Durch die Zeit

Monat: Dezember, 2016

Wünsche ein buntes 2017!

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Wenn

Wenn ich mir für 2017 was wünschen dürfte, dann wäre es, dass ich einmal die Woche, ach was, einmal im Monat so schlafen wie in der Nacht auf heute: Richtig friedlich und erholt aufgewacht mit der Lust auf’s Aufstehen.

Dazwischen

Immerhin, heute, also gestern, gab es drei, vier Stunden, die ich echt genossen habe. In den letzten Jahre waren es auch schon mal Tage – aber man wird bescheiden.

Das ist dann diese besondere Stimmung ‚zwischen den Jahren‘, wo ich begreife, dass alte Jahr ist durch, da gibt es nicht mehr zu tun und das neue ist noch etwas weg, dass es da auch noch nichts zu tun gibt. Und diese Zwischenzeit ist für mich echt die schönste. Denn es ist eine freie Zeit, eine, die keine Ansprüche stellt.

Es schickt

34 Sylvesterkarten müssen dieses Jahr reichen. Zwar gäbe es noch ein paar Adressen, aber irgendwie fühlt sich das nicht stimmig an, wenn ich denen was schicke.

#370 – Für die Kunst

E. ist wohl die einzige Hete, bei der ich ohne jegliche sexuelle Absicht nen Ständer produzieren kann. Für das Neujahrsfoto heute einiges versucht, darunter auch Portrait im farbigen Wasser. Und wenn  man schon dabei ist, dann ist Halbständer im farbigen Wasser auch nich so übel. Wenn morgen Zeit ist, dann wiederholen wir das.

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!!!

Kalte selbstgemachte Spätzle mit den Fingern aus der Schüssel so um 22 Uhr – göttlich!

Fremdkochen

Es war von H. und R. eher eine Notidee, mich und meinen Mann zu fragen, ob wir heute für sie und die vier Gäste kochen könnten. Sie hätten sich sonst das Hauptgericht liefern lassen müssen und dann eben noch irgendwie eine Salat beigesteuert. Aufgrund der Wohnsituation mussten sie uns dann eben auch noch an den Tisch bitten, auch wenn ich von H. weiß, dass mehr als sechs Gäste sie aus kommunikativer Sicht doof finden (was ich meist verstehen kann).

Ausgemacht war, wir kochen, sie zahlen die Einkäufe und legen das drauf, was sie meinen. Aber um das ging es auch nicht, denn würde man wirklich für Geld fremdkochend, dann wird die Klientel extrem klein. Wer zahlt denn schon den Mindestlohn für einen Koch, der für ein viergängiges Abendessen schon mal an die zehn Stunden braucht.

Das Amuse Geul haben wir als Weihnachtsgeschenk beigesteuert (Taubenterrine mit einer Cranberrymarmelade) und für so halt zwei Brote mit Salzbutter (Maldonsalz – da lass ich mich nicht lumpen *lach*). Dann gab es Feldsalat mit Orangendressing, Pastinakensuppe mit Ouzo und Roter Beete, Lammgulasch mit Rosenkohl und Serviertenknödel und schließlich Gelato al Café mit nem Orangenplätzchen.

Zugegeben, wir haben schon gestern damit angefangen, heute habe ich alleine sechs Mal den Feldsalat gewaschen … also es war schon Aufwand ohne jede Frage, aber auch deswegen, weil ich weiß, dass die Küche bei H. extrem klein und extrem schlecht ausgerüstet ist, so dass wir im Grunde alles vorbereitet hatten und nur noch Kleinigkeiten dort machen mussten. Alles andere war in zwei großen Taschen und einem Rucksack verstaut. Das fing beim Schneidebrett an, ging über die Messer bis hin zu den Handschuhen und endete in der kleinen Box mit den Keksen.

Das schönste Kompliment war dann, dass wir es so vollkommen unhektisch gemacht haben, so im Nebenbei eben, dass den Leuten bspw. dann erst am Schluss irgendwie aufgefallen ist, dass sie das Meiste vom selben Teller gegessen hatten, den wir halt zwischen den Gängen abgespült haben. Das hat mich / uns echt gefreut – denn ich habe schon immer den ’stillen Service‘ bewundert.

Ganz klar: Finanziell lohnt sich das definitiv nicht, das ist eine reine Freundschaftssache. Und klar ist: Für jede/n mache/n ich/wir das definitiv nicht. Aber R. hat schon mal für Ostern angefragt … und der hat ne richtig schöne Küche.

 

Familienessen

Seit ich meinen Mann kenne bzw. seit wir zusammen sind – das werden dann bald auch schon mal 20 Jahre! – gibt es das ‚Familienessen‘: drei Paare, sechs Schwule und jeder ist mit jemanden zusammen oder ist dessen Ex. Anfänglich haben wir jeden Sonntag zusammen reihum gegessen, wobei das gemeinsame Gespräch immer höher gewertet wurde als das, was auf den Tisch kam. Heute ist es nach wie vor nicht anders, auch wenn wir uns seltener sehen, vielleicht nun nur noch alle sechs bis acht Wochen.

Heute hatten L.+U. eingeladen  – Feldsalat mit Schmanddressing (was für ein Verbrechen, aber das ist hier üblich), Kürbissuppe (überraschend gut, da mal nicht so dick, sondern quasi ‚klar‘), Rinderbraten mit Rosenkohl und Spätzle (OK, da haben sie sich übernommen), Vanilleeis mit heißen Himbeeren (nun, richtig viel falsch kann man da ja nicht machen); insgesamt dennoch ein überdurchschnittliches Essen – E.+M. brachten Weihnachtsgebäck als Geschenke mit, wir steuerten ein Stück Stollen als Geschenk bei.

Gegen Ende des Essen wurde der Papst Thema, dann die katholische  Kirche an sich – und wie das so an solchen Essen ist, ein Thema gibt das andere. Jedenfalls habe ich dann irgendwann kurz angeschnitten, wie es mit meinem „Begehren“ mir so erging und fragte dann auch die anderen, wie es bei ihnen war.

Und plötzlich haben sechs Männer einfach mal die Hosen runter gelassen und erzählt, welche Probleme oder auch nicht sie hatten auf dem Weg zu kapieren, dass sie nicht der ’sexuellen Norm‘ entsprechen. Und es war eine überaus spannende Erkundung, was wen wie beeinflusst oder auch nicht hat. Echt reichhaltiger Stoff, viele Differenzen, viele Fragen, viel Kopfschütteln.

Wir waren schon immer ein offener Kreis – da wurde zur Lasagne auch gerne mal wortreich und plastische die Erfahrungen mit Geschlechtskrankheiten ausgetauscht – aber ich fand das heute echt besonders, weil keiner eine ‚Gesprächshoheit‘ beanspruchte.

Und es tut sichtbar nicht nur mir sondern auch anderen gut, wenn man das Kind, das Thema, den Schwanz und den Orgasmus beim Namen nennt. Ansonsten hätte ich nicht letzte Woche folgende Rückmeldung bekommen, die mich einfach wohl auch heute bestärkt hat, es  mal anzuspielen: „Ich fand’s sehr toll und finde es großartig, endlich jemanden zu haben, mit dem ich über das, was wir fast so oft wie Zähneputzen betreiben auch wie über das Zähneputzen reden kann.“

 

8

Ab in die Nacht. J. fährt mich hoch. Um sieben mache ich, wie immer, Schluss. Bin gespannt.

Jetzt noch nen doppelten Espresso.

Wäre die Weihnachtsmusik nicht im Radio, dann wäre es einfach ein schöner Abend bisher gewesen. So ist es eben ein schöner Abend mit Weihnachstsmusik gewesen.

Gestohlen

So fern war ‚Weihnachten‘ noch nie wie dieses Jahr. Morgen kommt meine Patentochter mit Mutter, Bruder und ihrem Freund zum Abendessen. Wir werden zusammen essen. Aber das würden wir auch an jedem anderen Tag tun, wenn es sich ergibt. Ein netter Abend eben. Und das wird es dann auch gewesen sein.

Zugegeben, drei Geschenke warten auf mich, das ist jetzt nicht jedes Wochenende so. Von zweien weiß ich aber schon, was es ist. Und da frage ich mich durchaus: Was soll das? Das hat doch mit ‚Liebe‘ und ‚Zuneigung‘ gar nix zu tun, dass ist nix anderes als ein gesellschaftlicher Reflex.

Ich komme immer mehr dazu zu fordern, dass die, die brav über das Jahr in die Glaubensstätte gehen und dort ihre Dinge feiern, die sollen an Weihnachten und sonstigen christlichen / moslemischen / jüdischen / hinudistischen / buddhistischen / … Feiertagen frei haben … der Rest soll arbeiten gehen und bekommt von staatlicher Seite halt drei Urlaubstage oder so.

Mir können dieses zum Konsumterror verkommenen Tage wirklich gestohlen bleiben.

Noch 29 Tage

Schön, wenn man weiß, was man sich zum Geburtstag wünscht. Das hier. Ich denke, wenn ich allen einen Tipp gebe, sich an meinen Mann zu wenden, der dann Geld einsammelt, dann wird es reichen.

Energie, wo bist du?

Ich hab nun wirklich keinen anstrengenden Job, bis auf die Tatsache, dass er quasi sinnlos ist. Und sonstien Stress habe ich nun auch nicht gerade, wenn man mal daovn absieht, täglich da zwei, drei, vier Seiten Bibel zu lesen. Schlafen tue ich so schlecht wie immer, so richtige schlimme Nächte gab es in den letzten Wochen verhältnismäßig wenige.

Und dennoch. Wenn ich um halb eins heim komme, bin ich mit der Bereifung am Ende und muss erst eine Stunde liegen. Irgendwie ist, als wäre zwar der Stecker in der Steckdose, blöderweise halt ist die Sicherung rausgefallen.

Mit den Nerven ist es auch nicht gerade so richtig gut bestellt. Und wenn ich an Weihnachten denke, dann wird das eine eher anstrengendes Wochenende. Immerhin, die Woche danach habe ich frei, E.wird da sein und was Sylvester betrifft – ich glaube ich halte es mir einfach frei, ob ich mit zu E. und M. gehe oder doch lieber mit mit in der Badewanne plansche.

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Schön zu hören.

Gestern mit V. beim ‚Expertengespräch‚. Bei der guten Flaschen Rotwein erzählte sie etwas später, dass sie damals, als sie meine Praktikantin wurde, schon versucht hätte, mich anzumachen, bis sie begriffen hätte, dass ich auf Männer stehe. Sie sei wirklich frustriert gewesen.

Und ihr jetziger Freund, Vater der Tochter und wohl zukünftiger Ehemann, hätte es jetzt nicht wirklich verstanden, warum sie sich für den Abend hübsch macht (und hübsch ist bei V. meist untertrieben) und sie sich sogar (wie immer dezent und perfekt) geschminkt hätte. Ob da vielleicht nicht doch …

Ekelerregend

Diese Katastrophenberichtsgeilheit der Medien, selbst von ARD und ZDF, ist einfach nur abstoßend. Hauptsache Unglück und sich medial daran weiden.

‚Zuhause‘

Vor drei, vier Wochen fiel einem Bekannten auf, dass ich mit „Zuhause“ wirklich noch die ‚Elternwohnung‘ meine, also nicht den Ort, an dem ich seit so und so vielen Jahren lebe. Hat mich übrigens sehr verwundert. Denn ich war dieses Wochenende ‚Zuhause‘ und bin 43 Stunden mit kaum noch ein paar Nerven wieder (zumindest planmäßig) in den Zug gestiegen.

Mein Mann konnte mich dieses Mal nicht begleiten und ich habe daher die geballte (Alt-)Familiendynamik mitbekommen. Meine Mutter beruft sich auf ihr hohes Alter und daher muss alles so laufen, wie sie es will. Meine Schwester beruft sich auf den anstrengenden Job und daher muss jeder auf sie Rücksicht nehmen. Mein Bruder beruft sich auf einen noch anstrengenderen Job und daher muss ihm zugehört und an entsprechender Stelle gehuldigt werden.

OK, es gab noch die Pflichtfragen an mich – aber es ist mal wieder erstaunlich zu sehen, mit wie wenigen Informationen die anderen zufrieden sind (ok, da unterscheidet sich die Familie eh von den Meisten nicht).

Ich fand es einfach nur eins: anstrengend. Da gibt es nichts Einfaches, nichts Freies. Alles ist Minenfeld. Und ohne besonderen Anlass hat es mich dieses Mal wirklich aggressiv werden lassen (OK, natürlich nur im absolut gemäßigten Rahmen, schließlich ist das ein durch und durch katholischer Haushalt, da gibt es ja sowas nicht …) was auch zu einer Reihe von Tadeln geführt hat, die mich wiederum ….

Irgendwie habe ich kein ‚Zuhause‘. Aber da, wo ich gerade bin, bin ich gerne. OK, Köln wäre mir nach wie vor lieber, aber wie sagt mein Mann immer: Die Ziege wollte auch nen langen Schwanz.

 

Kurze Pause

Weile über das Wochenende bei meiner Mutter – ohne praktikable Internetanbindung.

So ein Tag halt

Es gibt einen kleinen Text von Arno Schmidt, den er selber auch mal vorgelesen hat, der beginnt mit: „Es gibt seltsame Tage“. Und es gibt eben Tage wie heute. Vermutlich werde ich mich morgen nur noch schwer erinneren können, was ich heute gemacht habe, obgleich ich wirklich nicht untätig war. Aber da war nix mit wirlicher Freude oder Intensität dabei. Job ist nach wie vor todlangweilig, die Spiegeleier zum Mittagessen sind jetzt auch nicht so die Spitze, Protokoll schreiben, etwas telefonieren, etwas planen, etwas schreiben … nix, was ich gestern nicht auch schon gemacht hätte und vorgestern und vorvorgestern und vorvorvorgestern und …

Vielleicht setzt ja nur etwas verfrüht ne Endjahresdepression ein, was ich ja ganz gern mal habe.

Muss mal gucken, was ich mir heute irgendwie noch Gutes tun kann.

Glimpflich

Für dieses Jahr bin ich mit den sogenannten „Weihnachtsfeiern“ durch. Ich konnte sie auf drei Stück reduzieren, mehr als das Doppelte war angesagt und wenn ich freudiger gewesen wäre, hätte ich es auch auf das Dreifache bringen können.

Aber nein, ich mag diese gezwungenen Zwangszusammenkünfte so überhaupt nicht, denn in den meisten Fällen ist es einfach nur falsch. Denn warum soll ich mit ‚KollegInnen‘ essen gehen, wenn ich das ganz Jahr mit ihnen nicht essen gehe? Warum soll ich mit dem Vereinsvorstand Essen gehen, wenn ich über das gesamte Jahr außer zu den Vorstandssitzungen mit 80 Prozent der Leute keinen weiteren Kontakt habe?

Und wer glaubt, dass das die Gelegenheit ist, sich kennen zu lernen – ahh, dem ist einfach nicht so, denn allgemeines Geplaudere ist allgemeines Geplaudere ist Zeitverschwendung.

kurz/entschlossen

Vielleicht lag es auch an Rob?

Jedenfalls vor einer viertel Stunde kurzentschlossen zum Friseur. Nicht zu den beiden netten Damen, die haben erst in drei Wochen nen Termin wieder, sondern zu den zwei angeschwulten türkischen Jungs mit den Dumpingpreisen.

Der eine macht sich entschlossen ans Werk, keine zehn Minuten sind die Haare (wieder) kurz. Das macht dann einen Minutenpreis von etwas über einem Euro.

Beschlossene Sache

Wenn wir mit der Comedia von Dante durch sind, nehmen wir uns die Ästhektik des Widerstandes von Peter Weiss vor.

mit x

Nicht mein Tag heute. Nicht, dass alles schief liefe – aber richtig laufen tut wiederum auch nichts. Zudem den ganzen Tag so gut wie alleine – das geht mir dann doch auf die Dauer auf die Nerven. Dieses blöde Pixum scheint total überlastet zu sein, entweder nimmt es meine Bestellung nicht an oder ich bekomme sie jetzt doppelt bzw. dreifach, klar ist da jedenfalls nix. Mein Mann will ne CD brennen und verirrt sich zwischen Media Player und Nero und ich darf dann gucken, wo die Daten überhaupt liegen. Immerhin, das hat jetzt dann doch geklappt. Und zu allem Überfluss schaue ich noch Nachrichten. Es gibt Tage, die braucht es nicht.

„Expertenwissen“

Gestern erhielt ich eine so lange SMS, dass ich mich gefragt habe, warum V. das nicht als Mail geschrieben hat. Aber wenn die junge Dame und Mutter meint … . Jedenfalls will sie eine erotische Geschichte für ein Magazin schreiben, in der es um eine Dreierkonstellation geht bei der einer der beiden Männer merkt, dass er zumindest bisexuell ist. Und da sie jetzt keinen Quatsch schreiben will, hat sie angefragt, ob ich hier da Input geben könne, wie dass denn so sei, wenn  man sowohl als auch und überhaupt.

Ein bisschen habe ich schon überlegt, aber dann ist mir eingefallen, dass sie ja in einem explitzit erotischen Roman schon mal einen von mir unter Pseudonym geschriebenen Artikel über meine Wichsphantasien und -erfahrungen gelesen hat und sofort wußte, dass er nur von mir stammen kann.Und schätzungweise ist sie damals auch auf meine ganzen Akt-Bilder gestoßen, von denen ein paar nicht jugendfreie nach wie vor im Netz kursieren.

Bin gespannt, welche Fragen sie haben wird. Und einen Zahn werde ich ihr bei der Geschichte auch noch ziehen müssen, denn Bisexualität entsteht nicht zu einem Zeitpunkt, sondern ist immer schon zumindest ‚vorgebahnt‘. Das heißt, die eine Person muss sie wohl verändert anlegen, damit es rund wird.

Gerne wieder

Mir fällt ein, dass ich ja noch ein Buch bestellt habe (vom letzten Geburtstagsgeld noch). Und da ich nicht weiß, wie lange der Laden noch offen hat, greife ich mir die nächste Hose aus dem Schrank, es ist die „Proll-Jeans“, wie mein Mann sie zu nennen pflegt. Als ich in die Gesäßtasche greife finde ich zerknüllte 60 Euro.

# 368

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Blind

Heute, nach Jahrzehnten, so richtig verschlafen. Fast zwei Stunden zu spät zum Job gekommen. Hatte vergessen, den Wecker anzumachen. Und vor Tagen wollte ich noch stolz schreiben, wie ich derzeit immer genau zwei Minuten vor der geplanten Weckzeit, egal ob morgens oder mittags, aufwache.

Aber was ich irgendwie viel bedrückender finde ist: Mein Mann hat heute Urlaub – und dem ist nicht aufgefallen, dass ich noch da bin, als er aufstand, obwohl meine Schlüssel auf dem Tisch lagen, mein IPOD (ohne den ich NIE aus dem Haus gehe), mein Portmonai, die Schuhe standen noch auf dem Boden wie mein Rucksack, meine Jacke mit Schal und Mütze lagen neben seiner Jacke …

Irgendwie kränkt das gerade.

Man sollte dazu wissen: Ich habe keinen!

„In einer psychiatrischen Anstalt haben auch immer die anderen die Schlüssel“, erinnerte sich Frans.
„Ja, das Büro ist eine psychiatrische Anstalt, weil nicht jeder einen Schlüssel hat.“

J.J. Voskuil
Das Büro 1 – Direktor Beerta
Verbrecher Verlag Berlin, 2016
S. 630

Dann doch

Zugegeben, echt wenig Lust gehabt, um zu einem Treffen in Verein 1 zu fahren, um den Empfang für den kommenden runden und großen Geburtstag zu planen. Aber da sich sonst niemand gefunden hatte und mein Herz so weit … nein, es war das kleinere Übel, denn „Arbeitsgruppe Gottesdienst“ steht mir so gar nicht (gehe ich wohl auch gar nicht hin) und „Arbeitsgruppe Mitarbeiterfest“, oh nein, keine Lust auf die Hexenküche mit all den … .

Klasse war es heute. Waren nur zu dritt und es war eine echte, ehrliche kreative Runde, bei der niemand auf seiner Idee bestand, sondern man sich gemeinsam entwickelte und schaute und guckte und von jedem das Beste nahm und … und … und …

Die Idee bzw. die Lösung jetzt: Einfach nur glatt und elegant und mit Witz und mit Inhalt und machbar und ehrlich und zu uns passend …

Zahlen, die man unbedingt wissen muss, Teil 2

Ich hatte es schon mal: Salzverbrauch. Das war im Mai 2015 mit einem täglichen Verbrauch von 15,67 Gramm pro Tag für meinen Mann und mich nebst Gästen im Durchschnitt.

Die neue Rechnung ergibt für die vergangenen 521 Tage einen Durchschnittsverbrauch von 19,91 Gramm. Und vier Gramm mehr im Durchschnitt finde ich schon nicht wenig. Es könnte jetzt sein, dass ich damals noch das eingerechnet habe, was jetzt im Salztopf ist. Also werde ich, wenn der leer ist, nochmals rechnen – aber das wird das Ergebnis, meiner Vermutung nach, nicht maßgeblich nach unten korrigieren.

WMDEDGT 12/16

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fordert wie jeden Monat auf, den 5. eines Monats zu protokollieren: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

7:11 – Ich werde wache und registriere langsam: ich bin komplett nackt; ein anderer nackter Arsch schmiegt sich an meinem; ich schlafe defintiv nicht in meinem Bett. Dann erinnere ich mich, dass ich ja bei meinem besten Freund P. in  B. bin, ich einen Tag Urlaub habe und somit alles seine Richtigkeit hat.
7:25 – Ich ziehe mich mühsam an, weil meine Klamotten, warum auch immer, über den ganzen Raum verteilt liegen.
7: 36 – Der Mitbewohner von P. ist in der Küchen verbotenerweise wach und gesprächig. Ich schnappe mir die Zeitung von gestern und tue so, als würde ich interessiert lesen – dass ich keine Lesebrille aufhabe, fällt niemanden auf. Immerhin gibt es Tee.
7:50 – Jetzt kann ich mal kurz ins Bad.
8:09 – P. und ich machen uns auf zum Bahnhof.
8:20 – Kleine Knutscherei zum Abschied.
8:25 – Stelle mich in einer Bäckerei unter, höre „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera, trinke einen lauwarmen Tee, kaue auf einer Plastikbrezel herum.
8:59 – Der Zug ist gegen alle anderen Angaben pünktlich.
9:01 – Sogar ein Sitzplatz. Lese etwas in „Das Pfingstwunder“ von Sibylle Lewitscharoff, schließe dann aber doch lieber die Augen und döse vor mich hin.
10:21 – Der Zug ist immer noch pünktlich als ich aussteige.
10:30 – Zuhause sinnloses Hin und Hergelaufe, koche Tee, werfe einen Blick in die Zeitung, fahre den Rechner hoch, lese die eine Mail, gucke schnell bei tumblr und flickr, was die nackten Männer machen (sie sind immer noch nackt), schaue auf den Kalender, was der Tag so noch für mich bereit hält.
11:03 – Ziehe die Lektüre für das Bibel-Leseprojekt vor.
11:50 – Kleines Mittagessen (Rosenkohl vom Samstag) und Zeitungslektüre.
12:37 – Dringend benötigter Mittagsschlaf.
14:09 – Korrespondenz.
14:19 – Fotos machen und bearbeiten für die Wochenaufgabe um 17 Uhr auf dem Foto-Blog.
14:52 – Tee und Verfassen des Protokolls der ordentlichen Mitgliederversammlung vom Samstag (Verein 2).
15:31 – Lektüre: J. J. Vosskuil: Das Büro I – Direktor Beerta
15:55 – Aufbruch zur Straßenbahn.
16:30 – Laberrunde für’s Geschriebene. Habe verdrängt, dass es nach den 90 Minuten noch ein „gemütliches Beisammensein“ gibt, diesmal sogar mit Alkohol in Form von Glühwein. Also bleibe ich eine Anstandszeit und mache mich, ohne aufräumen zu helfen, mit S. ab.
18:47 – Rückfahrt mit der Straßenbahn
19:04 – Abendessen kochen (Nudelsuppe) und essen und in die Glotze gucken (verschiedene Nachrichten).
20:17- Korrekturen in den Haushaltsplan Verein 1 einarbeiten.
20:50 – Chat mit U. Sehr schleppend, weil sie was auf dem Herzen hat, aber nichts erzählen will, dafür aber andauernd Anspielungen macht. Ich halte es interessanterweise diesmal aus.
22:17 – Feierabend. Bisschen doof in die Glotze gucken.
22:50 – Aufbruch ins Bad, dann mit nem Glas Rotwein und Vosskuil in die Federn. Wenn nich noch fünf Seiten schaffe, bin ich gut, zehn dürften utopisch sein.

Fremdkochen

Beim ‚Weihnachtsessen‘ mit der Abteilung sind auch die alten Kollegen eingeladen. Ein älterer Herr kommt strahlend auf mich zu: „Freut mich Sie wieder zu sehen!“ Ich habe nur Fragezeichen in den Augen, ich kenne den Herrn nicht. „Und meine Frau und reden immer noch von dem Essen!“ Wenn es eine Steigerung von Fragezeichen in Augen gäbe, man würde es mir ansehen. „Alleine die Fleischbrühe!“ Aha! Langsam dämmert es ihm, dass mir überhaupt nicht dämmert und er beginnt umständlich  zu erklären … bis auch ich mich erinnere, dass ich letztes Jahr zweimal bei S. und B. gekocht habe, ohne mitessen zu müssen. Und einmal war dieser Herr mit Frau zu Gast. Nachdem das also geklärt ist, atmet er tief durch und fragt: „Würden Sie das auch mal für uns machen?“

Es gibt auch Ausrufezeichen in Augen.

Anton Weyrother

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