Durch die Zeit

Monat: Januar, 2015

+ 1866: Friedrich Rückert

Über Rückert weiß ich eigentlich gar nichts. Und dennoch gehört er zu ein ganz kleinen Gruppe von Autoren, die ich sehr gerne und daher oft zitiere. Von ihm aber nur das eine Zitat: „Ich bin de Welt abhanden gekommen“. Und da ich nicht mehr zu schreiben weiß … einmal den Text und danach die Vertonung durch Gustav Mahler mit Dietrich Fischer-Diskau:

Ich bin der Welt abhanden gekommen

Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange nichts von mir vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben!

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh‘ in einem stillen Gebiet!
Ich leb‘ allein in meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied!

eideidei

Heute bei V. und T. zum C. angucken. Die ist gerade mal acht Wochen alt und sieht aus, wie ein Baby mit acht Wochen eben aussieht. Und im Laufe des Kind-beguckens Sachen von der Geburt erzählt bekommen, die ich nun wirklich nicht wissen wollte. Aber mit anderem hatte ich auch erst gar nicht gerechnet, denn so attraktiv V. auch immer ist, aber als ich sie kennen lernte war mir schon klar, dass es die Super-Über-Was-Weiiß-Ich-Mutter werden wird.

Gestern mich noch bei S. erkundigt, ob man zu solchen Anlässen etwas mitbringen sollte. Man sollte. Aber eine Rassel für die Kleine war mit zu doof, eine Körperlotion für die Mutter zu intim … also habe ich es gelassen. Aber im Gespräch kam dann raus, dass das Kochen bei denen gerade arg zu kurz kommt – also gibt es demnächst mal ein geliefertes Abendessen oder so.

R. und anderes

Ich bin ja wirklich nicht erst seit vorgestern auf dieser Welt. Und so die ein oder andere Erfahrung habe ich ja auch schon gemacht. Und so ganz auf den Kopf gefallen bin ich dann auch nicht, auch wenn ich sicher kein „Käpsele“* bin. (Boa – seit wie viel Jahrzehnten habe ich den Begriff nicht mehr verwendet?)

Heute hatte mich R. mal wieder eingeladen. Statt auf Salat und Käse auf Tomantesuppe und Käse. Ähh: I c h  e s s e  a u s  P r i n z i p  k e i n e  T o m a t e n  und w a r m e  T o m a t e n gehen GG AA RR  NN II CC HH TT. (Warum ich keine Tomaten aus Prinzip esse, hängt mit meinem Mann zusammen – ne andere Story, ein eigener Blogeitrag, wen(n)’s interessiert.) Und: Die hat geschmeckt, aber echt.

Also: Heute hatte mich R. mal wieder eingeladen. Und ich Naivling dachte: Na, halt einfach so. War aber nicht. Letztendlich gab es ein Haupt- und zwei Nebenthemen. Dass mich die Nebenthemen weit mehr interessierten, wird wohl niemand überraschen:

Hauptthema: Meine (bezahlte) Tätigkeiten im Förderverein für 2015. (Gesprächsdauer: ewig – im vergangenen Jahr hatte das einen finanziellen Ertrag von 700 € erbracht, 2015 wird es zumindest nicht mehr sein, außer ich dopple alle Vorbesprechungen.)

Nebenthema 1: R. hat eine CD-Sammlung in Umfang von gut 12.000 Stück (eher etwas mehr, denn ich weiß nicht, was in den anderen beiden Räumen noch ist, wo aber, nach Aussage von R., noch „ne Menge“ steht) und will sie auflösen – ob ich an klassischer Musik interessiert sei?

Nebenthema 2: e-books. Er hätte gut 300 auf seinem Rechner. So aktuelles. So eher anspruchsvolles. Ob er mir was schicken soll. Ich: Geht doch nicht, wegen Kopierschutz. Er: Aber die schickt mir mein Bruder immer und bei mir funktioniert es. Ich: Dann schick mir mals was zur Probe. Er: Mach ich. — Er hat was geschickt – es ist auf meinem Reader – problemlos.

* Ein Zündplättchen, im Alemannischen Käpsele genannt, ist eine pyrotechnische Munition für kleine Spielzeugpistolen, mit der ein Schussgeräusch erzeugt werden kann. Darüber hinaus ist ein „Käpsele“ auch ein kluger, gewitzter Mensch, immer gut für eine zündende Idee.

*wunder*

Also sooo schlecht ist Leon de Winter jetzt echt nicht. Wundert mich echt, dass niemand „Hier“ ruft / schreibt / mailt / kabelt / …

Ich hab‘ mir damals notiert:

Heutzutage ein Buch zu schreiben, wo ein Rechtsradikaler als Engel auf der Erde zu tun hat, das bedarf Mut und Können, damit es auch was wird. Aber de Winter kann’s halt. Total skurril und teilweise bösartig nimmt er sich dem Thema Rechtsradikalismus an, aber in erster Linie, wie die Gesellschaft die Augen davor zudrückt und lieber von den Gründen wegschaut. Es geht letztendlich um Verzeihen, um die Akzeptanz von Schuld, letztendlich um Ehrlichkeit. Auf phantastische Weise spielt de Winter diesen Themenkomplex durch. Ich mag ja keine Phantastereien in der Literatur – aber hier geht es einfach auf.

Und der Klappentext geht so

Ein toter Filmemacher – Theo van Gogh – auf Bewährung im Himmel und sein inhaftierter Mörder unten auf Erden. Ein dubioser jüdischer Geschäftsmann und Drogendealer und ein schwarzer Franziskanerpriester, der ihm sein Herz vermacht hat. Ein Schriftsteller namens Leon de Winter, der von seiner Frau Jessica Durlacher verlassen wurde und sich mit einem Romanprojekt über seinen Lieblingsfeind van Gogh darüber hinwegtrösten will. Wie auch mit der attraktiven Sonja Verstraete, die allerdings den Mann liebt, vor dem sie seit Jahren auf der Flucht ist. Und eine Gruppe junger radikalisierter Muslime, die eine Serie von Gewalttaten inszenieren und Amsterdam in den Ausnahmezustand versetzen. Da ist Einfallsreichtum gefragt, es braucht kriminelle oder metaphysische Synergien, um wieder Herr der Lage zu werden. Oder beides.

Und wie gesagt: Is’n Geschenk dann, einfach so.

Mal wieder

Ich lass mir wirklich gerne etwas schenken, gar keine Frage. Bloß Bücher nicht. Das geht einfach immer schief. Entweder interessiert es mich gar nicht – oder ich habe es schon (gelesen).

Gestern meinte es P. gut mit mir und schenkte von Leon de Winter „Ein gutes Herz“ mir mit den Worten: „Ganz neu rausgekommen, das kannst Du noch nicht haben.“ Ich machte daraufhin gute Miene zum bösen Spiel, denn es stimmt, dass die Taschenbuchausgabe druckfrisch ist, die deutsche Erstausgabe (Hardcover) ist aber schon 2013 erschienen ist … und da hatte ich es eben lesend in den Fingern.

Wer das Taschenbuch nun von mir geschenkt haben will … bitte melden / Kontakt aufnehmen / kabeln / wie auch immer.

Spontan

J. und S. kommen nachher vorbei, um sich von mir erzählen zu lassen, was man in Rom denn abseits der üblichen Touristenpfade denn noch so machen könnte / sollte / müsste. Da ich mich in Rom so einigermaßen auskenne … und – das ist der Clou an der ganzen Sache – ich werde die beiden wieder so heiß machen, dass sie auch uns ein Kilo eines bestimmten Kaffeebohnenmischung mitbringen (in diesen Räumen auch „Heiliger Kaffee“ genannt) . Und um den Mitbring-Druck zu erhöhen habe ich spontan beschlossen, schnell noch was Italienisches zu kochen. Nach Durchforstung des Kühlschrankes ergaben sich nur ein paar halbleere, dreiviertelleere, nahezu ganz leere Gläser mit verschiedenem Antipasti, die jetzt dann auf kleine Tellerchen wandern. Kurz in die Luft gekuckt und mich für eine Gemüse-Lasagne mit Gorgonzola entschieden. Ich bekomme dazu einen Prosecco, die anderen werden sich an ihrer Faßbrause festhalten.

P.S. Gilt übrigens für alle hier: Ein Kilo einer bestimmten Kaffeebohnenmischung (erhältlich in einem ganz bestimmten Cafe in der Innenstadt, wo man als Tourit eh vorbeikommt) gegen ein Paar Insider-Tips, u.a. die drei besten Cafes der Stadt.

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*hüstel*

Letzte Woche irgendwann habe ich mir dann doch wieder eine Packung Zigaretten gekauft, weil mir das ständige Schnorren zu anstrengend geworden ist. Als ich mir eine ansteckte, überlegte ich, wie schade es eigentlich ist, dass ich es nicht durchgehalten habe, mit dem nicht-rauchen. Aber dann fiel mir ein, dass ich ja träume – und damit war alles OK.

Jahrestag 1 heute mit ohne Fluppen.

Aktzeptanzprobleme

Gerade „Das Ende“, vorgelesen von einer Staatsschauspielerin, von Samuel Beckett gehört. Überraschenderweise waren gut 70 Leute da, mit 30 hatten wir eigentlich gerechnet. Wenn man sich das anhört, dann ist klar, dass gerade die Prosatexte von Beckett in den meisten Kreisen „Akzeptanzprobleme“ hat, denn das ist schon verdammt schwere Kost. Aber wenn man sich einfach mal darauf einlässt, dann ist wiederum faszinierend, wie er – nicht nur in diesem Text – immer zwischen Realität und Irrealität (man kann durchaus auch schlicht von ‚Wahnsinn‘ sprechen) hin und her schaltet, oft auf dieser viel beschworenen aber nie gezogenen, geschweige denn definierten Grenze tanzt – und sich gerne mal wieder fragt, ist denn, der das geschrieben hat nun irre, oder der Text nur an sich oder sind nur meine eigenen Gedanken irre, weil sie so komische Wege gehen.

Gerade (wieder)gefunden

Dirk mit Schwein

Das habe ich vor Jahren / Jahrzehnten (?) mal aus der FR ausgeschnitten. Es hing auch lange in meiner Studentenbude. An dem Foto und der Bildunterschrift ist in meinen Augen im Grunde echt alles Scheiße, aber in dieser Kombination einfach dann doch nur genial.

Ich stell mir immer vor, der „14jährige Dirk“ hätte jetzt kein Schwein im Arm sondern ein Mädchen oder auch einen Jungen, vollkommen egal, wäre auch etwas angenehmer angezogen und stände, sagen wir mal in einem Schlafzimmer. Und wem er dann zuschaut, obwohl er „noch nicht Hand an…legen“ kann – das überlasse ich der eigenen Phantasie.

Wer mag?

Das Stöckchen – warum muss das eigentlich „Stöckchen“ heißen, ist doch total albern! – dankenswerterweise von HIER bekommen, die ich jetzt auch schon einige Zeit kennen darf. Und damit sind so ein paar Regeln verbunden die ich – ja ich weiß, manchmal bin ich halt ein Spielverderber – bis auf eins und zwei nicht einhalten werde. Möge sich doch jeder frei fühlen, freiwillig die Fragen zu beantworten, denn jetzt irgendwie jemanden zu nominieren …

Die kaum beachteten Regeln also erstmal:

  • Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  • Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1.000 Follower haben.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
  • Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Dann mal zu den Fragen und Antworten – und sorry M., wenn sie manchmal kurz ausfallen. Mann kann ja gerne nachfragen.

1. Wie bist du zum Bloggen gekommen? Na ja, Frau K. war daran ’schuld‘. Bei einem unserer Frühstücke vor fünf, sechs, sieben Jahren? hat sie erzählt, dass sie bloggt und was das ist und da ich damals auch arbeitslos war und Zeit hatte und dann ganz schnell ganz viel Gefallen daran gefunden habe …

2. Welcher deiner Blogposts ist dein persönlicher Liebling? Gibt’s nicht oder kann ich einfach nicht sagen.

3. Findest du, Dein Blog und sein Stil haben sich mit der Zeit verändert? Wie? Das könnten M., Frau K. und E. am ehsten beantworten, immerhin lesen sie schon von Anbeginn mit. Also, hat sich was geändert. Ich würde sagen eher nein.

4. Für wen bloggst du? Für mich – und für alle die lesen. Ich kanns nicht wirklich definieren. In erster Linie für mich, quasi als öffentliches Tagebuch aber da gibt es ja auch immer noch die Mitleser, die im Hinterkopf rumwabern. Daher kennen ich bis auf die Stöckchenwerferin (das musste jetzt sein!) M., Frau K. und E. niemand hier. Und das soll auch so bleiben. Meine beiden ersten sind ja dann daran gescheitert, dass mir von weiblicher Seite mehrfach heftige Vorwürfe gemacht wurde, ich würde dem Blog mehr vertrauen als ihnen und ich sei gestern doch da gewesen und hätte Zeit gehabt und überhaupt, dass sieht doch so aus, als wärst du jetzt in die verliebt und würdest gern mit ihr ins Bett und nicht mehr mit mir … Also blogge ich für mich, drei bekannte Menschen und für eine anonyme Leserschaft – und da M., Frau K. und E. jetzt auch keine Kinder von Traurigkeit sind, kann auch Sex vorkommen.

5. Wie weit überschneidet sich die Leserschaft Deines Blogs mit Menschen, die Dich im RL kennen? Siehe 4. Derzeit sind mir 15 Prozent der LeserInnen persönlich bekannt – und ich hoffe, es werden immer weniger, also prozentual.

6. Was war Dein seltsamster / interessantester Traum? Also, Adjektive egal. Erzähl halt irgendeinen. Irgendeinen dann. Letztens habe ich im Traum einem jungen Typen mit der Hand über den nackten Arsch gestrichen. Das dürfte so in etwa der erotischste Traum aller Zeiten gewesen sein – ich sabber jetzt schon wieder, wenn ich nur daran denke.

7. Benutzt Du das Internet eher mit dem PC oder mit dem Smartphone? Nur PC.

8. Welches Videospiel hat dich am meisten beeindruckt? Keins. Nie eins gespielt.

9. Wenn du mit einer fiktiven oder realen, lebenden oder toten Person ein Bier / Kaffee / Tee / sonstwas trinken und gemütlich quatschen könntest, wen würdest du wählen? Friedrich Hölderlin, Imanuel Kant, Johann Sebastian Bach, Marcel Proust, Fjodor Dostojewskij, Friedrich Schiller, meinen Großvater väterlichseits, meinen Großvater mütterlichseits, Tschick, Gottfried Benn, Wolfang Hernrdorf, Georges-Arthur Goldschmidt, Franz Kafka, … (äh, das waren bisher nur  Männer, also) Angela Merkel (ohne Scheiß, ich hätte da so ein paar Fragen an sie) Ingeborg Bachmann, Anne Frank, Clara Mendelsohn-Bartholdy (die aber dann in Rom) … und bloß nicht Richard Wagner oder Johann Wolfgang G.

10. Salzige Snacks oder süße? Derzeit ernähre ich mich von Pistazien.

11. Verstehst Du, warum es „LiebsteR“ Award heißt? Also ist es der liebste Award? Oder der (?!) liebste Blog? Oder der (?!?!) liebste Blogger? *schulterzuck*

 

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