Laberrunde

von Bert

(Eigentlich sollte ich dafür mal langsam ne eigene Kategorie aufmachen. Wenn ich mich so richtig beobachtet habe, dann schreibe ich ja fast jedes mal über die Laberrunde. Also kann es mir soo unwichtig ja gar nicht sein. *grübel*)

Heute zum ersten Mal im Arbeitsmodus.

Die Supervisorin lässt keinen Zweifel daran, dass sie jedem/r zu Beginn und zum Abschied die Hand gibt. Damit hat sie schon 77 Steine bei mir im Brett gewonnen. Ich finde dieses Handgeben für eins der tollsten und geilsten und was-auch-immer-Rituale, die es gibt. Selbst eine echte Umarmung toppt das nicht, denn wann umarmt man schon mal seinen Chef? Vor Jahren war ich mal als Unternehmensberater unterwegs und … abgekürzt: Ich habe jedenfalls von ersten Tag an ‚eingeführt‘, dass man sich die Hand gibt. Später waren das zwar dann zehn und das dauerte und war manchmal auch kompliziert – aber die Geste ist nicht nur eine leere Geste sondern sie wirkt: Man ist verbindlicher, man hält vielmehr das Wort, die Witze sind weniger bösartig und – das war und ist das Wichtigste – über den Händedruck werden Informationen ausgetauscht, die man mündlich gar nicht rüberbringen kann in dieser Zeit (und auch nicht da zwei Stunden Gespräch).

Die Supervisorin lässt zudem keinen Zweifel daran, dass sie das Ganze moderiert. Hallo? Ich dachte SupervisorInnen sitzen immer nur da, damit sie Geld verdienen.

Nach der Einstiegsrunde – „Wie bin ich heute da“ – hat die Supervisorin vier verschiedene Themen für den Rest der eineinhalb Stunden lokalisiert. Hallo? SupervisorInnen denken mit?

Bei Fallbesprechung Nr. 1, 2, und 3 gibt die Supervisorin das Thema erstmal zurück in die Gruppe, sammelt und – hat anschließend eine Meinung. Erklärt Zusammenhänge, macht auf psychische Prozesse aufmerksam, erklärt Verhaltensweisen … Seit wann glänzen SupervisorInnen mit Fachwissen?

Das war heute wirklich bereichernd, unterstützend, hilfreich, ermutigend … wie ich das noch nie erlebt habe. Und: Ich habe wirklich was gelernt, habe Zusammenhänge (neu) sehen können, kann ein paar Dinge anders und besser einordnen.

Wenn diese Supervisorin auch ne 14-tägige Gruppe leitet, dann werde ich mich ärgern – ich bin ja in der Monatsgruppe.

 

P.S.: Wie man sehen kann, den Handgelenken geht es besser – aber ich habe seit 13 Uhr auch nicht eine Taste gedrückt oder sonst wie die Gelenke durch anstrengende oder rhythmische Tätigkeiten belastet.