Durch die Zeit

Monat: Juni, 2015

# 188

2015-06-27 16.53.21

Ups

Beim Termin bei meiner netten, jungen, rumänischen und fröhlichen Hautärztin wurde klar, „das da“ muss weg. Nix, über das man sich jetzt Gedanken machen muss, ist vielleicht 3 x 3 Millimeter groß, oberflächlich – kein Ding.

Vorne an der Theke Papiere unterschrieben und dann mal gespannt gewesen, wann denn ich den Termin bekomme. Auf den von heute habe ich ’nur‘ sieben Wochen warten müssen. 7.7. schlug mir dann die Sprechstundenhilfe vor. „In einem Jahr?“ habe ich etwas entsetzt gefragt – da schaute sie mich entgeistert an und meinte: „Nee, nächste Woche! Da ist gerade was frei geworden.“

Ich bitte um erklärende Hilfe!

Ich zitiere aus dem Duden. Ich bin Germanist. Und hab null Plan. Auslassungen habe ich mit „…“ gekennzeichnet, die ganze Regel HIER.

Regel 76:

1. Als Substantive gebrauchte Pronomen (Fürwörter) schreibt man groß <§ 57 (3)>. (Meist steht in diesen Fällen ein Artikel.)

  • jemandem das Du anbieten

2. Sonst schreibt man sie klein, auch wenn sie als Stellvertreter von Substantiven verwendet werden <§ 58 (4)>.

  • Kommst du?

3. Possessivpronomen (besitzanzeigende Fürwörter) in Verbindung mit dem bestimmten Artikel können auch großgeschrieben werden <§ 58 E3>.

  • Er sorgt für die Seinen oder seinen.
  • Wir haben das unsere oder Unsere zur Finanzierung des Projekts geleistet.

Wo ist da die Logik? Der Sinn? Die nachvollziehbare Erklärung?

Solidarität – ein schwacher Versuch

Nein, einen „Grexit“ darf es für Europa einfach nicht geben. Das wäre weltweit ein extrem schlechtes Fanal und würde – und da braucht man sich echt keine Gedanken machen – früher oder später ganz Europa treffen. Man kann jetzt sicher hunderte von Stunden diskutieren, wer an was warum wie schuld oder nicht schuld ist – aber in Hinsicht auf die Zukunft Europas ist das aus der Reihe: „Wir spielen Kindergarten“.

Wenn es da bis Dienstag keine Einigung gibt, dann können wir ja alle schon mal auf unsere eigenen Konten schauen, was wir denn demnächst so spenden können, wenn in Griechenland die ersten verhungern oder Kinder nicht operiert werden können oder …

Es ist ein wirklich extrem schweres Thema und ich würde auch nicht behaupten, da wirklich durchzublicken – aber wenn die europäischen Staaten wieder beginnen, die eigene Nationalitäten über die europäische Gemeinschaft zu stellen, dann ist das klar der Weg zurück in die Kleinstaaterei mit allen negativen Konsequenzen. Jeder ist sich selbst der nächste … das ist mit Sicherheit nicht die Lösung (auch nicht in Hinsicht auf die Flüchtlinge, die übers Meer kommen).

Daher von meinem Mann und mir eine vollkommen hilflose Solidaritätsbekundung für Griechenland und Europa: Er hat Mezze gemacht, also viele verschiedene kleine ‚griechischen‘ Gerichte, die ihren Ursprung in verschiedenen europäischen Nationen haben.

War’s das?

Zuerst Island, jetzt die USA. Mal per Volksabstimmung, mal per obersten Gerichtsbeschluss. Müsste ich nicht jubeln?

Ich tue es irgendwie nicht. OK, nix dagegen, wenn mein Mann und ich dereinst in Deutschland (d.h., wir müssen die Nach-Merkel-Zeit abwarten) ‚heiraten‘ können, und uns nicht ‚verpartnern‘ müssen, denn Mensch ist Mensch und Liebe ist Liebe. Aber diese Freundentaumel der Schwulen und Lesben kann ich nicht nachvollziehen. Wir Schwulen (und davon kann ich nur sprechen, die Lesben und Transgender und die … mögen es mir verzeihen, dass ich es nicht einzeln nachvollziehen kann) sind erst vor gut einer Generation aus unseren dunklen Ecken gekrochen und haben berechtige Ansprüche gestellt (bspw. nicht als „krank“ zu gelten). Aber müssen wir Gängelungsinstrumente wie die Ehe als ein Ziel erklären, das wir erreichen müssen, um uns ‚gleich‘ zu fühlen?

Sorry, aber die Mehrheit ist nun mal hetero – müssen wir, die das nicht sind, kopieren? So tun als ob?

Was waren wir Schwule mal stolz darauf, nicht in in engen, beengenden Konzepten zu leben. Klar, es gibt auch Heten, die ‚frei‘ leben, mal hie und mal da ihre Lust haben. Gut so. Aber ist es wirklich erstrebenswert eine „Ehe“ einzugehen, die auf Prinzipien beruht, die im 19. Jahrhundert wohl ihre Berechtigkeit gehabt haben mag? Äh, wir schreiben gerade den Beginn des 21. Jahrhunderts – nur mal so als Marke.

Ich zumindest bin von den ganzen schwulen offiziellen Organisationen enttäuscht, dass sie mit der „Ehe für alle“ letztendlich in ein konservatives Horn stoßen anstatt das Tor zur ’neuen‘ bzw. ‚freien‘ Lebensformen zu öffnen (und das nicht für Lesben, Homos, Transgender und was weiß ich, was es da in der Zwischenzeit alles gibt …. sondern einfach für „sich liebende Menschen“).

Mein Mann und ich reden – zugegeben – immer mehr über diesen Schritt. Aber nur deswegen, weil wir uns gegenseitig ggf. die mögliche „Witwer-Rente“ sichern möchten, also ein Akt der Absicherung, nicht der Liebe. Und daher … Ehe, Dich gibt es doch schon gar nicht mehr.

Feststellungen

  • Fast einen ganzen Tag in der Sonne macht müde
  • Ich bin ein Mann: Zum Kauf für die neuen Schuhe brauchte ich sieben Minuten. Bei den Schuhen, die ich dabei hatte, löste sich von einem der Absatz und die Sohle des anderen hörte auf eine Sohle zu sein.
  • Ich sollte meine sexuellen Erwartungen einem „Reality-Check“ unterziehen
  • Zwei Jungs, nun ja, so wohl Anfang 20, beim Baden gesehen, die tatsächlich enganliegende Badepants anhatten, damit auch umherliefen und nicht nur schwammen, später sogar Federball spielten. Sollten das die ersten beiden Vorboten des Anti-Schlapper-Hosen-Looks gewesen sein?
  • Und so ganz habe ich wohl noch nie verstanden, warum es Badeanzüge und -hosen gibt.

Feststellung

Schifffahren macht ganz schön müde.

„Sonst spring ich aus dem Fenster!“

Paul, so Lisa, sei dann einfach nicht mehr gekommen.

Erste Sätze eines Romanes halte ich ja für extrem wichtig. Und den da, finde ich mal gar nicht soo schlecht. Immerhin stellt der Aussagesatz viele Fragen: Wer ist Paul? Wer ist Lisa? Und wohin ist Paul nicht mehr gekommen? Oder ist Paul nicht mehr in ihr, Lisa, gekommen? Oder wie?

E. bekommt jetzt wohl das Grinsen nicht so richtig aus dem Gesicht, denn dieser Romananfang stammt, nein, nicht von ihm, sondern von mir. Lang, lang ist’s her. Es war an meinem ersten Computer. Da blinkte ein weißer Cursor auf blauem Hintergrund. Ich war am Fernsehen, da fiel mir dieser Satz einfach ein und dann hat er mich so genervt, weil ich die Fragen beantwortet haben wollte und ich habe dann tagelang geschrieben. Alles in indirekter Rede aus der Sicht von Lisa, wie Lisa selber sagte, als sie erzählte warum er, Paul, dann nicht mehr gekommen sei, einfach so, ohne einen Grund zu nennen und sie, also Lisa, sich lange überlegte, ob es überhaupt einen Grund gegeben haben könnte, das er, Paul, nicht mehr gekommen sei. Also in dem Stil eng bedruckte 180 Seiten oder so.

Als ich den Text schrieb, kannte ich E. nur vom Namen her. Ein großer Name an der Uni damals, weil, der schrieb immer für die ASTA-Zeitschrift, der hatte ne Meinung, der hatte Grips, der stellte was dar. Das war nicht so ein blasser Student wie ich, ungeoutet und strebsam in den Seminaren. Aber dann trafen wir uns in der Fachschaft Germanistik und bei einer abendliche Fachschaftssitzung bei ihm an einem großen runden Tisch (die waren damals super modern in der Politik – heute gibt es ja nur noch Agenden) haben wir tierisch viel geplant, wie Fachschaftswochenende mit dem Thema: „Einübung der Zentralen Geschäftsordnung der Gesamthochschule“, ne Uni-Fete (die gigantisch wurde) und unter anderem halt auch gleich mal ne Anthologie mit Texten der Studierenden.

Ein knappes Jahr später lag die dann auch in einer Auflage von 1.000 Stück vor. War natürlich ein hartes Stück Arbeit gewesen, die ca. 300 Texte, die letztendlich uns überschwemmten, zu lesen und zu ‚bewerten‘. Und wir von der Fachschaft haben damals in stundenlangen Diskussionen, kommt dieser Text in die Anthologie oder nicht, verdammt viel darüber gelernt, was einen Text als guten Text ausmacht bzw. ausmachen kann, welche Regeln wie gebrochen werden können, damit es dennoch stimmig ist etc. pp. Da ging es manchmal extrem hoch her aber jede und jeder von uns durfte einen (aber auch wirklich nur einen) Text durchdrücken, selbst dann, wenn alle dagegen war. Man musste halt eben nur sagen: „Sonst spring ich aus dem Fenster“.

Der ASTA war übrigens damals so nett bzw. so komplett unbedarft und durcheinander gewesen, dass er uns eine Ausfallsbürgschaft über die gesamten Druckkosten genehmigte.

Wie darauf komme? Heute Abend hat sich ein anonymer Kontakt den Mut genommen, und den wahren Vornamen verraten: Lisa – sie ist also nicht länger nur ein Produkt meiner Phantasie.

# 187 – Kontrastprogramm

An den Bodensee eingeladen worden. Heute morgen mit ultradickem Kopf hingefahren. Im See schwimmen gewesen! Sonne genossen! Ne Portion Spaghetti genossen (musste sein). Und jetzt noch leicht bekleidet bei einem Glas Weißwein und einem ultraspannenden Tatsachenkrimithrillerwahnsinn.

2015-06-24 19.32.36

Gut Ding will Weile haben

Dann warten wir mal jetzt schön. Das Gespräch heute morgen ist wirklich gut gelaufen. Frau B., die ggf. zukünfige Vorgesetzte, war mir wirklich sehr freundlich zugewandt, mit dem Personalchef schien ich auch auf der gleichen Wellenlänge zu sein. Die Frauenbeauftragte schaute überraschenderweise rechtfreundlich aus der Wäsche, die Vertreterin der Behinderten interessierte die ganze Veranstaltung gar nicht und nur die eine Frau, auch aus dem Personalbereich, die schaute so was von giftig, echt, dabei hatte ich ihr doch gar nichts getan.

Und – ich erwähnte es bereits ein bisschen – ich habe mich bei einer Verwaltung beworben, aber bei einer richtigen Verwaltung, mit Gremien und Obergremien und Nebengremien und weiß ich was. Ob es was mit der Stelle wird erfahre ich – tamtam: in einem Monat!

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