Lies, Brüderchen, lies

von Bert

Als ich den letzten Beitrag geschrieben hatte, schaute ich auf, sah die Bücherwand …

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… und kann verstehen, wenn jetzt die geneigte Leserin, der geneigte Leser denkt: „Oh ja, Bücher.“ Was der geneigte Leser und die geneigte Leserin nicht wissen aber zumindest sehen kann: „Och, eigentlich ganz ordentlich.“

Um es deutlich zu machen, das ist mein Werk des Nachmittags, der eigentlich den Briefen Proust gewidmet werden sollte (nicht auf dem Bild, aber in der untersten Bücherreihe fast genau in der Mitte sieht man den lila Schuber mit der Recherche in der revedierten Übersetzung, rechts daneben die blauen Bände mit der ‚alten‘ Übersetzung): ICH HABE AUFGERÄUMT! Und zwar gründlich, ach was, heldenhaft! Denn ich habe für die neuen Bücher, die ich unbedingt behalten will, Platz geschaffen und deswegen wohl an die hundert Bücher (wenn nicht mehr) aussortiert. Wer was haben will:

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Wobei ich natürlich schon so denke: Was hat mich das alles gekostet? Wie oft habe ich darauf gespart und auf anderes verzichtet? Und nun, einfach weg? Die Erwartung, irgendwie auch nur einen geringen Betrag zu bekommen ist utopisch, denn wer zahlt schon für ein gebrauchtes Buch, was er ’neuwertig‘ oft in Ramschläden nachgeschmissen bekommt?

So langsam ahnt es mir, dass das ‚Kulturgut‘ Buch dem Untergang geweiht ist. Ich kaufe ja auch nur noch die Bücher, von denen ich mir vorstellen kann, dass ich sie ein zweites Mal lese oder Anstreichungen machen will. Ansonsten zählt der Inhalt – und der ist auf einem E-Reader derselbe. Und wer mir jetzt mit dem Argument „schönes Buch“ kommt, der möge mir mal bitte ein „schönes“ Buch zeigen – über 98 Prozent sind schnell gemachte Massenware.