Langzeitwirkung

von Bert

Gerade hat das M. angerufen.

(Das M. ist eigentlich der F. und gehört wohl zu den wichtigsten Menschen in meinem Leben. Was daran liegt, weil ich mit ihm wirklich eine richtig heiße und geile Affaire hatte, weil er aber vielmehr ein Schanier meines Schicksals ist … wie auch immer, sollte ich je eine Biographie schreiben, er bzw. es bekommt sicher ein eigenes Kapitel.)

M. wollte mir nur erzählen, dass er sich heute mit einem Lehrer-Kollegen länger unterhalten hätte und sie feststellten, dass sie ja in der gleichen Uni studiert hätten. Daraufhin hechelten sie wohl die Professoren und Lehrbeauftragte durch, bis der Kollege von einem Wolfgang-Koeppen-Seminar schwärmte, was ich damals gehalten hatte.

Nach dem Studium habe ich drei Jahre lang Grundstudium-Seminare gegeben … bis ich diesem Bereich leider den Rücken kehren musste.

An das Koeppen-Seminar erinnere mich in der Hinsicht noch gut, weil am Ende genau die zwölf Studierende im Raum saßen die auch den ersten Termin wahrgenommen hatten, obwohl meine verpflichtende Leseliste schon für damalige Verhältnisse extrem fett war: vier Romane, komplett! OK, ich hatte Daten angeben, bis wann die Romane gelesen sein müssten und – ich gestehe – ich war so fies und habe auch mehr oder minder geschickt abgefragt, ob das dann auch gelesen war. Und ich gestehe auch, dass ich mich tierisch gefreut habe als ich feststellen konnte, dass die Studierenden nicht nur diese vier Romane gelesen hatten – sondern mal schlichtweg weit darüber hinaus.

Das ist jetzt irgendetwas über 20 Jahre her, aber es tut schon verdammt gut, dass da einer von den zwölf ist, die sich heute nicht nur daran erinnern können, sondern heute noch gerne davon erzählen.