Als Sohn eines Beamtens

von Bert

Als Sohn eines Beamtens ist mir ja einiges in die Wiege gelegt worden. Nicht nur Korrektheit und Pünktlichkeit, sondern auch die Liebe für gespitzte Bleistifte (deswegen bin ich stolzer Besitzer von gleich drei Druckbleistiften) und Klarsichthüllen. Und würde mein Vater noch leben, ich glaube, er würde heute Abend für Abend über seinen Rechner gebeugt sitzen und die letzten Geheimnisse von Excel erkundigen. (Da bin ich mir soo sicher, das hätte ihm aber so was von Spaß gemacht – und wir hätten ein Thema gehabt.)

Als Sohn eines Beamtens weiß man auch, wie wichtig ist, alle Vorgänge parat zu haben, nichts zu verlieren, zu horte, zu sammeln – aber natürlich nur organisiert, durchdacht, strukturiert und praktikabel.

Also habe ich heute Abend über 5.000 Mails schön strukturiert, auf dass ich sofort Zugriff haben kann, wenn es mich anficht, was V. 2011 im November mir geschrieben haben mag.

Also habe ich begonnen – zu löschen. Das wird zwar noch ein paar Abende dauern, denn pauschal kann ich nur weniges löschen, aber warum soll ich Mails bewahren, deren Aussagen darin besteht, dass man sich morgen schon / erst um 15 Uhr trifft – also am 11. Juni 2009. Wen interessiert das? Mich nicht.

Das Ziel: Empfangene Mails unter 1.000, gesendete Mails mindestens 100.000, da jedes Wort von mir … nee, es wird überschaubar werden, denn was ist schon wichtig?