FJS

von Bert

Ich wünsch ja niemanden den Tod. Wenn ich so richtig ärgerlich auf jemand bin, dann wünsche ich ihm die Krätze an den Hals, oder ne feine Geschlechtskrankheit oder Mundgeruch, Akne, Hautreizungen. Und mein Mann meint immer, dass ich als Katholik, ja was vom Strafen verstünde. Nun ja – ich lass das mal unkommentiert, aber so richtig laut wiedersprechen kann ich da auch nicht.

Das ist auch der Grund, warum ich gegen die Todesstrafe bin. Die, die wirklich Scheiße gebaut haben, die sollen sie auch auskosten. In der „Göttlichen Komödie“ hat Dante ja schon ein paar Vorschläge gemacht, aber ich muss zugeben, dass ich mir da mehr erwartet habe.

Gestern Nacht noch eine Doku über Franz Josef Strauß gesehen, der gerade in Bayern als Nationalheiliger gefeiert und verehrt wird. Ich konnte mit ihm ja noch nie, auch wenn ich ihm eine gewisse Intelligenz nicht absprechen kann. Und ich gestehe, das ich noch heute genau weiß, wo ich war, als ich im Radio von seinem Tod erfahren habe – und ich weiß auch noch, das ich vor lauter Erleichterung / Freude auf das Lenkrad schlug und „Endlich!!!!“ brüllte.

Was war das damals für eine Nation, die so einen Typen hat walten lassen? Ich glaube, das war so, als wäre Josef Blatter heute Bundeskanzler.

Und mal wieder spannend, wie diese (eher schlechte Doku) versuchte, ihn reinzuwaschen. Dass seine Tochter, die ihr Ministerinnenamt ja auch wegen Mauschelei verloren hat, nichts Schlechtes an ihm finden konnte, versteht sich ja von selbst. Aber das heutige CSU-Männer/Frauen auch nicht ein Körnchen finden an ihm, das zumindest „suboptimal“ gewesen sein könnte … Und der eine „Biograph“ damit gleichzog? Ein zweiter Biograph kam nur zweimal zu Wort und schien um ausgewogenen Kritik immerhin bemüht zu sein, aber das war so ein Alibi-Gedöhns.

Gedenken wir also Bertold Brecht:

Die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.