* 1917: Heinrich Böll

von Bert

Es hat damals ein Jahr gedauert, bis ich realisierte, dass ich ja in der gleichen Stadt wohne wie Heinrich Böll, der damals aber schon tot war. Mit einem alternativen Stadtführer war die Wohnung von ihm schnell gefunden. Natürlich bin ich da hingepilgert, auch wenn es außer einem Wohnhaus nichts zu sehen gab.

Letztens habe ich mir sein Skandalroman „Ansichten eines Clowns“ nochmals angehört und die ganze Zeit darauf gewartet, was das Skandalöse sein sollte – denn ich fand einfach nichts. Ich habe echt nachlesen müssen, über was die sich damals so aufgeregt haben: Der Clowon lebt ohne Trauschein mit einer Frau zusammen (und wird wahrscheinlich sogar noch Sex mit ihr haben).

„Gruppenbild ohne Dame“ fand ich damals das beste von ihm – aber ich vermute ganz stark, es würde heute nicht mehr wirken. Der große Böll ist ganz schön aus der Zeit gefallen.