Zwiespältig

von Bert

Auf dem Markt in meiner Geburtstadt – im Süden von Deutschland – dann wieder diesen großen Frust. Nicht nur wegen der Preise, darüber schrieb ich ja schon. Sondern diesmal: Da gibt es einfach alles. Und alles dann noch in verschiedenen Varianten. Alleine jetzt Trauben. Echte Trauben eben, vom Weinberg und nicht dieses Hochzuchtgedöhnstrauben, die zwar geil aussehen, aber nach wenig schmecken. Echte Trauben, das Pfund für zwei Euro – hier, wo ich wohne,  würde ich fünf freiwillig für die Hälfte der Qualität zahlen. Und dann das Thema Feldsalat: In der Heimat eine Wissenschaft, hier Einheitsnichtqualität in der eingeschweißten Schale.

Andererseits, beim Gang am Nachmittag durch die Stadt: Was für ein penetrantes zur Schau gestelltes Gut-Menschentum. Was für ein ich-zeig-mal-understament-mäßig-wieviel-Geld ich habe und eine Wahnsinns Reihe von Geschäften genau für die Leute, die viel Geld und wenig Ahnung haben. 500 Gramm „echte handgemachte italienische Pasta“ für 6,99 Euro, der man schon auf den ersten Blick ansah, dass es Massenware ist. Mal abgesehen davon, dass der „italiensche Feinkostladen“ mit Whiskey bzw. Whiksy warb, als gäbe es kein Morgen mehr.

Und zudem: Die Rote bei Hassler kann man nicht mehr essen. Die Rote an sich nach wie vor sehr gut, nur das Brötchen ein Schlag auf die Eier. Keine konkrete Ahnung wie viele Jahrzehnte ich da mir die Rote kaufte – aber gestern war es dann doch die letzte.