Durch die Zeit

Monat: November, 2016

Von der Leichtigkeit des gemeisamen Seins

Das Schöne an / mit A. ist eine Form der Leichtigkeit. Er sichert seine gesamten (!) Daten auf meinen Labtop und weiß, dass ich nicht gucken werde. Ich gebe ihm, kurze Zeit später, den Labtop füßr ein paar Wochen mit, worauf sich natürlich auch Daten von mir befinden, vorwiegend Fotos. Und die Leichtigkeit besteht schon einmal darin: Wenn er sie guckt, soll er sie gucken, wenn er sie nicht guckt, guckt er sie eben nicht, es spielt einfach keine Rolle.

Und als er mich fragte, ob ich noch die eine Pornoseite (hetero!) hätte und ich verneinte und klar machte, dass ich sie wieder gerne hätte … dann grinst man vielleicht noch und er tut, was zu tun ist. Jetzt bin ich jedenfalls wieder mal ausreichend versorgt (und ich weiß mal wieder, warum ich diigo zwar benutze, nur nicht ausreichend genug).

Und da passt es insgesamt auch, dass ich in dieser vergangenen Scheiß-Nacht immerhin mal für ein, maximal zwei Minuten von ihm ‚träumte‘ – ich denk‘ ja manchmal, dass es mir träumt – und er mir in diesem Traum einfach nen Kuß gab.

Heute war er mal wieder da, schön war das, auch wenn es zu dritt eine andere Qualität hat.

#362 – Lust

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Eine Lüge ist eine Lüge ist eine Lüge

Das Schlimme an der Wahl von Trump ist nicht, dass es Trump geworden ist, sondern das es jemand geworden ist, der im Wahlkampf (und danach) ungestraft weitere Lügen verbreiten kann. Das Gefährliche ist, dass nicht mehr Argumente und Fakten zählen, sondern Meinungen und Stimmungen. Mir könnte das ja eigentlich egal sein, Amerika ist weit weg (und soll es auch bleiben), aber das gleiche Muster findet sich auch in Deutschland (siehe AfD), in Ungarn, in Österreich, in den Niederlanden, in Frankreich, in … es ist scheinbar ein ‚demokratisches Phänomen‘.

In der SZ stand in der Samstag-Ausgabe ein wirklich guter Artikel von Evelyn Roll dazu (hier kostenpflichtig zu lesen), dessen einfache Zusammenfassung sich dann so liest:

Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten. Es wird überlebenswichtig sein für die Demokratie, eine Lüge wieder eine Lüge zu nennen. Wenn jemand behauptet, die Erde ist eine Scheibe, darf die Schlagzeile eben nicht sein: „Streit über die Form der Erde“.

SZ, Nr. 268, 19./20 November 2016, S. 49

Scheiß drauf!

Ab Donnerstag feiere ich bis Montag Überstunden ab.

Und zwar an der Nordsee!

Kostet mich zwar was, aber scheiß drauf!

Doofes poofen

Während ich nachts ja eher schlecht schlafe und durchaus Stunde für Stunde mit der Matratze kämpfe, mich ausziehe, über die Matratze robbe und auch schon mal begonnen habe, die Bettwäsche abzuziehen – kurz, während ich nachts oft enorm unruhig schlafe, um es  mal nett auszudrücken, schlafe ich Nachmittags wie ein Stein. Wenn ich wegknacke, dann aber anscheinend gleich so, dass außer Atmung nix mehr groß funktioniert.

Warum wenigstens nicht zur Hälfte mal andersrum? Dann würde ich es auch mal wieder erleben, morgens ausgeschlafen aufzustehen.

Keine 10 %

Der Mensch spricht, so war erst letztens in der Süddeutschen zu lesen etwas mehr als 16.000 Wörter pro Tag. Frauen nur unbedeutend mehr als Männer.

Aber an Tagen wie heute, komme ich – mal wieder – nicht einmal auf zehn Prozent. Etwa 20 Sätze bei der Arbeit, 1 Satz beim Bäcker, 2 Sätze in der Bibliothek – der Rest des Tages wird Schweigen sein, denn der Mann kommt wohl erst spät abends zurück und wird, alkoholseelig, realtiv schnell das Bett aufsuchen.

Wenigstens mal etwas sinnvoll

Langer Urlaubstag gewesen. Haushaltsplanung 2017 für den Verein am Vormittag ausbaldowert, also erster Entwurf. Knapp 180.000 Euro groß – da frag‘ ich mich als Schatzmeister dann schon mal für ne halbe Minute, welches Eigenrisiko ich da eigentlich eingehe.

Dann Mittagessen. Ich brauch echt auch eine Soz.Päd.-Ausbildung, um bei dem angeblich vorgeseztem Essbaren noch etwas Positives zu finden – den anderen gelang es jedenfalls mühelos, ich dagegen war einfach nur noch sprachlos und kaute mutig weiter.

Dann mir mal wieder das Ohr abkauen lassen, spät heimgekommen.

Jetzt noch ein paar Mails – und dann der Krimi!

Dinge gibt’s, …

… von denen ich schon gar nicht mehr wusste, dass es sie gibt. Weihnachtsgeld zum Beispiel. Wunderte mich gerade sehr, warum das Konto so übermäßig gefüllt ist, wie es gar nicht gefüllt sein könnte. Aber der Stand stimmt.

Es ist zwar nur ein Bruchteil dessen, was ich früher mal als „Gratifikation“ bekommen habe – aber man wird ja mit der Zeit dann doch bescheiden.

Und ich geb‘ zu, ich glaub, ein bisschen werd‘ ich abzwacken. Bräuchte ein paar Handschuhe und – Luxus, Luxus! – zwei, drei Bücher.

Weg des Begehrens (6)

Teil V

Der Weg in’s Bewusstsein, dass es so etwas wie Homosexualität einfach nur gibt – abgesehen von jeglicher gesellschaftlicher oder moralischer Bewertung – dauerte nach Erwachen der Sexualität über ein Jahrzehnt. Und erst dann konnte ich beginne mich damit auseinanderzusetzen, wo ich – sexuell gesehen – eigentlich hingehöre. Für zwei, drei Jahre begann eine nahezu asexuelle Zeit. Die Treffen und Nächte mit M. – die räumliche Entfernung war durch meinen Studienort noch weiter gewachsen – wurden seltener, es gab zudem mal die ein oder andere von einer Frau ausgehenden Vereinigung. Ansonsten war Onanie angesagt – und mir reichte das, denn: Es war vielleicht so etwas wie ein Brütezeit. Ich musste mich nicht für ein Geschlecht entscheiden, ich konnte mir Zeit lassen bzw. nahm sie. Das war bewusst so nicht gedacht und geplant gewesen und bewusst damals auch so nicht erkannt, denn ich sehnte mich, wie die anderen auch, nach Nähe, nach Wärme, nach Sex – aber irgendwo im Inneren war etwas, was mich warnte, mich auf irgendetwas einzulassen – es wäre eh eine Katastrophe geworden.

Die Uni-Mensa zeigte mir dann erneut, dass es auch hier Schwule gab, dooferweise war der schwule Mensatisch hauptsächlich von kreischenden und zu allem Überfluss noch übergewichtigen Tunten besetzt – und zu denen wollte ich nun wirklich nicht gehören. Aber die Augen, die Sinne und vor allem der angeblich ‚schwule Sinn’ waren geschärft. Eines abends beim wichsen stellte ich fest, dass ich am besten komme, am weitesten spritze, am lautesten stöhtne, es die größte Lust mir bereitete, wenn ich mir in der Wichsphantasie eben keine Frau mit einem Mann und mir als Dreier – eine alleinige Frau war schon länger von einem Paar abgeschafft worden – vorstelle, sondern die Frau schon aus dem Bett geschubst hatte und es allein mit dem Mann trieb … Das war der Moment, an dem sich eine Menge Puzzleteile wie von selbst sortierten, viele Dinge plötzlich einen Sinn gaben, offene Fragen sich in Antworten verwandelten. Von da ab bis zum meinem ersten ‚echten‘ Freund und kurz danach zu meinen Coming-Out waren es dann nur noch wenige Wochen.

Ich bin mir sicher, wäre ich in einer freieren Familie, in einer freieren d.h. aufgeklärteren Gesellschaft, in einem nicht so verkrampften CDU bestimmten Schulsystem aufgewachsen, vor allem ohne jene unverschämten und manipulierenden Fragen des Beichtspiegels, hätte es in meinem Umfeld auch nur einen Menschen gegeben, der erzählt hätte, dass es nicht nur Heten auf der Welt gibt … der Weg wäre nicht unbedingt einfacher gewesen, aber ein paar Jahre hätte ich schon sparen können.

Und auch wenn es ein bisschen pathetisch klingen mag: Bevor ich aber anfange mich aufzuregen, mich zu bemitleiden, denke ich an die schwulen Männer und Frauen vor mir, die noch weniger Hilfestellungen als ich hatten. Die für ihre Liebe bestraft wurden, in KZ’s kamen und ermordet wurden. Und ich denke an die Menschen, die nicht nach der ‚gesellschaftlichen Norm‘ lieben, die heute nach wie vor in bestimmten Ländern verfolgt, bestraft und getötet werden.

Aufklärung tut nach wie vor Not, nicht nur die sexuelle.

Wir brauchen Themen!

Wer eine Idee zu einem Thema hat, gerne abstrakt, der kann ja über den vierten Reiter ne Mail schicken – oder einfach hier posten. Einfach HIER KLICKEN.

Anton Weyrother

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