Durch die Zeit

Monat: Oktober, 2016

Weg des Begehrens (1)

Intro

Im Gegensatz zu Emcke bin ich in einem sehr katholischen und damit auch sehr konservativen Elternhaus aufgewachsen. Dort war das Thema Sexualität, wen wundert’s, ein absolutes Tabu-Thema. Kam es dann doch, natürlich nur am Rande, zur Sprache, dann hatte Thema sofort einen negativen Beigeschmack, wurde flux quasi mit Scham übergossen. Keine Ahnung wie das genau funktionierte. Ich kann mich nur blass erinnern, dass meine Mutter, alles was auch nur andeutungsweise mit Sexualität zu tun hatte, negativ kommentierte. So gab es auch für verschiedenen Sendungen Fernsehverbot, denn dort gäbe es schamlose Inhalte. Und dieses schamlose Verhalten fing bei uns ja schon mit dem Küssen an von Leuten, die nicht verheiratet sind. Als Kind, auch als Jugendlicher (und eigentlich immer noch) wendete ich mich ab, egal ob real oder Fernsehen oder Kino, wenn sich zwei Menschen länger als drei Sekunden küssen. Nicht, weil ich meine, in ihre Intimität einzudringen, sondern weil es mir unangenehm ist, ich Scham verspüre. Das ist ein richtig langer Arm aus der Vergangenheit.

Und natürlich dann die gewissen bohrenden Nachfragen im Beichtspiegel (das ist eine Art Fragekatalog, den man vor der Beichte durcharbeiten soll, um auch bloß keine Sünden zu vergessen oder als zu gering zu erachten). Ab einem gewissen Alter wurde da gefragt, ob man „unkeusch“ gewesen sei „mit sich oder anderen“. Damit wurde ich konfrontiert, als ich noch gar nicht wusste, dass man mit dem Ding zwischen den Beinen außer pinkeln noch etwas anderes machen kann – aber es schwebte schon etwas über mir, was noch schlimmer sein musste, als lügen oder stehlen. Das Erschrecken war nicht gerade klein, als ich merkte, dass dieses Ding da unten seine Größe ändern konnte, ein unabhängiges Eigenleben führte. Mir war das für einige Zeit mehr als unangenehm, es war schlichtweg beängstigend, weil ich nicht wusste, was das zu bedeuten hatte. Ich war einem Teil meines Körpers willen- und hilflos ausgeliefert. Und dieses Nicht-Wissen, um was es sich da handelt war allemal schlimmer, als in den Jahren danach einen Ständer zu den unpassensten Situationen zu bekommen. Aber da ich schon damals mit der Mode ging und nur engste Hosen trug … . Und als man mir dann unfreiwillig beibrachte, was man mit diesem lebendigen Ding denn alles so anstellen kann, war jeder Orgasmus ebenso von Lust wie von Scham und Sünde belegt. Es hat Jahre gebraucht, dass ich mich nach einem Orgasmus eben nicht mehr schlecht fühlte. Dass es menschenfremd ist, die sexuelle Lust eines Pubertierenden durch Worte einschränken zu wollen kann nur von Verfassern stammen, die ihre eigene Sexualität (und ich spreche da bewusst jetzt mal nicht von Lust) verdrängt haben. By the way: Ich habe in der Beichte nie zu meinem ‚unkeuschen‘ Verhalten Stellung bezogen – und ich würde mich erinnern, wenn ich danach gefragt worden wäre.

Teil 2

Hat jemand Ahnung?

Ich bin am überlegen, vom kostenlosen Account auf ein Zahlaccount („Persönlich“) umzusteigen, um die Werbung los zu werden.

Weiß jemand, ob das Auswirkugen auf die LeserInnen hat (außer dass die Werbung fehlt)? Weil dann doch die Adresse geändert wird und ich befürchte, nicht mehr für die ‚alten‘ LeserInnen auffindbar zu sein.

Oder ist das alles problemlos?

 

Hauptsache kompliziert

U. mal wieder über Nacht da. Sie lebt ganz im Süden, macht aber eine Ausbildung ganz im Norden, da liegen wir in etwa auf der Hälfte, sie bekommt gekocht (und ißt sei mehren Monaten in rauhen Mengen, was sie sonst nie tat), ein Bett und etwas Unterhaltung.

Heute morgen hat sie sich angeboten Brötchen zu holen. Was wir denn wollen? Zwei Roggenbrötchen und ein normales Rundes. Sie brachte, klar, vier Roggen und drei Runde für uns, für sich zwei Runde und ein Croissant. Ob ich denn das Croissant wolle? Nein. Sie würde auch etwas anderes essen. Nein danke. Ob ich mir sicher sei? Das gleiche Spiel mit meinem Mann, leicht getoppt von: Ich esse dann was anderes, vielleicht habt ihr ja noch Brot übrig?

Dann macht sie sich etwas für die Fahrt. Ob sie das Messer benutzen dürfe? Ob sie sich etwas Butter nehmen könne? Ob sie etwas von dem Aufschnitt nehmen können? Ob sie etwas von der Salami nehmen könne? Sie würde aber auch von der Lyoner nehmen, wenn uns das lieber sei. Sie könne aber auch Käse nehmen. Aber es wäre ja noch Zeit genug, etwas Salami zu kaufen, wenn wir nicht wollten, das sie von der Salami nimmt, die da ist. Wenngleich ja auch noch Lyoner da ist, die sie nicht so gerne ißt, aber auch davon nehmen könne. Und so weiter und so weiter. Höhepunkt: Ob sie eine halbe (!) Essiggurke aus dem Glas nehmen könne? Nein! Die gibt es nur ganz oder gar nicht!

Und die Teesorten im Schrank werde ich umgehend auf zwei reduzieren – das spart sicherlich dann auch gute 10 Minuten!

Coming soon

Neun Seiten hat der Text nun und ich werde ihn in sechs Teile aufspalten. Einerseits, weil ich kaum Menschen kenne, die am Internet mal so schnell neun Seiten lesen, andererseits, weil ich nicht unbedingt will, dass man die neun Seiten überfliegt und sich nur die interessantesten Brocken rausliest (wenn es denn welche gibt).

Ich muss noch bei zwei, drei Sätzen überlegen, ob ich sie so veröffentlichen will. Aufmerksame LeserInnen könnten Fragen stellen – auf die ich dann aber defintiv keine Antwort geben werde und damit den halbaufmerksamen LeserInnen einen deutlichen Hinweis gebe, wo der Hund bei mir noch begraben liegt. Und natürlich deswegen, weil es ja ein paar Leute hier gibt, die mich real kennen, denen dann auszuweichen wäre noch schwieriger.

Da das WE mir jetzt wenig Zeit bieten wird, werde ich erst Anfang kommender Woche den ersten Teil hochladen und dann in Abstand von jweils drei, vier Tagen die restlichen Teile.

#340-343: Vor der Tür

Kleiner Gruß von Hypnos

Wie glücklich muss man eigentlich sein, wenn man  so richtig schlafen kann?

Heute Mittag hingelegt und seit Monaten das erste mal wieder für knapp drei Stunden wirklich tief und fest geschlafen. Kein Rumgeträume, kein Rumgerammele, keine Sachen ausziehen, kein Aufschrecken, kein … – nichts von alledem, nur geschlafen!

3:0

Fünf Stunden heute mit meinem Zimmerkollegen unterwegs. Der Chef hatte erlaubt, dass ich ihn auf zwei Außentermine mal begleite und ihm ein paar Tipps gebe, wie er bessere Fotos machen kann. Von den fünf Stunden saßen wir drei im Auto.

Jetzt weiß ich zwar nicht alles von ihm – aber er von mir genauso viel wie gestern.

Der Beginn meiner Sexualität (0)

Gerade von Carolin Emcke ihren eher autobiographischen Essay mit dem Titel „Wie wir begehren“ gelesen. Sie schildert darin ihren Weg in die Homosexualität  und versucht zu analysieren, was sie hinderte. Immer wieder wechselt sie den Blick und sinnt darüber nach, inwieweit sie im Ausland – wo sie ja als Journalistin immer mal tätig ist – mit ihrer Homosexualität umgehen darf und kann bzw. auch andersrum, ob sie Homosexuelle in diesen Ländern darauf ansprechen kann.

Insgesamt ist das ein recht lesenswerter Essay, gut, er hat so ein paar Längen und so ganz ohne Pathos kommt sie dann auch nicht aus, aber er ist echt lesenswert, vor allem für Heten. Mir als Schwuler gefielen ein paar prägnante Formulierungen, ein paar Zusammenfassungen von Ereignissen, die Kernaussagen jedoch, das habe ich selbst erlebt (sind Emcke und ich ja ähnlichen Alters). Was ihr wirklich gelingt ist aufzuweisen, wie scheißegal es ist, wer wen liebt und warum. Dass es nur ein Aspekt eines Menschen ist, denn ein Schwuler kann genauso ein Arschloch im Beruf sein wie eine Hete und eine Hete genauso einfühlsam sein kann wie eine Lesbe und ein Transgender kann genauso gut analysieren wie … So was scheint schwer in die Köpfe zu gehen, aber wie sie das macht, das ist wirklich beachtenswert.

Aber immerhin ist mir durch die Lektüre ein Licht aufgegangen. Es ist sicherlich nicht spektakulär, aber es befriedet so ein bisschen.

Es sind jetzt bisher sechs Seiten Text geworden, die in etwa aufzeigen, warum es bei mir solange gebraucht hat, dass ich sagte: Ich bin schwul. Die meisten Heten stellen sich die Frage, warum sie Heten geworden sind, ja dann doch nicht so.

Ich werde diese sechs Seiten nochmals in Ruhe durchgehen – und wenn es dazu keinen Aufschrei gibt, dann auch in zwei, drei Etappen hier hochladen. Vielleicht fühlt sich ja die ein oder der andere ‚berufen‘, Stellung zu nehmen.

Teil I

Sag mir, wo die Männer sind

Ich glaube, demnächst werde ich hier mal einen Aufruf starten von wegen: Männer, die ihr blogt, versteckt euch nicht, sondern gebt Bescheid, also mir.

Bloggen, so will mir scheinen, ist frauendominiert. Und nix gegen Frauen, aber ich hätte einfach Lust, auch noch bei ein paar anderen Männern mitzulesen. Ein paar wenige habe ich ja – aber das ist absolut die Minderheit. Wird vielleicht auch immer bleiben … aber ein paar mehr wären echt nicht schlecht.

Wenn aus ‚k‘ dann doch ein ’sch‘ wird

Irgendwie scheint es gerade so eine allgemeine Blog-Schreib-Müdigkeit zu geben. Mein Reader bleibt seit Tagen schon sehr, sehr leer und ich selber habe Mühe, mir etwas aus den Rippen zu leieren, was gerade noch so in das Blog passt.

Es gibt ein paar Themen die mich beschäftigen, aber mir ist das gerade echt zu anstrengend, die Gedanken so zu sortieren, dass ich sie hier aufschreiben könnte.

Ich lese gerade für V. ihre Master-Arbeit Korrektur (was ich ja sehr gerne mache). Als ich den Titel las, in dem das Wort „Charity“ vorkam, war ich erstmal so ein bisschen unsicher. Denn mir ist keine linguistische Theorie bekannt, die sich ‚Kariti‘ ausspricht – und Lust auf irgendeine neue aus dem west-amerikansichen Raum hatte ich echt nicht. Aber schon im Vorwort kam die Entwarung, weil es dann doch die ’schärity‘ heißt, im Zusammenhang mit Feminismus.

Mir fehlt es bei der Arbeit von V. bisher noch etwas an Theorie – ansonsten grundsolide, gut aufgebaut, nahezu gut begründet und argumentiert – aber wenn das so weiter geht, dann halt eher eine Fleißarbeit, als eine wissenschaftliche Arbeit.

(Unter uns: Das ist die Master-Arbeit von V.! Also Abschlussarbeit eines Universitätsstudiums! Hat keine 40 Seiten (mit allem). Zu meiner Zeit war das ein etwas zu groß geratenes Referat oder eine zu klein geratene Hausarbeit. Und ich war nicht auf einer elitären Universität, sondern auf einer der wenigen Gesamthochschulen – mein Glück (na ja, bis auf die Stadt). Meine Abschlussarbeit (Magister) gehörte mit an die 120 (Text-)Seiten zu den kleineren. Jetzt könnte man ja kommen mit ‚Klasse statt Masse‘ und so weiter – das stimmt mit Sicherheit für einfache Gedanken. Aber wenn man eine philosophische Strömung in den literarischen Arbeiten eines nicht ganz einfachen Autoren nachspürt, braucht es einfach etwas Platz. Nach wie vor halte ich die Bologna-Reform für das Schlimmste, was den deutschen Universitäten (und Gesamthochschulen! – denn meine nennt sich nun auch Universität) hat passieren können. Niveau ist keine Handcreme – aber das wissen immer wenigere.)

Frag ich mich auch

Alle haben Angst vor dem Tod, aber keiner macht sich Gedanken, wo er vor seiner Geburt gewesen ist. Wohin die Lebensreise führt, scheint so viel wichtiger als die Frage, woher wir kommen. Die Unendlichkeit vorher – ohne mich – kann doch wohl genauso wenig schrecklich sein wie die Unendlichkeit nachher – ohne mich.

Chrisoph Poschenrieder: Mauersegler. Diogenes (Zürich) 1.2015, S. 7

Seltenheitswert

Auf dem Markt bei Metzger Nr. 1. Wie immer richtig viel los. Dennoch, der Chef erkundigt sich bei der Kollegin, ob der Herr. B. – also ich – schon bedient werde. Der kennt meinen Namen!

Auf dem Markt bei Metzger Nr. 2. Die Frau des Chefs lässt für Zuhause Grüße ausrichten. Hat sie also jetzt auch kapiert, dass ich gewissermaßen ‚Frau‘ Innungsobermeister bin.

# 339

wb110618_784

Überfluss

Eine Freundin, die heute zum Essen da war, arbeitet bei der „Tafel“. So sehr ich mich auch für sie freue, dass sie da einen für sie adäquaten Job gefunden habe, finde ich die Tatsache, dass es in einem Erst-Welt-Land soetwas wie die „Tafel“ gibt, zutiefst beschämend.

Ich frage sie immer, was dort gerade Sache ist, wie sie bspw. mit den Flüchtlingen umgehen, was ja in anderen Städten zu enormen Problemen geführt hat.

Heute erzählte sie, dass sie derzeit Brot im kompletten Überfluss haben. Vorallem ein Discoaunter würde backen wie doof und täglich kistenweise Brot abholen lassen – und zwar soviel, dass die Tafel hier es gar nicht verteilen könnte. Bei der 14-tägige Zuteilung sei man eh schon extrem großzügig was Brot  und Gebäck anginge – aber es sei einfach zu viel. Man stellt schon Überlegungen an, täglich das Brot an die zu verteilen, die dann einfach kommen.

Was ist das für eine Wirtschaft, die sich einfach mal erlauben kann Brot weit über Bedarf zu produzieren? Was ist das für eine Wirtschaft, dass selbst Hilfsorganisationen dem Überfluss nicht mehr Herr werden? Was ist das für eine Wirtschaft, das die „Tafel“ hier glücklich ist, dass das überflüssige Brot wenigstens dann noch an Tiere verfüttert werden kann und nicht auf dem Abfall landet?

Und im Gespräch kam dann zudem noch heraus, dass der hier ansässige ultimative Öko-Gut-Mensch-Bäcker sein überflüssiges Brot ebenfalls der „Tafel“ zur Verfügung stellt. Ich war darob etwas verwundert, denn die Preise sind von denen extrem gesalzen (im Kopf habe ich nur das ’normale‘ Brötchen von denen für 55 Cent, das Rosinenbrötchen liegt dann aber schon über einem Euro und für 500 gr. Brot braucht man Minimum ein 5-Euro-Schein).

Ich muss der Freundin einfach ab jetzt nur noch Bescheid geben, ob ich ein Biot-Gut-Mensch-Brot haben will – das dunkle aber nur – und ich bekomme eins, wenn was übrig ist. Als ich dann fragend schaute, kam von ihr: „Es ist immer davon etwas übrig!“

Und in diesem Fall denke ich: Da geht Mensch vor Tier.

 

Perfekte Worte

Manchmal finden andere perfekte Worte in der richtigen Reihenfolge. Eigentlich hätte man es lieber selber formuliert, aber man kam eben nicht auf den richtigen Trichter. Also heute ist es Alex Rühle von der SZ:

Etwa die Hälfte aller Menschen glaubt an Außerirdische. Umgekehrt glaubt nur ein Zehntel aller Außerirdischen an Menschen, zu absurd erscheint den meisten Aliens eine Spezies, die ihre individuelle Lebenszeit auf Facebook verplempert und im Kollektiv den eigenen Planeten zerstört.

(Alex Rühle: Grüne Mänchen? Kluge Wesen!, Süddeutsche Zeitung Nr. 242, 19. Oktober 2016, Seite 12)

 

Einfach – gut

Wir kochen ja echt gerne, und auch gerne mal mit allem Schi-schi was es so gibt.

Vom Heimatbesuch von vor zwei, drei Wochen habe ich gut ein Kilo Schwarzwälder Speck mitgebracht (mein Bruder meinte, das gehört sich so – er hat auch gezahlt).

Also gab es heute abend: Schwarzwälder Speck, Radieschen, ein paar Tomaten, einen Rettich und Brot (und für die Perversen unter uns: Butter!). Später noch Schnaps und E. brachte eine Birnen-Tarte noch mit.

Das Essverhalten der vier Gäste lässt auf eine akute Hungersnot schließen.

Das muss verdaut werden

Aus einem Mail-Brief meiner besten Freundin (wobei X ich bin):

Fakt für mich ist, dass der X im Brief für mich näher ist, als der in der Realität. Irgendwie kann ich nicht (mehr) mit Dir in der Praxis.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass wir uns nach unserer gemeinsamen Schulzeit – auch schon 2,5 Jahrzehnte her – immer nur sehr sporadisch getroffen haben. In den letzten Jahren war es schon ne Leistung, wenn wir uns zweimal von Freitag auf Samstag (oder so) gesehen haben, also max. 24 Stunden.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass es im Jahr vielleicht nur noch 4-6 Briefe sind, meist von ihr aus veranlasst aus einer ‚Notsituation‘, wo sie sich einfach mal auskotzen will und ich dann reagiere, eben der Freund bin, dem man mal alles so vor die Füße kotzen kann. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sie es ist, die normalerweise anruft, weil irgendeine Scheiße – sie ist verheiratet, zwei Kinder, nicht ganz einfache Ursprungsfamilie (wie bei allen anderen auch) – gerade am dampfen ist. Und Brief und Telefonat sind zwei verschiedene Medien, verschieden Arten zu kotzen. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich sie hin und wieder einfach so anrufe, um zu hören, wie es ihr geht, was der Mann macht, die Kinder, die Arbeit, das Klavier, der Herd, …

Was bedeutet das jetzt alles? Was kann (nicht) werden?

Sind gerade echt mal wieder viele Fragen.

Rentenamt

Wenn ich im Internet was finde, dann schreibe ich nachher eine Mail. Eine gepfefferte. Da sitzt am Empfang eine mittelälterliche Frau, stiert auf ihren Computerbildschirm und herrscht jeden im Kasernton an, der die Tür reinkommt. Dann bellt sie noch ein „setzen Sie sich dahinten hin“ und gut ist. Am Empfang!

Ist halt öffentlicher Dienst, da kann man sich Dinge erlauben, die in der freien Wirtschaft genau ein einziges Mal ‚funktionieren‘. Die Tussi wäre überall sofort fristlos entlassen worden.

Notlüge

Gestern hätte ich auf eine Laien-Schauspiel-Premiere gemusst. Ich hatte aber Freitag schon die Generalprobe fotografiert und daher alles gesehen (und gehört!). Obwohl Beckett – einen zweiten Durchlauf hätte ich kaum ertragen, denn allein die musikalische Uraufführung … also so mit Stimme, Gesang und Steinen … also … zu hoch für mich … und dann diese Kunstsprache … das hätte auch eine Hommage für Kant, Audi oder einem Cockring sein können.

Gestern habe ich mich dann damit entschuldigt, dass ein „erweiterter häuslicher Notstand“ eingetreten sei, bei Nachfrage hätte ich geantwortet, dass eine Freundin mit Problemen heulend vor der Tür gestanden hätte.

Heute erfahre ich, dass man froh war, dass ich nicht da war, denn der Andrang sei so groß gewesen, dass man einige hatte wegeschicken müssen, mich dann zu allererst, da ich es ja schon gesehen hätte.

Und heute stand eine Freundin mit Problemen heulend vor der Tür.

Neues aus dem Bücherregal

Hat das was zu bedeuten, dass „Onanieren für Profis“ von Arne Hoffmann neben „Die Kunst, nicht zu lernen“ von Fritz B. Simon in meinem Bücherregal zu stehen gekommen sind – wie ich gerade verwundert feststellte?

Schulgeld

Jetzt weiß ich, was es heißt, unter den Tisch getrunken zu werden. Und E. ist an die 20 Jahre älter als ich. Boa wie anstrengend heute alles ist.

Konzil

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis finden sich zwei Psychiater, drei bis vier Psychologen, davon eine, glaube ich, sogar auch Psychoanalytikerin, ein werdender Mediziner und zwei oder drei altgediente Pflegekräfte.

Manchmal denke ich, die müsste ich doch einfach mal alle einladen und fragen, was man a) gegen verschiedene Schlafstörungen macht, b) gegen beginnendes Schlafwandeln und c) gegen Alpträume.

Aber weil ich die mehr oder weniger kenne, lasse ich das lieber bleiben, es käme eh nur Chaos dabei heraus.

Also verzichte ich auf das Mittagsschläfchen in der Hoffnung, dass mich mal die Müdigkeit durch die Nacht treibt und dieselbe eben nicht so gegen 3:34 sich beginnt zu verabschieden.

# 338

wb131004_212

Chasapo serviko

Kann ich jetzt auch!

Aufgabenerweiterung

Dem Chef ist es deutlich anzumerken, dass er diese Situation noch nicht hatte. Vor ihm sitzt einer seiner Untergebenen – ich – und bittet um (mehr) Arbeit. Etwas gäbe es schon noch in der Abteilung – aber das ist ein Politikum, als kann er mich im Grunde nur durch die Hintertüre einschleusen. D.h. ich wühle jetzt in anderen Altbeständen rum und bau mal ne schöne Statistik zusammen, dann sehen wir in zwei, drei Monaten weiter.

Nur so ein Gefühl?

Es ist nur ein Bauchgefühl – aber ich lerne seit einiger Zeit, auf das genau zu hören und es enrst zu nehmen. Mir scheint, man zahlt mir meine Zeche heim – um das mal so richtig krass auszudrücken. Denn seit drei Jahren? vier Jahren? verkrieche ich mich immer mehr vor der Welt, denn so als Arbeitsloser oder jetzt mit einem kompletten Deppenjob will man nicht so gesehen werden. Hier in Deutschland ist es halt nach wie vor eine ‚Schmach‘ ein ‚eigenes Versagen‘, in anderen Ländern, wie Griechenland (da weiß ich es von Gesprächen aus dem letzten Jahr) ist man dagegen Opfer einer verfehlten Politik – was einem ein ganz anderes Standing bescheert.

Ich hab‘ echt nicht viele Kontakte und meinte aber, die gut zu pflegen. Scheint nicht so zu sein. Denn ich beobachte in den vergangen Monaten, dass das Mail-Fach überwiegend leer bleibt, manche Leute sich seit Monaten nicht mehr gemeldet haben oder meine Mails unerwidert bleiben.

Irgendwie alles komisch.

Liegt wohl auch etwas an der ‚Einseitigkeit‘. Da ich wenig bis nix zu erzählen habe – OK, über Literatur könnte ich schwadronieren, aber wen interessiert das schon? – höre ich halt eher zu, was dem Gegenüber überwiegend bis meist gefällt. Und wenn ich dann noch nachfrage …

Das „Gönn dem anderen auch mal ein Wort“ wird von mir so verstanden, dass ich dem / der Andrem / Andreren Raum gebe, Worte zu sprechen, während mein Mann es genau umgekehrt definiert.

Ich find’s gerade irgendwie kritisch.

Aktuelles aus der Bibel

Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.“

Psalm 139,2-3

Zwiespältig

Auf dem Markt in meiner Geburtstadt – im Süden von Deutschland – dann wieder diesen großen Frust. Nicht nur wegen der Preise, darüber schrieb ich ja schon. Sondern diesmal: Da gibt es einfach alles. Und alles dann noch in verschiedenen Varianten. Alleine jetzt Trauben. Echte Trauben eben, vom Weinberg und nicht dieses Hochzuchtgedöhnstrauben, die zwar geil aussehen, aber nach wenig schmecken. Echte Trauben, das Pfund für zwei Euro – hier, wo ich wohne,  würde ich fünf freiwillig für die Hälfte der Qualität zahlen. Und dann das Thema Feldsalat: In der Heimat eine Wissenschaft, hier Einheitsnichtqualität in der eingeschweißten Schale.

Andererseits, beim Gang am Nachmittag durch die Stadt: Was für ein penetrantes zur Schau gestelltes Gut-Menschentum. Was für ein ich-zeig-mal-understament-mäßig-wieviel-Geld ich habe und eine Wahnsinns Reihe von Geschäften genau für die Leute, die viel Geld und wenig Ahnung haben. 500 Gramm „echte handgemachte italienische Pasta“ für 6,99 Euro, der man schon auf den ersten Blick ansah, dass es Massenware ist. Mal abgesehen davon, dass der „italiensche Feinkostladen“ mit Whiskey bzw. Whiksy warb, als gäbe es kein Morgen mehr.

Und zudem: Die Rote bei Hassler kann man nicht mehr essen. Die Rote an sich nach wie vor sehr gut, nur das Brötchen ein Schlag auf die Eier. Keine konkrete Ahnung wie viele Jahrzehnte ich da mir die Rote kaufte – aber gestern war es dann doch die letzte.

Jetzt doch nicht, oder doch?

Da fährt man extra zu seiner Mutter (also in knapp einer Stunde) um ihr am Wochenende zu helfen, wenn sie wegen Bombenfund evakuiert wird – und was ist? Genau: Doch keine Bombe.

Aber anscheinend lohnt sich die Fahrt doch, denn ggf. muss meine Schwester evakuiert werden. Genau! Wegen einer Bombe

Der Sommer war sehr groß

Nun ja, der Spätsommer vielleicht. Aber – Ehre wem Ehre gebührt – er war zumindest warm.

Und das ist es jetzt nicht mehr.

Heute zum ersten Mal die Heizung an machen müssen. Das zieht mich immer genauso runter wie der erste Schnee.

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

weyrother.net

Mijonis chaotische Welt

Leben, Lieben, Queerbeet, Gedanken, Alles in einem

AISTHESIS

Texte zur Ästhetik, Philosophie und Kunstkritik sowie vermischte Bemerkungen

Kritzelkomplex

Just another WordPress.com site

heat'n'eat

The way I cook/Wie ich koche

wirbelwind68

ich lebe intensiv und reflektiert

Musil lesen

"Der Mann ohne Eigenschaften" in weniger als 123 Wochen

Ein Nudelsieb bloggt, ...

... denn man(n) kann sich ja nicht alles merken ;)

KenterKönig

und anderes aus der weiten Welt

herschelmann fotoblog, bestpixel-photowerkstatt-hamburg.de

einige mehr oder weniger tolle Ideen um die Fotografie und die Bildbearbeitung

Rummelschubser

Ein Rummelschubser vs. Glioblastom et alia