überlebend

von Bert

Gerade im ZDF (?) aus der – wie ich finde guten – Reihe „37 Grad“ eine Folge gesehen, in der es um die überlebenden Geschwister ging. Weiß nicht, ob der Begriff gut ist, aber ich gehöre eben auch zu den ‚überlebenden Geschwistern‘ in der Familie. Ich bin – mag jetzt komisch klingen – nicht ‚der tote Bruder‘ bzw. ‚der tote Sohn‘. Mein Manko als überlebendes Geschwister.

Immerhin hat die eine Mutter aus dem Fernsehbeitrag gemerkt, dass für sie, als trauernde Mutter, es eine Reihe von Angeboten gibt, um mit der Situation – irgendwie – umzugehen. Für trauernde Geschwister – Fehlanzeige. (Ich kenne gerade eine einzige Initative, die sich für dieses Thema einsetzt – und das nur aus dem Internetn. In der Stadt, in der ich wohne, und die ist jetzt nicht gerade Provinz, gibt es genau 0 (in Worten: null) Angebote.) Interessanterweise hat sich aber die gleiche Mutter genauso verhalten wie meine: Das tote Kind / der tote Sohn ist das / der Wichtigere, Bessere … jedenfalls das / der, das / die meiste Aufmerksamkeit braucht – alles andere, und das heißt eben auch: alle anderen haben maximal Prio zwei, wenn überhaupt.

Mir ist das damals so gar nicht bewußt geworden, dass ich, als Bruder, als jüngerer Bruder, keine Raum, keine Platz für Trauer bekam oder irgendwie auch hatte. Ich hatte, als überlebender Sohn nun erst recht zu funktionieren, da die armen Eltern …

Das ist ein Lebensthema.

Grund, ausreichend, aktiv zu werden? Gerade im nahen Umfleld von E.’s Familie?