I. und die gewisse Enge

von Bert

Wie gestern schon geschrieben, stand ich in den letzten Jahren hin und wieder mal vor der ein oder anderen Kamera. Überwiegend bei J., hin und wieder, wenn auch oft spontan – aber warum nicht -, bei Fr. und Hr. K., und einmal bei einem Fotografen aus H., dessen Modebilder man in allen wichtigen Zeitungen und Zeitschriften findet.

Wie gestern nicht geschrieben, steht der ein oder andere Mann bei mir vor der Kamera – und wer die Kategorie „Durch die Linse“ verflogt haben mag, wird durchaus das Gefühl haben, dass diese Aussage durchaus richtig ist. Und da ich mich für Mode so gar nicht interessiere haben die Männer bald eben nix mehr an. Und da passiert es schon, dass der ein oder andere auch mal einen Ständer bekommt bzw. bekommen will. Sei’s drum – da ist eh vorher abgesprochen, ob ich dann weiter fotografieren kann / soll oder eben nicht.

Und es wäre total gelogen, würde ich jetzt behaupten, dass in diesen Momenten bei mir gar nix passiert. Ja, ich bekomme in solchen Fällen meist auch einen Ständer – für die Dauer von 2-3 Fotos. Denn, bis auf eine längst vergangene Ausnahme, ist mir an den Bildern gelegen und ich habe genug zu tun um zu schauen, ob die Haltung stimmt, das Modell im richtigen Licht steht, das die Blickachse stimmt, das … fotografieren ist genauso viel Arbeit wie fotografiert werden. Und da hat Lust bei mir, wenn ich fotografiere, nur für einen Moment Platz. (Als Modell, wenn es um Lust geht, ist die Arbeit die, sich abzukapseln und so zu tun, als wäre man alleine, als gäbe es den Fotograf gar nicht und als wären die Anweisungen des Fotografen eigene Gedanken.)

Heute war I. das zweite Mal da. Hat mich eh überrascht, dass er sich nochmals gemeldet hat. Das erste Shooting war extrem hölzern, wir fanden nicht wirklich einen Draht zueinander. Damals hat mich gestört, dass er mit seinem Körper einfach nicht kann. Es gibt echt Männer um die 30, die haben Probleme in den Schneidersitz zu kommen. I. ist einer davon. Und er ist ein Typ von Mann, den ich nicht sehe. So überhaupt nicht mein Beuteraster. Einer, den man mir auf den Bauch schnalln muss – und dann passiert meinerseits doch nix. Überraschenderweise hatte er beim ersten Shooting auch gleich nen Ständer – was eher ungewöhnlich ist, denn die Situation so alleine vor einem (fremdem) Fotografen ist anfänglich wenig erregend. Warm geworden sind wir bei dem ersten Shooting wirklich nicht – das sind zwei fremde Welten.

Heute war er – überraschenderweise – wieder vor der Kamera. Und es war ein anderer Mensch. Der hat sich bewegt, hatte Ideen, hat Vorschläge gemacht. Wenn ich sagte, das wäre jetzt mit Ständer gut, dann gab es den auch, meinte ich, geht das auch ohne, dann war der sofort weg.

Das war einfach richtig kreativ und locker und offen – dass kenne ich eigentlich nur von C. (der aber noch nie mit einem Ständer aufwartete).

Was mich heute irritierte – ab einen gewissen Punkt hatte ich einen Dauerständer, denn das was I. da bot, war jetzt nicht Porno, das war einfach ‚Lust vor der Kamera‘.

Und ja, wenn ich die Freigaben habe, zeige ich hier das, was ich hier zeigen kann.