Durch die Zeit

Monat: März, 2016

#283 – Unsre neue Freundin

2016-03-22 15.35.16

So und so

Die einen wachen so auf, und ich dagegen schreckte heute morgen panisch hoch, weil ich träumte, dass zwei Bomben in der Seitenstraßen hochgegangen seien.

Erst im Kopf, dann im Bauch, dann im …

Da liest man unschuldig ein Buch, und was ist? Plötzlich ist man mitten in dem Porno, dem man vor Tagen selber im Kopf und im Schwanz hatte. Gar nicht mal so schlecht der Roman (auch wenn am Ende zu kitschig) von Sibylle Berg mit dem etwas blöden aber programmatischen Titel: „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“.

Nachtrag

Natürlich macht Apple keinen Fehler und schenkt einem was. Der ‚Fehler‘ saß mal wieder vor der Tastatur.

Ich hoffe, Apple liest hier nicht mit.

Heute meinen iTunes-Gutschein endlich mal eingelöst, nach dem ich mich mit mir darauf einigen konnte, was es denn davon geben sollte: Lieder mit Thomas Quasthoff und noch französiche Lieder mit Philippe Jaroussky. Aber letztere CD wurde und wurde einfach nicht berechnet – also reichte es noch für eine Oper von Stefani. Ich sag da mal: Danke!

Bücher, Bücher, Bücher, Irrsinn und weitere Bücher, Bücher, Bücher

Vier Stunden lang E. beim Umzug geholfen. Luxuriöser geht es eigentlich nicht, denn gleiches Haus, gleiches Stockwerk, einfach die Wohnung nebenan. Seine Frau verlässt die Wohnung in dem Moment, als ich komme mit den Worten: „Mit dem Irrsinn musst Du alleine zurecht kommen“. Ist Umzug nicht immer Irrsinn? Stunden später weiß ich, was sie meint, denn E. hat sicher so um die 4.000 Bücher. Die werden aber jetzt nicht in Kisten verpackt, sondern Regal für Regal in der neuen Wohnung auf den Boden gelegt, dann kommt am Montag jemand, der die leeren Regale in der alten Wohnung abmontiert, in der neuen installiert, dann kommen die Bücher wieder rein.

Die neue Wohnung hat Platz für vielleicht 1.000 Bücher auf dem Boden, will heißen, wir haben heute gerade mal die Hälfte des Buch-Umzuges von Raum 1 geschafft. Entspricht einem Achtel des gesamten Buch-Umzuges. Von Möblen usw. ist bisher noch gar keine Rede. Erst die Bücher! E. weiß, was Vorrang hat – deswegen habe ich mich angeboten, auch weiter noch zu helfen.

Kundenservice

Weil er ja „eh nicht schlecht wird“, kaufe ich Weißwein in Schläuchen bei einem bestimmten Händler. Da stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und außerdem gibt es ausreichend Bonuspunkte. (Ja, davon lasse ich mich auch locken, wenn es sich lohnt.) Ich tauche da also regelmäßig unregelmäßig auf, schnappe mir ein Schweinchen, nenne meinen Namen, dass das Bonuskonto auch gut gefüllt wird und bin auch schon wieder weg.

In letzter Zeit fiel mir auf, dass zumindest der Geschäftsinhaber meinen Namen auch so wußte.

Heute trat ich durch die Tür, da kam er mir mit dem Schweinchen schon entgegen: „Hallo Herr B., ich hatte durch’s Fenster gesehen, dass Sie kommen.“

Bis er es mir auch noch nach Hause bringt hängt sowohl von der Menge aber in erster Linie von der Qualität, sprich Preis ab. Ich arbeite daran.

Männerschutz

Es sind ja nur wenige Männer, die den Blog hier mitlesen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man sich mal real trifft ist – bis auf die, die ich eh schon kenne – verschwindend gering. Und schätzungsweise ist der größte Teil der wenigen Männer, die hier mitlesen, nicht schwul – und könnte daher Angst haben (was Heten-Männer sich immer einbilden, nur weil sie einen Schwanz haben, dass Schwule uunnbbeeddiinnggtt mit ihnen Sex haben wollen) dass ich sie anbaggern werde. (Ihr lieben Heten-Männer, nur mal so gesagt: Wir Schwule gehen nur mit Typen in die Kiste, die wir irgendwie mögen, oder weil die Typen irgendetwas versprechen. Ein Schwanz zu haben reicht nicht aus. Sorry für das.)

Denen sei gesagt. Lasst euch einen Bart wachsen bzw. rasiert euch einfach drei Tage nicht. Dann könnt ihr noch so geil aussehen, noch so ne hübsche Beule haben, noch … Bart (egal ob Viertel-, Halb- oder Vollbart oder alle möglichen bzw. unästhetischen Varianten) geht einfach gar nicht.

Das ist mir klar geworden, als ich mir meinen Vollbart mal wieder auf die perfekten 4,5 mm stuzte und ich mich mal wieder wunderte, dass der Bart an manchen Stellen schneller wächst als an anderen.

Einbildung oder gibt es das wirklich?

 

Lesekreis

Heute etwas arg müde die Veranstaltung. Aber Läuterungsberg Gesänge 10 bis 12 sind nun echt nicht so der Brüller. Aber dennoch kamen mit der Zeit dann doch interessante Fragen auf und plötzlich waren wir wieder voll in der Diskussion. Wir sind zwar ein arg heterogene Gruppe, aber irgendwie kommen dann doch Ideen, Möglichkeiten raus, die so ganz unbelastbar echt nicht sind. Dank Bibel-Lektüre konnte ich das Thema „Bundeslade“ erschöpfend beantworten und auch sonst war es schön zu bemerken, dass ich denken und Themen / Antworten entwickeln kann.

Nach wie vor diese bittere Erkenntnis

Für heute Abend hatte ich (nicht billige) Karten für eine Art Musik-Kabarett. Meinem Mann, mit dem ich hinwollte, fiel letzte Woche ein, dass er nicht mit kann, da er eine Sitzung leiten muss. Ersatz war schnell gefunden, die Schwester ist zu Besuch. Die hat sich aber schon seit gestern unter die Decke aufs Sofa vor den Fernseher mit Magendarm verkrochen.

OK, dann eben C. anrufen, der kann ja mit klassischer Musik – der steckte dann aber auf der Autobahn fest. Dann eben A. (der eher zufällig hier ist),  ist zwar nicht sein Thema, aber aufgeschlossen ist er – nun, andere Verabredung.

Und dann trat das ein, was niemand glauben will: Ich wußte einfach nicht, wen ich sonst hätte anrufen können. OK, M. wäre für das Thema zu gewinnen gewesen, aber dann hätte ich mich in Schale werfen müssen (d.h. Anzug und Krawatte) und die Absprachen wären kompliziert gewesen. Die Karten A. und Z. geben – dafür sind sie einfach nicht spontan genug. J. fragen – aber der wäre der Weg zu weit gewesen. L. und U.? L. wäre das zu früh gewesen, weil er noch in der Praxis ist, U. hätte es doof gefunden. Ähnlich bei E. und M.

Und die, die einfach mitgegangen wären, leben halt in Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr …

Und dann frag ich mich: Stell dir vor, dein Mann verunglückt tödlich im Straßenverkehr. Wen rufst Du an, der dann einfach zu Dir kommt und Dich in den Arm nimmt, ohne aber erst aus Indien oder Braunschweig oder Karlsruhe oder Freiburg und noch ein paar wenige Städte mehr anreisen zu müssen?

In den letzten fünf Jahren habe ich eine einzige Person gefunden, bei der ich das Gefühl habe, ich könnte damit kommen, und sie würde auch ohne Frage alles stehen und liegen lassen und zu mir zu kommen, mich in den Arm zu nehmen und einfach da sein. Aber wenn die in Urlaub ist?

„Die Einsamkeit des Menschen ist unantastbar.“ Das habe ich als Student in depressiver Phase formuliert. Scheint aber nicht falsch zu sein.

 

 

Anton Weyrother

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