Durch die Zeit

Monat: Januar, 2017

Wo findet man Gott?

Dante-Lesekreis. Vorletzter Abend. Nächste Woche das letzte Treffen, dann sind wir mit der Comedia durch. Zwei Wochen später noch ein „Himmels-Essen“. Danach lösen wir uns auf.

Weitere zwei Wochen später werden wir in gleicher Besetzung den Peter-Weiss-Lese-Kreis aus der Taufe heben und uns an „Die Ästhetik des Widerstandes“ machen.

Mit den (vor)letzten Kräften heute die Gesänge 27-30. Das „Paradies“ spricht keinen von uns wirklich an. Wie so oft fallen Kleinigkeiten auf. Wie ist das eigentlich, wird ‚Gott‘ denn oft als ‚Gott‘ bezeichnet? Gefühlt eher nein, da viele Umschreibungen wie ‚Allmächtiger‘,  ‚Bewegender‘ usw. usf. K. und ich haben ja die neue kommentierte Ausgabe von Köhler mit Register.

Gott findet man nicht im Personenregister.

Gott findet man im Sach- und Begriffsregister!

 

Dilemma?

Ich bin ja nach wie vor auf der Suche nach männlichen Bloggern. Und dann habe ich mal wieder einen gefunden.

Und dann bloggt der Dinge wie DAS und DAS. In meinen Augen Mist.

Und wie jetzt. Einfach von der Abo-Rolle löschen und gut ist. Oder sich mühsam auseinandersetzen und versuchen zu überzeugen, weil man ja gerade im Internet immer nur die sucht, mit denen man übereinstimmt? Oder darf ich bei einem privaten Blog einfach sagen: Politik ist außen vor? Wo muss ich mich engagieren und wo drauf es auch unbequem sein bzw. es mir unbequem sein? Wo darf ich einfach den Schwanz hängen lassen?

 

PP

Ich weiß, warum ich PowerPoint echt noch nie mochte. Und ich weiß es jetzt erst recht, denn ich muss mich mit einer älteren Version herumschlagen – die Nerven liegen blank.

Hingucker

Zum ersten Mal schaue ich „Anne Will“ länger als 3,1 Minuten. Einerseits um zu schauen, wie Schulz sich schlägt (wie ich finde, nicht schlecht), andererseits um rauszubekommen, an wen er mich interessiert. Es hat etwas gedauert, aber er hat einiges von meinem Bruder.

Alle Jahre wieder

Gestern das alljährliche Treffen mit der Ausbildungsgruppe, das sechste Mal. Fast alle waren da, auch die, die schon nicht mehr mitmachen. Und wie immer zu Beginn ‚Stuhlkreis‘ mit der Frage: „Wie bin ich hier“. Erfahrugnsgemäß dauert dieser Runde gut zwei Stunden – und ich war so klug, und hatte vorher etwas gegessen.

Das hat schon etwas leicht magisches, wenn man sich dann trifft und innerhalb von Minuten wieder eine Vertraulich- und Offenheit herrscht, die man andernorts echt lange suchen muss. Man nimmt wirklich dadurch irgendwie am Leben der anderen teil, und es bedarf nur Stichtworte und komplexe Zusammenhänge sind wieder präsent. Jede/r packt halt aus, was war, was gerade beschäftigt. Das ist natürlich ein weites Spektrum. Relativ viele Todesfälle waren zu verzeichnen, ein paar schwierige Lebenssituationen, die ein oder andere Krankheit. Aber auch ne neue Beziehung bei M. 1, was echt alle richtig freute.

Natürlich sind da auch ein paar Leute darunter, die irgendwie von einem anderen Stern sind. M. 2. beispielsweise, die das letze Mal nur von ihrem Hund sprach, den sie dann Tage später wieder abgegeben hat und fröhlich ihre Jobs wechselt wie ich die Unterwäsche. Kann sie sich nur dadurch leisten, dass ihr Ex-Mann so doof ist und blecht, dass sich die Balgen bieten. Oder T., die vor zwei Jahren beschlossen hat, jetzt doch nicht lesbisch zu sein, sich einen Mann geangelt hat, in einer schicken Wohnung lebt und sich um den neuen Hund weit aus mehr kümmert, als um ihre 10-jährige Tochter, die in der Schule gemobbt wird. T.’s Hauptthemen waren der Hund und ob sie sich noch eine dritte Eigentumswohnung kaufen sollte. Nach ihr war zufällig ich an der Reihe und machte die Stimmung etwas kaputt, als ich schilderte, dass ich wohl bald wieder auf der Straße stehe, mein Mann gerade auch seit Wochen in der Krise ist und wir irgendwie so überhaupt nicht finanziell abgesichert sind (was bei den anderen aber sowas von defintiv der Fall ist).

Wurde dann aber doch noch ein heiterer Abend, auch wenn meine (erste) Tarte Tartin keinen großen Anklang fand (es gab einfach zu viele Nachtische) und meine kleinen Käsetartes irgendwie auch etwas untergingen in dem Gewusel.

 

Ein bisschen Schi-Schi

Jetzt heißt es noch Kochbücher wälzen, Blogs durchsuchen. Morgen das alljährliche Ausbildungstreffen mit Stuhlkreis und mitgebrachten Büffet. Mir wäre ja irgendwie nach nem ordinären Nudelsalat, aber da die Damen sich schon darauf freuen, welche Überraschung ich diesmal mitbringe – sie haben den Druck dieses Jahr wirklich geschickt aufgebaut – und ich, bis auf eine, auch nicht enttäuschen will, schließlich geht es auch um meinen ‚guten Ruf‘ bzw. um Bestätigung des Vorurteils, dass Schwule ja achsokreativkochenkönnen … egal: Ich hab‘ Lust, morgen was zu machen – was  mich ja auch überhaupt nicht hindert, auch noch einen echt ordinären Heten-Nudelsalat mitzubringen.

Schritt für Schritt

8.730 ist die aktuelle Schrittzahl für heute. Aber nur deswegen, weil ich von der Arbeit nach Hause gelaufen bin (gut 5.000 Schritte in 40 Minuten). Und das deswegen, weil ich mir dachte, ich sollte auch mal schauen, ob ich auf 10.000 Schritte am Tag komme. Und nach den ersten vier Tagen steht fest: Das ist eine echte Herausforderung.

Es ist schon erschreckend, wie wenig ich mich derzeit bewege, da ich das Rad derzeit im Keller stehen lasse und die Straßenbahn nehme. Andererseits ist es wiederum faszinierend, dass so ein kleines Gerät, was gerade mal eine Zahl anzeigt, dazu animiert, Wege zu überlegen, die man gehen könnte.

Und es gibt noch einen weiteren schönen Nebeneffekt: eine weitere Excel-Tabelle, die man täglich pflegen kann.

 

7 Monate Ruh‘!

Die muss nur mit ihrem Spiegel kommen und dann anfangen zu murmeln „… zwei o.B. … drei fehlt … vier und fünf überkront … sechs … äh …. sechs …“ und ich verkrampfe mich mehr als kurz vor’m Orgasmus. Auch wenn sie nicht bohren musste, gab‘ es dann doch die obligatorisches „professionelle“ Folterreinigung.

Ich bin und bleibe bei der Zahnärztin einfach nur eins: Ein Schisser!

… nicht nur außergewöhnlich, sondern auch einzigartig …

Marcel Proust war 17 Jahre alt, als er diesen Brief am 17. Mai 1888 an seinen Großvater schrieb. Wer würde heute einen inhaltsgleichen Brief als SMS oder wie auch immer an seinen Großvater schreiben? Und die Mutter wüsste davon? Und der Herr Papa hätte da auch noch eine Nachfrage?

Ich bitte Dich, so nett zu sein mit 13 France zu geben, um die ich eigentlich Monsieur Natahn angehen wollte, aber Mama zieht es vor, dass ich Dich darum bitte. Und das ist der Grund: Ich hatte ein so starkes Bedürfnis, eine Frau aufzusuchen, um mit meiner schlechten Gewohnheit des Maturbierens aufzuhören, dass Papa mir 10 Francs gegeben hat, um ins Bordell zu gehen. Aber 1. habe ich in meiner Aufregung einen Nachttopf zertrümmert, 3 Francs; 2. habe ich bei dieser Aufregung nicht beischlafen können. So stehe ich also da wie zuvor und warte stündlich dringender auf 10 Francs, um mich entleeren zu können, und dazu noch die 3 Francs für den Topf. Aber ich traue mich nicht, so bald schon wieder Papa um Geld zu bitten, und ich hatte gehofft, dass Du mir in dieser Angelegenheit zu Hilfe kommen könntest, die, wie Du weißt, nicht nur außergewöhnlich, sondern auch einzigartig ist: es kommt im Leben nicht zweimal vor, dass man zu verwirrt ist, um beischlafen zu können.

(Marcel Proust: Briefe 1819-1922, hrgs. von Jürgen Ritte, Suhrkamp Verlag Berlin 2016, Band 1, S. 98)

# 378

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