Mir fällt gerade keiner ein

von Bert

Geburtstagsfeier bei I. Um das mal in gewisser Weise zu verdeutlichen: Es ist ihr 66ster. D.h., die einzige Droge, die noch die Runde machte war Alkohol (und vielleicht zu späterer Stunde Herztabletten und ggf. Viagra). Ich kenne etwa 60 Prozent der Leute vom Sehen (auch aus anderen Kontexten, weil wir da einem Freundeskreis etwas assoziiert worden sind) – schon seit Jahren. Aber wie ihnen geht es mir genauso: Namen sind enorm schwierig.

Dennoch heute: Vier Frauen kommen freudestrahlend auf mich zu, begrüßen mich mit Umarmung und Küsschen (hat es bei allen vieren bis dato noch nie gegeben), auch die dazugehörigen Männer geben nicht nur die Hand sondern gleich ihre Brust zur Begrüßung frei. Und ich komme über den Abend mit allen mehr oder weniger ins Gespräch – und kann feststellen, dass sie Informationen über mich haben, die ich ihnen sicherlich nicht gegeben habe.

Aber irgendwann findet man mich wieder in der Küche beim Geschirr spülen, Abfall wegräumen, ‚Büffet‘ richten, Wein nachschenken, der Gasteberin bei dem ein oder anderen zur Hand gehen. (Vielleicht sollte ich das mal als Gewerbe anmelden.) Keine Ahnung, warum ich schon wieder so fremdel und mich überall rausziehe.

Ich finde mich da auch danach immer so ein bisschen unfair gegenüber den anderen, die Kontakt signalisieren, ich den auch annehme aber nur gerade so, wie es ‚ausreichend‘ ist, um sich dann ab zu machen. Zu befürchten hätte ich von denen echt nix, da alles eher aufgeschlossene Menschen und eher aus dem ‚reflektierten Bereich‘, will heißen, Psychologen, Psychotherapeuten, Psychoanalytiker und Ärzte. Und es wird definitiv NICHT die Professionen bei den Feten ausgeübt.

Ach, ich weiß gerade auch nicht. Irgendwie war’s schön, irgendwie hätte ich schon gerne mehr mit der ein oder dem anderen gesprochen – aber dann verkrieche ich mich doch in die Küche.