Durch die Zeit

Monat: Februar, 2015

Vielleicht schon wieder Kult?

Einladung zu einer Geburtstagsfeier in einem angesehen Schuppen. Alle jenseits der 30 fallen auf, mein Mann und ich übernehmen daher auch gleich mal die Alterspräsidentschaft für den gesamten Laden (und werde bevorzug von der hübschen Kellnerin umsorgt). Obgleich die Musik recht angemessen ist, ist der Laden so laut, dass man gerade mit seinem Sitznachbarn ein Gespräch führen kann. Ich sitze an der Ecke des großen Tisches, neben mir das Geburtstagskind, welches nach zehn Minuten zu jedem der Gäste gesellt, so dass ich recht isoliert bin. An der gegenüberliegenden Wand ein großer HD-Flachbildschirm, dessen Qualität mich wirklich fasziniert. Und so schaue ich zuerst einen Spielfilm, dann Nachrichten und anschließend der Beginn eines Krimis. OK, ohne Ton – aber bei dem, was da gesendet wurde, war der auch nicht so wirklich wesentlich. Was mich nur wundert ist, dass der Betreiber des Lokals einen Sender einstellt, der in der „Zielgruppe der 20- bis 60-jährigen“ in den letzten Jahren massiv verloren hat und mit dem Publikum des Lokals sogar nicht in Zusammenhang gebracht werden kann, der ARD.

Dann halt so!

Vor knapp zwei Jahren habe ich mir so ein Wisch-Handy gekauft, ohne dazu auch nur einen einzigen Grund zu haben. Aber der Mensch funktioniert halt nicht immer richtig. Wollte vielleicht einfach auch so ein Spielzeug haben … Egal, es kam dann und ich habe, bis auf meinem Mann natürlich, niemanden erzählt, dass ich jetzt so was habe. Das hatte den Grund darin, dass in einem meiner früheren Jobs das Handy einfach nur noch ein Folter- und Gängelungsinstrument geworden ist, auf das ich sehr gerne verzichten konnte, als ich gekündigt hatte.

Mit der Zeit bekamen es schon andere Leute mit und wollten meine Nummer. Ich hab sie ihnen auch gegeben aber immer (!!!) mit dem Hinweis: Das Handy ist auf lautlos geschaltet! Das Handy fasse ich nicht immer an! Wenn Du mich erreichen willst, dann schreib eine Mail oder ruf auf dem Festnetztelefon an!

Mir ist das Generve jetzt echt zu groß geworden von wegen, warum ich nicht ans Handy gehe, ich sei ja sonst nicht zu erreichen usw.

Heute die ersten Schritte unternommen, um den Vertrag zum nächstmöglichen Termin zu kündigen.

*angeb*-‚Bekanntschaften‘

Ich kannte (da schon tot) jemanden, die jemand kannte, der ein guter Freund von Theodor von Fontane war.

Ich kannte (da schon tot) jemanden, die Milena Jesenská kannte, die mit Franz Kafka liiert war.

Ich kenne jemanden (nun gut, einmal ein geinsames Frühstück), der Arno Schmidt kannte.

Ich kenne jemanden (seit heute, ein Abendessen immerhin), die Samuel Beckett kannte.

Wenn man sich selber im Wege steht

Der neue (große) Computer kommt erst in zwei Wochen. Bis dahin muss es mit dem kleinen gehen. Aber wird es gehen?

Manchmal mache ich ein Geschiss um Dinge, da fliegt mir selbst der Kopf weg. Schreibe gerade an einer Bewerbung, die ich ausdrucken muss. Bisher habe ich immer nur über den großen Computer ausgedruckt, nie über den kleinen. Also überlegt, welcher Copy-Shop mir die Seiten ausdruckt oder ob ich lieber ne Bekannte hier in der Nähe fragen soll. Auf die Idee, einfach mal den Drucker an den kleinen Computer anzuhängen bin ich sehr spät gekommen (aber immerhin dann doch noch) und was ist: druckt.

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+ 1984: Uwe Johnson

Mit Johnson bin ich sehr, sehr spät in Kontakt bekommen. Keine Ahnung, was mich immer von ihm abgehalten hat. Lag vielleicht daran, dass er eben nur bei Suhrkamp veröffentlichte und damit als furchtbar intellektuell galt – für mich jedenfalls. (Proust gab es auch nur bei Suhrkmap damals, Frisch etc., die habe ich alle gelesen … na ja.) Aber dann habe ich mich 2011/12 daran gemacht, nicht nur die „Jahrestage“ zu lesen, sondern auch so gut wie jeden Tag darüber zu bloggen. Die Seite gibt es immer noch (HIER) und da wird sie auch noch Jahre rumdümpeln, bis ein Student meint, darüber eine Arbeit schreiben zu müssen *lach*. Was jetzt ja nicht so für Johnson spricht: ich habe danach nichts mehr von ihm gelesen. Tue ich ihm unrecht?

Ungelöste Frage (8)

Warum muss der große Rechner immer dann kaputt gehen, wenn man am nächsten Tag die Datensicherung machen will?

Was sendet das ZDF gerade für einen Scheiß?

Da geht es um „deutsches“ Essen im Vergleich zu anderen nationalen Essen. Ich habe da gerade nur mal reingeschaltet und die behaupten – weil es so in den meistverkauften Kochbüchern so zu lesen sei – das Kässpätzle nach 23 (!) Minuten fertig seien. Hallo? Bei all meiner Kochliebe und dann doch jetzt schon einiger Erfahrung … wenn ich Spätzle mache, die Pilze und Zwiebeln noch andünste, dann schaffe ich es schlichtweg nicht in 23 Minuten!

Andererseits, für ein paniertes Schnitzel geben sie 20 Minuten an – da wäre ich wesentlich schneller.

Oh, wie ich es hasse, wenn jetzt schon auf den öffentlich-rechtlichen so ein Scheiß verzapft wird.

+ 1942: Stefan Zweig

Mit dem bin ich recht früh in Verbindung gekommen. Mein Firm-Pate – von dem ich heute nicht einmal mehr weiß, ob er noch lebt oder nicht – hat mir lange vor der Firmung den „Fouché“ geschenkt. Einer der ganz wenigen historischen Romane, die ich überhaupt gelesen habe (was aber wohl so gar nicht stimmt, denke ich da gerade an Balzac und Konsorten). Hat mich jedenfalls damals schwer beeindruckt – und es ist leider auch das einzige Werk von ihm, was mir einfällt. Gerade noch mal nachgelesen, OK, da sind noch einige andere Sachen von ihm, die ich auch gelesen habe … aber hängen geblieben ist da leider nicht mehr viel, außer noch so eine Ahnung von „Verwirrung der Gefühle“, was ich als Titel einfach schon sehr schön finde. Aber ich vermute leider, dass Zweig einer jener Schriftsteller ist, denen der 2. WK nicht nur einen Strich durch so manche literarische Rechnung gemacht hat, sondern auch in der Langzeitwirkung. In 50 Jahren werden ihn wohl nur noch Spezialisten kennen. Verdient hat er jedenfalls mehr.

C.

C. kenne ich jetzt wohl mindestens vier Jahre, wären es fünf, würde es mich auch nicht überraschen. Doch heute war ich das erste Mal bei ihm in seiner Studentenbude. Mir kam das echt wie ein Museum vor. Derart habe ich auch mal gelebt. Aber das Schönste war einfach das ganze Chaos gepaart mit einer totalen Unbekümmertheit darüber bzw. einer studentischen „Chaosblindheit“. Glaube nicht, dass ich das länger als 24 Stunden aushalten würde, aber für einen Nachmittag hat’s direkt gut getan.

6 Grad

Der neue Kühlschrank ist 15 cm höher, etwas geschickter aufgebaut und hat daher mehr Stauraum. Aber so schön er auch ist, so schön er auch schnurrt … ich vermute, erst wenn wir einen eigenen Kühlraum haben, werden wir wirklich glücklich sein.

Stadtgeschichte 2 – § 267 StGB

Mit Rolli-A. im Stoffhaus. Erst mit dem einen Aufzug im Nachbargebäude zwei Stock hoch, von dort mit dem Lastenaufzug wieder einen runter. Umständlich, aber alle sehr hilfsbereit. Mein Mann beriet, ich räumte einen Ballen nach dem anderen aus den Regalen, hielt ihn ihr hoch, streifte mit dem Stoff über ihre Hand, damit sie auch einen haptischen Eindruck bekommt, legte Stoff auf ihre Brust und hielt den Taschenspiegel hoch, damit sie sehen konnte, ob die Farbe ihr passt (und zum Rollstuhl).

Eine Stunde später hatten wir einen wunderbar roten, floralen Stoff – den hatten wir zwar nach drei Minuten schon zum ersten Mal in der Hand gehabt und hätten damit die ganze Veranstaltung abkürzen können, aber nein, wenn zwei Schwule Stoff für jemand drittes einkaufen, kann es ja nicht lang genung dauern, bis man durch den ganzen Fummel durch ist).

An der Kasse schob ich der Verkäuferin ihre Geldkarte über den Tresen, da Rolli-A. zu wenig Bargeld dabei hatte. Darauf hin schob mir die Verkäuferin so ein Gerät hin, auf dem sie unterschreiben sollte. Aber da das ja völlig unmöglich ist, hab ich dann halt mal mit meiner Sauklaue und ihrem Namen unterschrieben: Urkundenfläschung!

Stadtgeschichte 1 – Wir können auch anders

Auf den Einkaufszettel standen eine einfache Computermaus und ein einfacher Wecker. Am Montag wird der neue Kühlschrank geliefert.

In Marmelade

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10,90 – 4,74 – 13,58

Spontan heute mal wieder in die Maultaschenproduktion eingestiegen. Denn als ich auf dem Markt bei dem Metzger mir eine kaufte, die soo schlecht nicht ist, aber von gut dann doch auch wieder etwas entfernt, packte mich der Ehrgeiz. So wirklich zufrieden bin ich nicht, es muss doch Brät sein, mit Hack geht das einfach nicht. Aber wo bekommt man hier in Mitteldeutschland schon ungewürztes Brät?

Aus Interesse mal ausgerechnet, was mich der Spaß eigentlich kostet. 9,12 € für knapp zwei Kilo ist echt nicht viel. Der Metzger nimmt fürs Kilo 10,90 €, bei mir ist es weniger als die Hälfte: 4,74 €!

Das Doofe daran ist leider nur. Würde ich die zwei Stunden Arbeit mit dem Mindestlohn dazurechnen, dann liegt mein Kilo gleich bei 13,58 €

+ 1980: Alfred Andersch

Schullektüre, in der 10. oder 11. bei Herrn E. „Sansibar oder der letzte Grund“, schnell von uns in „Sansibar oder der letzte Schund“ umgetauft. Warum muss Schullektüre immer so eklig sein? Jahre später mündliches Abitur im Fach Kunst. Da einziger Prüfling nahm der Vorsitzende des Prüfungsauschuss als „Fachmann“ an der Prüfung teil – ein Deutsch- und Politiklehrer. Ich hatte über die Formensprache des Expressionismus zu referieren. Am Ende der Prüfung meldet sich der Vorsitzende zu Wort und möchte wissen, ob ich nicht ein Roman kennen würde, in dem eine Barlach-Figur eine Rolle spielen würde. Mir fiel wirklich nach kurzem Zögern „Sansibar“ ein. Der Herr war es sich schon mal zufrieden. Fragte daber dann, ob ich noch wüsste, was der Protagonist denke, als er die Figur das erste Mal sähe. Wundert mich bis heute, dass ich wie aus der Pistole antwortete: „Er denkt, die Figur könnte sofort aufstehen und gehen.“ (Vielleicht ist das wegen der Fluchtgedanken während des Deutschunterrichtes hängen geblieben?) Es gab dann 13 oder 14 Punkte für die Prüfung, 15 hätte ich gebraucht, um meinen Notenschnitt um ein Zehntel zu verbessern – sei’s drum, den Durchschnitt hat nie jemanden interessiert.

Wie viele Frauennamen beginnen mit O.?

Heute hat O. bei mir hospitiert. Drei Stunden zugehört, wie ich es mache. Sie ist schon viel länger dabei als ich, hatte aber jetzt länger pausiert wegen familiärer Dinge, will einfach wieder reinkommen, „geschmeidig“ sozusagen. Ich kenne O. so gut wie nicht, sie ist auch echt nicht gerade so meine Wellenlänge, viel zu viel „hinfühlen“ und „Vorsehung“ und „empfinden“ und „nachspüren“ und so.

Aber ihre Rückmeldungen haben gut getan! Auch wenn ich – hey,  ich bin a) Mann, b) vorsichtig, c) ignorant und d) so gestrickt, dass Lobe eh nicht ankommen – nur die Hälfte von dem, was sie rückmeldete, in Betracht ziehe, gegebenenfalls als etwas zu nehmen, was unter Umständen auch mit mir zu tun haben könnte …

Was sind schon Fotos?

Am Wochenende bei zwei ‚Ereignissen‘ Fotos gemacht. In erster Linie wirklich nicht für mich, ich mag es nicht so sehr, Veranstaltungen oder Geburtstage oder Hochzeiten oder sowas zu fotografieren. Aber da man weiß, dass ich es einigermaßen kann und dann auch nicht mit dem Handy anrücke und ich dann doch immer mal auf der Suche nach dem Motiv / Bild oder der Gelegenheit / Situation bin … lasse ich mich breit schlagen und schleppe die Ausrüstung mit, überlege, wie, wann, was, wer wohl am besten und vor allem so, dass es nicht stört.

Dazu gehört anschließend natürlich die Sichtung der Fotos, die eindeutigen Benennung (OK, da habe ich ein System und ein kleines Tool, das kostet nun wirklich nur zwei Minuten) und schließlich die Auswahl und eine gewisse Grundbearbeitung, d.h. Ausschnitt, ggf. Tonwertkorrektur, ggf. Farbkorrektur, ggf. nachschärfen, ggf. kleinste Retuschen, ggf. sonstiges und alles in eine Format bringen, was bis zu einer gewissen Größe abziehbar ist, aber auch für das INet geeignet. Und bei der Auswahl achte ich auch darauf, dass niemand zu oft erscheint oder jemand gar nicht und und und …

Heute saß ich zweimal zwei Stunden hinter dem Rechner, um die Bilder der beiden Ereignisse nach den oben genannte Kriterien auszuwählen und zu bearbeiten, dann steckte ich die alle in die Dropbox, dann gab es mittags eine nette Mail an insgesamt 25 Menschen.

Bis jetzt gab es es genau zwei Rückmeldungen von wegen „Danke für die Mühe / Sind ja schön geworden / Tolle Erinnerung“ – und damit gebe ich mich schon zufrieden. Mehr habe ich nicht zu erwarten.

Da gibt es einerseits eine gewisse Selbstverständlichkeit, dass es von jede Events Fotos gibt – und es gibt eine gewisse Unwissenheit / Ignoranz zwischen mal-schnell-mit-dem-Handy-geschossene-Fotos und Fotos, bei denen der Hinter der Linse versuchte nicht nur die Stimmung einzufangen, sondern auch technisch nicht gerade unterirdisch zu arbeiten.

Die Quantität lässt die Qualität hintenan stehen – womit ich wahrlich, wahrlich ich sage euch, so überhaupt nichts neues gesagt habe.

+ 1951: André Gide

Ich vermute mal ganz stark, dass ich da einen recht großen französischen Schrifsteller über die Jahre recht sträflich vernachlässigt habe, denn wenn ich seinen Namen höre, denke ich immer nur an „Die Falschmünzer“ und „Die Schule der Frauen“. Zu letzterem müsste ich erst wo was nach lesen, ich habe leider nix mehr in Erinnerung. Zu den „Falschmünzer“ jetzt auch nicht gerade viel, aber es gehörte zu meinen ersten schwulen Büchern, die ich damals noch heimlich – obwohl ich alleine lebte – las und sie so in den Bücherschrank stellte, dass man den Titel nicht lesen konnte und daher auch keine Rückschlüsse auf mein Interessensgebiet. Irgendwann sollte ich wohl ein Jahr einlegen, in dem ich einfach bestimmte Bücher nochmals lese, „Die Falschmünzer“ ständen weit oben.

Proust, Joyce, Beckett und C.

Mit C. Lesungen zu planen, macht einfach Spaß. Er ist so herrlich unkompliziert. Für den 10. Juli (Proust) kann ich mir natürlich Musik vorstellen, „das kleine Thema“. C. spielt Klavier. Also kurz hinter die Bücher, welches Stück stand Pate (Fauré: Ballade, op 16 – siehe unten), kurz die Noten im Internet gesucht – OK, bis zum ersten Doppelstrich sicher, der Rest dürfte zu lang und zu kitschig sein, also schlägt er noch Debussy vor und Franck. Wegen Joyce (16. Juni) machen wir uns erst gar keine Gedanken, am 14. und 15. wird geprobt, zwei reichen uns. Und für den 15. März (Beckett) nehmen wir die beiden Texte jetzt wohl schnell am Dienstag auf, die Weiterverabeitung, Hinzufügen von Geräuschen „och, ich mach‘ das schon, bekomme ich wieder etwas Übung.“

Und jetzt das kleine Thema bis 3:20 – danach wirds wild:

Nachtigall …

Der Ex-Chef von vor gut sieben Jahren ist plötzlich am Telefon. Nettes Geplauder zu Beginn. Aber ich kenn den ja, also gar nicht verwundert als er begann zu erzählen, dass er rein zufällig letztens mit G.K. gesprochen hätte, und dass man sich jetzt über zehn Jahre kenne, und dass die Firma F. immer noch das von damals mache, jetzt würde sie mit der Firma G. fusionieren und suchten händerigend noch einen, der das gleiche kann wie G.K. (was ich ihm beigebracht habe damals) und man könnte sich auf vier Tage in der Woche einigen, vielleicht auch weniger … und das sei ihm gerade nur so in den Sinn gekommen …

Tausch

Das Schluck-Weh von heute morgen ist weg. Dafür hab ich jetzt Fieber. Hallo?

Die Kugel

Gestern mich wieder mit der A.-Gruppe getroffen. Etwa alle 18 Monate bekommen wir das hin. Zuerst Begrüßungen, als sei wir alle von einem sinkenden Schiff gerettet worden, dann die ersten Gläser Sekt. Irgendwann wird es M. aber zu bunt und sie scheucht uns in Wohnzimmer. Dann holt sie die Kugel hervor und los geht es mit: „Wie bin ich heute hier?“ Das erstreckt sich dann bei uns in diesem Fall auch auf die letzten Monate – und so dauert das ‚Ritual‘ in höchster Konzentration und mit gehörigem Ernst gute zweieinhalb Stunden. Erst dann gibt es was zu Essen. Da sind wir eisern.

Es ist wirklich spannend bei zwölf Menschen Mitten ins Leben zu sehen, denn bei diesem ‚Ritual‘ herrscht eine seltene Offen- und Vertrautheit auch recht intime Dinge zu sagen. G. erzählte etwas über den Tod seiner Frau und welche Vereinbarungen getroffen haben; M., ist – mal wieder – zu ihrem Ex-Mann zurück (angeblich wegen der Hunde, die sich so gut vertragen); A. hat zwar anfänglich gezickt wie immer, rückte dann mit zwei Todesfällen raus; M. geht es nach der letzten Krise ausgesprochen gut; …

Das Essen rückte wie immer wirklich in den Hintergrund und es klappte sogar wieder, dass wir auch am Tisch meist gemeinsam ein Thema hatten –  und das will, wie ich finde, bei elf Leuten wirklich was heißen.

Ohrwurm

Bekomm‘ es gerade überhaupt nicht aus den Ohren. Macht aber nix, denn:

Nur sie [die Schönheit] ist göttlich und sichtbar [respektive: hörbar] zugleich, und so ist sie denn also des Sinnlichen Weg. (Sokrates)

Kennst Du das Land …

Beim Warten auf die Straßenbahn kommt ein Reisebus die Straße herunter auf dem groß steht: Germania – Italia

Hätte ich keine zehn Liter (spanischen) Weißweins in den Händen gehabt, ich wäre losgelaufen und hätte ihn angehalten.

* 1943: Friedrich Christian Delius

Irgendeiner Romane werde ich schon gelesen haben von ihm. Aber erinnern tu ich mich nicht mehr dran. Doch Delius hat mich nachhaltig in der Hinsicht beeinflusst, als ich auf seine Dissertation gestoßen bin mit dem Titel: „Der Held und das Wetter“. Eine feine Arbeit mit einem überaus sakrastischen Vorwort und der dann doch nicht so überraschenden Erkenntnis, dass wenn es dem Held schlecht geht, das Wetter auch nicht gerade toll ist. Ausnahmen bestätigen die Regel. Man lese Ivan Bunin: „Mitjas Liebe“ – je schlechter es Mitja geht, desto geiler das Wetter! Tja, das hat mich dann damals zu dem Titel meines Dissertationsprojektes geführt – was dann grandios scheiterte, aber in der Zwischenzeit glaube ich, mit einem etwas anderen Ansatz könnte man dennoch was draus machen (daher bleibt der Titel mal noch unter Verschluss).

So einfach bin ich zu haben

Mein Mann hat mir heute dieses Spielzeug geschenkt.

Also musste ich gleich damit spielen in Form von Pilzravioli mit einer selbst gemachten Tomatensoße (! ich! gekochte Tomaten! freiwillig? Ich sollte mir langsam Sorgen um mich machen).

+ 1989: Thomas Bernhard

Ich war 20 und ZDL. Ich lag mit Nierenkoliken in meinem knapp 8 qm großen Untermieterzimmer im Keller mit vergitterten Fenstern und Ausblick auf eine Garage. Ich kannte noch niemand in der Stadt oder im Krankenhaus. Aber es geschah dann doch, dass die Vermieterin mir Thomas Bernhard empfahl – so meine ich mich zu erinneren, auch wenn es eigentlich gar nicht passt. Egal. Also wankte ich jeden Tag zu erst zum Arzt („Kaufen Sie sich einen Kasten Bier – Bier warm machen – trinken – Treppen hoch  und runter – dann geht der Nierenstein schon irgendwann ab“ so der Arzt) dann in die Buchhandlung um mir eins der schmalen Bändchen nach dem anderen seiner autobiographischen Werke – Die Ursache, Der Keller, Der Atem, Die Kälte und Ein Kind – zu kaufen.

Und seitdem bin ich – „naturgemäß“ – Benhard verfallen. Seit ich seitenweise „in die entgegengesetzte Richtung“ gelesen habe und „in die entgegengesetzte Richtung“ nämlich in Richtung „Scherzhauserfeldsiedlung“. Und irgendwann hatte ich dann „Die Auslöschung“ in den Händen in meinen Augen das beste von ihm. Es gab bisher wenige Bücher, die ich nach 3, 4 Seiten wieder an die Seite legte und das Gefühl hatte, zwei Stunden intensiv gelesen zu haben.

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Sadomasomäßig

Gott, bin ich ein Schisser! Musste heute zum Zahnarzt – professionelle Zahnreinigung. Mehr nicht. Keine Spritze, kein Bohrer, keine Zange … nix von diesen Folterwerkzeug. Und ich geh seit neustem zu einer Zahnärztin, die sich auf Angstpatienten spezialisiert hat … hilft leider auch nicht viel, den Mund muss man da auch aufmachen. 25 Minuten hat das gedauert – ich danach schweißnass, mit den Nerven am Ende, zittrig auf den Beinen …

Aber dann habe ich, ganz Macho der ich sein kann, meine S/M-Ecke in mir rausgeholt und gleich einen Kontrolltermin für Oktober vereinbart – Oktober dieses Jahres wohlgemerkt!

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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