Durch die Zeit

Monat: November, 2015

+ 1935: Fernando Pessoa

Lesen! Lesen! Lesen!

Und zwar „Das Buch der Unruhe“. Früher für viel Geld bei Amann, jetzt gibt es eine preisgünstige Taschenbuchausgabe (die aber naturgemäß nicht so schön sein kann, wie die Ausgabe bei Ammann, für die man heute um die 30 Euro hinlegen muss).

Pessoa ist Verantwortlich für Zitate wie:

Könnte das Herz denken, stünde es still.

***

Zwei Menschen sagen „ich liebe dich“ oder denken und fühlen es gegenseitig, und doch verbindet jeder damit eine andere Vorstellung, ein anderes Leben, vielleicht sogar eine andere Farbe, ein anderes Aroma oder einen anderen Duft innerhalb der abstrakten Summe von Eindrücken, die das Seelenleben ausmacht.

***

Ein wahrhaft sensibler und vernünftiger Mensch versucht naturgemäß, wenn ihn Übel und Ungerechtigkeit der Welt bekümmern, zunächst dort gegen sie anzugehen, wo sie am deutlichsten zutage treten, nämlich bei sich selbst. Und damit wird er sein Leben lang beschäftigt sein.

Und mein absolut-absolutes bestes Lieblings-Knutsch-Zitat:

„Jede Straße, sogar diese Straße von Entenpfuhl trägt dich ans Ende der Welt.“ Doch das Ende der Welt ist, sobald man die Welt vollständig umkreist hat, das gleiche Entenpfuhl, von dem man ausgegangen ist. In Wahrheit ist das Ende der Welt wie ihr Anfang unsere Auffassung von Welt. In uns sind die Landschaften Landschaft. Deshalb erschaffe ich sie, indem ich sie mir vorstelle; wenn ich sie erschaffe, sind wie; wenn sie sind, sehe ich sie wie die anderen. Wozu reisen? Wo wäre ich in Madrid, in Berlin, in Persien, in China oder an beiden Polen ander als in mir selbst und in Typ und Art meiner Wahrnehmung?

Sicher kein Buch, was man wie einen Roman so runter liest, dafür ist es einfach zu schwer, zu heftig, erfordert zu viel Aufmerksamkeit. Aber immer mal wieder einen Abschnitt – herrlich, weil man oft „Ja“ schreit, „endlich sagt es mal jemand“ oder weil man stumm davor sitzt und denkt „Wie meinen Herr Pessoa?“.

Von was ich übrigens bei Pessoa abrate sind seine Briefe. Es ist unglaublich, wie einer das „Buch der Unruhe“ schreiben kann und dann in seinen Briefen eine Einfachheit und Navität an den Tag legt, vor der man einfach nicht lesen will.

Neues Photoblog

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Mache ich mit meinem Freund E. zusammen. Was Internationales, ach, was sag ich da, was Interkontinentales!

Würd mich echt freuen, wenn die ein oder der andere von Euch da (regelmäßg montags) vorbeischauen würde.

Wir werden nämlich zu einem gegebenen Thema – gerne auch von Euch – dann jeweils vier Fotos machen, die das Thema, mehr oder weniger nah, bebildern. Das war’s auch schon – hat aber gestern irren Spaß gemacht.

Hier entlang bitte.

Morgen mehr

Für heute nur das, was ich E. gerade geschrieben habe dazu:

im nächsten chat müssen wir noch das thema „schlagwörter“ besprechen. ich habe es jetzt eingebaut, weil ich es recht interessant finde. wir müssen nur das beide pflegen, um die seite interessant zu machen.
technisch überlege ich noch, wie wir noch eine (alphabetische) themenübersicht bekommen.
hab mich gerade noch mit p. gezofft und virtuell voller wut den hörer auf die gabel geworfen, weil er sich über ein paar kleinigkeiten bei deinem introtext aufgeregt hat, was als retourkuschte zu verstehen ist, weil ich letzte woche ein vorwort von ihm – auf seinen wunsch hin! – kritisch kommentiert habe … ich hab deinen text jetzt etwas umgeschrieben, aber sauer bin ich auf p. dennoch weiter, weil er mir eigentlich helfen sollte, die bilder für morgen auszusuchen …
und mein mann, was schlägt der vor, als ich ihm unser projekt vorstellte: „freiheit“! das ist wie „schweinebauch“
nächstes thema ist „das fliegen“ und nicht „die fliegen“ was danach kommt gebe ich in absprache mit dir vor, dann du, dann ich, dann du … bis die ersten meldungen aus der öffentlichkeit kommen.

+ 1959: Hans Henny Jahnn

Ich glaube HHJ gehört zu den spannensten deutschsprachigen Schriftstellern des letzten Jahrhunderts und zugleich zu dem am wenigsten gelesenen. Wer kennt schon „Fluß ohne Ufer“, geschweige denn, wer hat die beiden dicken, schweren Bände durchgeackert? (Öh, ich *hüstel*) „Pastor Ephraim Magnus“ ist vielleicht noch denen bekannt, die viel mit Theater zu tun haben, aber der Rest?

Und HHJ ist wohl einer der ganz wenigen Autoren, die zugleich auch in einem ganz anderen Metier Großes geleistest haben: Er war nämlich noch (autodidaktischer!) Orgelbauer und hat in Norddeutschland dazu einges geleistet.

Ja, HHJ ist schwer zu lesen, er ist etwas schwülstig, er ist immer etwas angeschwult, er ist immer etwas blutig, absolut keine Wohlfühl-Lektüre – und daher eben echte und echt große Lektüre. Er lotet, in fast expressionistischer Weise, Lebenswirklichkeiten aus, die sich nicht immer miteinander vertragen. Und daraus macht er dann großes Drama, die er z.T. langsam aufbaut.

Er hat eine Reihe von anderen Autoren stark beeiflusst wie beispielsweise Hubert Fichte (der auch leider immer mehr in Vergessenheit gerät).

Wer also mal abseits vom Mainstream etwas lesen will … es gibt verschiedene Sammelbände, in denen sich das Reinlesen auf alle Fälle mal lohnt.

Grobe Leberwurst in der Blase

Tja, das wird vorerst die letzte gewesen sein, die ich kaufen konnte. Denn unser Metzger macht zu. Nicht, weil er zu wenig Kunden oder zu wenig Umsatz hätte, nein, er hat kein Personal.

Und das heißt für mich und meinen Mann. Unter der Woche können wir jetzt mehrer Stationen mit der Bahn oder knapp drei Kilometer mit dem Fahrrad fahren, um zum nächsten Metzger zu kommen, der diese Bezeichnung auch verdient.

Diese „Wurst- und Fleischabteilung“ in unserem Supermarkt, in der die ‚Fachkräfte‘ meist damit beschäftigt sind, die Ware aus der Plastikfolie zu befreien und schön zu drapieren, bietet halt das gängige von unbestimmter Herkunft und maximal mittlerer Qualität. Als Suppenfleisch bieten die einem dann schon mal ganz gerne einen Rinderbraten an, Knochen gibt es grundsätzlich nicht, ein Ochsenschwanz kann auch nicht mehr bestellt werden …

Und der Metzger in unserem Bio-Supermarkt versteht es in erster Linie Preise zu erfinden aber auf dem Weg dorthin die notwendige Qualität zu verlieren. Das ist schon eine extrem unverschämte Abzocke.

Ich finde das im Moment richtig traurig, denn da beginnt ein wichtiges Handwerk auszusterben. Einheitswurst und vorformatiertes Fleisch in der Schale ist nicht das, was ich mir wünsche. Auch wenn das Anstehen manchmal nervt(e), aber mit dem Verschwinden von solchen Handwerken gehen für den Kunden wie mich einfach ganz viele Produkte verloren. Frage ich Supermarkt nach einer Leberwurst, dann gibt es dort ne grobe, ne mittelgrobe und ne feine und natürlich eine angeblich bio für dann gleich den dreifachen Preis. Oder ich stell mich vor die abgepackte Ware und überlege, welchem Fleischmogul ich das Geld in den Rachen werfe. Aber bspw. eine Grobe in der Blase – die werde ich doch da nicht bekommen, auch wenn ich das doppelte Zahlen würde.

Kochsendungen wie doof im Fernsehen – und dann aber das Problem an gute Zutaten zu kommen.

Was für eine Überraschung!

Der 1. Dezember ist ja bald. Menno! Das der immer so plötzlich kommt und nie vorher richtig Bescheid sagt. Blödmann!

Den ganzen Nachmittag jetzt am virtuellen Adventskalender gebastelt. Weil ich keine gescheite Vorlage im Internet gefunden haben, schnell dafür ein Blog gebastelt.

Aber da ich dieses Jahr echt zu wenig fotografiert habe, geht mir das Material etwas aus. Grummel, für neuen Tage brauche ich noch Stoff!

# 245

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tumblr

tumblr ist im Grunde eine einzige große Waschmaschine mit der Besonderheit, dass sich an der „Wäsche“ nix ändert. Ich bin jetzt wohl seit drei Jahren dabei in Hinsicht auf nackte Männer (würde man nackte Frauen gucken, käme dieser Post zwei bis drei Jahre später) – und nun beginnt sich echt eine Menge zu wiederholen. Und selbst das bei abnehmenden Erinnerungsvermögen.

Aber was mich in der Zwischenzeit so richtig abtörnt: Wenn ich mir dann mal so einen kleinen Wichsfilm anschaue, dann wundere ich mich zu 87,3 Prozent, warum die meisten der gut ausgestatteten Jungs / Männer spermamäßig soviel hinbekommen, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob das für einen Zeugungsakt eigentlich reicht. Der andere Prozentsatz (Taschenrechner gerade nicht zur Verfügung) scheint dagegen nach dem Orgasmus zeitnah für die überlebensnotwendige Flüssigkeitszufuhr sorgen zu müssen.

Es reicht langsam

Sollte ich dereinst mal wieder auch nur einigermaßen ausreichend Geld verdienen, dann kaufe ich mir eine Infrarotkamera mit Bewegungsmelder. Ich möchte jetzt verdammt noch mal einfach wissen, was nachts mit mir in meinem Bett abgeht.

Mein Mann – der unter der Woche zwei Räume weiter schläft – sprach mich heute morgen an, was ich denn um 4 Uhr den angestellt hätte. Er wäre aufgewacht, weil es in meinem Zimmer so rumort hätte.

Ich erinnere mich an nix, außer, dass ich beim Aufwachen feststellen konnte, dass ich mal wieder alle Klamotten ausgezogen und sie in meinem wirklich kleinem Schlafzimmer an zwei verschiedenen Orten drapiert hatte. Erklärt übrigens auch, warum ich beim Aufwachen so gefriert habe.

Was geht was warum da nachts bei mir ab? Hab‘ ich ne Klatsche? Oder bin ich einfach nur Anti-Vollmond-süchtig? (Denn heute oder morgen ist Vollmond – Grant dafür, dass ich wenigstens eine Nacht erholsam durchschlafen werde, ohne nächtens immer wieder an einem Blogbeitrag zu arbeiten, der den Arbeitstitel „Haltung bewahren“ trägt. Denn ich habe festgestellt, dass ich je nach Uhrzeit andere Schlafhaltungen einnehme / einzunehmen versuche und ich nachts eine Wissenschaft daraus mache, ob ich die rechte Hand nun eher an der Hüfte, auf dem Kopfkissen oder unter der Wange haben sollte. Wissenschaft deswegen, weil, rechte Hand / linke Hand? Liege ich auf der rechten / linke Seite? Habe ich die Beine parallel oder überschnitten? Wenn überschnitten oben oder unten? Das ist so nach dem Motto: Wie viel ist 2 hoch 2 hoch 2 hoch 2 hoch 2 hoch 2 mal 2 minus 2 plus 2)

 

+ 1970: Yukio Mishima

Als ich anfing ernsthaft zu lesen, war mir früh klar, dass ich  mich auf ein Gebiet beschränken müsse, wenn ich wenigstens da zu etwas Ahnung kommen wolle. Und da ich und Fremdsprachen … also ist mein Hauptlesegebiet „Deutschsprachige Literatur der Gegenwart“ mit den „Sondergebieten“ „Deutsche Literaturgeschichte mit Schwerpunkt 17. / 18. Jahrhundert“ sowie „Europäische Klassiker“. D.h., die amerikanische und südamerikanische Literatur lasse ich mit wenigen Ausnahmen außen vor, genauso die afrikanische, asiatische und u.a. grönländische. Und da ist es dann schon eine Besonderheit, dass sich mit „Geständnis einer Maske“ ein japanischer Roman in meiner ‚Biblitohek‘ findet.

War mal ein echtes Muss-Buch.

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