C., Beethoven und die fehlende Hose

von Bert

C. spielt morgen das 1. Klavierkonzert von Beethoven mit dem hiesigen Uni-Orchester. Heue hat er einer Bekannten geholfen, die Wohnung zu renovieren, war davor in der Uni und schlug um halb zehn Uhr abends dann bei auf, dankbar für ein Bier und Toast. Aber dennoch voller Elan die von mir ausgesuchten Proust-Texte zu lesen.

OK, wie immer: ein Tuck zu lang.

Andererseits: So schlecht war die Auswahl nicht, denn C. muss öfters mal lachen.

Und es erinnert mich an eine Probe von vor zwei Jahren. Da hatten wir uns Joyce vorgenommen und bei der zweiten oder dritten Probe – es war ähnlich heiß wie heute – kam ich in totalen Stress als er klingelte und ich nur ein T-Shirt an hatte. Damals machte es echt TILLT mir mir und ich hab halt dann ohne Hose die Tür geöffnet. C. hat das dann erst weit aus später realisiert, einmal gegrinst, und weitergelesen.

Heute kam ich aus einer Laberrunde mit Verabschiedung des Laberrundenvorsitzenden, zog mir, als ich endlich wieder zu Hause war die Hosen aus und hatte kein Problem, C. die Tür so zu öffnen. Ich vermute, er hatte es eh schon erwartet.

Und das mag ich an ihm: Er kann einfach geschehen lassen. Und es gab oft genug schon Momente, wo er nackt war, ich ihn photographierte und es genauso OK war wie andersrum. Manchmal kann es einfach so einfach sein.