Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2014

Ravioli gefüllt mit Rucola, Nüssen und Parmesan

Das Rezept habe ich vor zwei Tagen bei der Kochpoetin gelesen, der ich seit ein paar Wochen Folge. (Derzeit mein liebster Kochblog, da ehrlich und raffiniert zugleich – und aufwändig gemacht, alle Achtung.) Und da ich ja Zeit habe …

Rezept funktioniert wirklich gut, ich mag’s ja, wenn bei den Mengenangaben nicht Becher und / oder Tüte steht, sondern Gramm, will heißen, eben nicht „einen Becher Frischkäse“ sondern eben „30 Gramm“. Und eben nicht „eine Prise Salz“ sondern „1 Gramm Salz“. (Dass ich mich nicht sklavisch daran halte finde ich OK, ich muss ja mit den Konsequenzen leben und ggf. das Rezept um Verzeihung bitten.) Dass der Zauberstab bei Rucola an seine Grenzen kommt, dass ist nicht dem Rezept anzulasten sondern unserem Purismus.

Nach zwei Stunden war ich jedenfalls soweit – alles im wahrsten Sinne des Wortes im grünen Bereich.

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Spontan noch schnell ein warmes Knoblauchöl dazu gemacht, sowie Salat mit der Drei-Löffel-Soße.

Das Ergebnis, Teil 1: G e h t  g a r  n i c h t ! ! ! – Jedenfalls für mich nicht. Das ist quasi ein Rucolakonzentrat und wer Rucola, wie ich, schon an sich nicht mag … (Da hat die Kochpoetin dann halt schon einen anderen Mann.)

Das Ergebnis, Teil 2: „Wie geil ist das denn!!!“ Ich muss zugeben, ich habe schon etwas überlegt, ob mein Mann einfach nur so lieb ist und mal was isst und lobt, was gar nicht geht – aber so ist der nicht. Ihm hat das wirklich geschmeckt!

Also liebe Kochpoetin: Einen hast Du richtig glücklich gemacht –  und der andere hat heute beim nachkochen ein paar ganz wichtige Erkenntnisse gewonnen. Danke!

Unscheinbar

Gestern bei Pe. mit ihrem Mann St. über Wein und einen bestimmten Weinladen gesprochen. Man kenne ihn dort schon mit Namen, auch wenn er nur alle zwei Wochen mal einkaufen würde. Im gleichen Laden habe ich mal drei Jahre lang jede Woche eingekauft … da kannte niemand meinen Namen und keiner von den wenigen Angestellten machte auch nur den Anschein, mich schon einmal gesehen zu haben.

Irgendwie, so scheint es, bleibe ich den Leuten nicht in Erinnerung, da kann ich noch so oft einkaufen gehen.

Wenn ich mit meinem Mann zusammen auftauche … dann ist das was anderes. Das liegt dann aber wohl auch nicht an mir.

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Nur eine Ausnahme?

Solange ich in dieser Stadt lebe, gehört der gestrige Abend Pe. Sie hat das Geburtstag. Seit Unizeiten wird da also hingegangen, normalerweise gibt es dann Rohkost mit verschiedenen Dips und „Zerschossenes Huhn“ (ein iranisches Gericht). Hat sich so leicht in den letzten Jahren geändert, jetzt ist es Chili con Carne und statt Unmengen von Bier doch eher Sekt und Wein. Dieser 30.10. ist quasi eine Institution, bei der man die Leute trifft, die man sonst im Jahr nicht einmal auf der Straße sieht.

Gestern war ich der einzige Gast.

Selbst die Eltern waren nicht zum obligatorischen Kaffeetrinken gekommen – aus Krankheitsgründen. Aber warum es keiner von den anderen schaffte?

War dann schon leicht eigenartig.

Mal so ein bisschen am Kotzen!

Die Umfrage, siehe letzte beiden Blog-Beiträge, wurde schon geändert. Ich darf nun also mitmachen. Was die Umfrage soll … ersichtlich wird es nicht.

Am Ende, was ich ja gut finde, Antworten auf die „wichtigsten“ Fragen. Und was darf ich da u.a. lesen zu der Frage, wer Blut spenden darf:

Nicht möglich ist eine Blutspende zudem bei Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern (z.B. männliche und weibliche Prostituierte), bei Gefängnisinsassen sowie bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen.

Dass alle Schwule ebenso ausgeschlossen sind, wird nicht erwähnt, denn zu einer der genannten Gruppen gehört man ja anscheinend eh.

Immerhin

Auf meine böse Mail von gestern Nacht an die Heinrich-Heine-Uni gab es umgehend eine Antwort:

Wir bedauern sehr, dass unsere Frage nach medizinischen Gründen, die eine mögliche Blutspende verhindern, dieses Mißverständnis zuliess.

Natürlich ging und geht es uns dabei anders als von Ihnen befürchtet mitnichten um die sexuelle Orientierung der Umfrageteilnehmer; danach hatten wir deshalb ja auch gar nicht gefragt (und die von Ihnen geschilderte Schlussfolgerung ist auch nicht die unsere). Es scheint jedoch so zu sein, dass manche Blutspendeveranstalter danach fragen und dies zum Anlass nehmen, homosexuelle Teilnehmer von der Blutspende auszuschliessen. Das ist natürlich eine sehr fragwürdige und zu Recht kritisierte Praxis. Diese war uns jedoch gar nicht bekannt, und natürlich identifizieren wir uns mit dieser Praxis keineswegs. Wir haben deshalb die Umfrage entsprechend geändert, so dass dieses zuvor mögliche Mißverständnis jetzt nicht mehr auftreten kann. Für die dennoch entstandenen Irritationen möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen; Sie waren überhaupt nicht beabsichtigt.

Ihnen danke ich noch einmal herzlich für Ihr Feedback, durch das wir auf dieses Problem aufmerksam wurden.

Wer belogen werden will, der soll es auch

Heute kam untenstehende Mail: Ich war so frei und hab auf den Link geklickt. Und dann war ich sofort daraußen, nur weil ich angegeben habe, dass ich bei einer Blutspende schon mal abgelehnt worden bin. Begründung: schwul, geht gar nicht, da schwul = Aids. Und das übernimmt die Heinrich-Hein-Universität Düsseldorf ohne jede Hinterfragung. Und das ist freie Wissenschaft? Meine Bitte. Nehmt teil, seid alle hetero, 25, weiblich und nur die Bestwerte. Wenn eine Umfrage so billig in die Welt gesetzt wird, dann hat sie nur billige Antworten verdient.

Sie haben bei einer unserer früheren Studien angegeben, dass Sie Interesse an der Teilnahme an weiteren wissenschaftlichen Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben. Wir möchten Sie deshalb heute herzlich zu einer Kurzumfrage einladen, mit deren Hilfe wir etwas über Ihre Haltung zum Thema Blutspende in Erfahrung bringen möchten. Für die Teilnahme an dieser Umfrage ist es unwichtig, ob Sie schon einmal Blut gespendet haben.

Die Befragung dauert höchstens 10 Minuten. Wir garantieren Ihnen, dass Ihre Daten vertraulich behandelt und lediglich in anonymisierter Form für die wissenschaftliche Forschung verwendet werden.

Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen wollen, klicken Sie bitte einfach auf den folgenden Link:

http://www.unipark.de/uc/Blutspende/

Neue schwule Ikone?

L. Lucioni: Paul Cadmus

Finde ich gerade sehr spannend, dass diese Bild – „Paul Cadmus“ (1928) von Luigi Lucioni – derzeit gleich zwei Neuerscheinungen ziert. Einmal „Das Sandkorn“ von Christoph Poschenrieder (Diogenes) und das andere mal „Was sie begehren“ von Kenneth Mackenzie (Hanser).

Schwul sind beide Romane nun wirklich nicht. Zwar lieben die beiden Protagonisten im „Sandkorn“ durchaus Männer, soviel verrät der Autor dann doch, doch der Rest ist trotzdem Schweigen – da romantisiert Poschenrieder schon ganz schön gewaltig, auch wenn ich den Roman zu großen Teilen wirklich mag (und er wohl für einen der nächsten Urlaube verantwortlich zeichnet). Mackenzie habe ich erst gerade aus dem Laden geholt, weiß aber, dass da dem Internatsschüler von einem jungen Lehrer eindeutige Avancen gemacht werden.

Werde mich jedenfalls auf die Suche nach weiteren Informationen machen – und es wird mich nicht überraschen, wenn ich das Bild im schwulen bzw. homo-erotischen Kontext aufspüren werden.

Hübscher Jüngling jedenfalls, keine Frage.

Nachtrag: Je länger ich mir das Bild anschaue, desto mehr muss ich an Ca. denken. Mit ihm war ich x-mal in der Badewanne bei Champanger, um dann über Theologie zu diskutieren – hört sich verschroben an, war aber so. Nur einmal hatten wir Sex – obwohl wir beide das echt gerne öfters gehabt hätten, aber immer wieder sprach etwas dagegen –  und da hat mich seine Heftigkeit, seine quasi Gewalttätigkeit überrascht. Ich hätte da gerne mit ihm weiter gemacht, aber er zog dann weg wegen neuen Job, drehte für zwei Jahre komplett ab und ist jetzt nur noch eins: fern.

Bildbar?

Vorhin beim Einkaufen. Am Pfandautomat vor mir steht wohl ein Student. Einen Einkaufswagen voller Pfandflaschen, mehrere Kisten um ihn herum. Ich überlege: Entweder die Reste einer rauschenden Fete oder er hat einfach mal seine Bude aufgeräumt. Ich tippe auf letzteres, dazu ist das Pfand zu inhomogen.

Einige Minuten später, liegen die Nerven bei mir blank. Nach der 15. Flasche hat er immer noch nicht kapiert, dass man sie mit dem Flaschenboden eingeben muss, nicht mit dem Flaschenhals. Aber das will er einfach nicht entdecken. Dazwischen müht er sich mit den Kisten ab, stellt sich meist quer hinein, so dass sie anecken und wieder ausgespuckt werden, stellt halbvolle Kästen hinein, die der Apparat nicht annimmt.

Ich beschließe meinen Pfand morgen abzugeben und sinniere während des Einkaufens darüber nach, ob es einen Pedant zu „praktisch bildbar“ gibt. Das ist hier in diesem Bundesland – ohne Scheiß! – der Begriff für all diejenigen, die einen leichten Knall in der Birne haben. Aber Richtiges will mir nicht einfallen.

An der Kasse kommt der, gar nicht mal so unhübsche, Student mit mehreren Zetteln in der Hand vorbei, da klopft ihm eine Frau anerkennend auf die Schulter: Das kann nur die Mutter gewesen sein!

Berner Rösti

Da ich ja (leider) ne Menge Zeit habe, gucke ich seit Neustem immer mal wieder auf Youtube Menschen zu, wie sie Bestimmtes kochen. Einfach, um vielleicht noch nen guten Trick abzubekommen, nen Tipp, eine Vorgehensweise. Beispielsweise sind jetzt die Wiener Schnitzel nochmals optimiert worden.

Heute gibt es also bei uns Rösti – und das, was ich auf Youtube zum Teil sehen muss, grenzt schon an Geschmacksvergewaltigung. OK, es darf ja echt jeder essen was er will, aber Rösti in denen Tofu, Kichererbsenmehl und Tomaten eingearbeitet wurden …?

Und was habe ich heute gelernt. Wie immer: dass es nicht das Rezept gibt, denn die Schweizer auf Youtube bpsw. machen Rösti aus gekochten Kartoffeln mit Speck und nicht, wie ich immer dachte, aus rohen ohne Speck.