Durch die Zeit

Monat: Februar, 2017

Excel sei Dank!

Über die Bibellektüre habe ich mich echt daran gewohnt, jeden Tag ca. ne halbe Stunden konzentriert (und abgeschieden) zu lesen. Derzeit sitze ich an der Luther Biographie von Lyndal Roper und im Kopf fanden sich schnell noch ein paar mehr Bücher dieser Art (Bossong: Rotlicht; Schilling: Luther (bei Roper vermisse ich das Kirchenhistorische bzw. Theologische doch sehr); Tadié: Proust; Knowlson: Beckett). Bis auf Bossong alles dicke Dinger.

Heute fragte ich mich, wie lange ich denn wohl brauchen werde, die durchzulesen. Und siehe da, das ist dieses Jahr wirklich noch zu schaffen. Bei dem jetzigen Lesetempo wäre ich  am 5. September d.J. fertig, lese ich täglich genau 10 Seiten, schaffe ich es noch bis zum 27. Dezember.

10,6 km

Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Spaziergang machen, um einen Turm zu fotografieren, dann habe ich mich aber verlaufen und aus den ca. vier Kilometern wurden es über zehn. Und als ich dann endlich am Turm war, weigerte sich die Kamera Fotos zu machen, ihr war es anscheinend zu kalt. Also musste die Handykamera daran glauben – morgen gibt es dann hier (ab 17 Uhr) davon zu sehen.

Auch wenn ich jetzt seit 37 Tagen durchschnittlich 7,05 Kilometer gehe – habe ich schon mal erwähnt, dass ich Excel liebe und nie genug Statistiken basteln kann? – merke ich die zehn Kilometer gerade in den Beinen.

Und dann fällt mir ein, dass ich zu meinen besten Laufzeiten, meine Laufschuhe für so eine läppische Distanz nicht einmal angezogen hätte. Unter 15 Kilometer bin ich damals nie was gelaufen und mit meiner schwulen Laufgruppe donnerten wir in K. zwei mal in der Woche nen Halbmarathon zu Trainigszwecken runter.

Auch wenn ich es echt und echt und echt nicht wahr haben will: Aber ich werde / bin alt.

92 Euro später

Die WLAN-Karte ist ausgebaut und dient nun als Fotoobjekt, dafür klemmt jetzt so ein Extra-Ding am Kasten, das CD-Fach funktioniert auch wieder, das Innere ist ausgepustet … es wäre schön, wenn der Rechner jetzt mal ne Zeitlang nicht mucken würde.

Wem kann der gut sein?

Ich steh‘ ja wirklich nicht auf diese Besinnungstexte und so Zeugs wie „Jede Zelle meines Körpers …“. Und mit Bäumen umarmen habe ich es auch nicht (auch wenn ich es sogar ein bisschen ‚gelernt‘ habe, zwangsweise). Und mit diesen ‚klugen‘ Sprüchen – „Ratschläge sind auch Schläge“ – kann man mich meilenweit jagen. Aber das hier, vom guten alten Bernhard von Clairvaux (1090-1153), das lasse ich mal ungeschränkt gelten (und versuche es mir hinter die Ohren zu schreiben).

Wenn du ganz und gar für alle da sein willst, lobe ich deine Menschlichkeit – aber nur, wenn sie voll und echt ist. Wie kannst du aber voll und echt sein, wenn du dich selber verloren hast? Auch du bist ein Mensch. Damit deine Menschlichkeit allumfassend und vollkommen sein kann, musst du also nicht nur für alle anderen, sondern auch für dich selbst ein aufmerksames Herz haben. Denn was würde es dir sonst nützen, wenn du alle gewinnen, aber als Einzigen dich selbst verlieren würdest? Wenn also alle Menschen dich besitzen, besitze auch du dich selbst. Warum solltest nur du von dir selbst nichts haben? Wie lange noch bist du ein Geist, der auszieht und nie wieder heimkehrt? Bist du dir selbst ein Fremder? Wem wärst du dann nicht fremd, wenn du dir selber fremd bist? Ja, wer mit sich selbst leichtfertig ist, wem kann der gut sein? Denke also daran: Gönne dich dir selbst; ich sage nicht: tu das immer: Ich sage nicht: tu das oft. Tu es aber hin und wieder einmal. Freue auch du dich an dir selbst – wenigstens nach allen anderen.

M. oder #381

Überraschenderweise fand ich heute eine Mail von M. in meinem Postfach. Ich war eigentlich davon ausgegangen, von ihm nichts mehr zu hören, brach der Kontak doch schon vor vier Jahren ab, von jetzt auf nachher.

Ist schon einige Jahr her, dass ich M. irgendwo im Netz ‚aufgetan‘ habe, wir uns dann recht bald trafen und recht bald stand er vor der Kamera. Mit C. zusammen mein liebstes Modell. Er hatte damals einen quasi ‚unschuldigen‘ Körper, der aber nur so von sexueller Leidenschaft ’sprach‘ – wenn er nackt vor der Kamera stand (was man hier ja nicht zeigen kann). Mich hat das damals sehr gereizt – dass er mich auch gerzeit hat, muss nicht extra hinzugefügt werden.

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[Das Foto ist noch aus dem allerersten Shooting, als er noch seine Männlichkeit versteckte.]

Später hatte er auch Lust mit mir zusammen vor der Kamera zu stehen – und da sind ein paar Reihen / Serien enstanden, die wirklich zu den besseren Fotos von mir gehören.

Aber auch so hatten wir einiges miteinader zu tun. Er gerade mit der Schule fertig in einer Findungsphase in vielerlei Hinsicht und ich hatte halt offene Ohren, die ein oder andere Frage, das ein odere andere schiefe Grinsen, wenn er meinte, mir mal wieder ein U für ein X vormachen zu können oder vielmehr sich … war wirklich sehr lebendig das.

Und dann ist er zu seinem (ersten) Freund ab nach H. und ward nicht mehr gesehen, gehört, gelesen. Das hatte mir schon weh getan, denn ich hatte wirlich gedacht, dass da etwas mehr ist, dass es da bei einem ‚etwas‘ bleibt.

Die Mail muss ihm, wie er schreibt, echt Überwindung gekostet haben, denn da scheint viel Scham zu sein. Gut geht es ihm derzeit wohl auch nicht und was ich da zwischen den Zeilen zu lesen meine, lässt jetzt nicht gerade Himmel-hoch-jauchzend erahnen.

Geantwortet habe ich noch nicht.

Wechsel

Der Sachbearbeiter, dem ich ja zuarbeite und der a) in der freien Wirtschaft keine Woche im Job überleben würde und b) im Vorfeld meiner Einstellung Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat, dass ich nicht eingstellt werde, ließ heute verlauten, dass es einer Katastrophe gleich käme, wenn mein Vertrag nicht verlängert würde.

Dass ich aus der Ecke einen Fürsprecher gewinnen würde, hätte ich mir nie vorstellen können. Ob’s helfen wird?

Belanglos

Keine Ahnung, was genau ist. Ich funktioniere, mache den Job, laufe die paar Kilometer mit dem Hörbuch auf den Ohren nach Hause, esse eine Kleinigkeiten, schlafen eine Kleinigkeit, widme mich der Luther-Biographie und den Proust-Briefen, mache das, was eben dann noch anfällt, u.a. auch Haushalt und Einkaufen und Waschen (wobei ich heute den Griff etwas ruiniet habe), koche Abendessen und … und halt all das, was man so am Tag macht. Unspektakulär, Alltag eben.

Und trotzdem bin ich irgendwie nicht richtig dabei. Nicht, dass ich neben mir stehen würde – aber ich finde das alles gerade weitgehend vollkommen belanglos. Es interessiert mich so gut wie nicht.

Ich lese und höre und schaue Nachrichten und in gewisser Weise regen sie mich auch auf – aber in gewisser Weise lese ich Artikel gar nicht zu Ende, weil ich eh meine zu wissen was drin steht und wenn im Fernsehen was über den amerikanschen Präsidenten kommt, schalte ich innerlich eh gleich ab, denn welches vernunftbegabtes Wese hofft noch, dass der sich ändern wird?

Ich gehöre gerade irgendwie nicht dazu. Ist mir auch gestern Abend aufgefallen, als J. und H. da waren. Zusammen mit meinem Mann haben sie sich prächtig unterhalten, ich saß überwiegend dabei und schwieg. Mich hat das alles einfach nicht interessiert und mir war es auch komplett egal, ob ich jetzt da zu Wort komme oder nicht.

Ich glaube, so richtig gut geht es mir irgendwie derzeit nicht.

Nun ist es so

Gestern A. und Z. auf Wein  und Käse bei uns. Wir schaffen dass alle 6-8 Wochen. Im Sommer sind wir dann bei ihnen im Garten.

Üblicherweise endet der Abend spätestens um 23 Uhr. Ist einfach so.

Hätte mir gestern auch gelegen – aber, warum auch immer – es dauerte bis kurz nach eins, bis die beiden beschlossen, sich auf den kurzen Heimweg zu machen.

Bei der Verabschiedung war es plötzlich vollkommen klar, dass Z. und ich uns küssen.

Eigentlich auch nachmittags schon

Kalte Pfannekuchen schmecken fast so gut wie kalte Spätzle.

Proust läuft

Es wird zwar jetzt nicht so wahnsinnig viele interessieren hier, aber scheinbar gibt es erste (!) bewegte (!) Aufnahmen (!) von Marcel Proust (!): https://www.nytimes.com/2017/02/16/books/marcel-proust-film-movie.html?_r=0

Mit Danke an B.!

# 380

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Nette Idee

Vorstandssitzung Verein 1. Ich stelle den mehrfach bearbeiteten Haushalt in Höhe von 180.000 Euro vor, erkläre verschiedene Änderungen bei verschiedenen Kostenstellen, setze in Bezug, verweise auf feste und weiche Zahlen … und frage dann, ob es noch Fragen gibt. U. meldet sich: „Was verdienst Du denn dabei?“ Nach kurzer Irritation stellt sich heraus, dass sie nicht nur wissen will, was ich für meine ehrenamtliche Arbeit im Verein verdiene – selbstverständlich nix bis auf die 5 Euro Fahrtkosten je Sitzung wie alle anderen auch -, sondern fordert, der Verein möge mich adäquat bezahlen. Zugegeben, nette Idee und ich könnte es auch gut gebrauchen, aber als Schatzmeister musste ich dann schon aus vereinsrechtlichen Gründen, ihre Forderung rundum ablehnen.

Eine leicht skurrile Situation, denn die Geschäftsführung hatten den Spagat zu bewältigen, meine Arbeit zwar anzuerkennen aber auch deutlich zu machen, dass da kein Geld fließen kann, da ich ja Ehrenamtler bin und es nur Geld für die gibt, die Hauptamtlich sind und die das natürlich auch verdient haben weil sie mehr machen als die Ehrenamtler aber deren Engagement ja nicht zu unterschätzen …

Ich habe dann mal darum gebeten, über den Haushalt abzustimmen.

Gerade U. noch ne Mail geschrieben und mich dafür bedankt, dass sie mein Engagement sieht.

4 3 2 1

Den ein oder anderen Roman von Paul Auster habe ich letzten Jahren gelesen. Aber wie die meisten Amerikaner – mit Ausnahme von Philipp Roth und zwei, drei anderen Romanen – bleibt mir von ihnen nicht wirklich viel hängen. Es ist eben meist der eher sachliche Stil, die meist eher chronologische Erzählweise und – nicht zuletzt – der „american way of life“, der mich überwiegend nicht interessiert.

Auch „4 3 2 1“, der aktuelles Roman von Auster, stand auf meiner Leseliste recht weit hinten. Ich wollte so lange warten, bis ich ihn irgendwo in elektronischer Form ‚bekommen‘ kann, denn die Idee fand ich nun nicht gerade prickelnd: Man nehme einen Protagonisten, in diesem Fall einen mit Namen Archibald Ferguson, gebe ihm eine Vergangenheit, d.h. bei den Amerikanern ja meist eine Biographie, die drei, vier Generationen zurückreicht und spiele dann vier verschiedene Variationen durch. Der Titel hätte also genauso gut „Was wäre wenn …“ lauten können. Es ist schließlich eine Binsenwahrheit, dass wenn das und das nicht gewesen wäre oder doch gewesen wäre oder anders gewesen wäre, dass das Leben (ganz) anders verlaufen wäre. Jede/r kennt Situationen, von denen im Nachhinein klar war, dass es Weichenstellungen waren. Wäre ich also damals nicht auf die Fete gegangen und hätte ich mich nicht damals abschleppen lassen, dann … . Aber meist beginnt es ja noch früher: Wenn ich den und den nicht kennen gelernt hätte, dann wäre ich nicht auf dessen Fete gegangen und … . Aber den habe ich ja nur dann kennengelernt weil … . Will heißen, der eigentliche Abzweig liegt oft früher oft wenn nicht meist, in einem Graubereich, der so richtig nicht mehr zu bestimmen ist.

Und damit ist „4 3 2 1“ an sich erklärt. Denn Auster gelingt es weitgehend aufzuzeigen, welche Faktoren, Einflüsse, Zufälle, Entscheidungen zu dem oder dem geführt haben. Und es zeigt sich, wie eine einfache Entscheidung sich zu einer richtigen Geschichte ausweiten kann. Beispiel: Einer der Archibalds lässt sich in seiner sexuellen Not als 15-jähriger von einem 18-jährigen einen runterholen, findet das ganz OK, ist dennoch etwas verwirrt, ob er vielleicht jetzt doch schwul ist bzw. sein könnte oder nicht. Aber als er dann erfährt, dass er auch bei Frauen problemlos kommen kann, legt er die Wichsaffaire unter ‚jugendliche Erfahrung’ ab. Schätzungsweise ist Archibald da nicht der einzige. Doch diese Erfahrung, diese Unsicherheit prägt ihn nachhaltig, da er beginnt, mehr oder weniger bewusst, mehr oder weniger beständig Konventionelles zu hinterfragen. Seine Erkenntnis etwas später: „Ungeheuerliche, inakzeptable Verstöße gegen gesellschaftliche Regeln waren offenbar nicht immer ungeheuerlich und inakzeptabel“. Das führt zu einer ganz anderen Lebenseinstellung, zu ganz anderen Lebensentscheidungen, zu ganz anderen Lebensproblematiken – und wie das Auster im Vergleich aufzeigt, das ist Kunst.

Diese vier Archibalds von Auster funktionieren wohl auch deswegen nur, weil Auster das Korsett eng belässt. Zwar stirbt bei einem der Vater, mal ist die Familie reich, mal eher arm, mal bleiben die Eltern zusammen, mal gibt es eine Scheidung. Doch das weitere Personenfeld, die Schwester der Mutter, die Freundin der Mutter, die Cousine, … bleibt in allen vier Geschichten das gleiche, auch wenn in Variationen. Und es funktioniert wohl auch deswegen so brillant, weil Auster auf dem Boden bleibt, nicht beginnt den ‚amerikanischen Traum‘ zu träumen, sondern in den Niederungen des alltäglichen Lebens bleibt.

Mir tut der Roman in der Hinsicht gerade gut, weil er zeigt, dass man zwar für seine Entscheidungen im Leben verantwortlich ist, aber dass man für die Umstände, die zu diesen Entscheidungen geführt haben bzw. führen, wenig oder gar nicht verantwortlich ist, sondern ‚Opfer‘ der Zeitumstände ist.

Selten eine so eindeutige Leseempfehlung ausgesprochen.

2 x 40

Ein langer Tag. Der begann um 6. Bis 7 hatte ich Zeit für mich und musste mit niemanden reden, ab 7 bis 12 hatte ich Vertretung am Empfang und stand daher in der ‚Öffentlichkeit‘, die aber dann doch so groß nicht war, so dass ich weiter in dem echt richtg guten Auster „4 3 2 1“ lesen konnte (über den ich mal was bloggen sollte). Dann nach Hause gelaufen, wieder 40 Minuten für mich, kurzes Mittagessen und statt Proust- und Luther-Lektüre das Installieren von Apps auf dem neuen Wischhändy meines Mannes, dessen Betriebssystem ich nun auch nicht kenne, dann die nächsten 40 Minuten Fußweg zu Verein 1, erst eine Besprechung, dann Dienst. Mit der Straßenbahn zurück, kurz Nachrichten und von da ab bis jetzt eben noch den Haushalt für Verein 1 nochmals feinjustiert, da ich den 180.000-Euro-Brocken morgen im Vorstand zur Genehmigung vorlege … Und dennoch ging der Tag, wie gestern, etwas an mir vorbei, auch wenn ich auf den Fußwegen die Wärme der Sonne wirklich genossen habe.

Vielleicht gehe ich mit irgendwas schwanger? Oder etwas mit mir?

Ein bisschen von allem

Seit Minuten versuche ich diesem Tag irgendwie eine kleine Geschichte abzugewinnen, die ich hier aufschreiben könnte. Eine kleine Begebenheit, ein eine kleine Besonderheit hätte; eine kleine, neue Erkenntnis; eine kleine, neue Erfahrung … irgendwie so etwas.

Aber es war irgendwie einfach nur ein ganz normalter Tag, der so vor sich hin lief. Ein bisschen arbeiten (also wie immer ein bisschen wenig), ein bisschen durch die Sonne zurück gelaufen, ein bissen gegessen, geschlafen, gelesen, ein bisschen in den Verein gelaufen, ein bisschen geredet und ein bisschen mehr zugehört, ein bisschen wieder zurück und ein bisschen Abendessen, ein bisschen Chat und ein bisschen Fernsehen.

Ich sollte wohl mal meine Sinne schärfen.

Kompromiss

Ich kauf‘ mir eine Wochenkarte und richte derweil das Rad.

Einmal komplett (2)

Eigentlich wird erst heute Abend gefeiert, wenn wir fünf zusammen sitzen und die letzten drei Gesänge diskutierten, dennoch jetzt schon: Mit der Commedia von Dante bin ich nun auch durch.

Zwar gibt es dazu jetzt keine 200 Seiten Zusammenfassung aber immerhin ein halbes Moleskin voll von Anmerkungen, Überlegungen, Hinweisen und allen anderen Arten von Notizen.

Und auch wenn das Paradiso etwas trocken daher gekommen ist – man muss sich immer und immer wieder vor Augen führen, dass der Text über 700 Jahre alt und an vielen Stellen mit Ideen und Vorschlägen aufwartet, die beispielsweise erst in der Reformation aufkommen.

Aber neben diesem besonderem Text war und ist das Besondere ihn eben in einem Kreis von insgesamt fünf Menschen zu lesen und vor allem zu besprechen, zu diskutieren, die sich eigentlich nur lose kennen und denen es in erster Linie um Textarbeit geht. Und die Ergebnisse waren teilweise schon wirklich erstaunlich.

Der Lesekreis hat mich in den vergangenen eineinhalb Jahren schon verdammt gut getan.

Soll ich …

… mir morgen nochmals ne Monatskarte für den ÖPNV besorgen oder soll ich nicht?

Mit ohne

Gestern und heute ist mir schon recht stark aufgefallen, dass mir die Bibellektüre ‚fehlt‘. Es ist jetzt echt nicht so, dass ich Entzugserscheinungen hätte, aber das tägliche: „Ich muss noch Bibel“ war mal Anker, mal Zäsur, mal Pflicht, mal Entschuldigung.

Und die Freiheit jetzt ist sowohl Freiheit wie aber auch ein „Was kann ich tun?“.

Finde es schon arg spannend, wie ich mich an dieses Ritual der täglichen Lesung gewöhnt habe, auch wenn es in den letzten Wochen eher langweilig-anstrengend war. Die täglichen drei Briefe Proust sind ein nur geringes Gegenwicht.

Aber schätzungsweise werde ich am Montag mit einer regelmäßigen Pflichtlektüre einer dicken (nun ja, 530 Seiten) Luther-Biograhphie beginnen und die dicke Proust-Biographie (900 Seiten) sowie die von Joyce (880 Seiten – jeweils ohne Anmerkungsapparat) stehen ja schon ewig aus. Ich steh halt mehr auf Primär- als auf Sekundärliteratur.

Oh, Immanuel!

Gerade „Neues aus der Anstalt“ geschaut. Diesmal echt nicht schlecht, da alle Beiträge auf gutem Niveau und sehr kreativ.

Am Ende trat dann auch noch Immanuel Kant auf, der sich mit den neuen Medien etwas auseinandersetzen musste. Etwas verschwurbelt machte er aber dann klar, dass die Kommentarfunktionen in den neuen Medien im Grunde das sind, was er ja forderte: Benutze deinen eigenen Verstand. Denn wer kommentiert, muss ja auch lesen, analysieren, sich damit auseinandersetzten, abwägen, Gegenargumente finden, diese formulieren und begründen …

 

Einmal komplett

Ich bin durch! Seit einer Minute! Die Bibel liegt also komplett hinter mir. Das Fazit erspare ich mir an dieser Stelle, steht es doch an jener Stelle.

207 Seiten Zusammenfassung sind es geworden.

Und ich merk‘ schon, dass mir das Ritual irgendwie fehlen wird. Vor Jahren hatte ich es ja schon mal mit den „Jahrestagen“ von Johnson – das konnte man auch so gut in Häppchen lesen … aber ich bin mir sicher … früher oder später fällt mir was Neues ein.

WmDedgT 2/17

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fragt – wie jeden Monat am 5.: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

9:59 – Ich entscheide mich dann doch das Bett mal zu verlassen.
10:04 – Nach Bad mit Katzenwäsche schleppe ich mich schlaftrunken in die Küche, um bei mehreren Tassen Tee das Bewußstsein zu erlangen. Derweil erzählt mir mein Mann von der gestrigen Fete, die ich geschwänzt habe.
10:45 – Ich wechsel den Verband von der Schußwunde am Unterbauch. Quatsch, keine Schußwunde, nur ein schmerzhafter Abszess.
10:59 – Computer. Check der verschiedenen Systeme und Portale. Nix Neues.
11:05 – Die schriftliche Geburtstagspost will auch mal beantwortet sein (ist ja nicht wirklich viel).
12:04 – Geschafft. Aber zwei Briefe müssten auch noch geschrieben werden. Aber nicht jetzt. Jetzt gibt es erstmal eine Runde Wurstsalat (von gestern) mit etwas Ferrante-Lektüre.
12:45 – Anziehen und dann los: Sonntagsspaziergang.
14:05 oder 10.160 Schritte später – Raus aus den Klamotten, rein in den Stramplanzug, dann drückt auch kein Bund mehr auf die Schußwunde äh auf den Abszess und: Milchkaffee.
14:35 – Man mag es nicht glauben, ich eigentlich auch nicht, aber: bastel einen Fotokalender zusammen für Weihnachten, 2016 wohlgemerkt.
15:05 – Mittagsschlaf. Zumindest der Versuch. Höre dann doch lieber eine Weile „Ewige Jugend“ von Donna Leon.
16:01 – Bibellektüre. Das vorletzte Mal. Morgen dann die allerletzten Seiten, dann habe ich sie komplett durch. Ein Jahr daran täglich gelesen, ein Jahr lang täglich was dazu geschrieben (HIER zu lesen). Und dieser täglichen ca. 20 Minuten werde ich einfach beibehalten und nach kurzer Pause mit einer dicken Luther-Biographie beginnen.
16:22 – Lektüre der Briefe 122, 123 und 124 von Marcel Proust an Antoine Bibesco. (Drei Briefe täglich, damit ich Ende des Jahres mit den beiden Bänden auch durch bin.)
16:45 – Rasieren, Klamotten in den Schrank räumen, Abwaschen, Abfall runter tragen, Zwiebeln, Gurken und Ei atomisieren, damit der Mann ’ne Remoulade machen kann für’s Abendessen. Dazu gibt es eine Tasse heiße Fleischbrühe, damit die auch mal wegkommt.
17:28 – Ferrante-Lektüre, ‚Feierabend‘-Bier und etwas Cecilia Bartoli mit Christoph Willibald Gluck.
18:28 – Abendessen: Kartoffelsalat, Remoulade und – nach gut über 20 Jahren mal wieder – Fischstäbchen. Derweil Bericht aus Berlin, Lindenstraße und Weltspiegel.
19:50 – Der wöchentliche Anrufer der Mutter.
20:15 – Tatort, was sonst!
21:51 – Kleinigkeiten noch am Rechner wie Straßenbahn für morgen raussuchen, da ich schon um 7 antreten muss, was heißt, der Wecker klingelt morgen um 6 – daher auch schon mal die Brote geschmiert, nicht das ich mir morgen vor Schlaftrunkenheit in den Finger schneide.
22:38 – Noch etwas mit dem Mann auf dem Sofa abschimmeln, dann spätestens 23 Uhr ins Bett, meinetwegen  mit der Ferrante, aber ohne Musik.

# 379

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Endlich wieder mit ohne …

… Mütze und Schal aus dem Haus.

Edelmetall: Hilf!

Nüchtern zur Blutabnahme. Der Arzt hat das große Programm verordnet. Am Schluss liegen sieben Ampullen Blut in der Schale. Ich will wissen wie viel das ist. Gut 55 Milliliter ist die Antwort und ich will mir schon etwas darauf einbilden, da meint die Arzthelferin: „Eine Frau verliert, wenn sie die Tage hat, das Fünfache – und wenn sie Pech hat, fünf Tage lang“.

Also jammer ich noch kurz über meinen Abszess, da fragt sie, ob sie ihn sich mal anschauen dürfe. Also lasse ich die Hosen runter. Sie findet die Medikation des Arztes jetzt nicht so prickelnd, guckt in ihren Schränken und kommt dann mit Silber (!) und versorgt die Stelle, die etwas ungeschickt genau auf Gürtelhöhe liegt. Für das Wochenende packt sie mir ausreichend Silber und Verbandsmaterial ein – wenn am Montag nicht wirklich besser, dann geht es unter’s Messer.

Dosenfutter

Heute habe ich den ganzen Tag quasi für mich alleine. Mann ist dauernd unterwegs, der schneit nur mal kurz vor dem Abendessen für ein paar Minuten rein, dann ist er wieder weg. Selbstversorgung angesagt. Und da er es nicht so mag, war ich auf dem Heimweg schon im Supermarkt und habe Dosen über Dosen mitgebracht. Aber die Grundlage für ein Chili con Carne sind halt mal Bohnen (in der Dose) und gestückelte Tomaten (in der Dose) und Mais (in der Dose – die ich im Supermarkt habe stehen lassen, weil ich es nicht so mag). Und weil mir das immer so schmeckt und ich dass ohne Verstand esse, gleich etwas mehr eingekauft, es könnte ja sein, dass es noch ein Morgen gibt wo man ja auch Hunger haben könnte.

Anton Weyrother

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