Durch die Zeit

Monat: Januar, 2017

Wo findet man Gott?

Dante-Lesekreis. Vorletzter Abend. Nächste Woche das letzte Treffen, dann sind wir mit der Comedia durch. Zwei Wochen später noch ein „Himmels-Essen“. Danach lösen wir uns auf.

Weitere zwei Wochen später werden wir in gleicher Besetzung den Peter-Weiss-Lese-Kreis aus der Taufe heben und uns an „Die Ästhetik des Widerstandes“ machen.

Mit den (vor)letzten Kräften heute die Gesänge 27-30. Das „Paradies“ spricht keinen von uns wirklich an. Wie so oft fallen Kleinigkeiten auf. Wie ist das eigentlich, wird ‚Gott‘ denn oft als ‚Gott‘ bezeichnet? Gefühlt eher nein, da viele Umschreibungen wie ‚Allmächtiger‘,  ‚Bewegender‘ usw. usf. K. und ich haben ja die neue kommentierte Ausgabe von Köhler mit Register.

Gott findet man nicht im Personenregister.

Gott findet man im Sach- und Begriffsregister!

 

Dilemma?

Ich bin ja nach wie vor auf der Suche nach männlichen Bloggern. Und dann habe ich mal wieder einen gefunden.

Und dann bloggt der Dinge wie DAS und DAS. In meinen Augen Mist.

Und wie jetzt. Einfach von der Abo-Rolle löschen und gut ist. Oder sich mühsam auseinandersetzen und versuchen zu überzeugen, weil man ja gerade im Internet immer nur die sucht, mit denen man übereinstimmt? Oder darf ich bei einem privaten Blog einfach sagen: Politik ist außen vor? Wo muss ich mich engagieren und wo drauf es auch unbequem sein bzw. es mir unbequem sein? Wo darf ich einfach den Schwanz hängen lassen?

 

PP

Ich weiß, warum ich PowerPoint echt noch nie mochte. Und ich weiß es jetzt erst recht, denn ich muss mich mit einer älteren Version herumschlagen – die Nerven liegen blank.

Hingucker

Zum ersten Mal schaue ich „Anne Will“ länger als 3,1 Minuten. Einerseits um zu schauen, wie Schulz sich schlägt (wie ich finde, nicht schlecht), andererseits um rauszubekommen, an wen er mich interessiert. Es hat etwas gedauert, aber er hat einiges von meinem Bruder.

Alle Jahre wieder

Gestern das alljährliche Treffen mit der Ausbildungsgruppe, das sechste Mal. Fast alle waren da, auch die, die schon nicht mehr mitmachen. Und wie immer zu Beginn ‚Stuhlkreis‘ mit der Frage: „Wie bin ich hier“. Erfahrugnsgemäß dauert dieser Runde gut zwei Stunden – und ich war so klug, und hatte vorher etwas gegessen.

Das hat schon etwas leicht magisches, wenn man sich dann trifft und innerhalb von Minuten wieder eine Vertraulich- und Offenheit herrscht, die man andernorts echt lange suchen muss. Man nimmt wirklich dadurch irgendwie am Leben der anderen teil, und es bedarf nur Stichtworte und komplexe Zusammenhänge sind wieder präsent. Jede/r packt halt aus, was war, was gerade beschäftigt. Das ist natürlich ein weites Spektrum. Relativ viele Todesfälle waren zu verzeichnen, ein paar schwierige Lebenssituationen, die ein oder andere Krankheit. Aber auch ne neue Beziehung bei M. 1, was echt alle richtig freute.

Natürlich sind da auch ein paar Leute darunter, die irgendwie von einem anderen Stern sind. M. 2. beispielsweise, die das letze Mal nur von ihrem Hund sprach, den sie dann Tage später wieder abgegeben hat und fröhlich ihre Jobs wechselt wie ich die Unterwäsche. Kann sie sich nur dadurch leisten, dass ihr Ex-Mann so doof ist und blecht, dass sich die Balgen bieten. Oder T., die vor zwei Jahren beschlossen hat, jetzt doch nicht lesbisch zu sein, sich einen Mann geangelt hat, in einer schicken Wohnung lebt und sich um den neuen Hund weit aus mehr kümmert, als um ihre 10-jährige Tochter, die in der Schule gemobbt wird. T.’s Hauptthemen waren der Hund und ob sie sich noch eine dritte Eigentumswohnung kaufen sollte. Nach ihr war zufällig ich an der Reihe und machte die Stimmung etwas kaputt, als ich schilderte, dass ich wohl bald wieder auf der Straße stehe, mein Mann gerade auch seit Wochen in der Krise ist und wir irgendwie so überhaupt nicht finanziell abgesichert sind (was bei den anderen aber sowas von defintiv der Fall ist).

Wurde dann aber doch noch ein heiterer Abend, auch wenn meine (erste) Tarte Tartin keinen großen Anklang fand (es gab einfach zu viele Nachtische) und meine kleinen Käsetartes irgendwie auch etwas untergingen in dem Gewusel.

 

Ein bisschen Schi-Schi

Jetzt heißt es noch Kochbücher wälzen, Blogs durchsuchen. Morgen das alljährliche Ausbildungstreffen mit Stuhlkreis und mitgebrachten Büffet. Mir wäre ja irgendwie nach nem ordinären Nudelsalat, aber da die Damen sich schon darauf freuen, welche Überraschung ich diesmal mitbringe – sie haben den Druck dieses Jahr wirklich geschickt aufgebaut – und ich, bis auf eine, auch nicht enttäuschen will, schließlich geht es auch um meinen ‚guten Ruf‘ bzw. um Bestätigung des Vorurteils, dass Schwule ja achsokreativkochenkönnen … egal: Ich hab‘ Lust, morgen was zu machen – was  mich ja auch überhaupt nicht hindert, auch noch einen echt ordinären Heten-Nudelsalat mitzubringen.

Schritt für Schritt

8.730 ist die aktuelle Schrittzahl für heute. Aber nur deswegen, weil ich von der Arbeit nach Hause gelaufen bin (gut 5.000 Schritte in 40 Minuten). Und das deswegen, weil ich mir dachte, ich sollte auch mal schauen, ob ich auf 10.000 Schritte am Tag komme. Und nach den ersten vier Tagen steht fest: Das ist eine echte Herausforderung.

Es ist schon erschreckend, wie wenig ich mich derzeit bewege, da ich das Rad derzeit im Keller stehen lasse und die Straßenbahn nehme. Andererseits ist es wiederum faszinierend, dass so ein kleines Gerät, was gerade mal eine Zahl anzeigt, dazu animiert, Wege zu überlegen, die man gehen könnte.

Und es gibt noch einen weiteren schönen Nebeneffekt: eine weitere Excel-Tabelle, die man täglich pflegen kann.

 

7 Monate Ruh‘!

Die muss nur mit ihrem Spiegel kommen und dann anfangen zu murmeln „… zwei o.B. … drei fehlt … vier und fünf überkront … sechs … äh …. sechs …“ und ich verkrampfe mich mehr als kurz vor’m Orgasmus. Auch wenn sie nicht bohren musste, gab‘ es dann doch die obligatorisches „professionelle“ Folterreinigung.

Ich bin und bleibe bei der Zahnärztin einfach nur eins: Ein Schisser!

… nicht nur außergewöhnlich, sondern auch einzigartig …

Marcel Proust war 17 Jahre alt, als er diesen Brief am 17. Mai 1888 an seinen Großvater schrieb. Wer würde heute einen inhaltsgleichen Brief als SMS oder wie auch immer an seinen Großvater schreiben? Und die Mutter wüsste davon? Und der Herr Papa hätte da auch noch eine Nachfrage?

Ich bitte Dich, so nett zu sein mit 13 France zu geben, um die ich eigentlich Monsieur Natahn angehen wollte, aber Mama zieht es vor, dass ich Dich darum bitte. Und das ist der Grund: Ich hatte ein so starkes Bedürfnis, eine Frau aufzusuchen, um mit meiner schlechten Gewohnheit des Maturbierens aufzuhören, dass Papa mir 10 Francs gegeben hat, um ins Bordell zu gehen. Aber 1. habe ich in meiner Aufregung einen Nachttopf zertrümmert, 3 Francs; 2. habe ich bei dieser Aufregung nicht beischlafen können. So stehe ich also da wie zuvor und warte stündlich dringender auf 10 Francs, um mich entleeren zu können, und dazu noch die 3 Francs für den Topf. Aber ich traue mich nicht, so bald schon wieder Papa um Geld zu bitten, und ich hatte gehofft, dass Du mir in dieser Angelegenheit zu Hilfe kommen könntest, die, wie Du weißt, nicht nur außergewöhnlich, sondern auch einzigartig ist: es kommt im Leben nicht zweimal vor, dass man zu verwirrt ist, um beischlafen zu können.

(Marcel Proust: Briefe 1819-1922, hrgs. von Jürgen Ritte, Suhrkamp Verlag Berlin 2016, Band 1, S. 98)

# 378

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me by Jürgen Buch

Oeufs Cocotte

Irgendwie entwickle ich eine neue Leidenschaft der Eier-Zubereitung. Heute habe ich sie mal im Ofen gemacht. Lässt sich sicher noch dran feilen und diese Variante ist auch eher deftiger als Pochierte Eier, die nach wie vor auf großes Staunen stoßen.

G.C.

Schaue gerade nen Spielfilm, in dem George Cloony ne Hauptrolle spielt.

Bis jetzt hat er sich noch nicht zu einer Kaffeemarke geäußert.

Als ernstzunehmender Schauspieler ist er für mich verbrannt.

Nix zum gratulieren! (Und am Vortag bringt eh Unglück.)

Letztes Jahr schrieb ich an meinem Geburtstag hier u.a.:

Die einzige Frage, die ich mir täglich mindestens 83. mal stelle: Wie soll das weiter gehen? Was kann / muss / soll ich tun, dass ich in Lohn und Brot komme? Wie weit muss ich mich prostituieren? Wo sind noch weitere Abstriche zu machen? Außer Nahrungsmittel kaufe ich eh nichts mehr (außer ich bekomme irgendwo her mal etwas Geld, was ich dann in Bücher investiere). Wie viel mehr muss ich mich noch reduzieren?

Ich bin nicht wirklich schlecht ausgebildet. Über all die Jahre in all den Jobs habe ich mir rechts und links noch das ein oder andere angeeignet. OK, ich bin in nichts 110-prozentig, aber in verdammt vielen 90-prozentig.

Und vor zwei Jahren las sich die Bilanz äußerst ähnlich:

Wenn ich mich so in meiner Altersklasse umschaue, dann habe ich, was das Materielle angeht, auf alle Fälle geloost. Weder Auto noch Eigenheim, weder dicke(re)s Bankkonto noch Ferienwohnung, weder nen Job noch ne anständige Rentenerwartung. Das nagt – zugegeben – mehr als gedacht. Dafür immerhin eine einigermaßen stabile Beziehung und ein paar wenige (und verstreute) Freunde. Gesundheitlich ist auch alles soweit in Ordnung – ganz katastrophal ist es also nicht, aber richtig gut fühlt sich das derzeit wahrlich nicht an.

Für die morgen fällige Bilanz habe ich dem nichts hinzuzufügen, außer, dass mein Abteilungsleiter heute signalisierte, dass es mit einer Entfristung meiner Stelle wohl nix wird, eine Verlängerung der Befristung auch nicht im Raum steht. Und meine Hoffnung, dass da noch was ausgeschrieben wird, worauf ich mich intern bewerben kann, ist in der Zwischenzeit nur noch sehr gering.

Ab Juli wird es also echt kritisch. Was soll da werden? Was soll da kommen?

Scheiße gelaufen, würde ich mal konstatieren.

Nachtrag

Wer wissen will, wie meine Entscheidung in diesem Fall gefallen ist: Nach ewigen Grübeleien, ob ich nicht doch vielleicht noch schnell einlade und mein Mann kocht oder wir kochen und ich lade die ein, oder doch die anderen und dann nur bei Wein und Käse oder vielleicht doch so richtig heftig kochen, dann aber nur für P. … ich denke, für mich wird’s am Freitag bei meinem Lieblings-Italiener F. geben:

  • Prosecco
  • Gamberetti, Aglio, Olio e Pepperoncino
  • Fegato alla Venezina oder vielleicht doch Costolette d’agnello alla Guglia beziehungsweise Saltimbocca alla Romana
  • Formaggio

Zudem haben die einen recht ordentlichen Rosé, den ich an sich ja eh gerne trinke, ein Grappa wird danach auch drin sein und finanziert – und das ist das Schönste daran – ist es auch, denn meine Tante G. hat vorab die Rechnung für meinen Mann, P. und mich übernommen.

Quäl dich!

M., (mit der ich in der Zwischenzeit nach diesem Vorfall immerhin wieder rede, obwohl sie bei einem klärenden Gespräch behauptet hat, das nie gesagt zu haben, drei andere aber es genauso gehört haben) meinte, als ich sie gerade im Verein 1 beim Dienst ablöste, ich sähe müde aus. Kann ich ihr nur zustimmen. Im Augenblick habe ich wieder so eine Phase, in der ich dann unendliche müde werde, wenn ich weiß, dass ich einen Termin habe. Egal was für einen Termin. Ob jetzt im Verein oder ein Kinobesuch, eine Essenseinladung oder eine auf einen Wein – ob das jetzt auch beim Date mit einem hübschen, willigen  Schwanzträger der in mein Beuteraster fällt auch so wäre, mag ich nicht zu beurteilen, weil nicht nicht vorgekommen – egal, zwei Stunden vor der vereinbarten Uhrzeit werde ich nicht nur müde, sondern todmüde. Das wird sich in ein paar Wochen auch wieder legen – das ist irgendetwas zyklisches, hat auch mit der Jahreszeit nichts zu tun. Aber es sind halt Wochen, wo ich mich quäle, täglich, weil irgendeinen Termin hat man immer.

Programmänderung

Eigentlich wollten wir jetzt dann „Neue Vahr Süd“ sehen – aber jetzt wird es „Cucumber“ auf one1hd.

Nach den ersten Minuten: Allen Tucken sei es auf das Wärmste empfohlen – der Rest sehe lieber „Neue Vahr Süd“, viel zu viel Insider.

Nicht meine Welt

J. hat mal wieder angerufen. Nach den üblichen Klagen über die Schlechtigkeit der Welt und über die Schlechtigkeit der Auftragslage erwähnte er im Nebenbei, dass er gerade mit seiner Frau in London war, um sich jeweils einen Fahrradrahmen anpassen zu lassen.

Räder und Speichen und Bremsen und Schaltung und … kommen dann von woanderst.

Es hätte so einfach sein können

Ich will ja nicht hochmütig klingen, aber im Grunde gibt es in dieser Stadt nur drei Restaurants, in denen wir ernsthaft essen gehen können. Nichts gegen den ein oder anderen Italiener oder Grieche hier – aber die Pasta bekommen wir in der Zwischenzeit auch echt gut hin und danke Eva auch eine erstklassige Pizza. Das ein oder andere Griechische machen wir eh seit Jahren. Für ein Schnitzel oder Gulasch muss ich auch nicht aus dem Haus, ebensowenig für Knödel jeglicher Art. Einzig Döner bekommen wir nicht hin.

Zum Geburtstag dachte ich mit Mann und Freund essen zu gehen. Restaurant 1 (teuer) hat aber seit eineinhalb Jahren das Programm nicht geändert – und auf eine Wiederholung habe ich so nicht richtig Lust. Restaurant 2 (teuer) wäre ein Wagnis, denn die, die dort waren, waren nicht sehr überzeugt, viel Schischi und Theater halt. Restaurant 3 (sehr teuer) ist mitten in einem Pächterwechsel und hat eh zu.

Jetzt doch selber kochen? Oder zum guten Italiener? Zum halbteuren Inder?

„Was machen wir nun?“ – „Wir warten.“

Ersatzsohn T. ist gerade da. Beim letzten Mal als er hier war, erzählte er, dass es bei ihm in der Schule „betreutes Lesen“ gibt. D.h., die Klasse liest im Unterricht ein Buch – jeder für sich das selbe Buch – und wenn dann ein Wort oder was auch immer unklar ist, dann wird das mit Hilfe des Lehreres gekärt, auf ein Kärtchen geschrieben und über diese Kärtchen gibt es später einen Test. Nun, für den Lehrer hat das sicherlich Vorteile, denn eine Unterrichtsvorbereitung fällt für ihn aus. Ich weiß zudem nicht, ob ich das jetzt gut oder einfach nur schrecklich finden soll.

Wie auch immer, bei dem jetztigen Besuch dachte ich mir, ich lege T. mal ein bisschen Nachtlektüre bereit, einfach so, denn eine gewisse Neugierde ist ihm nicht abzusprechen. Daher habe ich ihm zwei Klassiker und was ‚Neues‘ rausgesucht:

  • Jerome David Salinger: Der Fänger im Roggen
  • Hermann Hesse: Siddartha
  • Friedrich Ani: Wie das Licht schmeckt

Und als ich ihm noch ein paar Sätze zu den Bücher sagte kam ich in einen kleinen Literaturvorlesungsrausch und … wir endeten jedefalls bei

  • Samuel Beckett: Warten auf Godot

Und ganz ehrlich: Hat mir schon gut getan, dass T. interessiert zuhörte, immer mal auch eine Frage stellte und ein echtes Interesse daran hatte zu versehen, warum einem Literatur so wichtig sein kann.

Nun bin ich auf morgen gespannt, denn er hat alle vier Bücher mit ins Bett genommen und versprochen, alle anzulesen. Und sollte er auch nur für eins morgen gelindes Interesse zeigen – ich schick ihm eine neue Ausgabe überübermorgen zu (die meinigen sind dann doch für mich halt ganz schön heilig).

nulla dies sine linea (*1)

Zusammen mit „homo sum, humani nihil a me alienum puto“ (*2) meine zwei … ja was? … Leitsprüche … Lebenssprüche … Lebensansprüche?

Egal, mir gefallen beide ausnehmend gut und spiegeln mich bzw. meine Ansprüche an mich ganz gut wieder. Es war in der Schulzeit, als ich mit einer Klassenkameradin mal eine Diskussion hatte, wie denn wir uns in der NS-Zeit verhalten hätten. Was sie sagte, weiß ich nicht mehr, aber mir wurde damals klar, dass ich zum Widerstandskämpfer wohl wenig getaugt hätte. OK, damals wußte ich noch nicht, dass ich schwul bin – vielleicht hätte das meine Ausage damals etwas geändert.

Und den Titel meine ich bei Satre als Jugendlicher gelesen zu haben – aber dafür lege ich meine Hand sicher nicht ins Feuer. Eine Stunde am Tag wollte ich, so habe ich mir damals vorgenommen, lesen. Natürlich habe ich das nicht durchhalten können – so wie heute. Klar, ich habe in der Zeitung gelesen, etwas im Internet – aber das zählt alles für mich nicht, denn das bezog sich auf Literatur. Heute kam ich noch nicht dazu (und werde wohl auch nicht dazu kommen), gestern begeisterte mich ein Ralf-König-Comic (11.000 Jungfrauen), den ich noch gar nicht kannte und morgen – ich habe frei – muss ich zwei Texte schreiben, auf den Markt gehen, Bibel lesen (aber das zählt irgendwie nicht) und dann kommt für das Wochenende Ersatzsohn T.

Das schreib ich, glaub ich nur deswegen, um nicht schon wieder zu schreiben, dass mich die Supervisorin in der Laberrunde schlichtweg begeistert. Die hat heute mit zwei Sätzen einen Druck von mir genommen, weil sie eben mein Ding von einem Schritt Abstand sehen konnte.

Dennoch: Morgen weiter im „Das Büro“, Band 2.

___________________
Für die, die nicht das GROSSE Latinum haben wie ich (immerhin mit genau 5 Punkten mühseeligst ersessen, weil das der Deal mit dem Lateinlehrer war, weil sonst der Grundkurs nicht zustande gekommen wäre):

*1: Keine Tag ohne Zeile (Näheres HIER)
*2: Ich bin ein Mensch, nichts Menschliches, denk ich, ist mir fremd. (Näheres HIER)

To be continued

Komischer Tag irgendwie, ach was, komisches Leben derzeit

  • Überraschend gut geschlafen heute Nacht und dennoch trotz komatösem Mittagsschlaf unendlich müde (was mich davon – naturgemäß – nicht abhält nicht ins Bett zu gehen).
  • An der Arbeit nix zu tun und keine Idee, wie noch auffüllen.
  • Leichte ‚Angst‘ morgen zu vergessen, dass ich am Freitag nicht ins Büro muss, weil ich einen Gleittag habe.
  • Freue mich auf den Ersatzsohn am Freitag, aber frage mich, was ich zu bieten habe.
  • Sitze für Verein 1 derzeit in dem Gremium und in dem Arbeitskreis und in der Gruppe und übernehme das und jenes und selles und dieses und dass dann auch noch … aber nichts davon ist das ‚Eigentliche‘.
  • Würde gerne einfach nur noch lesen – aber wenn ich länger als eine Stunde gelesen habe denke ich, „Leben wäre auch ne prima Alternative“ (Maxi Wander).
  • Dann die Angst, wie sich das mit dem befristeten Job entwickelt, ob ich da, wo ich gerade bin, noch was reißen kann.
  • Einerseits verkriechen wollen und andereseits mal der Welt zeigen …
  • Einen Artikel muss ich bis Sonntag noch geschrieben haben und die große Statistikpräsentation für Verein 1 muss ich bis zum 3.2. auch noch auf die Beine stellen. Das kostet mich wieder um die 20 Stunden – und ich frage mich da schon: Warum mache ich das?
  • Meinem Mann geht es auch nicht gerade gut und der beginnt sich zu bewerben, natürlich in Städten, in denen ich nie hin wollte und will – und Fragen türmen sich da natürlich auf, auf die ich so richtig Lust nicht habe.
  • Und, überhaupt …

Wie immer?

Vorhin meine Patentante G. angerufen. Jährlicher Pflichtanruf – schließlich muss man sich ja vor seinem Geburtstag (meiner ist in wenigen Tagen) für das Weihnachtsgeschenk bedanken.

Wie immer ist erst Nenntante A. dran. Wie immer in bester Laune. Sie hat Brustkrebs und bekommt gerade eine Chemotherapie.

Wie immer dann Paten- bzw. Nenntante G. in der Leitung. Wie immer in bester Laune – oder das, was sie gerade noch als ‚beste Laune‘ hinbekommt. Ein selten bemühtes Gespräch, sie lacht vielleicht gerade drei, vier Mal – das ist für ihre Verhältnisse erschütternd wenig.

Verständlich wird das recht einfach, wenn man die beiden als Paar ansieht – was ja nicht sein darf und nicht sein kann (siehe auch HIER).

Werde wohl bald mal runtefahren und die beiden ohne (!) meine Mutter und ohne (!) meine Schwester besuchen. Das gibt zwar ein mittelschweres Familiendrama – aber da ich quasi eh schon enterbt bin …

 

 

 

tropf, tropf

Mein Mann hat mir gerade ein paar Augentropfen verabreicht, weil ich seit Stunden an den trockenen Augen reibe. Es ist in diesem Fall schön, dass er keine Blog hat, denn sonst wüsste die Menscheit, wie ich zicken kann.

Und was ich mich gerade echt frage: Wie habe ich das nach den Augen-OP’s damals hinbekommen, mir selber täglich drei mal (!!!) Tropfen zu geben?

Mit der Hand

Gestern bekam ich von I. eine Rückmeldung auf meine Sylvesterkarte. Sie bedankte sich dafür und gestand, dass sie längere Zeit gebraucht hätte, mich hinter dem Luftballon zu erkennen. Witzig daran ist, dass ich auf der Rückseite ihr noch einige Zeilen geschrieben und auch mit meinem Namen unterschrieben habe – aber das war wohl, mal wieder, so vollkommen unleserlich.

Müsste man Blogs handschriftlich führen – ich wäre definitiv nicht dabei. Denn wenn ich was mit Hand schreibe, dann ist es selbst für mich eine (zum Teil unlösbare) Herausforderung, das Geschriebene wenige Zeit später zu entziffern.

Immerhin halte ich mir zugute dass M., der kurz nach dem Abi schwerst verunglückte und es lange Zeit unklar war, ob er noch wird richtig sehen können, als ersten Sehtest eine Postkarte von mir vorgelegt bekam. Und als er immerhin die Hälfte vorlesen konnte waren alle komplett überzeugt, dass weder die Augen noch das Hirn geschädigt sein konnte.

Aber so eine schöne Kritik an meiner unleserliche Handschrift, wie sie Marcel Proust Emmanuel Berl teilhaben ließ, hatte ich noch nie und werde sie wohl auch nie bekommen. Proust schrieb ihm wohl im Okt0ber 1919 folgendes:

Ich will Ihnen […] sagen, dass ich heute Morgen einen Brief von Ihnen erhalten habe, der mir das größte Vergnügen bereitet hat, denn ich habe darin die mysteriösen Arabesken wiedererkannt, die Sie ironischerweise als Ihre Schrift bezeichnen. Aber dieses Mal habe ich […] kein einziges Wort entziffern können … .

Lies, Brüderchen, lies

Als ich den letzten Beitrag geschrieben hatte, schaute ich auf, sah die Bücherwand …

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… und kann verstehen, wenn jetzt die geneigte Leserin, der geneigte Leser denkt: „Oh ja, Bücher.“ Was der geneigte Leser und die geneigte Leserin nicht wissen aber zumindest sehen kann: „Och, eigentlich ganz ordentlich.“

Um es deutlich zu machen, das ist mein Werk des Nachmittags, der eigentlich den Briefen Proust gewidmet werden sollte (nicht auf dem Bild, aber in der untersten Bücherreihe fast genau in der Mitte sieht man den lila Schuber mit der Recherche in der revedierten Übersetzung, rechts daneben die blauen Bände mit der ‚alten‘ Übersetzung): ICH HABE AUFGERÄUMT! Und zwar gründlich, ach was, heldenhaft! Denn ich habe für die neuen Bücher, die ich unbedingt behalten will, Platz geschaffen und deswegen wohl an die hundert Bücher (wenn nicht mehr) aussortiert. Wer was haben will:

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Wobei ich natürlich schon so denke: Was hat mich das alles gekostet? Wie oft habe ich darauf gespart und auf anderes verzichtet? Und nun, einfach weg? Die Erwartung, irgendwie auch nur einen geringen Betrag zu bekommen ist utopisch, denn wer zahlt schon für ein gebrauchtes Buch, was er ’neuwertig‘ oft in Ramschläden nachgeschmissen bekommt?

So langsam ahnt es mir, dass das ‚Kulturgut‘ Buch dem Untergang geweiht ist. Ich kaufe ja auch nur noch die Bücher, von denen ich mir vorstellen kann, dass ich sie ein zweites Mal lese oder Anstreichungen machen will. Ansonsten zählt der Inhalt – und der ist auf einem E-Reader derselbe. Und wer mir jetzt mit dem Argument „schönes Buch“ kommt, der möge mir mal bitte ein „schönes“ Buch zeigen – über 98 Prozent sind schnell gemachte Massenware.

Trink, Brüderchen, trink!

Hin und wieder bekommen mein Mann und ich so komische Flashs. Dann müssen wir beispielsweise so schnell wie irgendwie möglich die Küche neu streichen. Das kann uns Jahre überhaupt nicht gejuckt haben, aber wenn, dann überkommt es  uns. Oder Regale müssen komplett ausgeräumt, ausgemistet und wieder eingeräumt werden.

Jetzt haben wir es auf unsere Weinvorräte abgesehen. Letzte Woche machten wir eine von den ‚guten‘ Flaschen auf und mussten feststellen, dass auch der mal wieder überlagert war und wir ihn in den Ausguss schütten konnten. Und so öffnen wir seit Mitte letzter Woche eine Flasche nach der anderen mit dem Ergebnis, dass die Küchenflaschen zu 80% im Ausguss landeten. Jetzt gehen wir an die Vorräte im Keller. Wer also auf eine Flasche vorbeikommen will, bitte.

Quasi ein Lob auf den frühen Vogel

Das gute ist, wenn man morgens um 4:45 halbnackt im Dunkeln durch die Wohnung tappt, da man nicht nur aufs Klo muss, sondern in erster Linie den Wecker suchen muss, der einen dann 105 Minuten später wecken soll, dass man schon mal im Bad die Heizung so ein klein wenig aufdrehen kann, so dass man dann beim Zähne putzen nicht so zittern muss wie sonst.

WMDEDGT 1/17

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fragt – wie jeden Monat am 5.: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

6:40 – Wecker tönt und ich folge, trotz schlechtem Schlaf, im Grunde sofort.
6:41 – Im Bad. Im Radio läuft eins der Brandenburgische Konzerte und ich frag mich, wie oft man unfreiwillig bestimmte Musikstücke immer und immer wieder hören muss.
6:50 – Tee und Zeitungslektüre bereits angezogen
7:16 – Mit der Straßenbahn zur Arbeit, auf den Ohren „Mikado“ von Botho Strauß, aber das scheinen Kurzgeschichten zu sein.
7:31 – Auf dem Schreibtisch liegen Vorgänge! Was für eine Überraschung. Wenn ich das gründlich und vor allem meditativ angehe, dann habe ich für mindestens 40 Minuten etwas zu tun. Selten beginnen die Tage hier so gut. Erst mal aber Tee kochen und bis der Kollege kommt, den Krimi fertig lesen. Ich beginne sogar noch mit „Nackter Mann, der brennt“ von Friedrich Ani, bis mir auffällt, der Kollege kommt heute gar nicht.
8:22 – Dann ‚arbeite‘ ich also mal was.
9:01 – Mit was könnte ich mich jetzt beschäftigen? OK, ok, dann gehe ich halt auf Kennzahlensuche
9:58 – Frühstückspause mit Internetletküre.
10:07 – Und weiter.
11:02 – Überraschung! Ein (!) neuer Vorgang. Er wird mich bis zum ‚Arbeits’ende retten.
11:55 – Zurück mit der Straßenbahn durch eine vereiste Stadt. Und ich merke mal wieder, dass ich schon seit Monaten meine Schuhe hätte neu besohlen lassen müssen, denke aber, dass ich in der B-Note doch noch ganz gut abschneide. „Mikado“ lässt sich – obwohl der geniale Ulrich Matthes spricht – nur schwer hören. Für morgen suche ich mir was anderes.
12:22 – Mein sich im Krankenstand befindlicher Mann hat Mittagessen gemacht (Rosenkohl von vorgestern frisch überbacken), dazu die übliche Zeitungslektüre.
12:55 – Nach den vergangen drei katastrophalen Nächen hinsichtlich Schlafqualität gibt es kein Entrinnen mehr vor einem Mittagsschlaf.
14:14 – Erwachen aus dem Mittagskoma
14:27 – Mehrfacher Versuch ins Internet zu kommen, klappt mal wieder nur mäßig und niemand weiß, woran es liegt. Dann unterschiedliche Aktivitäten wie flickr und tumblr Fotos schauen, Mails prüfen, Headlines gucken, …
14:40 – Beginne für die Zeitleiste für Verein Nr. 1 aus zwei verschiedene Quellen verschieden Daten mühseelig und stoisch zu kopieren.
16:29 – Genug Zahlen fürs erste, die Bibel ruft. (Aber nur noch ein Monat und einen Tag. Ich werde „Uff“ sagen!)
16:56 – Zwei Clementinen und Ani-Lektüre.
17:31 – Kitchen-Time! Geschirr abspülen, Abendessen richten, Wäsche zusammenlegen, Aperitif trinken, Radio hören, Fernsehn sehen, schnuddeln, Zeitung wegräumen, Abfälle runterbringen … mal sehen, was es sonst noch so gibt.
18:55 – Abendessen. Gefüllte Paprika, weil alles im Kühlschrank dazu da war und weg musste.
19:35 – Während irgendetwas im Fernsehen läuft überspiele ich fünf dicke Hörbücher auf den kleinen Rechner, denn mein IPOD verlangt demnächst mal wieder nach Futter. Aber erstmal den „Strampelanzug“ anziehen – zum Wohlfühlen.
22:12 – Wir sitzen immer noch vor dem Fernseher, können aber nicht sagen, was gelaufen ist, denn wir unterhalten uns, gucken in die Computer, ich überspiele mit immer weniger Nerven die Hörbücher, denn das MacBook will einfach nicht auf Beschleunigung kommen.
22:49 – Mühseelig heute mit den CDs. Das fünfte Hörbuch muss noch harren, bis es auf die Festplatte darf.
22:58 – Das Schlafbedürfnis ist derzeit extrem hoch – leider will sich der Schlaf nicht wirklich einstellen. Heute brauche ich nicht mehr wie in den letzten Tagen auf der Matratze auf dem Boden im Arbeitszimmer schlafen (Besuch in meinem Bett; mein Mann röchelnd und niesend und schnupfend krank) sondern komme in mein Bett. Nicht ohne ein Glas Rotwein und Ani.

Sicher mal zwei

Vor Jahren lernte ich einen Typen kennen, C., der sicher an sich etwas eigen war und ist und dem, obwohl nicht auf dem Kopf gefallen, eine Therapie wirklich mal richtig gut täte. Man muss keine Experte sein um sehen zu können, dass da einiges etwas schief gelaufen war in seinem Leben und dass das zu ein paar Haltungen führte, die wiederum für Probleme sorg(t)en … .

Andereseits war er damals echtein verdammt hübscher Mann, genau mein Beuteraster, denn er war etwa so groß wie ich, hatte wirklich einen sehr schönen Schwanz mit fast noch schöneren Eiern und hatte damals ebenfalls maximal 60 kg auf den Rippen. Ich mag’s halt durchaus etwas schlanker. Ich hab damals einiges getan / tun müssen, um ihn zumindest einmal so halb ins Bett zu bekommen. Das versprach durchaus verdammt interessanten Sex mit ihm, wenn es denn mal richtig dazu kommen würde – aber wie das Schicksal so wollte, wenige Wochen zog er weg und dann nochmals weiter weg und wir haben uns so gut wie aus den Augen verloren.

Gestern erfuhr ich über Facebook – wo ich alle 5 Wochen mal reinschaue, um die Hände über den Kopf zusammenschlagen zu können – dass C. die 120-kg-Marke geknackt hätte und nun beschließen würde, „etwas“ auf sein Gewicht zu achten.

Man kann ja hoffen.

Nicht nur mir würde DAS auch gefallen.

Anton Weyrother

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