So was wie ‚Vermächtnis‘

von Bert

An unserer ‚Originale‘-Wand hängt – seit ca. 15 Jahren – auch ein Photo meines verstorbenen Vaters zusammen mit – wie ich vorhin feststellte – vier statt erinnerter drei fotokopierter Blätter. Sein Rezeptvermächtnis: Maultaschen (OK), Flädlesuppe (OK – und mit einem Wahnsinnstrick), Spätzle (OK) und Gefüllte Kalbsbrust (hä? wann soll es die je gegeben haben?).

Heute habe ich das Bild abgehängt, den Rahmen geöffnet, die Rezepte gelesen (und mal wieder auf seine Handschrift geflucht, die furchtbar schön aussieht, sehr elegant ist, sehr ästhetisch – aber kaum lesbar).

Warum das erst jetzt?

Warum das jetzt mit einem guten Gefühl?

Und diese heutige Beschäftigung mit Vater über das Bild, die Rezepte machen mich nach all den vielen Jahren nicht traurig sondern es ist eine Art Bereicherung. Wie ein ‚Vermächtnis“, dem ich ich mich gerne verpflichtet fühle. Klar, dass sein Maultaschenrezept die nächste Aktion wird (auch wenn ich gleich ein Ei mehr für den Teig nehme).