Das muss verdaut werden

von Bert

Aus einem Mail-Brief meiner besten Freundin (wobei X ich bin):

Fakt für mich ist, dass der X im Brief für mich näher ist, als der in der Realität. Irgendwie kann ich nicht (mehr) mit Dir in der Praxis.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass wir uns nach unserer gemeinsamen Schulzeit – auch schon 2,5 Jahrzehnte her – immer nur sehr sporadisch getroffen haben. In den letzten Jahren war es schon ne Leistung, wenn wir uns zweimal von Freitag auf Samstag (oder so) gesehen haben, also max. 24 Stunden.

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass es im Jahr vielleicht nur noch 4-6 Briefe sind, meist von ihr aus veranlasst aus einer ‚Notsituation‘, wo sie sich einfach mal auskotzen will und ich dann reagiere, eben der Freund bin, dem man mal alles so vor die Füße kotzen kann. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sie es ist, die normalerweise anruft, weil irgendeine Scheiße – sie ist verheiratet, zwei Kinder, nicht ganz einfache Ursprungsfamilie (wie bei allen anderen auch) – gerade am dampfen ist. Und Brief und Telefonat sind zwei verschiedene Medien, verschieden Arten zu kotzen. Und das ist auch gut so!

Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass ich sie hin und wieder einfach so anrufe, um zu hören, wie es ihr geht, was der Mann macht, die Kinder, die Arbeit, das Klavier, der Herd, …

Was bedeutet das jetzt alles? Was kann (nicht) werden?

Sind gerade echt mal wieder viele Fragen.