Immer noch nicht da – Burg I

von Bert

Ich hab ja schon immer was dagegen gehabt, so-tun-als-ob zu spielen. Das ist so eine Art Selbstbetrug. Wirft sich aber jetzt nach drei Tagen Burg die Frage auf, warum macht das Spaß in „Gewandung“ verkleidet auf der kleinen Burg die Hecke zu schneiden, mit Pfeil und Bogen zu schießen (diesmal ohne blauen Unterarm!) und dem ‚Koch‘ zur Hand zu gehen?

Auch wenn sich die Leute echt verdammt viel Mühe geben – alleine für meine Gewandung hat mein Mann Dutzende Stunden zum Färben und Nähen (selbstverständlich ohne Maschine) gebraucht, mal ganz davon abgesehen die Stunden, die er auf der Suche nach passenden, zeitgerechten Vorlagen verbracht hat – ohne Kaffee geht dann doch nix. Natürlich gibt es als Essgeschirr nur Holz, Ton, Eisen und Bein, doch die restliche Milch aus dem Krug wandert dann doch wieder zurück in die Verpackung, die dann den Weg in den Kühlschrank findet.

Und so gäbe es eine Menge an so-tun-als-ob-Dinge und -Situationen … aber der Spaßfaktor ist einfach hoch. Liegt vielleicht auch daran, dass ich abends ausgiebig Feuer machen kann; liegt vielleicht daran, dass man in manchen Dingen nicht so ‚fein‘ sein muss; liegt vielleicht daran, dass ich immer dann meine Ruhe haben kann, wenn ich sie brauche.

Unglaublich aber wahr: Ich freu mich auf den nächsten Termin.