Thomas Bernhard, oder: Gar nicht so schlecht!

von Bert

Die Lesung sollte um 19:30 beginnen. Da nicht nur der Veranstalter sondern auch C. und ich nun nicht wirklich berühmt bzw. bekannt sind (wir machen nur einmal im Jahr so eine Lesung) haben wir, wie jedes Jahr bisher mit 20 Leuten gerechnet. Bestuhlt wird immer für 30.

Um 19:20 waren schon die ersten drei Stühle besetzt, um 19:25 schon derer fünf. Um 19:32 musste H. dann in den Keller, um weitere 10 Stühle zu besorgen. Was mich echt gefreut hat, denn entweder zog Thomas Bernhard oder manche mögen es, wie C. und ich lesen. Wir teilen uns die Texte teilweise nicht nur nach Absätzen oder Sätzen auf, sondern bishin zu einzelnen Wörtern – wenn es passt. Im Grunde ist das – neben der Auswahl – die eigentlich Arbeit, herauszuarbeiten, wie wir die Stimmen verteilen.

Diesmal saß C. noch am Klavier, brachte noch einen weiteren C. mit der bei einem Stück das Cello beinahe zersägte – auf dem Programm standen Bartók, Janácek, Mozart und Skoryk – was sich als eine überraschend runde Sache erwies. (Und C. zu beobachten, wie er auswendig das Klavier an seine absoluten Grenzen bringt – klasse einfach!)

Kurz: Es hat – wie jedes Jahr – richtig Spaß gemacht!

Und: Der Aufwand hat sich wieder gelohnt.

Und: Ich wußte es schon immer – bei Bernhard kann man richtig gut lachen (was das Publikum – an den richtigen Stellen übrigens – auch tat).

Und: Der freiwillige Obolus am Ausgang, vermutlich war es der Musik geschuldet – aber für C. und mich wurde es zum ersten Mal dreistellig. (C. Nr. 2 hatte von sich aus sofort auf ein Beteiligung verzichtet, weil er sich bei seinem Job auch locker leisten kann – fand ich echt hochanständig.)