Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2015

# 223

2015-10-23 14.04.11

Fuß vor Fuß

Am Schluss waren es wohl nur 15 Kilometer, gefühlt sind es aber mindestens fünf bis sieben mehr. Aber das Wetter war einfach geil, der Weg wirklich schön und P., überraschenderweise, auf weiten Strecken einfach stumm.

Tut auch mal gut, nicht alles zu zerreden.

Vorsicht: 18plus! (2)

Als ich das erste Mal seinen Schwanz in der Hand hatte, war ich echt neidisch ob der Größe, der Steife, der Haptik, der … was weiß ich. Und als er dann kam, war es mir, als würde ein Vulkan sich entladen. (Oh, was für eine (beschissene) Metapher! Aber wenn es um Sex geht, der beschrieben sein will, dann hört selbst im Nachlauf der Verstand auf. Deswegen lasse ich das stehen.)

Beim zweiten Mal reduzierte sich dieser Eindruck schon ein bisschen, intensiv war es aber dennoch.

Beim dritten Mal gab es für mich echte Irritationen. Denn da erlaubte ich mir, mir selber an meinen Schwanz zu fassen und hatte zumindest einen haptischen Vergleich. Und meiner kam mir irgendwie dann doch größer vor, was aber optisch gar nicht sein konnte.

Und mich ärgert das nach wie vor, dass ich im ersten Moment in diesen vergleichenden Kategorien denke, die mir einfach so in den Kopf schießen. Immerhin bin ich im Kopf dann fitt genug, um daraufhin das Eigentliche zu denken – die Lust. In dem Fall seine Lust. Und da gab es innerhalb der 3 Male schon Entwicklungen. Statt das verschämte Rummachen ohne Licht, gibt es jetzt schon eine kleine Lichtquelle. Statt so schnell wie möglich, gibt es Zeit. Statt Schweigen gibt es danach ein paar Worte.

Und es ist reine Lust ihm zuzusehen, zuzuhören wie er Lust erlebt.

An the winner is:

Kurz nach 9 betritt Projektleiter M. mein Büro, greift sich den Stuhl der (schon seit Tagen wieder) abwesenden Kollegin und richtet, als er es sich gemütlich gemacht hat, an mich die geflügelten Worte: „Das ist nix geworden.“ Schiebt natürlich gleich hinterher: „Darf ich Dir auch noch gar nicht sagen.“

Da ich nichts anderes erwarte habe, antworte ich, wie Männer eben so antworten, auf beide Fragen gleichzeitig: „Klar.“ Das löst bei M. nun einen wahren Redeschwall aus: Oh, so klar sei das absolut nicht gewesen, man habe lange, richtig lange, sehr lange darüber diskutiert, denn meine Vorstellung sei die überzeugendste gewesen und selbst der GF (Geschäftsführer) hätte angemerkt, welche gute Arbeit ich leiste, vor allem wäre sehr, sehr positiv aufgenommen worden, welche Ideen ich in der kurzen Zeit hätte entwickeln können und überhaupt hätte ich ja genau die Kompetenzen und Erfahrungen, die man sich schon immer mal gewünscht hätte … aber es sei dann halt doch ne interne Lösung geworden.

Soviel Lob habe ich seit Jahren nicht mehr gehört!

Aber – und das hat mich dann jetzt wirklich überrascht: Der GF will jetzt mit HGF (Hauptgeschäftsführer – hatte ich erwähnt, dass ich derzeit im öffentlichen Dienst untergekommen bin? Die können sich Dinge leisten, meine Herrn!) sprechen, die Frau vom Personal mit dem Personalrat, M. will bei einer angeschlossenen Institution mal vorfühlen … versprechen kann niemand was, aber scheinbar haben sehen sie was in mir.

Oder so

Achim Blättert einen Karl May durch und liest nur die Abschnitte, die mit „Plötzlich“ anfangen, weil die spannend sind.

Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Arme Franktion durch einen mansich-depressiven Teenager im Sommer 1969, Mathes & Seitz Berlin 2.2015, S. 407

 

Und das war es dann auch für mich mit dem 800-Seiten-Wälzer. Davon lese ich kein Seite mehr, geschweige denn das Ding zu Ende. Dabei ist das gar nicht mal so schlecht geschrieben, hat eine gewisse Eleganz, die vielleicht ein bißchen arg selbstverliebt ist – in dieser Hinsicht ist es durchaus lesbar. Blöd ist halt nur, dass inhaltlich dem Machwerk sämtlicher Sinn abgeht. Das ist reinste Beliebigkeit. Eine Klasse creativ-wirting bekommt das gemeinsam in einem Semster (mit wohl mehr Sinn) genauso gut hin. Bei Witzel gibt es zwar soetwas wie einen Protagonisten, da der aber einen an der Waffel hat (was in der Litertaur, jetzt seehr allgemein gesprochen, schon mal vorkommt) braucht er sich an Logik nicht zu halten und darf eben, ja genau, der absoluten Beliebigkeit frönen. Und was Witzel hier zusammengeschrieben hat ist massenmäßig durchaus viel, inhaltich reicht es aber nach den 407 Seiten zusammengefaßt vielleicht für vier oder fünf Seiten.

In der Literatur, auch der ganz großen, gibt es immer wieder Sequenzen, Kapitel die nicht von der logischen, kausalen Welt handeln. Aber dort ergibt das Geschriebene Sinn, weil es sich in Bezug zu Anderm setzt. Das geht Witzels Text total ab, er ist maximal selbstrefernziell (und das war (mir) schon immer zu wenig). „Die andere Seite“ von Alfred Kubin oder „Picknick am Wegesrand“ von Arkadi und Boris Strugazki (Verfilmung Andrzeij Tarkowskij, kennt auch keine Sau mehr anscheind) beispielsweise entziehen sich auch dem logisch Kausalem, vermögen aber dennoch a) eine Geschichte zu  erzählen und b) Sinn zu vermitteln.

Ich weiß, ich urteile streng. Jeder Roman, in dem ein Traum vorkommt, hat bei mir eh keine Chance, weil das ist das gleiche wie früher bei den ollen Griechen auf der Bühne der Deus ex machina: Wenn man eben nicht weiterkommt, keinen Plan hat oder es schlichtweg nicht kann: schwupps, ein Traum mit den nötigen Hinweisen und alles wird gut (Wobei Deus ex machina noch einen gewissen Sinn macht).

Wer den Witzel haben will, für die Hälfte des Preises gebe ich ihn halbgelesen gerne ab.

Wer nicht will, der hat halt schon

Nach dem der Geschäftsführer eher gelangweilet nach Lebenslauf und Beweggrund der Bewrebung gefragt hat, übernimmt M. Er bedankt sich erstmal für die Arbeit bisher, lobt sogar (sowas kenne ich schon Jahre nicht mehr) und stellt dann ein paar motivietere Fragen. Und mir wird schlagartig klar, dass er mich gerne auf der Stelle haben würde, denn wir würden uns  gut ergänzen und zudem etwas für die Männerquote in der Öffentlichkeitsarbeit tun. An der Stelle bekomme ich danns schon Herzklopfen – aber in der nächsten Redepause wird mir auch wieder klar, das Frau M. die Stelle bekommen wird. Schließlich ist sie weiblich (wichtig für GF und HGF), ein Ausbidlungsprodukt des Hauses, jung (und daher zwei bis vier Gehaltstufen billiger als ich es wäre), gehorsam, pflegeleicht und unerfahren.

Als ich keine 20 Minuten wieder an meinem Schreibtisch sitze und weiterarbeiten will, überfällt mich bleierne Müdigkeit und stechende Kopfschmerzen, die sich nur sehr, sehr langsam verziehen.

* 1903: Evelyn Waugh

Man mag zwar meinen, das ist eine Autorin, ist aber nicht so. War ein potenter Mann (immerhin sieben Kinder), dessen Biographie noch zu schreiben sein wird, denn da geht kaum etwas gerade aus. Aber vor der Biographie stehen die Werke und da die gerade alle neu und gut übersetzt werden einfach mal für den Hinterkopf: Wenn euch ein Waugh auf dem Büchertisch begegnet: Mitnehmen!

Ersatz(bank)

Es dauert bei mir meist ein bisschen, bis ich kapiere, dass ich (mal wieder) als Ersatz(partner) fungiere.

Vor Jahren schon mit R. Immer, wenn er keine Freundin hatte, war ich eine wichtige Person. Wir sind in Urlaub gefahren, haben uns stundenlang unterhalten, waren ‚dicke‘ … und dann, wenn er wieder in einer Beziehung war, dann war ich nicht mehr „echt“, da fehlte es an „Authentizität“ und was auch immer. Jedenfalls Stress. Jetzt ist er schon seit Jahren verheiratet und seitdem haben wir keinen Kontakt mehr. Letztes Jahr ‚flammte‘ er etwas auf, als ich von seiner Krebserkrankung erfuhr, wir haben mehrfach gemailt. Gegen Ende seiner Genesungszeit hat er mal geschrieben, es wäre schön, würde man den Kontakt intensivieren können bzw. wiederaufleben. Mit etwas Verzögerung habe ich dann darauf geantwortet – zurück kam dann eine eher problematisierende Mails mit dem Inhalt: „Wie soll man sich denn über Mail wieder annähern? Ist das Projekt nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt?“ – Reagiert habe ich bisher nicht, vermute, dass ich es auch sein lasse.

Derzeit bin ich mal wieder gefordert. Nicht von R. Heute waren es so Themen wie: Welche Bettbreite ist ok? Lohnt sich ein Dampfdrucktopf? Und irgendwas wegen Handy. Gespräche, die man ’normalerweise‘ mit seiner Partnerin / seinem Partner führt.

Ich geb‘ zu, mir ist es manchmal etwas zuviel, zwei ‚Beziehungen‘ parallel zu führen – wie es mir dann auch zu wenig ist, wenn ich wieder zurück auf die Bank geschickt werde.

Aber immerhin – ich seh‘ es jetzt und kann es thematisieren bzw. oralisieren.

# 222

2015-10-23 09.33.25-2

Taxi Driver

Läuft gerade auf ARTE. Bin total begeistert. Robert de Niro in jungen Jahren – ich schmeiß mich einfach nur weg. Was war das denn für ein hübscher Bursche? Und warum sieht der Neffe meins Mannes sehr ähnlich aus? Und warum hatte ich den schon länger nicht mehr vor der Kamera?

Einmal habe ich den Film schon gesehen, im „Gloria“ damals. Mit M., genannt M., zusammen. Er hat sich dann gleich noch einen zweiten Film reingezogen, ich war so voll, ich konnte gar nicht. Und ich war so was von begeistert. Nicht nur von dem Fllm, von dieser Konsequenz, von dieser ‚logischen‘ Gewaltspirale … sondern damals auch vom Synchronsprecher. Und das war zu einer Zeit, da hat man Briefe schreiben müssen, um an die Information zu kommen, dass Robert de Niro von Christian Brückner gesprochen wird.

M. ist später Schauspieler geworden. Wir haben uns leider aus den Augen verloren. Es gab zwar noch eine kurze Zeit, da habe ich ihn gerne besucht, weil sein 4-jähriger Sohn total auf mich abgefahren ist. Was mich immer arg gerührt hat war, dass der Kleine immer unbedingt mit mir zusammen in die Badewanne wollte. Aber da ich damals schon was mit Männern hatte … stand man ja schon mal einfach nur so unter Generalverdacht.

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