Durch die Zeit

Warum nicht jeden morgen so?

Ich bin halbschlafend am Tee machen, da tanzt ein gerade noch junger Mann in die Küche herein. Nur mit einem langen T-Shirt bekleidet ist ihm scheinbar klar, dass er sich der hiesigen Kleiderordnung angepasst hat.

Als ich später vom Markt komme, ist er gerade der Badewanne entstiegen und nun immerhin mit einer Hose bekleidet. Als er wenige Minuten später spontan ein Foto will – während ich den Rucola entstängele – meine ich, dass er doch wisse, dass ich nur Aktaufnahmen machen würde. Woraufhin er die Hose fallen lässt und fragt, ob es so OK wäre.

Nun haben wir für Sonntag einen Termin (wenn er sich daran noch erinnert, denn ein bisschen sprunghaft ist er schon).

Ansonsten eine nette Einstimmung in den Tag – wäre mir aber jeden Morgen dann doch echt zu viel.

– 25

Ich gucke, wenn es sich ergibt, auf Alpha ja wirklich gerne die „Tagesschau“ „vor 25 Jahren“. OK, damit dürfte jetzt allen denkenden MitleserInnen mein Alter so einigermaßen klar sein (wenn es das nicht bereits schon war).

Die Faszination liegt nicht nur daran, die ‚Geschichte(n)‘ schon zu kennen, sondern auch das Hirn anzustrengen und die Namen zu den (irgendwie) bekannten Gesichtern wieder zu finden. Bei manchen ist so geprägt, dass es gefühlt keine Sekunde dauert, obwohl die schon seit 24 Jahren keine öffentliche Rolle mehr spielen.

Und irgendwie bin ich ganz froh, dass ich auf den meisten Bilder, die es von mir gibt, nix anhabe. Denn wenn ich sehen würde, was ich vor 25 Jahre so angezogen habe (stand ich da eigentlich schon nackt vor der Kamera, eher nicht, da stand was anderes, aber nicht vor und mit Kamera … ) ich meine, gestern habe ich Rita Süssmuth gesehen (klingelt es im Hirn? „Ministerin für Jugend, Familie und Gesundheit“ und im Grunde die einzige CDU-Politikerin, die AIDS nicht als Strafe für Schwule gesehen hat – danach war sie zehn Jahre, da von Kohl abserviert, Präsidentin des Dt. Bundestages) mit Schulterpolstern von ca. 1 Meter Länge (auf beiden Seiten) …

Als Kind habe ich immer gelacht, wenn ich frühe Bilder meiner Eltern gesehen habe. Vielleicht auch ein (Mit)Grund, warum ich schwul geworden bin, um dieses hämische Lachen des Eigenerzeugten nicht hören zu müssen.

Aber ich möchte, falls doch mal solche Bilder von mir aus der Zeit auftauchen sollten, darauf hinweisen: Unter der Jeans – nur das Feinste!

 

+ 1947: Wolfgang Borchert

Mit Wolfgang Borchert kann ich wohl den Start meine ‚Karriere‘ als Literaturwissenschaftler verorten. Denn er war es mit „Draußen vor der Tür“, der mich veranlasste nicht nur ein Stück „toll“ zu finden sondern auch zu fragen, woher es kam, Entstehungsumstände, Autoreneingeschaften, gesellschaftliche Bedingungen, und und und … Ich hab‘ mir damals eine Wolf gemacht, um wirklich das Gesamtwerk zu lesen (und zu besitzen – zumindest, was veröffentlicht wurde), was richtig schwierig war. (Wenn ich mich recht erinnere, ist auch nicht alles veröffentlicht worden.)

„Draußen vor der Tür“ ist heute wohl veraltet und wird, wie der Autor, die übernächste Lesergeneration nicht mehr erleben, denn es ist schon eben sehr spezifisch. Ich müsste mal suchen gehen, ob ich noch die Gedichte von ihm habe, ob da etwas dabei ist.

Aber er ist es dennoch wert, das man sich immer wieder an ihn erinnert.

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