Die Kugel

von Bert

Gestern mich wieder mit der A.-Gruppe getroffen. Etwa alle 18 Monate bekommen wir das hin. Zuerst Begrüßungen, als sei wir alle von einem sinkenden Schiff gerettet worden, dann die ersten Gläser Sekt. Irgendwann wird es M. aber zu bunt und sie scheucht uns in Wohnzimmer. Dann holt sie die Kugel hervor und los geht es mit: „Wie bin ich heute hier?“ Das erstreckt sich dann bei uns in diesem Fall auch auf die letzten Monate – und so dauert das ‚Ritual‘ in höchster Konzentration und mit gehörigem Ernst gute zweieinhalb Stunden. Erst dann gibt es was zu Essen. Da sind wir eisern.

Es ist wirklich spannend bei zwölf Menschen Mitten ins Leben zu sehen, denn bei diesem ‚Ritual‘ herrscht eine seltene Offen- und Vertrautheit auch recht intime Dinge zu sagen. G. erzählte etwas über den Tod seiner Frau und welche Vereinbarungen getroffen haben; M., ist – mal wieder – zu ihrem Ex-Mann zurück (angeblich wegen der Hunde, die sich so gut vertragen); A. hat zwar anfänglich gezickt wie immer, rückte dann mit zwei Todesfällen raus; M. geht es nach der letzten Krise ausgesprochen gut; …

Das Essen rückte wie immer wirklich in den Hintergrund und es klappte sogar wieder, dass wir auch am Tisch meist gemeinsam ein Thema hatten –  und das will, wie ich finde, bei elf Leuten wirklich was heißen.