Durch die Zeit

Monat: Januar, 2016

Was für ein elendes Gedöhns

Meinen Fotoapparat gestern bei M. vergessen. Für die morgige Aufgabe daher meine ‚alte‘ 20d genommen. Aber weder für meinen Rechner noch den Rechner meines Mannes gibt es einen passenden Treiber. Mein Kartenlesegerät am Computer ist defekt. Für den Mac gibt es auch nichts, was die Kamera erkennen lässt. Findet sich noch eine uralt Gurke mit Vista. Nun, da klappt es einigermaßen mit dem Treiber aber dieses komplett-Scheiß-Programm Picasa raubt mir dann echt den letzten Nerv, weil dieses bis in die letzte Codezeile idiotisches und unbrauchbares Programm unter „exportieren“ das Exportieren von Vorschaubildern (!!!) versteht. Und wo es die Daten hingespeichert hat …

5 von 12

Gestern hat sich mal wieder die Ausbildungsgruppe getroffen. Wie immer bei M., die uns zusammenhält, wie immer mit selbstmitgebrachten Essen (unglücklicherweise diesmal gleichd drei Suppen) und wie immer mit der „Eingangsrunde“, die diesmal aber nur ne gute Stunde dauerte.

Dann ein eher bemühtes Bei- und Miteinander. Denn fünf von uns zwölf machen schon gar nicht mehr da mit, wofür wir ausgebildet worden sind und somit fehlt immer mehr ein gemeinsames Gesprächsthema. Der Kauf von Eigentumswohnungen und aparte Fernreisen taugten genauso wenig wie Spinnenphopie und Krankheiten.

Bisschen schade ist es schon, dass wir da nun auseinanderfallen, aber dass wir überhaupt schon mal sechs Jahre geschafft haben in der Konstellation, ist auch nicht gerade ohne.

So ein Tag halt

Der Mann hat Kotzeritis von der feinsten Sorte, der erwartete Besuch hat vergessen zu sagen, dass er nicht kommt (Glück gehabt, er hätte das Abendessen selber mitbringen müssen) und S. stellt mir die nette Aufgabe, mich auf eine interne Bewerbung als Externer zu bewerben.

Haare ab

Mal wieder beim Friseur. War auch nötig. Heute schwang dann die Kollegin von der, die sonst mir die Haare macht, den Apparat. Und sie verstand das Wort „extrem“ auch einigermaßen so wie es gemeint ist. Also hinten und an den Seiten ist es jetzt mal wirklich kurz, vorne dagegen extrem lang. (Im Grunde geschickt, denn in einem Monat spätestens muss ich dann wieder hin.)

Aus lauter schlechtem Gewissen habe ich dann etwas mehr Trinkgeld gegeben als sonst, weil ich auf alle Versuche von ihr mit mir ein Gespräch anzufangen, nur mit „Mhm“ oder „Hm“ geantwortet habe.

Davor und danach war ich ansonsten damit beschäftigt, weitere Körperhaare an allen möglichen und unmöglichen Stellen zu entfernen. Mag Haut als Haut und nicht als Fell. Ich hab‘ das echt lange nicht mehr gemacht. Gab‘ mir dann auch zu denken.

B.

So wie es aussieht kommt in vier Wochen mein Großcousin B. zu Besuch. Das wäre dann das fünfte Mal in unserem Leben, dass wir uns sehen.

Ich mag ihn sehr und in seine Stimme bin ich komplett und hoffnungslos verknallt.

Als wir uns das letzte Mal vor sieben oder acht Jahren sahen, saßen wir zusammen beim Abendessen. Er hat zwei mal das Bier vom Tisch gewischt und x-mal die Gabel fallen lassen, weil er total nervös war. Die Tischdecke danach sah aus wie sau.

Ich kenn‘ ihn, seit ich etwa 13 bin und er war von da ab immer ein Begriff, jemand besonderes, jemand … egal. Er kommt!

Janis!!! oder: Count your fingers

Der Film dauert 103 Minuten. Nach knapp 35 Minuten war er aber schon vorbei.

Ich find, der Film ist toll gemacht. Zeitzeugen berichten, es wird aus Briefen an die Eltern von ihr vorgelesen, Ausschnitte aus Interviews werden gezeigt. Dazwischen überwiegend Originalmaterial von ihren Auftritten. Aber kein Song wird ausgespielt. Alles bleibt Fragment, wie im Grunde ihr Leben dann leider auch.

Und dennoch, es gibt einen roten Faden, der ist sogar konsequent.

Ich meinte ja viel über sie zu wissen, aber da gab es dann doch ein paar Aspekte, die mir komplett neu waren. Sie hatte Geschwister! Sogar nen jüngeren Bruder!

Richtig gut war das chronologische Vorgehen. Ich kenne alle ihre Platten auswendig und weiß eigentlich auch, wann erschienen. Aber der Film stopft dann die Zeiten zwischen den Platten, den großen Auftritten – und das ergibt ein etwas anderes Bild, was den ein oder anderen Song in leicht anderem Licht erscheinen lässt.

Und mir sind am Ende fast die Tränen bei „Little Girl Blues“ gekommen – und zugleich hab‘ ich kapiert, was das für ein wertvoller Text für meine Freiwilligenarbeit ist. „Count your fingers!“

Und was mir noch sie so klar geworden ist. Was für eine Ausnahmeerscheinung sie gewesen sein muss, selbst gegen Heroen wie Jimmy Hendrix und was weiß ich. Es gab in dem Film Aufnahmen vom Montery Pop Festival, bei dem sie ja den Durchbruch hatte. Bei einem Kameraschwenk sieht man das Publikum, das komplett entgeistert sich gegenseitig anschaut um fragen zu wollen: Was war das denn? Aber noch bevor die Frage sich manifestieren kann jubeln sie wie besesen, springen auf! (Aufspringen! Das Festival war bestuhlt!!!) Und einer von hundert saß auf dem Stuhl fest, schaute eisern und hatte nix kapiert.

Und sie, die sich so befreite, war dann in gewisser weise wiederum sowas von konservativ, wenn sie sich andauernd gegenüber ihren Eltern zu rechtfertigen versucht.

Und es hat einfach sooo gut getan. All die Songs. In Varianten, die ich noch nicht kannte, aber bei jedem Ton wußte, ob er mit den Tönen der Plattenaufnahmen übereinstimmt oder nicht und mich gefreut habe, da ne Variante zu hören, da ne andere Interpretation.

Ach, was schreib ich da:

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(Und für die Nichtwissenden: Mit vollen Namen hieß sie „Janis Lyn Joplin“.)

(Und für die Therapeuten / Psychotherapeuten / Möchtegerntherapeuten / Küchenpsychologen / etc. – unter uns: Deine Einschätzung ist willkommen!)

 

Little Girl Blues

Sit there, hmm, count your fingers.
What else, What else is there to do ?
Oh hon I know how you feel
I know you feel that you’re through.
Oh wah wah ah – Sit there, hmm, count
Ah count your little fingers
My unhappy, oh little girl – little girl blue, yeah.

Oh sit there, Oh count those raindrops
Oh feel ‚em falling down, Oh honey all around you.
Honey don’t you know it’s time
I feel it’s time
Somebody told you ‚cause you got to know
That all you ever gonna have to count on
Or gonna wanna lean on
It’s gonna feel just like those raindrops do
When they’re falling down, Honey all – all around you.
Oh, I know you’re unhappy.

Oh sit there, Oh go on
Go on and count your fingers.
I know what else, What else
Honey have you got to do.
And I know how you feel
And I know you ain’t got no reason to go on
And I know you feel that you must be through.
Oh honey, go on and sit right back down
I want you to count, Oh count your fingers
Ah my unhappy, My unlucky
And my little, Oh girl blue.
I know you’re unhappy
Ooh, Ah hon I know
Baby I know just how you feel

 

Janis Joplin

Und weg damit

Ärgere mich gerade echt über mich selbst. Nicht aufgepasst und ohne Not einen Frank Witzel gekauft. Sein RAF-Gedöhns-Buchpreis-Buch (siehe interner Link an seinem Namen) war ja schon unterirdisch, aber dass er mit „Blue Moon Baby“ noch eins nach- oder vorlegt (keine Lust das noch zu recherchieren) … Absolut nicht mein Ding, a b s o l u t  n i c h t.

18 Euro für die Katz‘! Sowas von ärgerlich.

Wer den Mist haben will: 92 Seiten von 313 gelesen, vorne steht mit Bleistift „Januar ’16)“ sonst gut erhalten. Geb‘ es diesmal gegen die anfallenden Portogebühren nebst freiwilliger Spende ab.

Weltidee

Also, ich werde jetzt ein neuartiges Bett konstruieren, d.h. vielmehr eine intelligente Matratze. Die besteht dann aus ein paar tausend kleinen Kolben, die mit irgendeinem tollen Geel gefüllt sind. Legt man sich auf die Matratze, drücken die Kolben das Geel in ein extra Behältnis. Steht man wieder auf, strömt durch ein anderes Ventil, weil die Matratze unter Unterdruck oder Überdruck steht (das muss ich noch rausfinden) wieder Geel in die Kolben. Und jetzt kommt die eigentliche Weltidee: An den Ventilen ist geschickterweise immer eine kleine Turbine angebracht, so dass bei aus- wie beim einströmen des Geels man Energie (!!!) erzeugen (!!!) kann!!!.

Das heißt, hat man heftigen, leidenschaftlichen Sex bewegt man sich ja durchaus auf der Matratze und bringt so die Kolben in ein beständges auf und nieder, d.h., die Stromerzeugung wird dementsprechend hoch sein. Selbst beim wichsen kommt es dann logischerweise zu einer höheren Stromerzeugung.

Für viele wird es also heißen: Habt viel heftigen Sex, dann habt ihr viel selbstproduzierten Strom

Für Menschen wie mich wird es zudem heißen: Neben dem vielen heftigen Sex bist Du eh so ein verdammt unruhiger Schläfer, dass Du wohl die meiste Energie erzeugen wirst.

Denn nur einer wie ich, der sich Nacht für Nacht von der einen Seite auf die andere wirft, hat überhaupt noch das Potenzial übrig, auf so eine Weltidee zu kommen. Wer sich gegen Gewinnbeteiligung an der Entwicklung beteiligen will, der mag sich bitte einfach melden. Wer einen schönen Namen für diese Art von Bett findet, bekommt dann eins geschenkt!

Projekte über Projekte

Wenn das Geld stimmen würde, käme ich auch ohne Arbeit gut aus.

Bei den Geschenken dieser Tage – nehme ich mal wieder den heldenhaften E. aus – handelte es sich in erster Linie um Flaschen. Überwiegend Rotwein, gefolgt von Öl und Essig. Zwei Gutscheine, ne drei sogar (yeah!) zweimal Buch, einmal Musik. Und drei Bücher. Finde es nach wie vor immer total mutig  mir Bücher zu schenken. OK, das eine war ein Kochbuch und da wir nur derer 40 haben ist die Gefahr, da was zu schenken, was schon da ist, echt gering. Das andere ein (eher schlechter Roman) von Suter, der vor fünf oder sechs Jahren erschienen ist. S. und D. schossen dann aber den Vogel ab. als sie mir ein eher dickes Buch überreichten: Die Bibel für jeden Tag. D.h., bei der Aufteilung braucht uman 365 Tage, dann ist man durch. Hat mich tierisch gefreut, denn das soll ja mein Jahresliteraturprojekt werden. Der nächste geeignete Einsteig wäre nach Vorwort heute – aber ich nehm dann den am 7. Februar.

Danteleseprojekt läuft ja nach wie vor, die „Hölle“ haben wir hinter uns.

Shakespeares Dramen wäre ja auch mal ne nette Aufgabe – chronologisch und zügig.

Aber da ich erfahrungsgemäß im Durchschnitt am Tag nur zu einer Stunde lesen komme und die Bibel schon täglich dann gut 15 Minuten in Anspruch nehmen wird verschiebe ich den Shakespeare mal mit der Begründung, dass ich noch keine anständige Gesamtausgabe der Dramen gefunden habe.

Auf Kante gekocht

Nach den Rückmeldungen konnte ich gestern mit 22 Gästen für die Pasta-Party rechnen. Das hieß für die Planung:

  • pro Person 175 gr. Pasta (und Reserve war Dank E. genug im Schrank)
  • 24 Portionen vom Ragou
  • 18 Portionen von der vegetarischen Variante
  • zwei verschiedene Pesto je 12 Portionen
  • 40 Stück Bruscetta
  • Salat für max. 8 Portionen
  • 25 Portionen Tiramisu

Gekommen sind dann 19 Leute, d.h., es ist in etwa übrig geblieben sind: 2 Portionen vegetarisches Ragou.

War jetzt meine Planung so knapp oder hatten die einfach nur Hunger?

T.

Ist jetzt schon wieder echt ne Ecke her, dass ich T. gesehen haben, den Bruder von F., den wir gerade eine Woche hier hatten, was heißt, dass es die Neffen von E. sind. Und über E.s Hochzeit in Istanbul bin ich mit den beiden Junges überhaupt erst richtig in Kontakt gekommen, als wir ein paar Tage in einer Art Groß-WG lebten, in der es in erster Linie drunter und drüber ging – es aber einfach nur gut war.

Und es gab so Momente mit T., wo mir die Spucke wegblieb, denn der kann richtig gute Fragen stellen und mit einfachen Antworten hat er sich bei mir jedenfalls nicht abgegeben.

Und er war für mich eine echte Herausforderung, trägt er doch den gleichen Vornamen wie mein tödlich verunglückter Bruder – den ich bis dahin quasi nie wieder in den Mund genommen habe.

Heute alles etwas schüchterner, fremdelnder, mühseliger, zäher. Aber es ergab sich, dass wir dann doch 15-20 Minuten unter vier Augen hatten und da blühte er dann doch schon um einiges mehr auf. Und gute Antworten auf meine Fragen.

Fazit: a.) Die beiden mit ihrer Mutter waren zum Abendessen hier und es hat ihnen gefallen. b.) Im März würden sie gerne wieder zum Essen kommen. c.) Beim Gehen meinte T., er würde auch gern mal ein paar Tage zu uns kommen.

Die einzig Wahre!

Läuft zwar hier nur drei Tage, aber Dienstag hält mich niemand davon ab:

N I E M A N D!

Allein ihre Lache!

Und nicht vergessen:

It’s always the same fucking day, man!

Zu spät

Mit einem Jahr Verspätung ist mir vor wenigen Tagen eingefallen, was ich mir eigentlich hätte zu diesem Geburtstag hätte wünschen sollen: Eine Konzertkarte für Philippe Jaroussky.

Nun gut: Ich kratz mir mal was zusammen und leiste mir zum Wiegenfeste wenigsten noch ne CD mit ihm.

 

Nun, na ja

Früher hätte jetzt das Telefon geklingelt. Aber mit den Jahren … da hat man es mit den Mitternachtsanrufen nicht mehr so. Ich würde auch nur drangehen, um aufzulegen.

Letztes Jahr war es schon eine Scheiß-Bilanz – dieses Jahr ist sie nur unwesentlich besser.

Die einzige Frage, die ich mir täglich mindestens 83. mal stelle: Wie soll das weiter gehen? Was kann / muss / soll ich tun, dass ich in Lohn und Brot komme? Wie weit muss ich mich prostituieren? Wo sind noch weitere Abstriche zu machen? Außer Nahrungsmittel kaufe ich eh nichts mehr (außer ich bekomme irgendwo her mal etwas Geld, was ich dann in Bücher investiere). Wie viel mehr muss ich mich noch reduzieren?

Ich bin nicht wirklich schlecht ausgebildet. Über all die Jahre in all den Jobs habe ich mir rechts und links noch das ein oder andere angeeignet. OK, ich bin in nichts 110-prozentig, aber in verdammt vielen 90-prozentig.

Wenn ich andere mit ihren auch teilweise extrem schwere Themen höre, da fällt mir meist irgendetwas ein. Da kann ich praktikable (!!!) Ideen entwickeln, da gelingt es mir oft, etwas Zuversicht zu vermitteln. Aber mir gegenüber bin ich nicht nur komplett sondern auch noch vollumfänglich ratlos.

Ist gerade einfach echt bitter.

Ich ein Pädagog?

Immerhin, F. hat heute – todesmutig, wie 17-järhige sein können – Champignons probiert. Und sie für essbar befunden. Die Petersilie, die ich untergemischt hatte, um ihn zu etwas Grünem zu zwingen verpuffte komplett. Petersilie, Schnittlauch und Dill gehen ohne jede Frage.

Alles Gute, Arno!

Aufs Dorf ziehen. Doof sein. Rammeln. Maul halten. Kirche gehen. Wenn n großer Mann in der Nähe auftaucht, in n Stall verschwinden : dahin kommt er kaum nach!

Arno Schmidt: Tina

# 274

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Gestern zwei, ab heute abend einen

Wir machen hier gerade mal eins auf Familie. Gestern war die Nichte (15) meines Mannes mit ihrer besten Freundin über Nacht da. Erst Abendessen (oh, sie aß diesmal echt normal, wenn auch vielleicht etwas laut), dann ein bisschen gespielt (und die beide bei Monopoly aber so was von abgezockt).

Nach dem Abendessen kommt F., der Neffe (16) von E., der dann eine Woche bei uns bleiben wird, weil er eine Woche an der Uni rumschnuppert. Auch ein leicht kapriziöser Esser … aber das werden wir schaukeln, denn F. ist nun wirklich mit etwas Vernunft gesegnet.

E. mal wieder!

Letzten Sonntag hat mein Objektiv seinen Geist aufgegeben. Reparatur zwecklos. Also das einfache 50ziger drauf – muss halt auch mal gehen, bis ich das Geld für ein neues zusammen habe.

Drei Tage später steht ein mürrischer Paketbote vor der Tür, drückt mir ein Päckchen in die Hand und stampft von dannen. Ich hatte mir antiquarische Bücher bestellt – aber doch nicht in dem Format?!

E. hat fern in Indien schnell geschaltet und mir mal so im Nebenbei ein Ersatzobjektiv besorgt. Typisch E.!

 

Laberrunde, die x.te

Heute war’s mal so richtig langweilig. Da kein Fall vorhanden war, manchmal glaube ich, ich bin der einzige, der überhaupt noch Dienste macht, ging’s um’s altern. Ich hab‘ mich dann meditativ in den Anblick der drei Kerzen vertieft und mich mal nicht gewundert, warum jeder, der etwas erzählt, alles mindestens zweimal erzählen muss.

Abschlussrunde unkonventionell mit der Frage: „Wie möchten Sie altern?“ Als ich an der Reihe war unterbrach die Supervisorin: „Ach Herr B., dass müssen Sie echt nicht beantworten – so jung, wie sie noch sind!“

Alles ist relativ.  Morgen kommt die Nichte meines Mannes, ab Sonntag haben wir den Neffen von E. für eine Woche zu Gast … die sind jung!

Zwischenstand: 12 zu 5

So langsam fange ich an mich richtig zu freuen, dass ich auf die Idee gekommen bin. Zwölf Zusagen bei fünf absagen finde ich ein gutes Verhältnis. Wird jedenfalls ne leicht wilde Mischung, weil ich ein paar Leute mal einspleise, die ich sonst – mit Grund – separat halte.

Und nur drei von allen hatten den Verdacht, es könnte etwas mit meinem Geburtstag zu tun haben. Aber das konnte ich ihnen – hoffentlich – ausreden, denn mir etwas schenken ist (leider, leider) nahezu unmöglich, weil ich was Bücher betrifft genauso speziell bin wie bei Musik.

David Bowie

Als ich heute morgen von seinem Tod aus dem Radio erfuhr war mein Gedanke: „Hä, der lebte noch?“

Wie man sieht: Ich bin kein Bowie-Fan und ohne die Nachhilfe aus Funk und Fernsehen könnte ich auch nicht einen einzigen Song von ihm nennen. Viele werden jetzt Kübel von Schande über mich kippen – das mag genauso gerechtfertigt sein wie auch nicht.

Spannend wurde es für mich, als ich mich begann zu erinnern, wie Bowie eigentlich aussah. Und da erinnerte ich mich sehr, sehr  gut wie viel Angst er mir immer gemacht hat. Mit seiner selbstbewußten androgynen Erscheinung hat er mir nämlich schon immer (s)einen heftigen Spiegel vor Augen gehalten.

Als ich im Studium war und regelmäßig in der Mensa essen ging, begab es sich, dass mein Stammplatz immer in der Nähe des schwulen Stammtisches war und ich, unbeleckt und noch unschwul, die immer anstarrte und mir klar war: Nein, kreischende Männer mit abgestreckten kleinen Finger sind einfach affig. Blöd war nur, als mir klar wurde, dass ich gerne Sex mit Männer habe, dass ich Angst hatte: Wer schwul wird / ist, muss sich so affig benehmen. (Unter uns: Ich konnte das dann auch mal für eine Zeit richtig gut – war mir aber absolut zu anstrengend.)

In der Zwischenzeit weiß ich, dass Bowie wie Mercury mir einfach deswegen Angst machten, weil ich irgendwo in mir wusste, dass ich ein bisschen wie sie bin (also sexuell gesehen, nicht musikalisch, da reiche ich denen nicht einmal den halben kleinen Fingernagel) und mich als guter junger Mann aus extrem guten katholischem Hause davon natürlich zu distanzieren hatte – mit aller Gewalt.

Was ich heute so von Bowie gesehen habe: Könnte sein, dass er nachträglich für mich ne Ikone wird.

 

Vor der Oper

Vinci heute in der Oper gehört. Überraschend gute Solisten. Der Counter war da echt keine Ausnahme. Selbst die Inszenierung war nicht ganz so provinziell wie sonst hier gerne. Ein gelungener Abend, kann man schon so sagen.

Und wie immer der Genuss auch schon davor, wenn das Licht noch an und der Vorhang noch zu ist. Dieses hundertfache Gemurmel, mal etwas lauter, mal etwas leiser, ein unverständliches menschengemachtes Klangmeer. Und dann der magische Moment, wenn das Licht langsam ausgeht und dieses wogende Meer verebbt. Einer der ganzen wenigen Momente im Leben, wo Stille herrscht.

Das erste Mal

Das erste Mal in diesem Jahr dass ich

  1. gleich eingeschlafen bin
  2. durchgeschlafen habe
  3. nicht vor gegebener Zeit aufgewacht bin
  4. und derweil keine Scheiße geträumt habe.

Weiter so!

# 273

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Nun also doch

Die Einladungen sind raus. Aber ich mach‘ es so einfach (und preiswert ) wie irgendwie möglich. Es gibt ein Ragou, Pesto, Alio & Olio, ein paar wenige Pastasorten, Weißwein, Rotwein und Wasser. Fertig ist die Party. Sollte was vom schmalen Budget noch was übrig bleiben, stelle ich noch Prosecco in der Kühlschrank – denn den süffel ich ja wirklich gerne.

War jetzt echt eine spontane Entscheidung. Die Gästeliste ist überraschend lang geworden – aber da ja eher kurzfristig, wird sie noch etwas schmelzen. Und wenn es klappt, sind ein paar neue Gesichter dabei.

Annus horribilis

Also das vor 20 Jahren war für mich eins, ohne jede Frage.

Gerade gesucht, ob es noch Tagebuchaufzeichnungen gibt. Ein paar wenige habe ich gefunden, ca. 50 Seiten. Aber sehr ungleich verteilt. Bin noch am überlegen, ob ich aus ihnen zitieren werde. Habe das mal in einem früheren Blog  gemacht und fand das irre spannend.

Interessanterweise gibt es aus dem Jahr auch eine Menge von Fotos, die ich teilweise zeitlich aber gar nicht zuordnen kann. Hab ich damals wirklich ne Geburtstagsfete gemacht in der neuen Wohnung, obwohl ich mich gerade komplett tragisch von meinem ersten Freund getrennt hatte und hochdepressiv war?

Dass ich in dem Jahr mit meiner Ex noch Sex hatte, wundert mich etwas, dachte es sei früher gewesen. Und mit M., dem geliebte M., hatte ich anfangs des Jahres noch Kontakt. Die Bilder aus dem Sommer gehören aber in ein anderes Jahr, denn den Sommer verbrachte ich im Kern am Sterbebett meines Vaters. Einen Job suchte ich auch. Die Therapie war anfänglich extrem anstrengend und schwierig.

Ein paar Akte gibt es aus der Zeit, so gar ein paar versaute, dachte, damit hätte ich auch später angefangen.

Viel schwarz war in dem Jahr. Viele düstere Gedanken. Viel Angst, viel Trauer, viel Verzweiflung, viel Hoffnungslosigkeit.

Elemente verbleibend: 169.860

Die erste neue externe Festplatte ist da. Merke gerade, dass das noch ein echtes Geschäft wird, die TB’s von der einen auf die andere rüber zu schaufeln. Und das dann gleich zweimal.

Und was mache ich dann mit den beiden 1-TB-Platten?

Auswirkungen

Eine Freundin beschwert sich heute wiederholt, dass wir uns so selten im Chat treffen. Vergisst aber einfach, dass sie derzeit meint soviel arbeiten zu müssen, dass Chat-Zeiten immer nur rein zufällig sind.

Die selbe Freundin beschwert sich wiederholt, dass sie von mir nichts mehr erfährt, weil ich ihr diese Blogadresse nicht gebe. Sie weigert sich aber selber einen Blog zu betreiben.

Bei mir gilt: Wenn ich mich ausziehe, dann bitte das Gegenüber auch.

Ich bin gerade etwas angefressen, dass nicht wenige von mir erwarten, dass ich nicht nur Auskunft über mich und mein Seelenleben gebe, sondern auch erwarten, dass zu jeder ihnen (sic!) passenden Zeit zu tun.

Und jetzt langsam, wo ich mich gegen diese allgemeine Verfügbarkeit nachhaltig wehre, regt sich der Protest immer mehr. Dass ich nicht ans Handy gehe, hat man noch irgendwie geschluckt. Aber das Facebook lahm liegt? Dass WhatsUp eine sporadische Geschichte ist? Dass ich immer und immer wieder auf meine Mail-Adresse verweise? Oder gar auf meine Festnetznummer?

OK, mir geht es echt nicht darum, mich den modernen Kommunikationsformen zu entziehen und dem Wählscheibentelefon nachzutrauern (bei Gott nicht, die Deutsche Post / Telekom werde ich bis zum Ende meiner Tage vorwerfen, dass sie nichts anderes als Abzocker sind ohne auch nur annähernde Leistung gebracht zu haben / zu bringen / bringen zu werden) – mir geht es um so etwas wie Verbindlichkeit. Wenn ich mich dienstags zum Chat verabrede, dann ist das so, als würde man sich in der Kneipe treffen – und da kommt man üblicherweise auch einigermaßen pünktlich (und auf 10 Minuten gucke ich nicht). Aber möppern, dass ich nach 90 Minuten gegangen bin … nö, da bin ich dann halt oldschool.

Anton Weyrother

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