Hauptsache kompliziert

von Bert

U. mal wieder über Nacht da. Sie lebt ganz im Süden, macht aber eine Ausbildung ganz im Norden, da liegen wir in etwa auf der Hälfte, sie bekommt gekocht (und ißt sei mehren Monaten in rauhen Mengen, was sie sonst nie tat), ein Bett und etwas Unterhaltung.

Heute morgen hat sie sich angeboten Brötchen zu holen. Was wir denn wollen? Zwei Roggenbrötchen und ein normales Rundes. Sie brachte, klar, vier Roggen und drei Runde für uns, für sich zwei Runde und ein Croissant. Ob ich denn das Croissant wolle? Nein. Sie würde auch etwas anderes essen. Nein danke. Ob ich mir sicher sei? Das gleiche Spiel mit meinem Mann, leicht getoppt von: Ich esse dann was anderes, vielleicht habt ihr ja noch Brot übrig?

Dann macht sie sich etwas für die Fahrt. Ob sie das Messer benutzen dürfe? Ob sie sich etwas Butter nehmen könne? Ob sie etwas von dem Aufschnitt nehmen können? Ob sie etwas von der Salami nehmen könne? Sie würde aber auch von der Lyoner nehmen, wenn uns das lieber sei. Sie könne aber auch Käse nehmen. Aber es wäre ja noch Zeit genug, etwas Salami zu kaufen, wenn wir nicht wollten, das sie von der Salami nimmt, die da ist. Wenngleich ja auch noch Lyoner da ist, die sie nicht so gerne ißt, aber auch davon nehmen könne. Und so weiter und so weiter. Höhepunkt: Ob sie eine halbe (!) Essiggurke aus dem Glas nehmen könne? Nein! Die gibt es nur ganz oder gar nicht!

Und die Teesorten im Schrank werde ich umgehend auf zwei reduzieren – das spart sicherlich dann auch gute 10 Minuten!