Durch die Zeit

Monat: April, 2014

Nachtrag zu: Die Maßnahme (33)

Den dort erwähnten „netten Arsch“ kenne ich schon seit zwei, drei Jahren, wie mir gerade überfallsmäßig einfällt. Im Winter, wenn ich dann Straßenbahn fahren musste, stand er nämlich immer auch am gleichen Bahnsteig. Und mich hat immer schon gewundert, wie jemand so hübsch, wenn nicht gar schön sein kann, aber zugleich so was von langweilig wirkt. Er ist mir auch nur deswegen aufgefallen, weil er heute Morgen wirklich meinte mir die Vorfahrt nehmen zu können – worauf ich mich ja nie einlasse – und er, wohl leicht in seiner Männlichkeit frustriert, einen halben Kilometer später beweisen musste, dass er (scheinbar) mehr in den Beinen hat – und mich überholte. OK, ich war sicherlich schon mal fitter, aber noch bin ich Herr meiner geistigen Kräfte und der Erfahrung. Also guckte er dann schon etwas blöd – und ich hab‘ das gesehen – als ich an ihm 400 Meter später locker vorbeizog, weil er so brav war und wegen eines hirnamputierten Autofahrers bremste, während ich links vorbei bin und dem Deppen in der Blechkiste noch ein herzliches „Arschloch“ in die Fensterschreibe brüllte. Patt-Situation dann an der Ampel, kurzer Blickkontakt – unklar, ob man grinsen sollte oder cool tun – und ich geb’s einfach zu: Ich hab dann genau den Moment gezögert, dass er vor mir in den Pedalen war. Also die anderen drei Standradfahrer überholt und ich schön eine etwas längere Strecke hinter ihm her, also mein Vorder- an seinem Hinterrad – und immer schön gedrängelt, mal gehustet und so, damit ihm klar war, dass er noch ’nen Zacken zulegen muss, wenn er die Blamage nicht erleben will, dass ich ihn wieder überhole. Und er hat sein bestes gegeben.

Beim Radfahren bin ich echt so was von hetero – überholen darf man mich nur, wenn ich das will (oder einsehen muss, dass ich gegen ein 3.000-Euro-Rennrad mit einem Typen drauf, der jede Woche 1.000 km fährt, keine Schnitte habe). Noch kriege ich jeden, der es wagt – und dieses ’noch‘ möchte ich bis zum nächsten Geburtstag aufrechterhalten. Dann, ja dann werde ich das ein oder andere einsehen müssen – und es wird schwer, richtig schwer werden.

 

Die Maßnahme (33)

Einem nettem Arsch auf dem Rad heute Morgen gefolgt, angekommen und die Stimmung war plötzlich im Eimer.

Muss mich heute zum ersten Mal richtig konzentrieren.

Kleingruppenarbeit etwas zäh heute, keiner will so richtig. Aber jedenfalls besser als die ersten 31 Tage.

Nein, sie tut es nicht

Nächstes Jahr werden es dann 30 Jahre sein, dass mein ältester Bruder bei einem Verkehrsunfall umgekommen ist. Heute sind es 29. Und ich vermute, ein weiteres Jahre wird den Umstand nicht ändern, dass ich immer sehr, sehr froh bin, wenn der 30.4. wieder hinter mir liegt. Dieser Schock bleibt einfach. Denke, da kann man durchaus auch von Traumatisierung sprechen, wenn ich das letztens richtig verstanden habe. Viele andere Tode hat man ja kommen sehen, wegen Krankheit oder Alter. Der jeweilige Tag ist zwar meist auch dann überraschend, und man ist traurig und vielleicht entsetzt und es ist wie ein kleiner Schock, aber dieser Tode ‚funktionieren‘ einfach anders. Die Psyche hat ein paar Chance mehr, ihn dann zu verarbeiten, einzuordnen – aber so?

Und wenn ich dann diese Unglücksfälle im Fernsehen sehe, die Katastrophen u.s.w., dann frage ich mich immer, was hat das für Spätfolgen in den Familien, manchmal ja auch in einer Gesellschaft? Und denkt heute noch ein Schwein daran, um da Unterstützung zu leisten? Wie viele Jahre ist der Tsunami jetzt her? Wann wurde das letzte Mal um Hilfe gebeten? Mag sein, dass behauptet wird, die materielle Not sei gelindert ist (was sie definitiv nicht ist) – doch was ist mit der seelischen?

Man mag mir sagen was man will, aber in dieser scheinbar ‚aufgeklärten‘ Gesellschaft ist neben schwulen Fußballspielern der Tod das größte Tabu. Selber über Kinderpornographie wird in der Zwischenzeit mehr gesprochen und geredet, da ist richtig etwas in Gang gekommen und tapfer wird gegen Vorurteile gekämpft. Aber aktive schwule Fußballer kann es nicht geben und der Tod ist ein Thema für den Herrn Pfarrer bei der Beerdigung für die knappe Stunde. Danach …

Erkenntnis des Tages

Je älter man wird, desto jünger werden die anderen.

*schluck*

Berührt mich gerade echt sehr. Eben ein Mail von einer mir fremden Frau bekommen im Rahmen meiner freiwilligen Tätigkeit, der ich dieser Tage geschrieben habe.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal so eine warmherzige Nachricht bekommen habe.. und das, obwohl Sie vollkommen fremd sind.

Und es berührt mich deswegen, weil ich eigentlich kaum etwas schreiben konnte, eigentlich nur im Nebel stochern konnte. Und – ich gebe es zu – es tut gut, auch mal ein Lob zu bekommen, denn oft wird dieses Engagement als „selbstverständlich“ angesehen, weil die wenigsten wissen, dass wir es freiwillig und unentgeltlich machen.

Ich wiederhole es gerne!

FC Bayern verliert. Gut so!

Noch ein Ups für heute

Nach längerer Unterbrechung mal wieder die 14-tägige Laberrunde. Hätte ja schon gerne gefehlt, denn das ist  ja meist auch so was wie gestohlene Zeit.

Am Ende haben wir uns schon etwas verwundert umgeschaut und gefragt, was denn in der Zwischenzeit passiert ist. Es war eine völlig andere Gruppe auf einmal, sehr locker, sehr leicht, sogar mit Witz (was es bisher noch nie gegeben hatte). Selbst D. hatte sich beteiligt – das hatte es auch noch nie gegeben.

Die Maßnahme (32)

Heute Beginn Block Nr. 8. Neuer Lehrer. Etwas arg spät aufgestanden, etwas gehetzt gerade noch pünktlich an den Computer. Erste Meldung des Tages: „Wir starten um 8:15“. Ab Morgen also nochmals 5 Minuten länger im Bett. Wenn jeder neuer Kurs 5 Minuten draufgibt, starten wir beim letzten um 8:40 – eine angenehme Zeit.

Das ist doch ein Scherz, oder?!?

Der Herr Lehrer stammt diesmal aus Dresden, ist angeblich 33.

Nein, scheinbar kein Scherz! Es geht einfach nur so weiter. Für die Vorstellungsrunde wird gebeten, als erstes seinen Namen zu nennen! Dann ruft der Herr Lehrer nacheinander jeden einzelnen auf – namentlich!

43 Folien stehen für heute auf dem Programm. Ich befürchte nur noch das Schlimmste.

Lernfeldorientierter Unterricht – so, so. Daher am Ende keine Klausur, sondern Arbeitsgruppenbewertung über die gesamte Woche.

Ups – sollte sich eine Überraschung anbahnen? Der Herr Lehrer hat eine Übungsaufgabe zusammengebaut, die wir in einer Kleingruppe – nun ja, wir sind sieben – über die gesamte Woche zu bearbeiten haben. Klingt jetzt wirklich nicht uninteressant und verspricht mal einen etwas höheren Praxisanteil als das „ich-lese-von-der-Folie-vor“.

Festgehalten werden kann überraschenderweise: Die Gruppenarbeit hat richtig Spaß gemacht, auch wenn wir ein Mitglied in der Gruppe haben, die einem das Leben wirklich schwer und die Nerven dünn macht – doch: Gemeinsam sind wir stark.

Jeder bekommt heute ein Bonbon, wohl zur Motivation. Ist auch notwendig – denn das ist jetzt die gefühlte 832. Präsentation in den 32 Tagen.

Brillenschlange

Seit vier oder fünf Jahren kann ich wegen notwendigen Operationen an beiden Augen keine verschiedenen Schärfen mehr einstellen sondern sehe nur auf 80 cm scharf. Daher habe ich eine Gleitsichtbrille, die dieses Manko ausgleicht und mich zwingt, den Kopf manchmal so blöd zu halten – was dazu führt, dass ich Museen nur noch ungern betrete.

Erst heute ist mir aufgefallen, dass ich die Brille in der Wohnung eigentlich nie trage – sondern nur zum Essen. Denn essen ohne Brille geht gar nicht.

Diese Überlegungen stelle ich an, als ich ohne Brille heute im Supermarkt einkaufen war, und wohl ein leicht debiles Bild abgegeben habe. Denn die Regale, wo die Produkte stehen, habe  ich zwar  zielstrebig ansteuern können, aber die Produktsuche gestaltete sich dann doch etwas komisch, weil ich dann teilweise Regale auf den Knien abgerobbt bin.

Ich versuche es zu glauben!

Aber so wie ich Sie einschätze, müssen Sie sich über Ihre Zukunft keine Gedanken machen. Es braucht oft nur ein wenig Geduld, bis sich
das Richtige findet.

 

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