Auswirkungen

von Bert

Eine Freundin beschwert sich heute wiederholt, dass wir uns so selten im Chat treffen. Vergisst aber einfach, dass sie derzeit meint soviel arbeiten zu müssen, dass Chat-Zeiten immer nur rein zufällig sind.

Die selbe Freundin beschwert sich wiederholt, dass sie von mir nichts mehr erfährt, weil ich ihr diese Blogadresse nicht gebe. Sie weigert sich aber selber einen Blog zu betreiben.

Bei mir gilt: Wenn ich mich ausziehe, dann bitte das Gegenüber auch.

Ich bin gerade etwas angefressen, dass nicht wenige von mir erwarten, dass ich nicht nur Auskunft über mich und mein Seelenleben gebe, sondern auch erwarten, dass zu jeder ihnen (sic!) passenden Zeit zu tun.

Und jetzt langsam, wo ich mich gegen diese allgemeine Verfügbarkeit nachhaltig wehre, regt sich der Protest immer mehr. Dass ich nicht ans Handy gehe, hat man noch irgendwie geschluckt. Aber das Facebook lahm liegt? Dass WhatsUp eine sporadische Geschichte ist? Dass ich immer und immer wieder auf meine Mail-Adresse verweise? Oder gar auf meine Festnetznummer?

OK, mir geht es echt nicht darum, mich den modernen Kommunikationsformen zu entziehen und dem Wählscheibentelefon nachzutrauern (bei Gott nicht, die Deutsche Post / Telekom werde ich bis zum Ende meiner Tage vorwerfen, dass sie nichts anderes als Abzocker sind ohne auch nur annähernde Leistung gebracht zu haben / zu bringen / bringen zu werden) – mir geht es um so etwas wie Verbindlichkeit. Wenn ich mich dienstags zum Chat verabrede, dann ist das so, als würde man sich in der Kneipe treffen – und da kommt man üblicherweise auch einigermaßen pünktlich (und auf 10 Minuten gucke ich nicht). Aber möppern, dass ich nach 90 Minuten gegangen bin … nö, da bin ich dann halt oldschool.