Durch die Zeit

Monat: Januar, 2015

+ 1866: Friedrich Rückert

Über Rückert weiß ich eigentlich gar nichts. Und dennoch gehört er zu ein ganz kleinen Gruppe von Autoren, die ich sehr gerne und daher oft zitiere. Von ihm aber nur das eine Zitat: „Ich bin de Welt abhanden gekommen“. Und da ich nicht mehr zu schreiben weiß … einmal den Text und danach die Vertonung durch Gustav Mahler mit Dietrich Fischer-Diskau:

Ich bin der Welt abhanden gekommen

Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange nichts von mir vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben!

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh‘ in einem stillen Gebiet!
Ich leb‘ allein in meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied!

eideidei

Heute bei V. und T. zum C. angucken. Die ist gerade mal acht Wochen alt und sieht aus, wie ein Baby mit acht Wochen eben aussieht. Und im Laufe des Kind-beguckens Sachen von der Geburt erzählt bekommen, die ich nun wirklich nicht wissen wollte. Aber mit anderem hatte ich auch erst gar nicht gerechnet, denn so attraktiv V. auch immer ist, aber als ich sie kennen lernte war mir schon klar, dass es die Super-Über-Was-Weiiß-Ich-Mutter werden wird.

Gestern mich noch bei S. erkundigt, ob man zu solchen Anlässen etwas mitbringen sollte. Man sollte. Aber eine Rassel für die Kleine war mit zu doof, eine Körperlotion für die Mutter zu intim … also habe ich es gelassen. Aber im Gespräch kam dann raus, dass das Kochen bei denen gerade arg zu kurz kommt – also gibt es demnächst mal ein geliefertes Abendessen oder so.

R. und anderes

Ich bin ja wirklich nicht erst seit vorgestern auf dieser Welt. Und so die ein oder andere Erfahrung habe ich ja auch schon gemacht. Und so ganz auf den Kopf gefallen bin ich dann auch nicht, auch wenn ich sicher kein „Käpsele“* bin. (Boa – seit wie viel Jahrzehnten habe ich den Begriff nicht mehr verwendet?)

Heute hatte mich R. mal wieder eingeladen. Statt auf Salat und Käse auf Tomantesuppe und Käse. Ähh: I c h  e s s e  a u s  P r i n z i p  k e i n e  T o m a t e n  und w a r m e  T o m a t e n gehen GG AA RR  NN II CC HH TT. (Warum ich keine Tomaten aus Prinzip esse, hängt mit meinem Mann zusammen – ne andere Story, ein eigener Blogeitrag, wen(n)’s interessiert.) Und: Die hat geschmeckt, aber echt.

Also: Heute hatte mich R. mal wieder eingeladen. Und ich Naivling dachte: Na, halt einfach so. War aber nicht. Letztendlich gab es ein Haupt- und zwei Nebenthemen. Dass mich die Nebenthemen weit mehr interessierten, wird wohl niemand überraschen:

Hauptthema: Meine (bezahlte) Tätigkeiten im Förderverein für 2015. (Gesprächsdauer: ewig – im vergangenen Jahr hatte das einen finanziellen Ertrag von 700 € erbracht, 2015 wird es zumindest nicht mehr sein, außer ich dopple alle Vorbesprechungen.)

Nebenthema 1: R. hat eine CD-Sammlung in Umfang von gut 12.000 Stück (eher etwas mehr, denn ich weiß nicht, was in den anderen beiden Räumen noch ist, wo aber, nach Aussage von R., noch „ne Menge“ steht) und will sie auflösen – ob ich an klassischer Musik interessiert sei?

Nebenthema 2: e-books. Er hätte gut 300 auf seinem Rechner. So aktuelles. So eher anspruchsvolles. Ob er mir was schicken soll. Ich: Geht doch nicht, wegen Kopierschutz. Er: Aber die schickt mir mein Bruder immer und bei mir funktioniert es. Ich: Dann schick mir mals was zur Probe. Er: Mach ich. — Er hat was geschickt – es ist auf meinem Reader – problemlos.

* Ein Zündplättchen, im Alemannischen Käpsele genannt, ist eine pyrotechnische Munition für kleine Spielzeugpistolen, mit der ein Schussgeräusch erzeugt werden kann. Darüber hinaus ist ein „Käpsele“ auch ein kluger, gewitzter Mensch, immer gut für eine zündende Idee.

*wunder*

Also sooo schlecht ist Leon de Winter jetzt echt nicht. Wundert mich echt, dass niemand „Hier“ ruft / schreibt / mailt / kabelt / …

Ich hab‘ mir damals notiert:

Heutzutage ein Buch zu schreiben, wo ein Rechtsradikaler als Engel auf der Erde zu tun hat, das bedarf Mut und Können, damit es auch was wird. Aber de Winter kann’s halt. Total skurril und teilweise bösartig nimmt er sich dem Thema Rechtsradikalismus an, aber in erster Linie, wie die Gesellschaft die Augen davor zudrückt und lieber von den Gründen wegschaut. Es geht letztendlich um Verzeihen, um die Akzeptanz von Schuld, letztendlich um Ehrlichkeit. Auf phantastische Weise spielt de Winter diesen Themenkomplex durch. Ich mag ja keine Phantastereien in der Literatur – aber hier geht es einfach auf.

Und der Klappentext geht so

Ein toter Filmemacher – Theo van Gogh – auf Bewährung im Himmel und sein inhaftierter Mörder unten auf Erden. Ein dubioser jüdischer Geschäftsmann und Drogendealer und ein schwarzer Franziskanerpriester, der ihm sein Herz vermacht hat. Ein Schriftsteller namens Leon de Winter, der von seiner Frau Jessica Durlacher verlassen wurde und sich mit einem Romanprojekt über seinen Lieblingsfeind van Gogh darüber hinwegtrösten will. Wie auch mit der attraktiven Sonja Verstraete, die allerdings den Mann liebt, vor dem sie seit Jahren auf der Flucht ist. Und eine Gruppe junger radikalisierter Muslime, die eine Serie von Gewalttaten inszenieren und Amsterdam in den Ausnahmezustand versetzen. Da ist Einfallsreichtum gefragt, es braucht kriminelle oder metaphysische Synergien, um wieder Herr der Lage zu werden. Oder beides.

Und wie gesagt: Is’n Geschenk dann, einfach so.

Mal wieder

Ich lass mir wirklich gerne etwas schenken, gar keine Frage. Bloß Bücher nicht. Das geht einfach immer schief. Entweder interessiert es mich gar nicht – oder ich habe es schon (gelesen).

Gestern meinte es P. gut mit mir und schenkte von Leon de Winter „Ein gutes Herz“ mir mit den Worten: „Ganz neu rausgekommen, das kannst Du noch nicht haben.“ Ich machte daraufhin gute Miene zum bösen Spiel, denn es stimmt, dass die Taschenbuchausgabe druckfrisch ist, die deutsche Erstausgabe (Hardcover) ist aber schon 2013 erschienen ist … und da hatte ich es eben lesend in den Fingern.

Wer das Taschenbuch nun von mir geschenkt haben will … bitte melden / Kontakt aufnehmen / kabeln / wie auch immer.

Spontan

J. und S. kommen nachher vorbei, um sich von mir erzählen zu lassen, was man in Rom denn abseits der üblichen Touristenpfade denn noch so machen könnte / sollte / müsste. Da ich mich in Rom so einigermaßen auskenne … und – das ist der Clou an der ganzen Sache – ich werde die beiden wieder so heiß machen, dass sie auch uns ein Kilo eines bestimmten Kaffeebohnenmischung mitbringen (in diesen Räumen auch „Heiliger Kaffee“ genannt) . Und um den Mitbring-Druck zu erhöhen habe ich spontan beschlossen, schnell noch was Italienisches zu kochen. Nach Durchforstung des Kühlschrankes ergaben sich nur ein paar halbleere, dreiviertelleere, nahezu ganz leere Gläser mit verschiedenem Antipasti, die jetzt dann auf kleine Tellerchen wandern. Kurz in die Luft gekuckt und mich für eine Gemüse-Lasagne mit Gorgonzola entschieden. Ich bekomme dazu einen Prosecco, die anderen werden sich an ihrer Faßbrause festhalten.

P.S. Gilt übrigens für alle hier: Ein Kilo einer bestimmten Kaffeebohnenmischung (erhältlich in einem ganz bestimmten Cafe in der Innenstadt, wo man als Tourit eh vorbeikommt) gegen ein Paar Insider-Tips, u.a. die drei besten Cafes der Stadt.

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*hüstel*

Letzte Woche irgendwann habe ich mir dann doch wieder eine Packung Zigaretten gekauft, weil mir das ständige Schnorren zu anstrengend geworden ist. Als ich mir eine ansteckte, überlegte ich, wie schade es eigentlich ist, dass ich es nicht durchgehalten habe, mit dem nicht-rauchen. Aber dann fiel mir ein, dass ich ja träume – und damit war alles OK.

Jahrestag 1 heute mit ohne Fluppen.

Aktzeptanzprobleme

Gerade „Das Ende“, vorgelesen von einer Staatsschauspielerin, von Samuel Beckett gehört. Überraschenderweise waren gut 70 Leute da, mit 30 hatten wir eigentlich gerechnet. Wenn man sich das anhört, dann ist klar, dass gerade die Prosatexte von Beckett in den meisten Kreisen „Akzeptanzprobleme“ hat, denn das ist schon verdammt schwere Kost. Aber wenn man sich einfach mal darauf einlässt, dann ist wiederum faszinierend, wie er – nicht nur in diesem Text – immer zwischen Realität und Irrealität (man kann durchaus auch schlicht von ‚Wahnsinn‘ sprechen) hin und her schaltet, oft auf dieser viel beschworenen aber nie gezogenen, geschweige denn definierten Grenze tanzt – und sich gerne mal wieder fragt, ist denn, der das geschrieben hat nun irre, oder der Text nur an sich oder sind nur meine eigenen Gedanken irre, weil sie so komische Wege gehen.

Gerade (wieder)gefunden

Dirk mit Schwein

Das habe ich vor Jahren / Jahrzehnten (?) mal aus der FR ausgeschnitten. Es hing auch lange in meiner Studentenbude. An dem Foto und der Bildunterschrift ist in meinen Augen im Grunde echt alles Scheiße, aber in dieser Kombination einfach dann doch nur genial.

Ich stell mir immer vor, der „14jährige Dirk“ hätte jetzt kein Schwein im Arm sondern ein Mädchen oder auch einen Jungen, vollkommen egal, wäre auch etwas angenehmer angezogen und stände, sagen wir mal in einem Schlafzimmer. Und wem er dann zuschaut, obwohl er „noch nicht Hand an…legen“ kann – das überlasse ich der eigenen Phantasie.

Wer mag?

Das Stöckchen – warum muss das eigentlich „Stöckchen“ heißen, ist doch total albern! – dankenswerterweise von HIER bekommen, die ich jetzt auch schon einige Zeit kennen darf. Und damit sind so ein paar Regeln verbunden die ich – ja ich weiß, manchmal bin ich halt ein Spielverderber – bis auf eins und zwei nicht einhalten werde. Möge sich doch jeder frei fühlen, freiwillig die Fragen zu beantworten, denn jetzt irgendwie jemanden zu nominieren …

Die kaum beachteten Regeln also erstmal:

  • Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  • Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Follower haben.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
  • Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Dann mal zu den Fragen und Antworten – und sorry M., wenn sie manchmal kurz ausfallen. Mann kann ja gerne nachfragen.

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen? Na ja, Frau K. war daran ’schuld‘. Bei einem unserer Frühstücke vor fünf, sechs, sieben Jahren? hat sie erzählt, dass sie bloggt und was das ist und da ich damals auch arbeitslos war und Zeit hatte und dann ganz schnell ganz viel Gefallen daran gefunden habe …

2. Welcher deiner Blogposts ist dein persönlicher Liebling? Gibt’s nicht oder kann ich einfach nicht sagen.

3. Findest du, Dein Blog und sein Stil haben sich mit der Zeit verändert? Wie? Das könnten M., Frau K. und E. am ehsten beantworten, immerhin lesen sie schon von Anbeginn mit. Also, hat sich was geändert. Ich würde sagen eher nein.

4. Für wen bloggst du? Für mich – und für alle die lesen. Ich kanns nicht wirklich definieren. In erster Linie für mich, quasi als öffentliches Tagebuch aber da gibt es ja auch immer noch die Mitleser, die im Hinterkopf rumwabern. Daher kennen ich bis auf die Stöckchenwerferin (das musste jetzt sein!) M., Frau K. und E. niemand hier. Und das soll auch so bleiben. Meine beiden ersten sind ja dann daran gescheitert, dass mir von weiblicher Seite mehrfach heftige Vorwürfe gemacht wurde, ich würde dem Blog mehr vertrauen als ihnen und ich sei gestern doch da gewesen und hätte Zeit gehabt und überhaupt, dass sieht doch so aus, als wärst du jetzt in die verliebt und würdest gern mit ihr ins Bett und nicht mehr mit mir … Also blogge ich für mich, drei bekannte Menschen und für eine anonyme Leserschaft – und da M., Frau K. und E. jetzt auch keine Kinder von Traurigkeit sind, kann auch Sex vorkommen.

5. Wie weit überschneidet sich die Leserschaft Deines Blogs mit Menschen, die Dich im RL kennen? Siehe 4. Derzeit sind mir 15 Prozent der LeserInnen persönlich bekannt – und ich hoffe, es werden immer weniger, also prozentual.

6. Was war Dein seltsamster / interessantester Traum? Also, Adjektive egal. Erzähl halt irgendeinen. Irgendeinen dann. Letztens habe ich im Traum einem jungen Typen mit der Hand über den nackten Arsch gestrichen. Das dürfte so in etwa der erotischste Traum aller Zeiten gewesen sein – ich sabber jetzt schon wieder, wenn ich nur daran denke.

7. Benutzt Du das Internet eher mit dem PC oder mit dem Smartphone? Nur PC.

8. Welches Videospiel hat dich am meisten beeindruckt? Keins. Nie eins gespielt.

9. Wenn du mit einer fiktiven oder realen, lebenden oder toten Person ein Bier / Kaffee / Tee / sonstwas trinken und gemütlich quatschen könntest, wen würdest du wählen? Friedrich Hölderlin, Imanuel Kant, Johann Sebastian Bach, Marcel Proust, Fjodor Dostojewskij, Friedrich Schiller, meinen Großvater väterlichseits, meinen Großvater mütterlichseits, Tschick, Gottfried Benn, Wolfang Hernrdorf, Georges-Arthur Goldschmidt, Franz Kafka, … (äh, das waren bisher nur  Männer, also) Angela Merkel (ohne Scheiß, ich hätte da so ein paar Fragen an sie) Ingeborg Bachmann, Anne Frank, Clara Mendelsohn-Bartholdy (die aber dann in Rom) … und bloß nicht Richard Wagner oder Johann Wolfgang G.

10. Salzige Snacks oder süße? Derzeit ernähre ich mich von Pistazien.

11. Verstehst Du, warum es „LiebsteR“ Award heißt? Also ist es der liebste Award? Oder der (?!) liebste Blog? Oder der (?!?!) liebste Blogger? *schulterzuck*

 

Yepp

Für den Verein heute fünf Stunden auf Fortbildung gewesen. Die Referentin mit wohlklingendem Namen und langem Lebenslauf einer hippen Agentur kam aus Berlin. S., die auch mitkam, beugte sich nach einer guten Stunde zu mir rüber und meinte: „Das könntest Du auch. Und vermutlich besser.“ Yepp, könnte ich / kann ich.

Kurve bekommen

Wie gut, dass ich S. vorhin nochmals gefragt hatte. Aber nicht so plump, sondern geschickt-geschickt. Ob sie sich noch erinnern könne, was es beim letzten Mal gegeben hat. Ich hatte so einen leichten Verdacht nämlich. Wenn sie sich nicht mehr erinnern könnte, dann könnte ich es ja nochmals machen, würde sie sich erinnern, müsste eine Alternative her. Sie wußte noch alles, aber so haargenau, dass ich sehr erstaunt war – Salat mit Avocado?. Gut, wir haben jetzt schnell die Weinbergschnecken gegen Mini-Tartes ausgetauscht (ha, bleiben halt morgen mehr für mich übrig), so dass für S. und D. auf den Tisch nun kommt:

  • Getrüffeltes Rührei (weil ich das so gerne mag)
  • Mini-Tartes mit Ziegenkäse und Koriander, dazu ein bunter (nun ja, ein rot-grüner) Salat
  • (das gespendete) Bio-Huhn (im Bräter mit Zitrone und Salbei)  mit Strohkartoffeln und scharfem Paprikagemüse, die Soße dazu wird erst noch erarbeitet
  • Nochmals Tartes, aber diesmal mit Birnenscheiben, karamelisiert und flambiert (so ein bißchen Budenzauber mögen die beiden ganz gerne).

Tja, welches bloß?

Das war gerade ne gute Frage bei Sätze und Schätze: Nach welchen Kriterien trifft man seine Lektüreauswahl?

Spontan hab‘ ich das geantwortet:

Ich glaube, das gehört zum Komplexesten was ich seit Jahren leiste. Welches Buch lese ich, welches nicht. Und ich bin Schmidtianer und nehme das von dir als „amüsant“ bezeichnete Zitat sehr ernst. Ich hab gerde die 1.800 erreicht und nach den Berechnungen muss ich 76 werden um die restlichen 1.200 zu lesen bei gleicher Leseleistung der letzten Jahre, d.h. jeden Tag ca. 40 Seiten.
OK, die Kriterien
– ich lese vorwiegend deutschsprachige Literatur, um wenigstens auf einem Gebiet einen fundierten Überblick zu haben (daher habe ich wohl noch was vom afrikanischen und asiatischen Kontinent gelesen)
– ich versuche alle ‚Klassiker‘ der europäischen Literatur zu lesen. Was ein Klassiker ist … nun ja, bei manchen ist es klar, andere …
– ich versuche nur Bücher / Romane zu lesen, die ein gewisses „sprachliches Niveau“ haben … ganz schwer zu definieren, aber eine Rosamunde Pilcher gehört halt nicht dazu.
– nur Romane, keine Erzählungen, Novellen und sonsitger Kleinkram – ich mag halt die lange Strecke
– keine reine Liebesgeschichten, keine Bekenntnisliteratur, keine Enthüllungsromane (wenn sie als solches angekündigt sind) – erotische Literatur lese ich, geht aber nicht in die Statistik ein, außer es ist ein Klassiker wie „Gefährliche Liebschaften“ oder „Philosophie im Boudoir“
– Jugendliteratur ist Literatur und das lese ich hin und wieder auch. Ist „Tschick“ Jugendliteratur oder hohe?
– Aussehen, Größe, Dicke, Cover, Verlagsname … sind nicht entscheidend – aber ein wirklich schönes Buch in den Händen zu halten, wie bspw. vom Weidle Verlag, das kann ich auch genießen
– ach ja, keine Phantasie, geht überhaupt nicht, genauso wenig wie Märchen, Since Ficition und was es da noch geben mag (mit zwei Ausnahmen: „Die andere Seite“ von Alfred Kubin und ein Roman der Brüder Strugatzki)
– ich lese in der Tageszeitung / Internet viele, viele Buchbesprechungen und kaufen sie mir dann im lokalen Buchhandlen. Manchmal stöbere ich auch in großen Buchhandlesketten, kaufe dann aber um die die Ecke
– und zuletzt gibt es eine dicke Liste von AutorInnen, deren Neuerscheinungen ich grundsätzlich lese
– und die anderen geschätzten 33 Faktoren gibt es bei der nächsten Nachfrage.

Gegen die Kälte und für den Weltfrieden

Heute morgen durch das Klirren eines Glases aufgeschreckt worden. Um die Uhrzeit bin ich gewöhnlicherweise alleine zu Hause. Vorsichtig mich der Küche genähert und derweil festgestellt, dass ich mich nachts mal wieder ausgezogen habe. Aber, so dachte ich, das ist ne gute Waffe, um einen Einbrecher zu erschrecken und zu verscheuchen. War dann aber ’nur‘ mein Mann, der wegen Migräne schon wieder zu Hause war und fahrig versuchte sich einen Tee zu kochen. Haben dann ein Sleep-In gegen die Kälte und für den Weltfrieden abgehalten.

+ 1813: Christoph Martin Wieland

Wusste gar nicht, dass Wieland an meinem Geburtstag hat das Leben lassen müssen. Nun ja. Dafür hat heute Eugen Gomringer Geburtstag sowie Frederico Fellini und Ernesto Cardenale – ganz OK find ich.

Wieland habe ich erst im Studium kennen und auch in gewisser Weise schätzen gelernt. Es ist ein unaufgeregter Klassiker, der nie so viel Wind wie Goethe oder Schiller gemacht hat aber, meiner Meinung nach, beiden das Wasser reichen kann. Aber Wieland ist mir deswegen in besonderer Erinnerung, weil ich dereinst mal Die Geschichte des Agathons für meine Prof. M. habe lesen müssen. Der gab mir den Auftrag mit den Worten: „Wissen Sie eigentlich Herr X., welcher Unterschied zwischen uns besteht? Sie lesen … und ich lasse lesen!“ Prof. M. war irgendwie schon ein Arschloch … aber ein von mir vergöttertes Arschloch – doch zurück zu Wieland. Als ich diesen Auftrag bekam jobbte ich gerade in einer bestimmten Abteilung in einer bestimmten Bibliothek und der Chef dieser Bibliothek, Prof. B.,  war ein sehr, sehr kluger und netter Mann. Kurz, Die Geschichte des Agathons habe ich in den beiden Bänden der Erstausgabe (! – 1766 und 1767) lesen dürfen. Aber nicht im Lesesaal unter Aufsicht oder so, nein, Prof. B. meinte damals lakonisch: „Nimm’s mit – aber Rotwein, Zigaretten und Füller liegen auf dem anderen Tisch!“. Dem war dann auch so. Aber dass ich mit den beiden Bänden im  Zug durch halb Deutschland bin – das habe ich dann doch lieber für mich behalten.

Zwischenbilanz

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Zugegeben, den Tag hatte ich mir dann doch seit Jahren anders vorgestellt. Irgendwann kam ich auf die Idee, den Tag abends mit Freunden und Bekannten im Kino zu verbringen, mit Zischke. Aber das hat sich ja spätestens letztes Jahr abgezeichnet, dass ich davon Abstand nehmen werde – mir ist in der Siutation so gar nicht nach feiern. Denn das fühlt sich alles eher nach nicht-erreicht-haben an, nach so-einbißchen-mehr-als-gedacht-gescheitert-zu-sein.

Wenn ich mich so in meiner Altersklasse umschaue, dann habe ich, was das Materielle angeht, auf alle Fälle geloost. Weder Auto noch Eigenheim, weder dicke(re)s Bankkonto noch Ferienwohnung, weder nen Job noch ne anständige Rentenerwartung. Das nagt – zugegeben – mehr als gedacht. Dafür immerhin eine einigermaßen stabile Beziehung und ein paar wenige (und verstreute) Freunde. Gesundheitlich ist auch alles soweit in Ordnung – ganz katastrophal ist es also nicht, aber richtig gut fühlt sich das derzeit wahrlich nicht an.

Was waren 20 Jahre mal für Dimensionen? Unüberschaubare. Aber es sind mit Sicherheit die letzten 20 Jahre die jetzt vor mir liegen, vielleicht auch 30, aber 2 x 20 sind nur rechnerisch drin. Das schnurrt gerade etwas zusammen und ich frage mich: Was war? Was ist? Ist das ‚erfüllt‘? Was war falsch? Wo den ‚besseren‘ Weg verpasst / nicht gesehen? Oder ist einfach nicht mehr drin?

*fummel*

„Ausziehen!“ befahl mir vorhin mein Mann. Und dann hat er Minuten lang an mir rumgefummelt. Sieben Sicherheitsnadeln später hat die neue Mittelalterhose die richtige Enge.

JJ und MP mit C.

Oh! Man zeigt gerade Interesse, dass ich am 16. Juni nochmals mit C. zusammen Auszüge aus dem Ulysses von Joyce zum Bloomsday lese.

Oh! Man zeigt gerade Interesse, dass ich am 10 Juli (ggf. mit C zusammen) eine Marcel-Proust-Lesung zu dessen 144. Geburtstag mache.

* 1914: Arno Schmidt

Tja, diese Woche hat es in sich. Dienstag Joyce und heute gleich der nächste Dichterpriester: Arno Schmidt. Für diese Reihe hier habe ich quasi schon letztes Jahr alles dazu geschrieben und fotografiert, nachzulesen HIER.

Ich glaube ich muss nicht betonen, dass Arno Schmidt auch heute noch zu den zu Unrecht unbekannten deutschen Schriftstellern gehört, der aber – wie kaum jemand anderes – gelesen gehört. Man muss jetzt wirklich nicht mit Zettels Traum anfangen, das wäre wohl fatal, aber wer ihn mal probieren will, der möge sich doch einfach Das steinerne Herz besorgen, gibt es für 8,90 Euro bei Fischer.

Mit Bart übrigens

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Kairo, 2011

K.

Wir waren heute nur deswegen auf dem Bahnhof, weil mein Mann unbedingt noch eine bestimmte Zeitschrift brauchte. Auf dem Weg dorthin versperrte eine Mutter mit dem Kinderwagen mal wieder den Weg und ich wollte schon unhöflich werden irgendwie, als ich mit dem Blick das Gesicht der Mutter streifte. Und da war mir klar: Die kennst Du. Aber woher?

Und schon rief sie unsere Namen, umarmte uns überglücklich, stellte uns ihre Tochter vor (10 Monate). Sie will sich dann bald mal wieder bei mir melden.

Es war K., die ich über meinen ersten Blog kennen gelernt habe. Sachen gibts.

Belustigung (für Intellektuelle, die das WWW entdecken)

Meinem Mann vorhin gezeigt, dass es den Google-Translater gibt. Ok, jetzt sind wir alle Sprachen mehrfach durch, zuletzt mit dem von mir kreierten Satz:

Das Licht der Sonne scheint auf das Rund der Erde und ich besinge die Vögel des Himmels.

Und wer weiß jetzt, in welche Sprache das übersetzt worden ist, wenn das Ergebnis wie folgt lautet:

Mae llewyrch yr haul yn disgleirio ar y rownd y ddaear, ac yr wyf yn canu adar yr awyr.

*freu*

Mein Geburtstags-Strampelanzug ist schon gekommen!

(Designed in Norwegen, hergestellt in Bangladesch, verschickt aus den Niederlanden – und sämtliche Texte natürlich auf englisch)

So war das mal *seufz*

Auf tumblr gerade ein Photo entdeckt, auf dem zwei Jungs in einer Art Stocherkahn sich fleischlichen Gelüsten hingeben. Hätte nie gedacht, dass es so ein Bild gibt, denn das erinnert mich aber sowas von an M. mit dem ich nach meiner ersten CSD-Fete auch im Stocherkahn gelandet bin. Und hätten die gelegentlichen Zuschauer nicht so gestört – obwohl alles sehr aufmunternde Worte für uns hatten – hätten wir uns da auch den fleischlichen Gelüsten hingeben. Wir haben es uns dann für ein bißchen später ganz klassich vor dem Bett aufgehoben.

!

Merke: Wenn man eine Datei auf das Laufwerk E speichert, dann kann man sie im namensgleichen Ordner auf Laufwerk D nicht finden. Da hilft übrigens wiederholtes speichern auf E rein gar nix.

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Schwerer als gedacht

Nächste Woche habe ich Geburtstag, leider den runden, den ich ganz anders hätte feiern wollen, wenn es mir denn irgendwie möglich gewesen wäre. Aber weil mir in der jetzigen Situation so gar nicht danach ist, sind sämtliche Feierlichkeiten komplett und in Gänze abgesagt, sind alle darüber nachdrücklich informiert worden, dass ich keinen Überraschungsbesuch goutieren werde und demnach es hier auch keine Schlafplätze gibt. Und alle wissen, dass ich weder an die Tür noch ans Telefon gehe. Man kann mir also Mailen oder per Post schreiben und natürlich mir große, tolle, überraschende Pakete schicken!

Aber das mit den Paketen wird schon nix werden, weil ich selber eigentlich nicht die geringste Ahnung habe, was ich mir den wünschen könnte. OK, gerade eben habe ich mir quasi einen Strampelanzug für Erwachsene zum Geburtstag bestellt, aber da mein Mann in solchen Dingen ja sehr tolerant ist, werde ich es auch anziehen können, ohne schamrot zu werden.

Und der gleiche Mann löchert mich seit Tagen, was ich mir denn sonst noch wünschen würde … und heute habe ich wirklich ernsthaft darüber nachgedacht. Früher hätte ich mir ja noch Unterwäsche gewünscht – und es gibt für Männer auch wirklich exklusives, teures Zeugs – aber mit den zusätzlichen Kilos seit dem Nicht-Rauchen hat sich das mal ganz im Nebenbei komplett erledigt, weil das alles an mir derzeit nur Scheiße aussieht. Bücher sind bei mir eh so eine spezielle Sache, dass man da eh noch seltener einen Treffer bei mir landen kann, als 6 Richtige im Lotto. Ergebnis: Wenn es nicht vierstellig werden soll, dann fällt mir einfach nix ein, weil ich im Grunde ja alles habe. Klamotten brauche ich keine, Musik habe ich gerade auch genügend, Hörbücher etc. gibt’s alles in der Bibliothek, irgendwelche Einrichtungsgenstände würden nur Platz wegnehmen, die Küche ist ausgestattet …

OK, gegen eine bestimmte Uhr von Nomos hätte ich nix einzuwenden (aber auch die brauche ich nicht wirklich), ein 50ger 1:1 wäre auch nicht übel (aber würde auch nichts anders bei mir derzeit sein als Luxus, um damit ggf. angeben zu können, was mir aber nur selten liegt) und so bleibt alleine übrig – was mich dann selber etwas überrascht hat: Reisen. Heute was über Thailand gesehen, also gerne mal nach Thailand oder auch Timbuktu, Marokko, Georgien, Lettland, Spanien, Mexiko (!!!), Italien (!!!), Kuba, Burkina Faso, Russland, China, Argentinien, St. Helena, Mauritius, Hawaii, Brasilien, Rumänien, Türkei, …. oder wo immer auch hin, Hauptsache nicht Berlin und USA, das muss echt nicht sein.

Aber mein Mann ist jetzt nicht der Krösus, der da mal schnell 1.700 Euro für ne Donau-Kreuz-Fahrt locker machen kann … und somit muss er sich was selber überlegen oder, was ich ihm ja eh dauernd ans Herz lege, es einfach sein lassen. Obwohl, ein paar Jakobsmuscheln, ein paar Schnecken, diese geile Pasta aus dem einen Laden und da hatten wir doch letzten diesen Rotwein … ich steck’s ihm morgen.

J.

Was mich gerade irgendwie sehr freut. Hab‘ vorhin meine beste Freundin versucht telefonisch zu erreichen. Der 10-jährge Sohn nahm ab und als ich mich gemeldet hatte, wusste er sofort Bescheid wer ich bin, obwohl wir uns bisher nur zwei Mal gesehen haben und er zusammen mit seiner Schwester tierischen Schiss vor mir haben, da ich in ihren Augen als komplett verrückt gelte, da meine Selfies zu Neujahr immer etwas eigen sind.

Aber die Mutter ist seit 9 Jahren eh der festen Überzeugung, dass er schwul wird / ist und hat mich schon mal in die Pflicht genommen, ihm frühzeitig „Vorbild“ zu sein, dass man als Schwuler eigentlich auch ganz normal ist … nun ja … so ganz wird das nicht mehr werden … und das ist gut so.

+ 1941: James Joyce

Unter der Dusche ist es mir gerade wieder eingefallen, was ich seit Tagen im Kopf wälze: Wie schreibe ich hier über den Ulysses von Joyce, um nicht als Angeber dazustehen und die Leser des Blogs zu animieren, diesen genialen Roman (endlich) zu lesen? OK, lest auch alles andere von ihm, es lohnt sich – aber der Literaturhammer ist und bleibt Ulysses, der gerne als Jahrhundertroman bezeichnet wird, der aber in Wahrheit mal ganz locker ein Jahrtausendroman ist.

Wollschläger, der Übersetzer (der sich aber Überträger nennen mag), hat mal einen Text geschrieben, den es im INet leider nicht gibt, mit dem Titel (etwa): „Wer hat Angst vor Ulysses“. Darin beschreibt er, das Ulysses einer der ganz, ganz, ganz wenigen Texten ist, bei denen man nicht weiß, wie es weitergeht. Bzw. man mein es zu wissen und es kommt aber garantiert anders, aber vollkommen anders. Das macht die Lektüre natürlich extrem schwierig, weil sie sich jeder Lesererwartung entgegensetzt. Aber wenn man das annimmt, dann ist dieser Roman das, was er sein will, dann ist dieser Roman das, von dem er schreibt: Ein Abenteuer!

Als ich ihn das erste Mal zu Ende gelesen hatte, konnte ich nur wenig dazu sagen. OK, da gab es einen Leopold Bloom, seine Frau Molly. Da war noch ein Deadalus – sein (unehelicher?) Sohn? -, irgendjemand der gestorben ist und noch ein paar gefühlte 1.253 Personen. Hätte man mich nach der Handlung gefragt, dann hätte ich im Brustton der Überzeugung gesagt: „Also das spielt in Dublin, mit Sicherheit.“

Nach der ersten Lektüre dieser 1.000 Seiten war ich echt frustriert. Stund‘ über Stund‘ habe ich mich da durchgekämpft und am Ende: Kaum was verstanden. OK, Kapitel eins bis fünf nimmt man mit. Zwar den ein oder anderen Perspektivwechsel, aber das kennt man ja. Doch dann … dann muss man sich mit althochdeutsch rumschlagen, ein Kapitel besteht nur aus Fragen und Antworten wie im Katechismus, eins ist total irre und als Dialog von vielen geschrieben, ein anders wartet mit bombastischen Satz- und Wortkaskaden auf, so dass man sich komplett verliert … und man fragt sich die ganze Zeit, wie soll das zusammengehören, um was geht es hier den eigentlich, was soll das und: Wer ist hier eigentlich der Irre? Der, der das geschrieben hat, oder der, der das liest?

Und dieser Frage habe ich mir auch nach der ersten Lektüre gestellt – und da ich nicht irre sein wollte und ich mir es auch wenig vorstellen konnte, das es Joyce sei und ich merkte / fühlte / ahnte, da „ist was“, hab‘ ich das Ding, nach einer kurzen Pause, nochmals gelesen. Viermal habe ich es mir in der Zwischenzeit zu Gemüte geführt, dank E. mir auch das kongeniale Hörspiel reinziehen können, dank Tante G. die komplett Lesung. Es gibt jetzt Stellen, die kann ich sogar erklären, kann sogar das Grundkonzept erläutern, kann auf das ein oder andere hinweisen … aber kapiert, kapiert habe ich den Roman nach wie vor nicht. So – und jetzt bitte mal die Hand hoch von denjenigen, die das von einem anderen Roman auch behaupten können, also mehrfach gelesen, immer noch nicht alles kapiert, aber immer noch interessiert.

Und da hilft eben Wollschläger. Wenn man ein einziges Mal in seinem Leben einem Buch blind vertraut, wenn man einfach mal sagt: Ich bin nicht schlauer als der Autor und ich lasse mich von ihm leiten, ich gebe mich in seine Hände, in seine Worte, wenn man einmal es zulässt, sich von Literatur wirklich (!) überraschen zu lassen, dann, ja dann gibt es nur den Ulysses von Joyce (sage ich bei dem Stand von gut 1.700 gelesenen Büchern).

Und jede und jeder der nun mit dem Gedanken spielt, sich das Machwerk mal reinzuziehen: Ich bin gerne als Begleiter dabei, ohne dem Abenteuer auch nur einen Deut zu nehmen.

Und ohne viel zu verraten, aber vielleicht hilft der Schluss des Buches ja den Roman in Angriff zu nehmen, denn da heißt es ganz, ganz, ganz am Ende:

ja ich will ja

Jetzt red‘ i – oder eben auch nicht

Ich fühle mich schon sowas wie geehrt, dass J. heute zwei Stunden aus H. angereist ist, um mit mir vier Stunden in der Küche zu verbringen, um dann den gleichen Weg wieder zurückzunehmen. Ich meine, wer nimmt schon die Zeit und das Geld in die Hand für vier Stunden? Andererseits war mir die ganze Sache dann aber irgendwie zu einseitig, denn gefühlt 3:47 Stunden zuzuhören und für die Dauer von 0:13 selber zu Wort zu kommen – das ist irgendwie nicht mein Ding. OK, vielleicht waren es auch 17 Minuten oder 21, aber mit Sicherheit keine 30.

Aber letztendlich ist das auch nicht verwunderlich. Irgendwie scheine ich so etwas auszustrahlen, was den anderen animiert, zu reden was es zu reden gibt. Und es scheint auch ein weitverbreitetes Bedürfnis zu sein, reden zu können bzw. zugehört zu bekommen.

Und ich muss der Wahrheit da langsam echt ins Auge schauen, dass ich, je älter ich werde, immer mehr meinem Vater ähnel. Bis der ein Wort sagte, musste schon echt was passieren. Als Kind habe ich ihm das richtig übel genommen und ihm einmal lautstark vorgeworfen, er solle doch lieber ins Kloster gehen als hier beim Abendessen sitzen, wenn er doch eh nie was sagen würde. Boa gab’s danach von Mutter einen Abrieb!

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