auch Ulrich – Solimann beeindruckt sie nach wie vor – der ist zwischen 16 und 17 – Arnheim hat ihn aus Italien mitgebracht – wollte ihm ein besseres Leben bieten und was aus ihm machen – aber Solimann entspricht nicht den Erwartungen Arnheims – wird vom „Luxusgeschöpf“ zum Diener – seitdem hasst Solimann Arnheim – bestiehlt Arnheim – macht seinen Job aber gut – Rachel hat sein Vertrauen – hat eine blühende Phantasie und erzählt Rachel lauter Geschichten –  die glaubt ihm aber nicht

… aber der modernen Seele, die Ozeane und Kontinente spielend überbrückt, ist nichts so unmöglich, wie die Verbindung zu den Seelen zu finden, die um die nächste Ecke wohnen. (220)

Portraits Solimanns. Ein aufgeweckter, verschlagener Junge, der über seine erotische Macht schon weiß, aber noch etwas im Kind gefangen ist.

# 462

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trenta anni

Ich höre ja nicht auf zu betonen, dass wir uns in einer historischen und tierisch verändernden Umbruchszeit befinden, wie es die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg gewesen war.

Gestern lief es in den Nachrichten: Das Internet ist 30 Jahre alt. Ich habe es für mich vor gut 20 Jahren schon entdeckt und daher die ein oder andere Entwicklung (meist verspätet) mitgemacht (wenn auch nicht immer mit Verstand bzw. Verständnis).

Als ich Montag in den Zug gestiegen bin ist mir siedendheiß eingefallen, dass ich meinen E-Reader vergessen hatte. Fünf Tage ohne Buch??? U N M Ö G L I C H! Also gleich mal überlegt, ob es hier einen Buchladen gibt und was ich mir dann kaufen könnte und … bis mir klar geworden ist: Ich habe neben dem Notebook mein Handy und mein Tablett dabei. Euch wird es nicht überraschen – mich hat es dann schon: Denn keine halbe Stunde später hatte ich im fahrenden ICE (!) jene Bücher runtergeladen, die ich kurzzuvor gekauft hatte. Und heute ist mir eingefallen – ja, ja, Urlaub macht dumm – dass ich ja eh alle meine ebooks in der Cloud habe, so dass ich jetzt gerade …

Vor zwei, drei Jahren wäre diese Aktion nur in der 1. Klasse möglich gewesen – vor 5, 6 Jahren hätte ich mir igendwo einen teuren Internetzugang besorgen müssen (und dann mit dem Handy kompliziert das Notebook mit dem Internet …)

Ich find Staunen nach wie vor irgendwie schön und toll.

So darf es sein

Geschlafen. Das Meer ausführlich inspiziert, ob die Wellen auch das tun, was sie tun sollen. Sie tun’s. Auch der Wind lässt nicht zu wünschen übrig – daher guten Gewissens erst in ein Café, um mich zu stärken (das eigenartigste Bruschetta des Lebens ‚genossen‘), dann ins Bett. Dort zum ersten Mal in diesem Jahr wirklich so geschlafen, dass ich entspannt aufgewacht bin. Dann Lektüre, dann etwas Sauna, dann etwas Fernsehen, dann etwas Pizza, dann etwas Abendgestaltung …

54 – Ulrich zeigt sich im Gespräch mit Walter und Clarisse reaktionär (213-219)

Ulrich besucht Walter und Clarisse – Clarisse verwendet sich für Moosbrugger, hält ihn für musikalisch – es ist übrigens Winter – man geht spazieren – Ulrich berichtet, über was alles Arnheim schon geschrieben hat, sehr, sehr viel – auch Walter hat schon Arnheim gelesen – Ulrich und Walter sind bezüglich Arnheim nicht einer Meinung – Ulrich mag ihn einfach nicht – Menschsein ist für Ulrich „Dilettantismus“ – Leben geht auch ohne Sinn – das wäre „Fortwursteln“ meint Walter – Clarisse bittet Ulrich, Moosbrugger zu befreien – Gespräch über die fehlende „Ganzheit“ des Menschen – Ulrichs Wunsch nach Einheit im Gespräch – Walter gegen die Übermacht der Vernunft

Es steht nicht mehr ein ganzer Mensch einer ganzen Welt gegenüber, sondern ein menschliches Etwas bewegt sich in einer allgemeinen Nährflüssigkeit. (217)

Ulrich und Walter sind zwar befreundet – aber einer Meinung sind sie schon lange nicht mehr. Ulrich, der rationale Typ, eher ohne Gefühle, eher mechanisch – dagegen Walter, der alles zusammen sieht, der weniger denkt und mehr fühlt. Es sind zwei verschiedene Typen der Moderne, die beide nicht die zukünftigen Prototypen sind. Dazwischen Clarisse, die schon irgendwie in ihrer eigenen Welt lebt und eine eigene Logik ihr Eigen nennt. So ganz klar ist es noch nicht, wo es mit ihr hingeht. Jedenfalls hat Walter von Ulrich genug und würde ihn gerne nie wieder bei sich zu Hause sehen, aber da hat Clarisse was dagegen.

Dann mal weg

Bevor ich mich hier gar nicht mehr melde, melde ich mich außerplanmäßig aus meinem Urlaub. War es bisher nicht ganz unanstrengend, habe ich mir am Wochenende dann den Rest gegeben. Samstag knapp acht Stunden bei meinem neuem Meisterprüfungsausschuss, denn bis Mitternacht mit Ersatzsohn T. auf dem Sofa, Sonntag ab 8 (!) wieder im Meisterprüfungsausschuss, dann ab 17 Uhr für meinen Mann länger am Computer, nicht ins Bett gekommen und heute morgen klingelte der Wecker um 5:30. Im Zug (7 Stunden für 24 Euro – kann man nicht meckern) nicht schlafen können und selbst am Nachmittag wegen Übermüdung kaum.

Wie auch immer: Vom Sofa aus sehe ich das M E E R!

Die Bude hier ist so warm, dass ich mir keine Hosen anziehen muss, der Weißwein ist gut gekühlt, das Fernsehprogramm genauso beschissen wie überall, der Italiener um die Ecke etwas laut, aber soweit OK … ich denke, wenn ich morgen mal geschlafen habe, kann das richti gut werden – auch wenn die Wassertemperaturen nur 4 Grad beträgt.

Ich werde mir diese Woche einfach keinen Stress machen – das betrifft auch meine Schreiberei hier. Wenn ich Lust habe …

53 – Man führt Moosbrugger in ein neues Gefängnis (211-213)

Moosbrugger ist aus den Zeitungen verschwunden und von der Öffentlichkeit vergessen – die Hinrichtung ist auf unbestimmte Zeit verschoben – kommt in ein anderes Gefängnis – die Vorsicht, die angewandt wird, schmeichelt ihn – was gibt es zu lieben? – wofür leben? – Er empfindet die Verlegung als Abwechslung, „ohne auf den Inhalt zu achten“ – Moosbrugger gesteht seine Taten auf Wunsch des Kriminalen, der sich einen Erfolg von ihm wünscht  – auch die Soldaten, die mit ihm im Wagen sitzen, werden von den Stößen hin und her geschleudert

Man muß im Leben vieles aushalten, das bestimmt weher tut als das Aufhängen, und ob man ein paar Jahre mehr oder weniger lebt, darauf kommt es schon gar nicht an. (212)

Moosbrugger ist Rationalist in Reinform. Welchen Wert hat schon das Lieben? Aber welchen Wert hat dagegen das Erzählen können? Fragt sich, wie Musil selber dazu stand. Wenn ich mich recht erinnere, hat er erst spät zu seiner Frau gefunden und war nicht gerade das, was man einen treusorgenden Ehemann nennt. Sei’s drum – Autor und Werk gehören getrennt! Moosbrugger ist einer, der mit Schein nichts anzufangen weiß, der das gar nicht sieht sondern – zumindest in diesem Kapitel – den Kern (des anderen) wahrnimmt und einfach freundlich ist. Will der Kommissär ein Geständnis, weil er einen Erfolg braucht – bitte, damit kann er dienen. Denn: „Die Überlegenheit eines Mannes, der sich von dem Wunsch zu leben befreit hat, ist sehr groß.“ Kleines, starkes Kapitel.

Gespreizte Giraffe oder so

Dieses komische Gefühl in den Oberschenklen sind dann doch keine Vorboten einer Erkältung, sondern einfach die Nachwirkungen des gestrigen Yogas.

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