Wer viel arbeitet …

von Bert

Wir werden ja recht selten zum Essen eingeladen (mal abgesehen vom „Familienessen“). Das passiert vielleicht zwei Mal, maximal drei Mal im Jahr. Mein Mann meint, das läge darin, dass wir kochtechnisch halt schon etwas vorlegen und die anderen sich dann nicht trauen. Da helfen dann auch Beteuerungen, Nudeln mit roter Soße würden reichen, nicht viel. Aber wenn wir eingeladen werden, dann sind die Essen zumindest gut, wenn nicht sogar sehr gut wenn nicht sogar raffiniert.

Bis auf eins. Auf der Burg. Vor zwei Jahre. Kein ‚richtige‘ Einladung, aber wir wurden – mit ein paar anderen Männern und Frauen – bekocht. Ich werde es bis zu meiner Demenz nicht vergessen, wie der ‚Koch‘ – mit mords Gedöhns den ganzen Tag über – sich bei denn Essgästen entschuldigt, dass der Fisch (ich glaube es war Zander für über 70 Euro) im Topf einach zerfallen sei, das sei ihm noch nie passiert, denn er würde ihn immer so vier bis fünf Stunden kochen, das müsse also am Fisch liegen … Wir spielen ja nur Mittelalter und haben daher keine Schwerter oder Waffen die scharf sind. Das war in dem Moment sein Glück. Boa, war das ein Frass!

Für Freitag bis Sonntag bin ich – kurzfristig – ich dann dran. Der ‚Koch‘ hat das Lager abgesagt und ich hatte großmundig davon gesprochen, dass ich mitkomme, wenn ich etwas zu tun habe. Jetzt habe ich die Soße. Dreimal Mittagessen für jeweils 15 Personen auf einer einfachen Feuerstelle. OK, Gemüsesuppe geht immer, ein paar Würstchen dazu, gut ist. Aber das ist dann nur Tag eins. Für Tag zwei hat man sich Kohlrouladen gewünscht. OKeee … und an Tag drei darf es dann ein Gulasch sein. Dazu halt immer mindestens eine Beilage, an zwei Tagen noch eine Süßspeise für hinterher.

A. wird mir helfen, aber das wird schon allein mit den Mengen ne Menge Arbeit werden.

Und da ich nicht auf der Burg schlafen kann (also, ich könnte, ich meine Platz wäre schon, einmal im großen Saal (nee, ich will schlafen und nicht Schnarchern zuhören) oder bei den Burgherren (aber da bekomme ich immer Panik, weil die ganz oben wohnen und wenn da Feuer unten an der Holztreppe ausbricht …)) quartiere ich mich wieder bei R. ein und seiner geilen, fetten Badewanne.