* 1901: Ödön von Horvath

von Bert

Bin mir nicht ganz sicher, ob das auch so ein Pubertätsautor ist. Also einer, den man in der Pubertät verschlingt, auswendig kann und mit dem Alter schlichtweg vergißt. Seine Theaterstücke („Glaube, Liebe, Hoffnung“ wohl das bekannteste – ich hätte geschworen, es sei ein Roman, gut wenn man im Zweifel mal nachschlägt) wreden ja noch gespielt, und „Jugend ohne Gott“ oder „Der ewige Spießer“ sagt dem ein oder anderem auch noch was … aber er ist auch so einer, der ein bißchen aus der Zeit gefallen ist und wohl in 100 Jahren erst richtig wiederentdeckt werden muss.

Präsent ist er mir vorallem durch eine Sendung, die mal im HR2 lief. Ist schon Äonen her. „Musik schwarz weiß“ oder „Musik mit anderem Vorzeichen“ hieß sie und ein paar wenige Moderatorinnen und Moderatoren stellten zu einem Thema Musik aus alle Epochen zusammen. Da rockte Pink Flyod schon mal nach einer Partita von Bach, Janis Joplin röhrte vor Schubert … richtig krass geil war das.

Und da gab es eben eine Sendung die abmoderiert wurde mit dem Satz: „Der rote Faden, der heute ein schwarzer war.“ Denn es gab nur Musik von Leuten die eines nicht natürlichen Todes umgekommen sind. Horvath hat jetzt nicht komponiert, aber er wurde auch erwähnt, denn, als er endlich nach der Annektion Österreichs in Paris angekommen war, erschlug ihn am ersten Abend der Ast einer Kastanie auf der Champs-Élysées.