Durch die Zeit

Monat: Juli, 2014

Was darf man glauben?

Sehr geehrter Herr X.,

vielen Dank für Ihre Bewerbung und Ihr Interesse an unserer Agentur.

Leider muss ich Ihnen jedoch mitteilen, dass wir uns nach eingehender Prüfung nicht für Sie entschieden haben. Ihre Qualifikation ist beeindruckend und weitreichend, aber sie entspricht nicht genau unseren Vorstellungen.

Wir hoffen, dass dieses Ergebnis Sie bei Ihrer Suche nach einem beruflichen Wirkungskreis nicht entmutigt und wünschen Ihnen, dass Sie bald einen Arbeitsplatz finden werden, der Ihren Vorstellungen entspricht.

Wir danken Ihnen für das unserem Haus entgegengebrachte Interesse und wünschen Ihnen für die Zukunft  alles Gute!

Mit freundlichem Gruß

X.X.

1592 und nicht 1591 – oder von der Vater-Ki-Zuordnung

Skandal! In der xten Wiederholung des Tatorts „Ausweglos“ mit Simone Thomalla und Martin Wuttke – gerade im Moment auf dem MDR – gibt es einen Fehler, einen juristischen, einen bedeutenden! Keppler alias Wuttke zitiert einem möglichen Vater gegenüber §1591 BGB – der regelt aber die Mutterschaft. Die Vaterschaft regelt § 1592 BGB! Was für ein Skandal!

Ne, im Ernst, hab‘ gerade im Kommentar nachgeschaut und da ist mir aufgefallen, dass die Sprache dort ja fast schon dadaistisch ist. Es heißt dort zu Beginn des Kommentars – und ich hab sehr, sehr genau abgetippt!:

Die genet Vatersch führt zur Vaterschaft im Rechtssinne nur, wenn der Erzeuger, im maßgebden ZtRaum mit der Mu verh war, die Vatersch anerk hat od gerichtl als Va festgestellt ist. Es handelt sich um eine abschließende Aufzählg; and Tatbestde werden für eine Vater-Ki-Zuordnung nicht anerk.

Too much

Ich hab‘ keine wirkliche Ahnung, wann ich begonnen habe, mich für die Welt zu interessieren und daher regelmäßig Zeitung lese bzw. jeden Abend brav mir die Nachrichten reinziehe. Und ich kann mich auch nicht erinneren, dass es mal einen Tag gegeben hätte, in dem es nur Positives zu berichten gegeben hätte. Irgendwo hat immer irgendjemand einen umgebracht, irgendwo gab es immer Unfälle, Explosionen … was weiß ich.

Aber das, was man sich derzeit in den Nachrichten antun muss ist echt übel. Und mir fällt es irgendwie besonders schwer, weil ich ungern in eine schwarz-weiß-Malerei verfalle und behaupte Israel ist an sich schlecht und hat daher Schuld. Und die bösen Russen waren halt schon immer böse, also ist es vollkommen OK, wenn man denen jetzt an den Kragen geht. Und die prorussischen Rebellen in der Ukraine – OK, die haben ja eh ne Klatsche und gehöre sowieso alle mal entmannt. Und so wahr und falsch das alles zugleich ist, es sind dann Menschen, einfache Menschen die darunter leiden. Nicht ein Politiker, nicht ein Befehlshaber, nicht einer, der an den Machthebeln sitzt hat etwas zu befürchten (meist haben die sogar noch eine rosigere Zukunft, werden „Helden“, werden reich).

Irgendwie reicht es mir langsam an dieser ganzen Machtlosigkeit und Abhängigkeit von anderen.

Nicht mein Tag heute

Mühsam heute morgen ne digitalisierte Unterschrift in den Bewerbung reinkopiert,  um dann zu merken, dass ich die Bewerbung ausnahmsweise ausdrucken und selber unterschreiben muss.

Und dann hoffe ich mich im Radio verhört zu haben, als eine Konzertbearbeitung für „Orchester und Rakete“ angekündigt wurde.

Frag mich jetzt eigentlich nur, was mir heute auf den Boden fallen wird.

Das M.

K. und das M., eigentlich F., waren gestern auf Besuch. K. sehe ich so jedes halbes Jahr mal, das M. im Grunde alle zwei, drei Jahre mal. Dabei ist er daran ’schuld‘, dass ich mit meinem Mann zusammen bin – aber das ist eine andere Geschichte.

Der Herzinfarkt letzes Jahr hat hin schon verändert, hat mit dem Rauchen aufgehört, ist, wie ich, dick(er) geworden. Aber er hat immer noch einen der verführerischten Münder die ich kenne und seine sexuelle Attraktion ist nach wie vor ganz schön hoch.

So saßen wir gestern bis spät in die Nacht zusammen auf dem Balkon, ich natürlich ohne Hosen, was ihn so gar nicht verwunderte, und redeten und erzählten in äußerst vertrautem Tone. Wir streiften dann auch unserer sehr heftige und leidenschaftliche Affaire vor gut eineinhalb Jahrzehnten. Fand’s dann doch recht lustig, dass wir beide gleichzeitig meinten: „Wir sollten mal wieder“.

Was sicher ist: Wenn unsere Männer das mitbekommen, werden sie einfach nur breit grinsen und ein paar hämische Kommentare ablassen. Aber das wäre auch OK so.

 

10.347

Über zwölf Stunden hat es gedauert, bis endlich alle Daten auf dem neuen Ipod waren. Aber ist ja auch nicht gerade eine kleine Anzahl, was ich so an Musik und Hörbüchern mit mir rumschleppe. Aber es freut, dass ich jetzt wieder einen habe, der funktioniert, den man ohne Tricks an- und ausschalten kann … ich werde mich an die Einfachheit erst noch gewöhnen müssen.

+ 7

Als A. und ich uns gestern aus der Abschiedsumarmung lösten, konnte er sich nicht verkneifen zu bemerken: „Du bist so weich geworden.“

Echt nette Umschreibung für die sieben Kilo mehr auf den Rippen, die ich habe, seit ich nicht mehr rauche.

Souverän ist wohl was anderes

Ich weiß noch gut, dass ich nach dem Tod meines Bruders und auch nach dem Tod meines Vaters einfach nicht mehr reden wollte. Jedes Gespräch war mir verhasst, war für mich reiner Unsinn, Zeitverschwendung, was auch immer. Schweigen war die einzige Sprache und ich vermute mal, dass ich damals eben Paragraph zwei meiner universellen Wahrheiten verfasst habe: Schweigen ist die Sprache der Ewigkeit.

Heute A. ne Mail geschrieben, ihm meine Unsicherheit gestanden. Ich will ihn nicht nerven mit meinen Kontaktangeboten aber er soll auch merken, dass ich da bin. So ein doofer Spagat halt.

Wir waren gerade mit dem Abendessen fertig, da hat es geklingelt. Ich fluchtartig ins Schlafzimmer, um mir ne Hose anzuziehen. Dann stand A. im Flur. Wie gut, das Körper, das Gesten sprechen können. Er lag schwer in meinen Armen.

Dann, wie so oft, am Tisch. Geplänkel. Kann / Soll / Muss man den Tod seines Bruders zum Thema machen? Darf man lachen? Was für Fragen kann man stellen? Im ersten Moment bei mir Unsicherheit, aber dann Klarheit: für schlechtes Theater bin ich am Tisch im Wohnzimmer nicht zu haben.

Ich glaub, wir haben die richtige Mischung gefunden. Alles war erlaubt, nix musste. Und ich bin mir sicher, dass es ihm ggf. auch einfach gut tat, bei uns eine gewisse ‚Normalität‘ zu finden, ohne das wird den Tod negiert haben. Und wenn er dann halt für Momente so vor sich hingestiert hat … dann hat er eben. Und wenn er lachen musste … dann hat er eben.

Er und ich gehören halt zu jenen, die recht früh lernen mussten, wie man Tod und Trauer in den Alltag integriert und die ob diesesm pervesen Spagat wissen.

Es war gut, dass er kam. Es war gut, dass wir am Tisch saßen. Es war gut, dass wir ’normal‘ waren. Es war gut, dass er um unser Mitgefühl weiß.  Es war gut, ihn zu umarmen.

Der Rest ist für jetzt gerade einfach: Schweigen.

S.

Heute ist die Traueranzeige erschienen. So als wäre es eine Art Bestätigung. So, als wäre es erst jetzt ‚echt‘ und wahr. Und trotzdem schaue ich mir das mit ungläubigen Augen an, das darf doch einfach nicht, das kann doch einfach nicht …

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