Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2014

Ravioli gefüllt mit Rucola, Nüssen und Parmesan

Das Rezept habe ich vor zwei Tagen bei der Kochpoetin gelesen, der ich seit ein paar Wochen Folge. (Derzeit mein liebster Kochblog, da ehrlich und raffiniert zugleich – und aufwändig gemacht, alle Achtung.) Und da ich ja Zeit habe …

Rezept funktioniert wirklich gut, ich mag’s ja, wenn bei den Mengenangaben nicht Becher und / oder Tüte steht, sondern Gramm, will heißen, eben nicht „einen Becher Frischkäse“ sondern eben „30 Gramm“. Und eben nicht „eine Prise Salz“ sondern „1 Gramm Salz“. (Dass ich mich nicht sklavisch daran halte finde ich OK, ich muss ja mit den Konsequenzen leben und ggf. das Rezept um Verzeihung bitten.) Dass der Zauberstab bei Rucola an seine Grenzen kommt, dass ist nicht dem Rezept anzulasten sondern unserem Purismus.

Nach zwei Stunden war ich jedenfalls soweit – alles im wahrsten Sinne des Wortes im grünen Bereich.

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Spontan noch schnell ein warmes Knoblauchöl dazu gemacht, sowie Salat mit der Drei-Löffel-Soße.

Das Ergebnis, Teil 1: G e h t  g a r  n i c h t ! ! ! – Jedenfalls für mich nicht. Das ist quasi ein Rucolakonzentrat und wer Rucola, wie ich, schon an sich nicht mag … (Da hat die Kochpoetin dann halt schon einen anderen Mann.)

Das Ergebnis, Teil 2: „Wie geil ist das denn!!!“ Ich muss zugeben, ich habe schon etwas überlegt, ob mein Mann einfach nur so lieb ist und mal was isst und lobt, was gar nicht geht – aber so ist der nicht. Ihm hat das wirklich geschmeckt!

Also liebe Kochpoetin: Einen hast Du richtig glücklich gemacht –  und der andere hat heute beim nachkochen ein paar ganz wichtige Erkenntnisse gewonnen. Danke!

Unscheinbar

Gestern bei Pe. mit ihrem Mann St. über Wein und einen bestimmten Weinladen gesprochen. Man kenne ihn dort schon mit Namen, auch wenn er nur alle zwei Wochen mal einkaufen würde. Im gleichen Laden habe ich mal drei Jahre lang jede Woche eingekauft … da kannte niemand meinen Namen und keiner von den wenigen Angestellten machte auch nur den Anschein, mich schon einmal gesehen zu haben.

Irgendwie, so scheint es, bleibe ich den Leuten nicht in Erinnerung, da kann ich noch so oft einkaufen gehen.

Wenn ich mit meinem Mann zusammen auftauche … dann ist das was anderes. Das liegt dann aber wohl auch nicht an mir.

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Nur eine Ausnahme?

Solange ich in dieser Stadt lebe, gehört der gestrige Abend Pe. Sie hat das Geburtstag. Seit Unizeiten wird da also hingegangen, normalerweise gibt es dann Rohkost mit verschiedenen Dips und „Zerschossenes Huhn“ (ein iranisches Gericht). Hat sich so leicht in den letzten Jahren geändert, jetzt ist es Chili con Carne und statt Unmengen von Bier doch eher Sekt und Wein. Dieser 30.10. ist quasi eine Institution, bei der man die Leute trifft, die man sonst im Jahr nicht einmal auf der Straße sieht.

Gestern war ich der einzige Gast.

Selbst die Eltern waren nicht zum obligatorischen Kaffeetrinken gekommen – aus Krankheitsgründen. Aber warum es keiner von den anderen schaffte?

War dann schon leicht eigenartig.

Mal so ein bisschen am Kotzen!

Die Umfrage, siehe letzte beiden Blog-Beiträge, wurde schon geändert. Ich darf nun also mitmachen. Was die Umfrage soll … ersichtlich wird es nicht.

Am Ende, was ich ja gut finde, Antworten auf die „wichtigsten“ Fragen. Und was darf ich da u.a. lesen zu der Frage, wer Blut spenden darf:

Nicht möglich ist eine Blutspende zudem bei Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern (z.B. männliche und weibliche Prostituierte), bei Gefängnisinsassen sowie bei Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen.

Dass alle Schwule ebenso ausgeschlossen sind, wird nicht erwähnt, denn zu einer der genannten Gruppen gehört man ja anscheinend eh.

Immerhin

Auf meine böse Mail von gestern Nacht an die Heinrich-Heine-Uni gab es umgehend eine Antwort:

Wir bedauern sehr, dass unsere Frage nach medizinischen Gründen, die eine mögliche Blutspende verhindern, dieses Mißverständnis zuliess.

Natürlich ging und geht es uns dabei anders als von Ihnen befürchtet mitnichten um die sexuelle Orientierung der Umfrageteilnehmer; danach hatten wir deshalb ja auch gar nicht gefragt (und die von Ihnen geschilderte Schlussfolgerung ist auch nicht die unsere). Es scheint jedoch so zu sein, dass manche Blutspendeveranstalter danach fragen und dies zum Anlass nehmen, homosexuelle Teilnehmer von der Blutspende auszuschliessen. Das ist natürlich eine sehr fragwürdige und zu Recht kritisierte Praxis. Diese war uns jedoch gar nicht bekannt, und natürlich identifizieren wir uns mit dieser Praxis keineswegs. Wir haben deshalb die Umfrage entsprechend geändert, so dass dieses zuvor mögliche Mißverständnis jetzt nicht mehr auftreten kann. Für die dennoch entstandenen Irritationen möchte ich mich bei Ihnen entschuldigen; Sie waren überhaupt nicht beabsichtigt.

Ihnen danke ich noch einmal herzlich für Ihr Feedback, durch das wir auf dieses Problem aufmerksam wurden.

Wer belogen werden will, der soll es auch

Heute kam untenstehende Mail: Ich war so frei und hab auf den Link geklickt. Und dann war ich sofort daraußen, nur weil ich angegeben habe, dass ich bei einer Blutspende schon mal abgelehnt worden bin. Begründung: schwul, geht gar nicht, da schwul = Aids. Und das übernimmt die Heinrich-Hein-Universität Düsseldorf ohne jede Hinterfragung. Und das ist freie Wissenschaft? Meine Bitte. Nehmt teil, seid alle hetero, 25, weiblich und nur die Bestwerte. Wenn eine Umfrage so billig in die Welt gesetzt wird, dann hat sie nur billige Antworten verdient.

Sie haben bei einer unserer früheren Studien angegeben, dass Sie Interesse an der Teilnahme an weiteren wissenschaftlichen Studien der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben. Wir möchten Sie deshalb heute herzlich zu einer Kurzumfrage einladen, mit deren Hilfe wir etwas über Ihre Haltung zum Thema Blutspende in Erfahrung bringen möchten. Für die Teilnahme an dieser Umfrage ist es unwichtig, ob Sie schon einmal Blut gespendet haben.

Die Befragung dauert höchstens 10 Minuten. Wir garantieren Ihnen, dass Ihre Daten vertraulich behandelt und lediglich in anonymisierter Form für die wissenschaftliche Forschung verwendet werden.

Wenn Sie an der Umfrage teilnehmen wollen, klicken Sie bitte einfach auf den folgenden Link:

http://www.unipark.de/uc/Blutspende/

Neue schwule Ikone?

L. Lucioni: Paul Cadmus

Finde ich gerade sehr spannend, dass diese Bild – „Paul Cadmus“ (1928) von Luigi Lucioni – derzeit gleich zwei Neuerscheinungen ziert. Einmal „Das Sandkorn“ von Christoph Poschenrieder (Diogenes) und das andere mal „Was sie begehren“ von Kenneth Mackenzie (Hanser).

Schwul sind beide Romane nun wirklich nicht. Zwar lieben die beiden Protagonisten im „Sandkorn“ durchaus Männer, soviel verrät der Autor dann doch, doch der Rest ist trotzdem Schweigen – da romantisiert Poschenrieder schon ganz schön gewaltig, auch wenn ich den Roman zu großen Teilen wirklich mag (und er wohl für einen der nächsten Urlaube verantwortlich zeichnet). Mackenzie habe ich erst gerade aus dem Laden geholt, weiß aber, dass da dem Internatsschüler von einem jungen Lehrer eindeutige Avancen gemacht werden.

Werde mich jedenfalls auf die Suche nach weiteren Informationen machen – und es wird mich nicht überraschen, wenn ich das Bild im schwulen bzw. homo-erotischen Kontext aufspüren werden.

Hübscher Jüngling jedenfalls, keine Frage.

Nachtrag: Je länger ich mir das Bild anschaue, desto mehr muss ich an Ca. denken. Mit ihm war ich x-mal in der Badewanne bei Champanger, um dann über Theologie zu diskutieren – hört sich verschroben an, war aber so. Nur einmal hatten wir Sex – obwohl wir beide das echt gerne öfters gehabt hätten, aber immer wieder sprach etwas dagegen –  und da hat mich seine Heftigkeit, seine quasi Gewalttätigkeit überrascht. Ich hätte da gerne mit ihm weiter gemacht, aber er zog dann weg wegen neuen Job, drehte für zwei Jahre komplett ab und ist jetzt nur noch eins: fern.

Bildbar?

Vorhin beim Einkaufen. Am Pfandautomat vor mir steht wohl ein Student. Einen Einkaufswagen voller Pfandflaschen, mehrere Kisten um ihn herum. Ich überlege: Entweder die Reste einer rauschenden Fete oder er hat einfach mal seine Bude aufgeräumt. Ich tippe auf letzteres, dazu ist das Pfand zu inhomogen.

Einige Minuten später, liegen die Nerven bei mir blank. Nach der 15. Flasche hat er immer noch nicht kapiert, dass man sie mit dem Flaschenboden eingeben muss, nicht mit dem Flaschenhals. Aber das will er einfach nicht entdecken. Dazwischen müht er sich mit den Kisten ab, stellt sich meist quer hinein, so dass sie anecken und wieder ausgespuckt werden, stellt halbvolle Kästen hinein, die der Apparat nicht annimmt.

Ich beschließe meinen Pfand morgen abzugeben und sinniere während des Einkaufens darüber nach, ob es einen Pedant zu „praktisch bildbar“ gibt. Das ist hier in diesem Bundesland – ohne Scheiß! – der Begriff für all diejenigen, die einen leichten Knall in der Birne haben. Aber Richtiges will mir nicht einfallen.

An der Kasse kommt der, gar nicht mal so unhübsche, Student mit mehreren Zetteln in der Hand vorbei, da klopft ihm eine Frau anerkennend auf die Schulter: Das kann nur die Mutter gewesen sein!

Berner Rösti

Da ich ja (leider) ne Menge Zeit habe, gucke ich seit Neustem immer mal wieder auf Youtube Menschen zu, wie sie Bestimmtes kochen. Einfach, um vielleicht noch nen guten Trick abzubekommen, nen Tipp, eine Vorgehensweise. Beispielsweise sind jetzt die Wiener Schnitzel nochmals optimiert worden.

Heute gibt es also bei uns Rösti – und das, was ich auf Youtube zum Teil sehen muss, grenzt schon an Geschmacksvergewaltigung. OK, es darf ja echt jeder essen was er will, aber Rösti in denen Tofu, Kichererbsenmehl und Tomaten eingearbeitet wurden …?

Und was habe ich heute gelernt. Wie immer: dass es nicht das Rezept gibt, denn die Schweizer auf Youtube bpsw. machen Rösti aus gekochten Kartoffeln mit Speck und nicht, wie ich immer dachte, aus rohen ohne Speck.

Mirabell

An die Schnapslieferungen per Post könnte man sich ja durchaus gewöhnen – wenn die beiliegende Rechnung nicht wäre.

Aber vier von den sechs Flaschen gehen ja eh an Z. und A. nur die die beiden Flaschen MIrabell bleiben bei uns. Aber ich vermute mal, wir werden noch weitere Bestellpartner finden.

Fehlkauf

Ob es eine ‚Fehlentscheidung‘ des Komitees war, wage ich nicht zu beurteilen. Aber ich bereue es gerade sehr, Geld für „Der Horizont“ vom diesjährigen Literaturnobelpreisträger Patrick Modiano ausgegeben zu haben. 2/3 des schmalen Bändchens (176 Seiten) habe ich ja durchgehalten – aber dann … nee, das ist nicht nur unintressant, das ist ermüdend langweilig und in tutto belanglos. Das ist ungewürzter, lauwarmer Griesbrei ohne Zimt, Zucker und Kompott. Das ist irgendwie Alt-Herren-Geschwafel mit dem beliebten Anfangswort: „Damals …“

Und da mir von den Beschreibungen seine anderen Bücher noch weniger zusagen, wird es bei dem einen auch bleiben.

Und ich hatte es ja damals schon geschrieben: Wenn ich was zu sagen gehabt hätte: Philip Roth!

Gut, dann lese ich jetzt halt den Mankell, der seit Ewigkeiten auf’m Klo liegt. Allein der Titel klingt schon spannender „Die Brandmauer“.

Krautreporter

Ich glaub, dass könnte eine gute Sache werden. Im Moment stehen die Krautreporter noch am Anfang und man wird die Entwicklung abwarten müssen, aber die Idee von einer Userbezahlten News-Seite ist auf alle Fälle interessant. Noch zögere ich die 5 Euro im Monat zu berappen, weil ich gerade so einem Verarmugnswahn anheim gefallen bin, aber wenn der sich legt …

Nähres zu den Krautreportern Hier.

Seelentröstung, Teil zwei

So, nachdem ich vorgestern meinen besten Freund seelisch verarztet habe kommt heute Teil zwei an die Reihe. Rolli-A. wird hier bald auffahren und dann werden wir uns mal ihrem Liebeskummer genauer ansehen. Hübsch ist der Knabe ja schon, den sie da ins Auge gefasst hat, aber was sie so über ihn erzählt … tztzt

Und damit die gequälte Seele durch die Leiblichkeit etwas gestreichelt wird:

  • Krabbencocktail mit Ruccola und Toast
  • Feldsalat mit Croutons
  • Schweinegeschnezeltes mit Steinpilzen, Bohnen und Reis
  • Zucker-Zimt-Griestaler mit Apfelkompott

Oder so

Mit dem besten Freund gestern wegen der versemmelten Bewerbung länger am Telefon gesprochen. Mir richtig viel Mühe gegeben seinen Frust gelten zu lassen, aber auch das Gute darin zu sehen, Ableitungen zu machen und immer aber seine Gefühlslage zu berücksichtigen. Scheint mir mal nicht schlecht gelungen zu sein.

Er ist so ein Typ, der sich nicht schämt, von einer Fehlleistung zu berichten. Und davon hat er gestern einer Kollegin gegenüber – die vor Kurzem seine Chefin geworden ist – auch gesprochen. Sie hat ihm aus ihrer kurzen Erfahrungszeit einen Tipp gegeben. Fazit: Er ist seit heute Morgen mit seiner Bewerbung wieder ganz offiziell im Rennen und sicher einer der Kandidaten, die nicht sofort auf den Stapel „absagen“ wandern.

Wie denn auch, auf den Stapel bin ich ja abonniert, wenn ich mir so mein Postfach von heute ansehe. „Leider“ wird derzeit nahezu infaltionär gebraucht – zumindest mir gegenüber.

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Nein Ni., nein!

Ich hatte ja geschrieben, dass wenigstens Ni. ein interessantes Jobangebot hätte. Heute schickt sie mir die Ausschreibung. U.a. werden die Aufgaben wie folgt beschrieben (ich muss da etwas raffen) :

Telefonkorrespondenz inkl. Entgegennahme und Vermittlung eingehender Anrufe / Allgemeine Verwaltungsaufgaben (u.a. Koordination von Haustechnik-Dienstleistern, Getränkebestellung, etc.) / Bearbeiten der Ein- und Ausgangspost und selbständige Erledigung des allg. Schriftverkehr / Organisation und Koordination von Firmenveranstaltungen und internen Meetings, inkl. Begrüßung und Betreuung von Gästen und Kunden / Materialbeschaffung und Verwaltung der Barkasse / Unterstützung des Teams.

Und dieser Arbeitgeber erwartet aber von der Bewerberin / dem Bewerber folgendes (ebenfalls gekürzt):

Abgeschlossenes, geisteswissenschaftliches Hochschulstudium oder ähnliche Berufsausbildung / Hohe Team- und Kooperationsbereitschaft / Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Diskretion / Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse / Überdurchschnittliches Engagement und Leistungsbereitschaft

Sorry, wozu ein Hochschulstudium für „Getränkebestellung“, „Begrüßung und Betreuung von Gästen“, „Verwalten der Barkasse“ usw.? Wozu „überdurchschnittliches Engangement“ für „Materialbeschaffung“, für „Telefonkorrespondenz“, für „Bearbeiten der Ein- und Ausgangspost“?

Das Schlimme dabei, das richtig Schlimme dabei: Die Ausschreibung stammt von einem reonmierten Verlag! In dem wirklich gute und kritische Bücher veröffentlicht werden. In dem auch über den Zustand der Gesellschaft nachgedacht wird. Und dann das?!?

Nein, Ni., nein! Sie sind es nicht wert, dass Du auch nur einen Finger für sie krumm machst. Wenn, dann sollen Sie Dir zu Kreuze kriechen, weil Du ein gutes Buch geschrieben hast! Und bis dahin werde ich schauen, dass ich nichts mehr von dem Verlag kaufe.

Edmond & Jules

So, das wird wohl die letzte größere Anschaffung in diesem Jahr und die letzte für die nächste Zeit gewesen sein: Die Tagebücher von Edmond und Jules Goncourt. 250 Ökken für immerhin elf Bände und ungekürzt. Vor bald zwei Jahrzehnten habe ich mal in der Anderen Bibliothek eine klitzekleine Auswahl gelesen – ach wie herrlich bösartig die beiden sein konnten. Bei denen kann echt noch jede zickige Schwester in die Lehre gehen auch wenn die beiden wohl gar nicht schwul waren dafür sonst ein bißchen eigen.

Und jenachdem, wie es sich anlässt, mache ich vielleicht für eine Zeit wieder hier im Blog eine Leseexperiment daraus. Vor drei Jahren gab es mal die „Jahrestage“ von Uwe Johnson und, wie ich gerade sehe bzw. gefunden habe, ich hab das noch nicht gelöscht, wer also mal rein lesen will: HIER.

Und die Idee mit Proust rauscht mir ja auch immer noch im Kopf rum.

Nicht nur ich

Der beste Freund hat gerade eine Bewerbung versemmelt und klagt:

Ich hatte einfach das Gefühl, das ist mein Job und ich habe exzellente Karten – und die hat sich jetzt noch nicht mal jemand angesehen!

Ich kann geade nur sehr lakonisch darauf reagieren: Das erste Mal ist immer besonders.

Aussichten, unterschiedliche

Immerhin scheint Ni. eine berufliche Chance zu haben. Klein, aber immerhin mal eine Chance. Würde mich für sie schon freuen, ich bin überzeugt, dass sie einfach gut ist.

Als ich gestern bei R. war, fragte er auch nach den Aussichten. Als ich da nichts präsentieren konnte, erzählte er lang und breit von einem Freund der Hartz IV bezieht und wie das so geht. Wie ihm dann der Übergang gelang, dass er letztens auf Kreuzfahrt war, kann ich mich nicht erinnern. Aber das war der Moment, wo mir klar war, dass ich den nicht nur teuren sondern auch guten Rotwein leer trinke.

Das wird in nächster Zeit echt eine Herausforderung werden nicht neidisch auf die zu werden, die Geld haben. OK, neidisch darf ich wohl sein, aber wenn ich es ihnen vorwerfe, dürfte es verdammt scheiße werden. Noch keinen Plan, wie ich damit umgehen werde.

Pressearbeit

Die wenigsten können Pressearbeit, echt. Schreibe gerade für einen Kultuveranstalter die Ankündigungstexte für eine Reihe und suche mich mal wieder im Internt blöde, weil die Künstler es zwar schaffen, eine Webseite zu erstellen, die aber nicht mit Inhalt zu füllen. Konzerttermine sind schön und gut – aber wie soll man die ankündigen wenn es maximal drei Zitate dazu gibt? OK, da wäre dann noch der übliche Youtube-Link (mit dem man gedruckt recht wenig anfangen kann) und – ganz wichtig anscheinend – einen Link nach Facebook. Dort dann die unerträgliche Kollegenlobhudelei. Unendlich viel Geschwafel, der sich als Content ausgibt aber nur Füllmasse ist.

Denkste!

Fieber jetzt! Nicht nur fiebrig.

Was soll das denn?

Verschlafen

Quasi den ganzen Tag geschlafen. Aber jetzt fühl ich mich nicht mehr fiebrig und die Stimme ist auch wieder OK. Aber frage mich schon, was mich da niedergeworfen hat, obwohl ich ja nix zu tun habe.

Wie in alten Zeiten

Statt Glotze am Schreibtisch, schreibend. Zwar nicht wie früher auf einer IBM 85 – unglaublich, entweder täusche ich mich in der Typenangabe (glaub ich nicht!), oder das Netz hat sie nicht, die Kaiserin unter den Kugelkopfschreibmaschinen! – mit Kohlenpapierdurchschlag. Und auch kein Bier daneben, sondern Wein und statt Zigaretten gar nix. Und auch kein Eintrag wie früher ins Tagebuch, wo es dann hieß „Briefe an …“. Und auch nicht den Füller suchen müssen, wegen der Abschlußformel, der Unterschrift.

Heute eben Blog.

Kurzfassung daher:

Mails an E., Ni. und J.

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Mindestens eine Oktave tiefer

Keine Ahnung was das ist. Aber wenn ich jetzt den Mund aufmache und was sage, dann wird Volker Lechtbrink blaß vor Neid.

22:15

Auf einem der vielen Kanäle kommt heute „Fanny und Alexander“ von Ingemar Bergmann. Ist von 1982 und war damals echt der Renner. Wer den nicht gesehen hatte, der brauchte erst gar nicht den Mund aufmachen für die nächsten Wochen.

Ich erinnere mich echt nur an ein paar wenige, beklemmende Bilder – verstärkt dadurch, dass es in meinem Leben der einzige Film war, den ich ganz alleine in einem großen Kino gesehen habe.

Die Nadel

Für einen Verein übernehme ich gerade die Aufgabe, eine Broschüre, einen Flyer und eine neue HP zu erstellen. D.h., ich schreibe die Texte, mache die Photos, plane die Struktur und den Umfang etc. pp. Habe ich erwähnt, dass ich das für einen Verein mache? D.h. also x Diskussionsrunden, bis sich auch jeder mitgenommen fühlt und sämtliche Sonderwünsche irgendwie berücksichtigt und wegargumentiert werden konnten. Immerhin mit viel Geschick erreicht, dass die Gestaltung ein Grafiker, der sogar Geld dafür bekommt (und das von einem Verein!), übernimmt.

Zwischenerfolg eins: Immerhin die Broschüre hat es nur mit zwei Monaten Verspätung zum Grafiker geschaft.

Zwischenerfolg zwei: Der Grafiker mailte heute sein Entwurf durch die Gegend mit dem Hinweis:

Die Texte passen wirklich klasse rein. Und: tolle Bilder! :-)

Allaà!

15 Jahre dürften es schon her sein, dass R. und ich uns nicht mehr gesprochen haben. Wir waren mal gute Freunde. Aber mit dem Zeitpunkt, als er seine jetzige Frau kennen lernte, war das vorbei – was interessanterweise nicht an der Frau lag, sondern R. wurde plötzlich ein anderer, sehr fordernd, sehr anspruchsvoll …

In den letzten Monaten mit ihm über seine Krebserkrankung wieder etwas in Kontakt gekommen. Über einen gemeinsamen Freund wissen wir eh voneinander.

Jetzt hat er mir einen kleinen, einmaligen Schreibjob angeboten, weswegen wir heute telefoniert haben. Dass er das „s-c-h“ immer noch nicht aussprechen kann, hat mich nicht verwundert, genausowenig, wie jung seine Stimme nach wie vor ist. Aber das er so stark Dialekt spricht? Ich mag dieses Singende des „Monnemerischen“ ja gerne, aber es hat dann schon etwas mehr Konzentration gebraucht.

Unterbindung

Die Schwester zu Besuch. Ihre neue Leidenschaft: Hörbücher. Also in die Bibliothekt, fünf ausgeliehen. Später Nachmittags und abends wird überspielt – auf meinem Notebook. Das Besondere bzw. das Nervige dabei. Bevor ich ihr das Notebook in die Hand geben kann, muss ich den Bildschirmhintergrund und den Bildschirmschoner komplett auswechseln. Ich hatte schon einmal eine dreistündige Diskussion mit ihr, als sie ein Photo von mir sah, auf dem ich möglicherweise komplett nackt gewesen sein könnte (geschickt photographiert halt). Aber wenn sie da die anderen sehen würde, richtig nackt und nicht immer alleine … oh weh … so erspar ich mir das lieber und sie kann Blümchen gucken.