Durch die Zeit

Monat: Februar, 2016

Endlichkeit

Ab morgen also wieder. Hemd und Jackett. Aber keine Krawatte! Bis auf drei habe ich alle weggegeben und ne schwarze für Beerdigungen muss ich mir noch kaufen – ansonsten bleibt der Hals frei.

Irgendwie schön, wieder etwas in Lohn und Brot zu stehen, etwas zu tun, in Kontakt mit anderen zu sein, abends stöhnen zu können, was für ein anstrengender Tag das war, schimpfen zu können, was es für doofe Menschen es doch gibt.

Aber derzeit habe ich soviele Leseprojekte im Kopf. „Mann ohne Eigenschaften“ von Musil muss ich unbedingt mir nochmal reinziehen. Höre es gerade als Hörspiel und bin fasziniert von dem Gedankengut. Parallel derzeit ja Dante und die Bibel. Proust könnte auch mal ne Auffrischung brauchen, durch Shakespeare bin ich auch noch nicht komplett durch (chronologisch wäre da meine Idee), im Hinterkopf schwebt noch der Koran rum (aber nur wenn es einen Kommentar dazu gibt!) Und den „Don Quichote“, der muss auch nochmal sein.

Und manchmal denke ich, wie muss das sein, wenn man merkt, dass die Zeit nicht mehr reichen wird?

?

Ich versteh es nicht. Ich kann es nicht einmal in Ansätzen erklären. Aber es ist OK.

Heute kochen wir wieder selber

Nicht, das es gestern schlecht gewesen wäre – aber die Erhellung war es dann (leider) doch nicht. Und der Service musste sich auch erst noch einrumpeln. Die Aperetifs kamen mit der Vorspeise (gingen dann aber auch aufs Haus), die OK war – aber, eben wie der Hauptgang: Das war alles gut gemacht, ohne jede Frage, aber weder irgendwie raffiniert oder überraschend. Die Weine, die wir probierten waren, bis auf den letzten, eher so iner Mitte anzusiedeln. Aber immerhin hatte sich dann der Service gefangen und als wir uns zum Schluß noch ein Sorbet mit Wodka geleistet haben, kam der Ober mit der Frage, ob es denn viel oder wenig Wodka sein sollte. Mein Mann nahm wenig, ich sagte „Etwas mehr“ woraufhin ihm mit einem breiten Grinsen „die Hand ausrutschte“ und er mir wirklich großzügig eingoss. Dann doch noch die Käseplatte – bis auf den einen eine anständige Zusammenstellung – gefolgt von zwei hervorragenden Bränden.

Und schließlich die Rechnugn. Falsch, wie ich auf den ersten Blick feststelle – es fehlten beide Brände. Kellner kam, macht ein entgeistertes Gesicht und flüsterte „Wenn Sie es niemanden sagen … dann lassen wir die einfach weg.“ Wem hätte ich es denn sagen sollen?

Kurz: Wir warten den Kartenwechsel ab und gehen wieder hin. Denn das Ambiente ist angenehm und wenn wir unsere Erwartungen etwas runterschrauben, dann dürfte das wieder ein recht vergünlicher Abend werden.

So, jetzt aber in die Küche: Das Risotto mit Trüffel macht sich ja nicht von allein. (Natürlich nur Trüffel aus dem Glas – geschenkt bekommen, muss jetzt mal weg.)

Qual der Wahl – wie schön!

Wir gehen heute schick essen!

Aber was soll ich nehmen? Kalbs Cordon bleu Special paniert mit getrockneten Oliven, gefüllt mit Serrano Schinken, Mozzarella, Tomaten & Basilikum, serviert an zweifarbigem Kartoffelpüree? Oder doch lieber Gnudi Hausgemachte Ricotta Gnocchi serviert unter geschmolzenen Tomaten und feinen Basilikumstreifen? Aber das hört sich auch nicht schlecht an: Rosa gebratenes Lammnüsschen mit Kartoffel-Lauch-Gratin und Baseler-Dörrbohnen

Der andere hat’s

Mal wieder bei R. Alle zwei, drei Monate bittet er auf Wein und Käse, gepflegtes Gespräch, klassische Musik im Hintergrund. R. ist Mitte 70, einer der frühen schwulen Pioniere, Vater von drei Kinder, mehrfacher Großvater, hat verantwortliche Posten im sozialen Bereich gehabt, ist aufgeschlossen kritisch und lebt derzeit in zwei verschiedenen Städten, weil sein Mann eben nicht hier wohnt.

R. hat die größte CD-Sammlung die ich je in einem Privat-Haushalt gesehen habe. Ich schätze im Wohnzimmer sind es so gut 10.000. Ich weiß, dass es in den anderen Räumen auch noch welche gibt, aber da war ich noch nie.

Seit mehreren Monaten streamt er jetzt seine Musik – und will die CD-Sammlung abgeben.Bloß an welche Institution? (Selbstlos wie ich sein kann, bringe ich mal die Stadtbibliothek ins Spiel, dann hätte ich auch was davon, aber die werden ablehnen müssen, sie müssten einen Raum anbauen.)

Meine Idee alles auf ne Megafestplatte zu überspielen scheitert nicht nur an der Megafestplatte, sondern auch an dem, der’s macht.

Kann ich jetzt aber fragen, ob er mir, bis er weiß, wohin er sie abgibt, Dutzende wenn nicht hunderte CD irgendwie leiht, dass ich mir sie auf ne Festplatte übertragen kann? Und darf ich auch fragen, ob ich was von seinen gekrackten E-Books abbekomme, von denen er irgendwie mehrere hunderte hat? Oder gebietet es der Anstand zu warten, bis er selber fragt?

Gehört gehört

Im Radio lief, während ich in der Badewanne dümpelte und mich wieder leichter machte, indem ich mich an unwesentlichen Stellen mir die Haare rasierte, eine Sendung mit Liedern / Songs von mehr oder weniger talentierten Filmstars. Und leider kam aber nicht der Song, der, meiner Meinung nach, als Höhepunkt hätte kommen müssen:

Ich halte „What ever happen to Baby Jane“ (den ich nur auf deutsch kenne) irgendwie für einen der besten Filmen aller Zeiten. Ich kann mich noch gut erinneren, dass ich mit zwei Leuten im Kino war, ich saß in der Mitte – am Ende hatte ich auf beiden Oberarmen richtig blaue Flecken, weil die beiden sich dauernd in mich verkrallten.

Wer den Film gesehen hat, weiß, dass damit eigentlich alles anfängt:

 

Und die, die sich einfach nochmals an diese Gruselgrausamkeit erinneren wollen – geht nur, wenn man den Film kennt, ansonsten bitte lassen, man vergibt sich sonst zuviel – hier eine kleine Erinnerung:

 

Was für zwei großartige Schauspielerinnen, die damals leider am Ende ihrer Karriere standen.

#279

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Bibelkommentar?

Ich kann ja nicht gerade behaupten, dass das Bibel-Lese-Projekt auf Resonanz stoßen würde, aber es entwickelt sich dann doch für mich spannender als gedacht. Langsam sehe ich ein, dass ein Kommentar der Lektüre gut tun würde (wie bei Dante). Bloß: Wo finde ich was katholisches? Da scheinen die Evangelen echt fleißiger gewesen zu sein.

Zweiter Jeburtstag

Zwei Jahre wird das Blog hier heute alt.

Die dazugehörigen Erkenntisse:

  • Ich blogge gerne
  • Es dauert hier wesentlich länger, ein paar MitlerserInnen zu gewinnen, wenn man eben ‚frei‘ bloggt und kein ‚richtiges‘ Thema hat
  • Hier wird auch nicht so oft kommentiert, wie ich das von meinen anderen beiden Blogs kannte
  • Fotos laufen hier definitiv nicht – was mich doch etwas verwundert
  • Die Schar der stillen MitleserInnen ist anscheinend größer als gedacht
  • Der Entschluss, nur wenige einzuladen, hat sich (bisher) ausgezahlt
  • Und ich mache erstmal einfach weiter, auch wenn ich mich manchmal beim Überlegen entdecke, was ich schreiben könnte, um mehr Klicks / Kommentare … zu bekommen. Nee, das Blog ist für mich, wer mitlesen / kommentieren mag – bitte gerne, aber meinen ‚Erfolg‘, meine ‚Zufriedeneheit‘ davon ableiten zu wollen – nee, das ist mir zu tönernd

Hey! Und einfach mal Danke an all die, die mitlesen, kommentieren, ‚liken‘ oder auch mal in Kontakt treten.

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