Frau K.

von Bert

Die geneigte Leserin, der geneigte Leser dieses Blogs wird bisher an Frau K. nicht vorbeigekommen sein. Und auch alle Lesende meiner früheren Blogs hatten keine reelen Chancen, an ihr vorbei zu kommen. Ist halt so. Ist halt gut so.

Sagen wir mal so: Nur weil ich unbeabsichtigt – das muss man mir glauben!!! – meinen immerhin behosten Arsch vor ihre Linse setzte, fühlte sie sich bemüßigt, mir diese Foto mit einem Frau-K.-eigenem Kommentar zu schicken. Worauf ich den Ball aufnahm. Worauf ich sie zu meiner Fotoerklärerin erklärte. Worauf ich mir bei unserem ersten Treffen alles sauber rasiert hatte, weil ich ihr einfach zutraute, dass sie Lust hätte, mich nackt zu fotografieren. Hatte sie vielleicht, es kam aber dazu nicht. Wir kümmerten uns ausführlich um die Gerbera.

Um nicht nur von ihr zu nehmen und zu lernen, lud ich sie daraufhin hin und wieder zum Frühstück ein. Das endete meist mit einer Flasche Sekt zur Einstimmung auf das Abendessen.

Wenn ich jetzt ein Adjektive auf sie finden sollte, wird es schwierig, denn da gibt es keins, was so auf sie wirklich passt. Denn Frau K. kann genauso frisch und unkonventionell sein, wie sie dann auch wieder manchmal konventionell und älter ist als ich (also gefühlt). Und dann hat sie wieder Blickwinkel und Überlegungen, die einfach nur anregend sind, aber das heißt nicht, dass sie auch manchmal ganz schön ‚verbohrt‘ sein kann.

Seit ein paar Jahren hat sie das Dorf mit Straßenbahn mit dem Dorf ohne Straßenbahn getauscht, seit ein paar Jahren hat sie auch einen Hr. K. an ihrer Seite, mit dem sie u.a. die Fotoleidenschaft teilt. (Die beiden haben einen ganzen Fuhrpark an Kameras und Objektiven, da wird es mir als Laien nach wie vor nur schwindelig – aber es ist stimmig, denn die beiden geben damit nicht an, sondern machen damit verdammt gute Fotos!)

Und wenn ich Frau K. mit einer einzige Geschichte beschreiben sollte, dann mit der:

Fr. und Hr. K. waren bei mir und meinem Mann zu Gast auf ein Abendessen. Hr. K. den ganzen Abend über am fotografieren. Mein Mann musste dann mal für kleine Jungs, was Hr. K. wohl die Chance gab zu sagen: „Wenn ihr jetzt nackt wäret, dann gäbe das sicher ein gutes Bild, so jetzt.“ Frau K. und ich unterbrachen kurz das Gespräch, zogen unsere Klamotten aus und unterhielten uns weiter. Hr. K. machte spannende Bilder und als mein Mann zurückkam war er für einen kurzen Moment irritiert (wäre ich auch gewesen).

Aber das ist sie eben, die Frau K., man kann auch nackt am Abendessen bei Freunden sitzen wg. Fotos und dennoch ein gutes Gespräch führen.

Laut Duden wird „peinlich“ definiert als „Gefühl der Verlegenheit, des Unbehagens, der Beschämung o.ä. auslösend.“ Ich glaub‘, das ist das tolle an Frau K.: Kommt man mit ihr in Situationen, in denen man bisher dachte / fühlte / was auch immer dass es „peinlich“ werde könnte, dann hat sie einen Satz, eine Geste, eine Aktion – und es ist nicht mehr „peinlich“, weil es dann einfach nur echt und gut und OK ist.

Aus einem anderen Anlass, werde ich dann mal auflisten, zu was Frau K. mich alles angeregt habe …