Wenn aus ‚k‘ dann doch ein ’sch‘ wird

von Bert

Irgendwie scheint es gerade so eine allgemeine Blog-Schreib-Müdigkeit zu geben. Mein Reader bleibt seit Tagen schon sehr, sehr leer und ich selber habe Mühe, mir etwas aus den Rippen zu leieren, was gerade noch so in das Blog passt.

Es gibt ein paar Themen die mich beschäftigen, aber mir ist das gerade echt zu anstrengend, die Gedanken so zu sortieren, dass ich sie hier aufschreiben könnte.

Ich lese gerade für V. ihre Master-Arbeit Korrektur (was ich ja sehr gerne mache). Als ich den Titel las, in dem das Wort „Charity“ vorkam, war ich erstmal so ein bisschen unsicher. Denn mir ist keine linguistische Theorie bekannt, die sich ‚Kariti‘ ausspricht – und Lust auf irgendeine neue aus dem west-amerikansichen Raum hatte ich echt nicht. Aber schon im Vorwort kam die Entwarung, weil es dann doch die ’schärity‘ heißt, im Zusammenhang mit Feminismus.

Mir fehlt es bei der Arbeit von V. bisher noch etwas an Theorie – ansonsten grundsolide, gut aufgebaut, nahezu gut begründet und argumentiert – aber wenn das so weiter geht, dann halt eher eine Fleißarbeit, als eine wissenschaftliche Arbeit.

(Unter uns: Das ist die Master-Arbeit von V.! Also Abschlussarbeit eines Universitätsstudiums! Hat keine 40 Seiten (mit allem). Zu meiner Zeit war das ein etwas zu groß geratenes Referat oder eine zu klein geratene Hausarbeit. Und ich war nicht auf einer elitären Universität, sondern auf einer der wenigen Gesamthochschulen – mein Glück (na ja, bis auf die Stadt). Meine Abschlussarbeit (Magister) gehörte mit an die 120 (Text-)Seiten zu den kleineren. Jetzt könnte man ja kommen mit ‚Klasse statt Masse‘ und so weiter – das stimmt mit Sicherheit für einfache Gedanken. Aber wenn man eine philosophische Strömung in den literarischen Arbeiten eines nicht ganz einfachen Autoren nachspürt, braucht es einfach etwas Platz. Nach wie vor halte ich die Bologna-Reform für das Schlimmste, was den deutschen Universitäten (und Gesamthochschulen! – denn meine nennt sich nun auch Universität) hat passieren können. Niveau ist keine Handcreme – aber das wissen immer wenigere.)