Durch die Zeit

Monat: Februar, 2015

6 Grad

Der neue Kühlschrank ist 15 cm höher, etwas geschickter aufgebaut und hat daher mehr Stauraum. Aber so schön er auch ist, so schön er auch schnurrt … ich vermute, erst wenn wir einen eigenen Kühlraum haben, werden wir wirklich glücklich sein.

Stadtgeschichte 2 – § 267 StGB

Mit Rolli-A. im Stoffhaus. Erst mit dem einen Aufzug im Nachbargebäude zwei Stock hoch, von dort mit dem Lastenaufzug wieder einen runter. Umständlich, aber alle sehr hilfsbereit. Mein Mann beriet, ich räumte einen Ballen nach dem anderen aus den Regalen, hielt ihn ihr hoch, streifte mit dem Stoff über ihre Hand, damit sie auch einen haptischen Eindruck bekommt, legte Stoff auf ihre Brust und hielt den Taschenspiegel hoch, damit sie sehen konnte, ob die Farbe ihr passt (und zum Rollstuhl).

Eine Stunde später hatten wir einen wunderbar roten, floralen Stoff – den hatten wir zwar nach drei Minuten schon zum ersten Mal in der Hand gehabt und hätten damit die ganze Veranstaltung abkürzen können, aber nein, wenn zwei Schwule Stoff für jemand drittes einkaufen, kann es ja nicht lang genung dauern, bis man durch den ganzen Fummel durch ist).

An der Kasse schob ich der Verkäuferin ihre Geldkarte über den Tresen, da Rolli-A. zu wenig Bargeld dabei hatte. Darauf hin schob mir die Verkäuferin so ein Gerät hin, auf dem sie unterschreiben sollte. Aber da das ja völlig unmöglich ist, hab ich dann halt mal mit meiner Sauklaue und ihrem Namen unterschrieben: Urkundenfläschung!

Stadtgeschichte 1 – Wir können auch anders

Auf den Einkaufszettel standen eine einfache Computermaus und ein einfacher Wecker. Am Montag wird der neue Kühlschrank geliefert.

In Marmelade

Marmelade_003

10,90 – 4,74 – 13,58

Spontan heute mal wieder in die Maultaschenproduktion eingestiegen. Denn als ich auf dem Markt bei dem Metzger mir eine kaufte, die soo schlecht nicht ist, aber von gut dann doch auch wieder etwas entfernt, packte mich der Ehrgeiz. So wirklich zufrieden bin ich nicht, es muss doch Brät sein, mit Hack geht das einfach nicht. Aber wo bekommt man hier in Mitteldeutschland schon ungewürztes Brät?

Aus Interesse mal ausgerechnet, was mich der Spaß eigentlich kostet. 9,12 € für knapp zwei Kilo ist echt nicht viel. Der Metzger nimmt fürs Kilo 10,90 €, bei mir ist es weniger als die Hälfte: 4,74 €!

Das Doofe daran ist leider nur. Würde ich die zwei Stunden Arbeit mit dem Mindestlohn dazurechnen, dann liegt mein Kilo gleich bei 13,58 €

+ 1980: Alfred Andersch

Schullektüre, in der 10. oder 11. bei Herrn E. „Sansibar oder der letzte Grund“, schnell von uns in „Sansibar oder der letzte Schund“ umgetauft. Warum muss Schullektüre immer so eklig sein? Jahre später mündliches Abitur im Fach Kunst. Da einziger Prüfling nahm der Vorsitzende des Prüfungsauschuss als „Fachmann“ an der Prüfung teil – ein Deutsch- und Politiklehrer. Ich hatte über die Formensprache des Expressionismus zu referieren. Am Ende der Prüfung meldet sich der Vorsitzende zu Wort und möchte wissen, ob ich nicht ein Roman kennen würde, in dem eine Barlach-Figur eine Rolle spielen würde. Mir fiel wirklich nach kurzem Zögern „Sansibar“ ein. Der Herr war es sich schon mal zufrieden. Fragte daber dann, ob ich noch wüsste, was der Protagonist denke, als er die Figur das erste Mal sähe. Wundert mich bis heute, dass ich wie aus der Pistole antwortete: „Er denkt, die Figur könnte sofort aufstehen und gehen.“ (Vielleicht ist das wegen der Fluchtgedanken während des Deutschunterrichtes hängen geblieben?) Es gab dann 13 oder 14 Punkte für die Prüfung, 15 hätte ich gebraucht, um meinen Notenschnitt um ein Zehntel zu verbessern – sei’s drum, den Durchschnitt hat nie jemanden interessiert.

Wie viele Frauennamen beginnen mit O.?

Heute hat O. bei mir hospitiert. Drei Stunden zugehört, wie ich es mache. Sie ist schon viel länger dabei als ich, hatte aber jetzt länger pausiert wegen familiärer Dinge, will einfach wieder reinkommen, „geschmeidig“ sozusagen. Ich kenne O. so gut wie nicht, sie ist auch echt nicht gerade so meine Wellenlänge, viel zu viel „hinfühlen“ und „Vorsehung“ und „empfinden“ und „nachspüren“ und so.

Aber ihre Rückmeldungen haben gut getan! Auch wenn ich – hey,  ich bin a) Mann, b) vorsichtig, c) ignorant und d) so gestrickt, dass Lobe eh nicht ankommen – nur die Hälfte von dem, was sie rückmeldete, in Betracht ziehe, gegebenenfalls als etwas zu nehmen, was unter Umständen auch mit mir zu tun haben könnte …

Was sind schon Fotos?

Am Wochenende bei zwei ‚Ereignissen‘ Fotos gemacht. In erster Linie wirklich nicht für mich, ich mag es nicht so sehr, Veranstaltungen oder Geburtstage oder Hochzeiten oder sowas zu fotografieren. Aber da man weiß, dass ich es einigermaßen kann und dann auch nicht mit dem Handy anrücke und ich dann doch immer mal auf der Suche nach dem Motiv / Bild oder der Gelegenheit / Situation bin … lasse ich mich breit schlagen und schleppe die Ausrüstung mit, überlege, wie, wann, was, wer wohl am besten und vor allem so, dass es nicht stört.

Dazu gehört anschließend natürlich die Sichtung der Fotos, die eindeutigen Benennung (OK, da habe ich ein System und ein kleines Tool, das kostet nun wirklich nur zwei Minuten) und schließlich die Auswahl und eine gewisse Grundbearbeitung, d.h. Ausschnitt, ggf. Tonwertkorrektur, ggf. Farbkorrektur, ggf. nachschärfen, ggf. kleinste Retuschen, ggf. sonstiges und alles in eine Format bringen, was bis zu einer gewissen Größe abziehbar ist, aber auch für das INet geeignet. Und bei der Auswahl achte ich auch darauf, dass niemand zu oft erscheint oder jemand gar nicht und und und …

Heute saß ich zweimal zwei Stunden hinter dem Rechner, um die Bilder der beiden Ereignisse nach den oben genannte Kriterien auszuwählen und zu bearbeiten, dann steckte ich die alle in die Dropbox, dann gab es mittags eine nette Mail an insgesamt 25 Menschen.

Bis jetzt gab es es genau zwei Rückmeldungen von wegen „Danke für die Mühe / Sind ja schön geworden / Tolle Erinnerung“ – und damit gebe ich mich schon zufrieden. Mehr habe ich nicht zu erwarten.

Da gibt es einerseits eine gewisse Selbstverständlichkeit, dass es von jede Events Fotos gibt – und es gibt eine gewisse Unwissenheit / Ignoranz zwischen mal-schnell-mit-dem-Handy-geschossene-Fotos und Fotos, bei denen der Hinter der Linse versuchte nicht nur die Stimmung einzufangen, sondern auch technisch nicht gerade unterirdisch zu arbeiten.

Die Quantität lässt die Qualität hintenan stehen – womit ich wahrlich, wahrlich ich sage euch, so überhaupt nichts neues gesagt habe.

+ 1951: André Gide

Ich vermute mal ganz stark, dass ich da einen recht großen französischen Schrifsteller über die Jahre recht sträflich vernachlässigt habe, denn wenn ich seinen Namen höre, denke ich immer nur an „Die Falschmünzer“ und „Die Schule der Frauen“. Zu letzterem müsste ich erst wo was nach lesen, ich habe leider nix mehr in Erinnerung. Zu den „Falschmünzer“ jetzt auch nicht gerade viel, aber es gehörte zu meinen ersten schwulen Büchern, die ich damals noch heimlich – obwohl ich alleine lebte – las und sie so in den Bücherschrank stellte, dass man den Titel nicht lesen konnte und daher auch keine Rückschlüsse auf mein Interessensgebiet. Irgendwann sollte ich wohl ein Jahr einlegen, in dem ich einfach bestimmte Bücher nochmals lese, „Die Falschmünzer“ ständen weit oben.

Proust, Joyce, Beckett und C.

Mit C. Lesungen zu planen, macht einfach Spaß. Er ist so herrlich unkompliziert. Für den 10. Juli (Proust) kann ich mir natürlich Musik vorstellen, „das kleine Thema“. C. spielt Klavier. Also kurz hinter die Bücher, welches Stück stand Pate (Fauré: Ballade, op 16 – siehe unten), kurz die Noten im Internet gesucht – OK, bis zum ersten Doppelstrich sicher, der Rest dürfte zu lang und zu kitschig sein, also schlägt er noch Debussy vor und Franck. Wegen Joyce (16. Juni) machen wir uns erst gar keine Gedanken, am 14. und 15. wird geprobt, zwei reichen uns. Und für den 15. März (Beckett) nehmen wir die beiden Texte jetzt wohl schnell am Dienstag auf, die Weiterverabeitung, Hinzufügen von Geräuschen „och, ich mach‘ das schon, bekomme ich wieder etwas Übung.“

Und jetzt das kleine Thema bis 3:20 – danach wirds wild:

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

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heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

MARCEL STUDIES ABROAD

Mein Semester in Korea

Meine geliebte Narzisstin

Eine wahre Geschichte

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Das Scharlachrote K

... und der Zirkus drum herum

no_more_money_4_shit

Zwei Frauen ein Projekt

Gedankenwirrwarr & Ruhrpott

Meine ganz eigene Welt

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

Winterlicht Fotografie

Fotografie berührt mein Herz