Durch die Zeit

Monat: August, 2015

Muss das?

Es gibt mehrere Wochenenden im Oktober. Aber warum legen alle ihre Termine auf das erste?

Pempel, pempel!

  • In Griechenland ist es heiß – hier nicht.
  • In Griechenland fahren sie alle wie die Irren, aber dafür rücksichtsvoll.
  • Der Grieche an sich pempelt gerne mit Wasser, komplett unabhängig davon, ob es Sinn macht oder nicht. Hauptsache er und sie kann mit Wasser rumspritzen und das am besten den ganzen Tag über.
  • In Griechenland gibt es viele, viele griechische antike Stätten – die einem aber überhaupt nichts sagen, wenn man nicht viel, viel darüber gelesen hat oder jemanden es einem erzählt.
  • Griechische Campingplätze sind entweder nicht mehr existierend oder voll oder unerträglich laut oder komplett upgefuckt – bis auf einen
  • In griechischen Kneipen bekommt man für wenig Geld gigantische Portionen. (Erklärt, warum der Grieche an sich jetzt nicht so der eher schlanke Typ ist.)
  • In griechischen Kneipen bekommt man bevor man auch nur überhaupt etwas gesagt oder geschweige denn bestellt hat, erstmal kostenlos eine Glas oder eine Karaffe Wasser hingestellt.
  • Wo in Griechenland absolutes Halteverbot draufsteht, muss es noch lange nicht damit gemeint sein.
  • Die griechischen Straßenbauer bringen die Gullydeckel auf den Straßen immer so an, dass man unweigerlich darüber fahren muss. Warum konnten wir noch nicht erruieren.
  • Die griechische Finanzkrise ist im Straßenbild eigentlich nicht sichtbar.
  • Die griechische Finanzkrise ist im Gepsräch mit Freunden mehr als spürbar, fast schon bedrohlich.
  • Der Grieche an sich spricht schnell und kann oft deutsch.
  • Der Grieche an sich ist multitaskingfähig. In der Kneipe läuft auf dem rechten Bildschirm Basketball (mit Ton), auf dem linken Fußball (mit Ton), dazu läuft Rembetiko-Musik (so laut wie die beiden Spielberichte) … und der Grieche kann alles gleichzeitg kommentieren, noch etwas nachbestellen und das Gespräch weiterführen.
  • Warum hat mir noch nie jemand etwas vom griechischen Tsipouro erzählt?

Abgehoben

Wenn alles so gelaufen ist, wie geplant, dann habe ich gerade abgehoben und fliege in Richtung Griechenland.

Wünsch Euch eine gute Zeit! Bis die Tage!

Die Jungs

Die Jungs haben sich gerade gemeldet! Nehmen die Einladung an. Möchten im September kommen. Passt. Freut mich sehr.

Mit E. über Beckett zu Dante

Nach einiger Anlaufzeit heute das erste Treffen zu einem Dante-Lese-Projekt. Wir trafen uns bei E., dessen Namen mir aber nichts sagte. Aber als ich dann heute zu der Adresse hinfuhr, dämmerte es mir, dass es ja vielleicht der E. sein könnte, den ich an Becketts 109ten Geburtstag kennen gelernt hatte.

Und so war es auch! Das hat mein Herz echt hüpfen lassen, denn an dem Abend damals hatten wir uns einfach gut verstanden, hatten gleich gute Themen die wir nicht nur oberflächlich besprachen. Und nun mit ihm und 3-4 weiteren jetzt 14-tägig die „Göttliche Komödie“. Und auch heute hatten wir gleich so einen gewissen Draht. Das tut gerade wirklich gut, denn es ist eine (noch) kleine Bereicherung. Und ich finde es fast schade, dass ich beim nächsten Treffen gar nicht da sein werde.

Neues Lieblingswort

Zu den schönsten deutschen Wörtern zähle ich ja u.a. ’nichtsdestotrotz‘.

Aber ‚traun fürwahr‘ ist auch wirklich ganz schön. Und da man es im Sinne von ‚ungelogen‘ verwendet, kann man es gut einbauen. Ich freue mich schon auf heute, wenn ich das Abendessen loben werde: „Das sind aber – traun fürwahr – gute Tomaten!“

Ha, das wird ein Spaß!

Nichts für Ungeduldige

Einzelne kalte Spaghetti aus der Schüssel isoliert schmecken wunderbar!

Der Tag *

Ab 5:30 wird zwar nicht zurückgeschossen, aber spätesten da ist meine Nacht zu Ende, da wälze ich mich dann irgendwie rum, schlafe immer wieder ein, träume immer wieder irgendwelche Scheiße, mache mir Gedanken über „wie-geht-das-wohl-weiter“ und fühle mich hin, ob der Pilz mal wieder sich an delikater Stelle sich ausgebreitet oder den Rückzug genommen hat.

Kurz nach acht dann doch auf, wenn auch ohne Lust, nach Bad-Gang die übliche halbstündige Niesattacke mit SZ-Lektüre. Meine Mann machte sich derweil vom Acker, der will zwei Tage noch auf der Burg schuften.

Den restlichen Vormittag vor dem Computer, erst die eine Mail an E. beantworten, dann noch ein paar Mails ehrenamtlicherweise und schließlich die lange, lange Suche nach kostenfreien epubs. Jetzt habe ich 150 Dateien auf dem E-Reader, was wohl an die 500 Bücher entspricht – aber ich bin noch nie so unglücklich hinsichtlich Lektüre in den Urlaub gefahren. OK, im Gesamtwerk von von Keyserling werde ich noch was finden, aber alles andere ist Not-Lektüre: Homer, Platon, Zola, Hugo, Dumas, Weiß, Shakespeare … halt alles ‚altes‘ Zeug aus meist Kategorie zwei. OK, etwas Zeitgenössisches ist noch – verbotenerweise – auch darunter, aber nix, was mich so richtig anspricht. Echt, auf den Kauf von Unterhosen, Klamotten, CDs, Küchenutensilien und was auch immer … no problem, aber Bücher?

Nach nem kleinen Mittagessen bei gaga hängen geblieben, Platz 35 schaffe ich zwar nicht mehr vor dem Urlaub – aber bis Ende des Jahres jetzt dann doch locker.

Und dann stand B. vor der Tür, der jüngere Bruder meiner Patentochter S. Er hätte gehört, ich würde heute für sie kochen. Als ich erläuterte hatte, dass ich vorgestern der Mutter gegenüber ausgedrückt hatte, man könnte ja gemeinsam kochen stand schon die Schwester S. vor der Tür. Nochmals die selbe Erklärung, dann rief die Mutter J. an.

Nach einigem Hin-und-Her folgender Speiseplan:

Dazu das Agreement von J.: „Du kaufst ein, Du kochst – ich mache die Küche, ich zahle!.“ Da stimmte ich doch gerne zu.

Mit der Patentochter dann zwei Stunden in der Küche – und da war irgendwie toll. Denn irgendwie wollte sie schon wissen, wie ich was warum so koche – und hat mich echt gelöchert -, andererseits hatte ich zwar das Heft in der Hand, aber S. hat gekocht und getan und angerichtet und … jedenfalls so, dass man sagen konnte: Ihr Werk. Und dazwischen hatten wir noch Zeit ganz locker und ungezwungen darüber zu reden wie es ihr geht, was das Studium macht, der Freund, die Zukunft … so ein Patenonkel-Patentocher-Gespräch in lockerster Atmosphäre.

Dass ich derweil der Kochpoetin nicht immer gefolgt bin, versteht sich. Hatte zum Teil anderes Ausgangsmaterial (Schlegel) oder auch Fehlendes (Minze) oder auch Unverständnis (warum die Karotten raus?) …  und während ich S. erklärte, warum sie was wie zu tun hätte fiel mir irgendwie auf, dass ich seit ich ihren Blog lese, in der Küche freier, mutiger, selbstbewußter, kreativer …. geworden bin. Ich kann das echt an nix Konkretem festmachen. Aber lese ich eines ihrer Rezepte, dann sehe ich die Arbeitsschritte vor mir und zugleich meine Varianten, Weglassungen, Hinzufügungen, Änderungen, Ergänzungen. Und ich lese viele Rezepte, wirklich, aber die von ihr … magic!

Abendessen war gut, auch wenn ich merkte, dass alle drei Redebedarf hatten, also gucken, dass jede/r zu seinen Zeiten kommt. Noch mitkommentiert den Probezeltaufbau von S., die sich nächste Woche nach Norditalien abmacht und als Onkel es natürlich nicht lassen können, ihr eine halbe Stunde lang vor google-earth zu erklären, wo gut wo nicht, wo guter Campingplatz wo doof – immerhin habe ich klar gemacht, dass sie mitschreiben soll. Aber habe ich damals auf so was gehört? Ja! Wenn es der Lieblingsonkel war! Aber der war Priester und erzählte immer eher was von Sünde und so …

B. tut mir mal wieder etwas leid, er kommt in der Familie nicht zu seinem Recht. Ich mag ihn, aber die Themen die er hat, die sind mir so fremd. Aber er hat heute ohne Protest den Salat gegessen und todesmutig ne Schnecke probiert (wobei es bei der einen dann nicht blieb). Als Nächstes habe ich Tauben in Aussicht gestellt … das scheint angekommen zu sein.

Und das war es dann auch. Jetzt zappe ich noch etwas, werde noch meine Handy-Farm besuchen und für Ordnung suchen und morgen?

Morgen: Hör-CD zurück in die Bib, Hörstöpsel kaufen (die 35-Euro-teuren vom letzen (!) Jahr haben heute endgültig den Geist aufgegeben) und sonst mögliche weitere Absagen ablegen … jedenfalls nichts, was mich animiert, morgen freudig aufzustehen.

„Der Tag“ ist übrigens ein wöchentliche aktuelle gesellschaftlich-politisch-kritische-kulturelle Sendung von HR2, die sich erlaubt, 55 Minuten lang über ein einziges Thema sich aus verschiedenen Sichtweisen kontrovers zu nähern – ohne Gebrüll, ohne Populismus, ohne Selbstdarstellungsneurosen.

Sommerloch

Nicht nur in der Politik. Mein ‚Loch‘ wird auch immer irgendwie tiefer, so dass es die Sonnenstrahlen immer schwerer haben. Der Mailverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen. Bei tumblr scheinen die meisten auch im Urlaub zu sein, wie hier im Reader. Und immer noch keine zufriedenstellende Lösung für die Griechenland-Lektüre.

Fleißig gewesen!

Küche gestrichen!

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