+ 1959: Hans Henny Jahnn

von Bert

Ich glaube HHJ gehört zu den spannensten deutschsprachigen Schriftstellern des letzten Jahrhunderts und zugleich zu dem am wenigsten gelesenen. Wer kennt schon „Fluß ohne Ufer“, geschweige denn, wer hat die beiden dicken, schweren Bände durchgeackert? (Öh, ich *hüstel*) „Pastor Ephraim Magnus“ ist vielleicht noch denen bekannt, die viel mit Theater zu tun haben, aber der Rest?

Und HHJ ist wohl einer der ganz wenigen Autoren, die zugleich auch in einem ganz anderen Metier Großes geleistest haben: Er war nämlich noch (autodidaktischer!) Orgelbauer und hat in Norddeutschland dazu einges geleistet.

Ja, HHJ ist schwer zu lesen, er ist etwas schwülstig, er ist immer etwas angeschwult, er ist immer etwas blutig, absolut keine Wohlfühl-Lektüre – und daher eben echte und echt große Lektüre. Er lotet, in fast expressionistischer Weise, Lebenswirklichkeiten aus, die sich nicht immer miteinander vertragen. Und daraus macht er dann großes Drama, die er z.T. langsam aufbaut.

Er hat eine Reihe von anderen Autoren stark beeiflusst wie beispielsweise Hubert Fichte (der auch leider immer mehr in Vergessenheit gerät).

Wer also mal abseits vom Mainstream etwas lesen will … es gibt verschiedene Sammelbände, in denen sich das Reinlesen auf alle Fälle mal lohnt.