WmDedgT 2/17

von Bert

Mach‘ ich mal wieder mit. Frau Brüllen fragt – wie jeden Monat am 5.: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

9:59 – Ich entscheide mich dann doch das Bett mal zu verlassen.
10:04 – Nach Bad mit Katzenwäsche schleppe ich mich schlaftrunken in die Küche, um bei mehreren Tassen Tee das Bewußstsein zu erlangen. Derweil erzählt mir mein Mann von der gestrigen Fete, die ich geschwänzt habe.
10:45 – Ich wechsel den Verband von der Schußwunde am Unterbauch. Quatsch, keine Schußwunde, nur ein schmerzhafter Abszess.
10:59 – Computer. Check der verschiedenen Systeme und Portale. Nix Neues.
11:05 – Die schriftliche Geburtstagspost will auch mal beantwortet sein (ist ja nicht wirklich viel).
12:04 – Geschafft. Aber zwei Briefe müssten auch noch geschrieben werden. Aber nicht jetzt. Jetzt gibt es erstmal eine Runde Wurstsalat (von gestern) mit etwas Ferrante-Lektüre.
12:45 – Anziehen und dann los: Sonntagsspaziergang.
14:05 oder 10.160 Schritte später – Raus aus den Klamotten, rein in den Stramplanzug, dann drückt auch kein Bund mehr auf die Schußwunde äh auf den Abszess und: Milchkaffee.
14:35 – Man mag es nicht glauben, ich eigentlich auch nicht, aber: bastel einen Fotokalender zusammen für Weihnachten, 2016 wohlgemerkt.
15:05 – Mittagsschlaf. Zumindest der Versuch. Höre dann doch lieber eine Weile „Ewige Jugend“ von Donna Leon.
16:01 – Bibellektüre. Das vorletzte Mal. Morgen dann die allerletzten Seiten, dann habe ich sie komplett durch. Ein Jahr daran täglich gelesen, ein Jahr lang täglich was dazu geschrieben (HIER zu lesen). Und dieser täglichen ca. 20 Minuten werde ich einfach beibehalten und nach kurzer Pause mit einer dicken Luther-Biographie beginnen.
16:22 – Lektüre der Briefe 122, 123 und 124 von Marcel Proust an Antoine Bibesco. (Drei Briefe täglich, damit ich Ende des Jahres mit den beiden Bänden auch durch bin.)
16:45 – Rasieren, Klamotten in den Schrank räumen, Abwaschen, Abfall runter tragen, Zwiebeln, Gurken und Ei atomisieren, damit der Mann ’ne Remoulade machen kann für’s Abendessen. Dazu gibt es eine Tasse heiße Fleischbrühe, damit die auch mal wegkommt.
17:28 – Ferrante-Lektüre, ‚Feierabend‘-Bier und etwas Cecilia Bartoli mit Christoph Willibald Gluck.
18:28 – Abendessen: Kartoffelsalat, Remoulade und – nach gut über 20 Jahren mal wieder – Fischstäbchen. Derweil Bericht aus Berlin, Lindenstraße und Weltspiegel.
19:50 – Der wöchentliche Anrufer der Mutter.
20:15 – Tatort, was sonst!
21:51 – Kleinigkeiten noch am Rechner wie Straßenbahn für morgen raussuchen, da ich schon um 7 antreten muss, was heißt, der Wecker klingelt morgen um 6 – daher auch schon mal die Brote geschmiert, nicht das ich mir morgen vor Schlaftrunkenheit in den Finger schneide.
22:38 – Noch etwas mit dem Mann auf dem Sofa abschimmeln, dann spätestens 23 Uhr ins Bett, meinetwegen  mit der Ferrante, aber ohne Musik.