Durch die Zeit

Zonen

Seit ich meinen neuen Wecker habe, gibt es ja nur noch zwei Zeitzonen in der Nacht. Der Wecker hat nämlich die Eigenart, seine Beleuchtung zwischen 23 und 5 Uhr auszuschalten. Will ich also dazwischen die Uhrzeit wissen, müsste ich auf einen Knopf drücken. Tue ich aber nicht. Es ist gerade wirklich etwas schlaffördern einfach zu akzeptieren, dass, wenn der Wecker nicht leuchtet, ich einfach noch schlafen kann – und nicht mehr wie früher erst noch rechnete, wie lange noch. Interessanterweise interessiert bzw. verunsichert es mich auch gar nicht, dass ich nicht weiß, ob es nun noch drei Stunden oder nur noch drei Minuten sind. Kann aber auch gerade daran liegen, dass die Träume seit bald über einer Woche einfach der reine Wahn sind!

16 – Eine geheimnisvolle Zeitkrankheit (56-60)

Sonderbarkeiten der Jugendfreundschaften – lesen Nietzsche, Altenberg, Dostojewskij – Überhebung der Jugend – allgemeines Ablaufen beim Beginn der Mannesjahre – was ist Mann-sein – Verschiebung der Verhältnisse gegenüber früher – ein wenig zu viel Schlechtes im Guten – ist die Welt schlechter geworden oder man selber älter – von der Dummheit in der Welt – Beschäftigung mit Thomas von Aquin – was wäre, wenn der das Leben jetzt erleben würde – Man kann seiner eigenen Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen

Denn wenn die Dummheit nicht von innen dem Talent zum Verwechseln ähnlich sehen würde, wenn sie außen nicht als Fortschritt, Genie, Hoffnung, Verbesserung erscheinen könnte, würde wohl niemand dumm sein wollen, und es würde keine Dummheit geben. (58)

Die Welt ändert sich eben. Auch Ulrich muss das mitmachen. Selbst dann, wenn die Entwicklungen eigenartig sind und nicht so von statten laufen, wie man sie selber gerne hätte. Jede Zeit hat ihre Auswüchse oder Krankheit – wofür sie ggf. gut war, zeigt sich eh erst Generationen später.

Wanted!

Im Briefkasten ein Umschlag. Darin ein Büchergutschein. Nicht von schlechten Eltern. Bloß: Von wem? Kein Gruß, keine Nachricht. Im Buchladen die Auskunft, man könne das gar nicht rückverfolgen bei Bargeschäften. Jetzt darf ich (wieder) suchen. Oder meldet sich hier jemand freiwillig?

Krudes & Vergangenes

Gestern beim Psychodoc. Im Rahmen der Anamnese wühlt er etwas im Thema Sexualität rum. Ich lege nahezu ungeschminkt die Tatschen auf den Tisch. Er ist jetzt nicht gerade verwirrt, aber braucht ein paar Fragen, bis er alles auf dem Schirm hat. Als ich auf dem Weg zurück mir mal meine Geschichte in dieser Hinsicht anschaue, als wäre ich jemand anders, komme ich nicht umhin zu denken, dass das ja wohl ohne nen Knacks ja wohl schlecht abgegangen sein kann.

Und wir zur Bestätigung war das, was andere Leute nachts ‚Schlaf‘ nennen heute für mich ein leider unbewußtes Ab- und Drucharbeiten. Gemerkt habe ich es nicht nur, dass ich x-mal wach wurde und dann immer mit Traumfetzen zu tun hatte, sondern vor allem daran, dass ich gegen morgen von M. träumte. M., das war der Mensch, der mir mein Coming-out ermöglichte, mit dem ich eine Zeitlang auch was am Laufen hatte und der heute so ein Sehnsuchtsmensch für mich geworden ist. Leider waren wir immer in unterschiedlichen Prozesse unterwegs. Als ich mich noch wehrte schwul zu sein, hatte er sein Coming-out. Als ich es hatte und nur noch an Sex dachte, war er etwas weiter und suchte eine Beziehung, die ich zu dem Zeitpunkt partout nicht wollte und als ich dann, da hatte er schon längst eine beendet und …

Es hat mich dann heute morgen etwas traurig wie glücklich gestimmt, als ich beim Aufwachen noch seine Stimme im Ohr hatte. Hatte das gar nicht mehr so auf dem Schirm, wie angenehm sie doch war, mit welcher Modulation er arbeitet.

Echt froh gewesen, heute schon wieder einen freien Tag gehabt zu haben.

Stoßgebet

Einmal nachts so schlafen, wie heute die Stunde am Nachmittag!

Mein neues Nachtgebet

„Lass mich schlafen wie ein Stein und morgen frisch wie ein Kuchen sein“

Lew Tolstoi: Krieg und Frieden (irgendwo recht weit hinten)

15 – Geistiger Umsturz (54-56)

Reflexionen über die Vergangenheit – Erwachen in Europa kurz vor der Jahrhundertwende – es wurde der Übermensch geliebt und der Untermensch – man war gläubig und skeptisch zu gleich – kurz: alles ist möglich – Walter und Ulrich haben als Jugendliche noch was vom Umbruch mitbekommen

Es kann deshalb nützen, sich auch daran erinnern zu lassen, daß in schlechten Zeiten die schrecklichsten Häuser und Gedichte nach genau ebenso schönen Grundsätzen gemacht werden wie in den besten; daß alle Leute, die daran beteiligt sind, die Erfolge eines vorangegangenen guten Abschnitts zerstören, das Gefühl haben, so zu verbessern; und daß sich die blutlosen jungen Leute einer solchen Zeit auf ihr junges Blut genau so viel einbilden wie die neuen Leuten in allen anderen Zeiten. (54f)

Kurz: früher war alles besser, früher war alles schlechter. Wichtig wohl hier: Walter und Ulrich haben schon mal einen Aufbruch geschnuppert.

# 527

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Lumumpe

Bis heute Abend kannte ich das auch nicht. Ist was zu Essen. HIER das Rezept von der tollen Kochpoetin. Man braucht halt drei Töpfe und eine Pfanne – etwas viel für das eher einfache Gericht. Und da wir keine Worcestershiresauce haben, war es der Hit nun nicht – aber mal was anderes.

Bis Freitag muss ich mich eh noch nach neuen vegetarischen Rezepten umsehen und für den Dezember muß ja noch ein großes Geburtstagsessen her. Schade, dass ich bei der Arbeit das Internet nicht privat nutzen kann.

Ansonsten bin ich gerade irgendwie so ein bisschen neben mir mit ohne Grund.

Definition

Wie buchstabiert man ‚Zeitverschwendung‘?

a b t e i l u n g s s i t z u n g

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Ist es möglich, sehenden Auges die Absurditäten unserer Zeit wahrzunehmen, ohne daß einem der Mund überfließt?

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