Durch die Zeit

Monat: April, 2017

Vor- & Nachteile

Vor
Keine Tomaten im Salat

Nach
Ich brauche externe Hilfe, um die Socken zusammenzulegen, weil ich es einfach  nicht sehe(n kann), welche zusammengehören.

(Wird fortgesetzt.)

Vom Strohwitwertum

Eine ‚Strohwitwerin‘ schrieb mir vor ein paar Tagen, als mein Mann zur Kur fuhr:

Ist das Vermissen nicht eine viel größere Wertschätzung des Partners als eine seichte Liebeserklärung? Und warum muss einem das Fehlen viel stärker auffallen als die Freude am „Besitzen“?

Find ich einen echt guten Gedanken.

# 419

2017-04-28 13.18.22-2

Schwupps

Heute morgen, da ich erst später zur Arbeit musste (und dafür länger bleiben durfte, um weitere Überstunden durch lesen anzuhäufen), endlich die Bewerbung von vor zwei Tagen fertig gemacht. Will heißen, ich hab‘ sie einfach neu geschrieben. Schwupps. Obwohl geübt, war das bisher jedesmal so eine kleine Quälerei. Und jetzt, wo der Vertrag entfristet ist, schreibt sich das Zeugs von wie von selbst.

Leer ist nicht gleich leer

Es ist ja nun wirklich nicht das erste Mal, dass ich für ein paar Tage alleine hier in der Wohnung bin und der Mann abwest. Aber es ist schon doch gerade irgendwie ‚anders‘. Gestern und heute habe ich noch etwas aufgeräumt und merkte, wie ich verschiedene Dinge einfach in den Schrank stelle, weil klar ist, solange mein Mann nicht hier ist, wird das Kännchen nicht gebraucht. (Und ich fragte mich, wie es all denen geht, die so was auch machen müssen, weil sie wissen, dass der / die PartnerIn gerade gestorben ist.)

Mein sorgenvollster Blick gilt dem Kühlschrank, denn der ist voll – und leider auch voll mit Dingen, die ich nicht so mag, aber er. Jetzt bin ich zwar tapfer dabei, die Vorräte aufzuessen – und ich kann nur hoffen, dass E. am WE kommt und mir dabei hilft.

Den Wäscheständer habe ich auch schon aus dem Flur in sein Zimmer verbannt, im Bad hängt an der Heizung nur noch ein großes Handtuch … so was halt.

Und die ‚Leere‘ in der Wohnung fühlt sich ‚länger‘ an.

Was mir zum ersten Mal auffällt, ist, dass mein ‚Fremdeln‘ wohl ein Ausdruck meines ‚inneren Gleichgewichtes‘, meines ‚inneren Zustandes‘ sein könnte. Denn mit und durch die Nachricht von gestern, müsste ich ja eigentlich auf Wolke 7 tanzen, aber heute im Vorstand von Verein 1 (und auch gestern) hab‘ ich fast so gefremdelt, wie damals, als ich bei der ersten Vorstandssitzung teilnahm.

Jetzt üben wir uns halt in SMS und Skype ein (was wir bisher nur in Ausnahmefällen nutzen), ich werde ihn natürlich auch besuchen. Nun, so eine Kur scheint nicht nur rosig zu sein, das Essen jedenfalls ist schon mal arg bedenklich und die Einrichtung des Zimmers eine kleine Zeitreise. Aber er machte heute eine ganz fidelen Eindruck, hat sogar begonnen, ein Tagebuch zu schreiben … will für mich heißen, er lässt sich darauf ein. Diskussionen wird es aber dennoch geben.

 

e – n – t

Ich möchte nicht wissen, wie viele Nerven es gekostet hat und wie genervt bzw. entmutigt ich in manchen Momenten war. Gerade kam die Nachricht, dass mein Vertrag entfristet wurde – während ich über einer Bewerbung auf eine Stelle sitze, die anscheinend für mich gemacht worden ist.

Eigen

Gerade eigenartig. Mein Mann hat sich ins Bett verabschiedet. Morgen um 6:30 werde ich ihn nochmals sehen und dann ist er für min. fünf Wochen in Kur.

Es ist wirklich nicht so, dass wir symbiotisch sind und hin und wieder ist der eine oder der andere auch mal für eine Woche oder etwas länger auch weg – aber gleich fünf Wochen am Stück?

Und auch wenn ich ihn besuchen fahren werde – es wird eine andere Zeit werden.

Einerseits freue ich mich darauf, ohne jegliche Kommentare mal Fischstäbchen essen und / oder mir mal einen unterirdischen Spratzelflim auf RTL ansehen zu können, andererseits wird es am Austausch fehlen und an unserer Küchenroutine, die ich so sehr genieße.

Klar wünsche ich ihm, dass die Zeit ihm gut tut, er da weiter kommt, es ihm hilft – aber mir ist auch klar, dass das ja auch Auswirkungen auf mich hat und ich dazu Stellung nehmen muss.

Kurz: Es wird eine Herausforderunge werden – der ich mich stellen muss.

Blut ist (wohl) nicht dicker

Gestern noch auf einem Filmabend bei Bekannten. Schon wieder vergessen, welche Filme es waren. Waren soweit OK, zudem gab es leckeren Wein und die Hausfrau in I. konnte es sich natürlich nicht lumpen lassen, das ein oder andere auf den Tisch zu stellen.

In beiden Filmen waren die Protagonisten Geschwister. Im ersten drei Brüder, im zweiten zwei Brüder und eine (Adoptiv)Schwester. Beim Sehen ist mir dann so richtig bewußt geworden, dass ich  zu meinen Geschwistern irgendwie kein Verhältnis habe, vielleicht so ein Pflicht-Verhältnis von Geburt aus. Aber ein emotionales, ein irgendwie wirklich zugewandtes nicht.

Irgendwie fand ich das gestern (zum ersten Mal) extrem schade. Ich hätte wirlich nichts dagegen, wäre das Verhältnis enger, geschwisterlicher, vertrauter … aber das ist es nicht und es gibt auch keine Anzeichen, dass das sich ändern wird.

Interessanterweise haben wir (überlebenden) Geschwister in den familären Krisensituationen, von denen es bisher zwei gab, dann doch ohne große Worte zu wechseln oder gar in Auseinandersetzung oder Streit zu geraten, nicht nur am gleichen Strang sondern auch in die gleiche Richtung gezogen.

Ich weiß es nicht

Ich weiß nicht, ich hab wohl echt ein Problem mit der Kommunikation. Heute ganztägige Fortbildung zu „Motivierenden Gesprächsführung“. Mal abgesehen davon, dass der Referent teuer und schlecht war, ist mir partout nicht aufgegangen, was an dieser ‚Methode‘ besonders (neu) sein soll. Andererseits habe ich überhaupt nicht verstanden, was die anderen TeilnehmerInnen meinten anmerken zu müssen. Entweder bin ich einfach strunze doof und kapiere einfach gar nichts, oder die anderen meinen eben jeden Gedankenpfurz erwähnen zu müssen (allen voran zwei Lehrer!).

Kommunikation findet in der Welt statt und Kommunikation ist manchmal nicht nur friedlich. Aber ist das so ein neuer Gedanke, dass man ihn an die zehn Minuten ausführen muss? Ist wirklich neu, dass Gespräche unterschiedlich (!) verlaufen können? Das Gefühle ein Gespräch beeinflussen können, eine Weltneuheit? Und was hat die AFD mit dem Angriff auf die Borussen zu tun (in Hinsicht auf die Gesprächsführung)?

Ich kapier‘ einfach nicht, wie man wichtig über solche – in meine Augen – Allgemeinplätze zum wiederholen Male diskutieren kann.

Keine Ahnung. Vielleicht habe ich zu strenge Maßstäbe oder Wünsche. Vielleicht bin ich aber einfach nur nur strunze, und komme nicht auf den Trichter, was vielleicht im Subtext mitransportiert wird / werden soll.

Ich bin jedenfalls nach der ersten Übung, die einfach nur lächerlich war, gegangen. Viele schauten kritisch, dass ich eine so hochkarätige Veranstaltung vorzeitig verlasse.

Bin ich hochmütig? Sind meine Ansprüche exorbitant? Hab‘ ich ne Klatsche? Ich weiß es einfach nicht.

Nicht mehr alleine

Die, die mich etwas näher kennen, wissen, dass ich bis vor drei Jahren einen unglaublichen Aufwand mit meine Unterwäsche getrieben habe (Siehe auch hier, Punkt drei). Beste Stoffe, exquisite Marken, nur das Beste vom Besten und natürlich alles irre teuer. Gott sei Dank war ich nie so blöd und habe mir ausgerechnet, was so mancher Quadratzentimeter denn umgerechnet gekostet hat, schließlich sind an manchen (dreieckigen) Dingern ja nicht wirklich viel dran.

Mit dieser Leidenschaft stand ich wirklich alleine auf der Welt. Stand! Denn jetzt habe ich immerhin einen gefunden (B.), der genauso begeistert über ein bestimmtes Teil sein kann wie ich.

April

Morgens mit Handschuhe und Mütze bei 0 Grad frierend auf dem Fahrrad – nachmittags mit Proust und Luther nackt in der Sonne.

Zwischen Aperol und Grappa

Die Schwester auf Besuch. Muttern gibt ihr Geld mit für ein Abendessen. Also heute beim wirklich guten Italiener.

An einem der Nachbartische zwei Männer. Ich würde sie älter als mich schätzen, daher dürften sie gerade so mein Alter haben. Der eine sitzt ähnlich verknotet am Tisch wie ich es auch gerne tue und hört dem anderen zu. Sein Gegenüber ist am Reden, als würde er Geld dafür bekommen. Mich erinnert die Szene dann sehr an P. und mich. Von der Intensität die uns verbindet, sieht der Betrachter also nichts.

Etwas später nimmt Großvater und Enkel am Nachbartisch Platz. Ein Blick reicht und ich bin in den ca. 10-jährigen Enkel verliebt, da er mich an B. erinnert, den ‚kleinen‘ Bruder meiner Patentochter. Und er ist wie B. Mit ausgesuchter Höflichkeit fragt er beim Großvater nach, ob er die Pizza „mit den Händen“ essen darf (er darf selbstverständlich) und beginnt eine Anti-Liebesgeschichte aus der Schule zu erzählen, so dass Großvater und ich danach in lautes Lachen ausbrechen. Mir ist das im ersten Moment peinlich, aber danach weicht weder er noch ich den gemeinsamen Blicken aus und ich hab‘ das Gefühl: Ist OK.

Zwei Tische weiter ein Freundinnen-Pärchen. Die eine kennt über geschätzt 17 Ecken meinen Mann und tut aber so, als ob sie dicke Freunde wären und nur durch das Unbill des Schicksals nicht am selben Tisch sitzen würden (was mich veranlasst hätte, spontan unwohl zu sein). Jedenfalls kommentiert sie übergriff was wir und was sie auf dem Teller bzw. in den Gläsern haben.

Die türkische Servicekraft (ein exellenter Meister seines Faches) macht wie immer eins auf italienisch und nennt mich permanent „Dottore“. Keine Ahnung warum erst heute, aber jetzt ist er eben der „Professore“. Ehre, wem Ehre gebührt.

Wer redet ist nicht tot

Kommunikation ist – glaube ich – viel schwieriger, als man gemeinhin denkt. Mir fällt nach wie vor auf, wenn man interessiert zuhört, dann kommt man zu 98 Prozent der Fälle gar nicht in die Lage, selber etwas reden zu müssen, mal abgesehen von den Fragen die man stellt.

Mir will es bei den allermeisten wirklich so scheinen, dass sie unter einem Rededefizit leiden und daher jede Gelegenheit wahrnehmen, von sich und ihrer Welt und ihren Wahrnehmungen zu berichten.

Auffallend dabei, dass es dem größten Teil überhaupt nicht aufällt, dass es monologisiert und der das Gegenüber nichts sagt. Es scheint, dass der Wunsch (von sich) zu erzählen wesentlich größer ist, als vom Gegenüber etwas zu erfahren.

Nur mal so notiert, weil ich vorgestern Stress mit meinem Mann hatte, der nicht einsehen will, dass er ruhig auch mal die Klappe halte kann / soll und wir heute bei einer Freundin waren, in derem Verlauf von zwei Stunden ich insgesamt vielleicht 10 bis 14 Sätze gesagt haben, was den beiden nicht näher aufgefallen ist.

Was ich mich fragen, ob das ein gesamtgesellschaftliches Problem ist oder ob es im Wesen des Menschen liegt.

 

# 418

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Strafe muss sein – erbarmungslos!

Es bleibt dabei! Alle, aber auch wirklich alle Stadtplaner*innen, Radfahrwegverantwortliche, Radfahrwegschilderaufsteller*innen und wer sonst noch etwas mit dem deutschen Radnetz zu tun hat: Zuerst mal für nen Tag nackt an den Pranger, dann teeren und federn und dann so lange die Strecken, die sie zu verantworten haben, hin und her fahren lassen, dass sie zugeben, dass sie ihr Arbeit nicht nur schlecht, nicht nur sehr schlecht und auch nicht hundsmiserabel gemacht haben, sondern ohne Sinn und Verstand etwas in die Wege geleitet haben, dass jeglicher Beschreibung spottet.

Wieder mal 60 Kilometer in Deutschland durch ein Radwegnetz gestochert, dass es nicht schafft die nächste Ortschaft und (!) ein ferneres Ziel anzugeben. Was es aber locker schafft, irgendwelche Orte abwechslungsweise anzugeben, so dass man alle drei bis vier Kilometer sich in einem neuen Bundesland wähnt. Was es auch schafft sind Kilometerangaben, die sich innerhalb Von 500 Metern drei Mal um insgesamt sieben Kilometer ändert. Und all diese Radwegverbrecher#innen müssten mal erklären, warum Kopfsteinpfaster gerade für Radfahrer*innen am geeignesten ist. Und käme auch nur ein „Äh“, gleich mal so ein Pflasterstein auf die Nuss. Und warum müssen Radwege immer Umwege machen? Und warum führen Radwege über Schotter- und Steinpisten? Warum haben Radwege grundsätzlich Schlaglöcher? Und warum sind Radwege grundsätzlich so schmal, dass es bei Gegenverkehr meist kritisch wird? Und warum sind Radwege so ausgelegt, dass man nicht voran kommt, sie mit Fußgängern, Hunden, Kindern und parkenden Autos teilen muss?

Es ist schlichtweg unglaublich, was die Verantwortlichen unter Radnetz und Radweg verstehen. Das sind sicher Leute, die ihren dicken, fetten Arsch gerade noch ins Auto wuchten können und das Radfahren aus dem Fernsehn kennen. Wenn ich jemand mal davon vor die Nase bekomme, der / die kann sich warm anziehen.

Eine auch nur zu einem Prozent vergleichbare Situation auf deutschen Autostraßen würden innerhalb von drei Minuten zur Revolution führen.

Geschickt

Meine freien Tage / Urlaube muss ich ja mit dem Sachbearbeiter absprechen, dem ich zuarbeite. Man kann ihn auch Hr. Superwichtig nennen, denn es gibt nicht auch nur eine Mücke, aus der er keine Elefantenherde macht. Daher ist jeder Urlaubsantrag ein kleines Unternehmen für sich.

Heute ‚gönnte‘ ich mir einen kleinen Zettel, auf dem ich zwei Varianten zweier freier Tage notiert hatte. Den gab ich ihm, damit er sich ein Bild machen könne, wie er mit meiner Abwesenheit denn zurecht käme. (Jeder ’normale‘ Sachbearbeiter würde bei dem, was ich da zu’arbeite‘ nur sagen: „Wo muss ich unterschreiben.) Also großes, aber dennoch schlechtes Theater, dass es ja sehr ungünstig wäre, da ja gerade jetzt … und nach einigem Galama entschied er sich für den zweiten Termin, was ihm aber so super leid täte, dass er mir nicht den ersten genehmigen könne, aber …

Der zweite Termin war selbstverständlich mein Wunschtermin.

Zuviel

Ich glaube, ich bin der einzige Arbeitnehmer, der im Grunde wirklich nichts zu tun hat – und dennoch sich vor Überstunden nicht retten kann.

P.W.

Dann also jetzt Peter Weiss Die Ästhetik des Widerstandes. Ob das ein würdiger Nachfolger von Dantes Comedia werden wird, werde ich ja noch sehen.

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Aber sollten wir es schaffen, können wir uns ein zweites Mal auf die Schultern klopfen, denn dann haben wir ein weiteres Buch gelesen, was in vieler Munde ist, aber im umgekehrten Verhältnis auch gelesen.

Mich würde es freuen, ginge es mit der Gruppe weiter – aber nach dem es so lange gedauert hat einen ersten Termin zu finden, kommen erste Zweifel leise auf. Vor allem gab es auch schon erste kleine Dispute um die 14-tägige Leseleistungen. 20 Seiten seien ausreichend heißt es da – und ich rechne vor, dass wir dann um die 60 Sitzungen bräuchten was locker mal 30 Monate also zweieinhalb Jahre wären (wenn auch nicht nur eine Sitzung ausfällt). Ich kenne vielleicht zwei, drei Bücher, die so eine lange Strecke durchhalten würden – bei der ÄdW bezweifle ich es dann doch schon.

 

Frühling ist’s – # 403-417

Warum nicht öfters?

Volles Wochenende. Gefühlt waren das jetzt auch vier oder fünf Tage und nicht nur zweieinhalb. Gut gegessen auf unterschiedlicher Weise. Viel gelaufen, gestern in einer mir unbekannten Stadt, heute noch drei Stunden im Wald und schon wieder einen Weg gefunden, den ich nicht kannte (und dessen Fortsetzung ich noch nicht kenne). Mal wieder etwas jünger gefühlt, auch wenn die Lautstärke der Musik in der Kneipe dann doch mehr als grenzwertig war. Dann etwas getrunken, was sich „Mexikaner“ nennt und dessen Daseinsberechtigung ich noch ergründen muss, was mir beim Schlehenschnaps dann viel einfacher gefallen ist.

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Eine Menge Fotos gemacht, von denen ich gar nicht weiß, wie und wo und wem ich sie denn eigentlich zeigen kann. Schön eben auch A. zu erleben in dieser komplett anderen Welt als in der, in der ich ihn kennen gelernt habe.

Und jetzt nur eine verkürzte Woche vor mir. Immerhin hab‘ ich schon ausreichend was gefunden, was ich morgen im Job tun kann.

15 GM

Bei der Rechnung in Restaurants schaue ich schon, ob die Summe stimmt. Und wenn nicht, dann melde ich mich auch, egal ob zu meinem oder eben nicht zu meinem Vorteil. Gestern hab‘ ich’s nicht getan – und den Apertif sozusagen aufs Haus gehen lassen. (Dass auch alle recht ordentliche Weine fehlten, ist mir erst in der Bahn aufgefallen.) Das lag schlichtweg an der Begrüßung. So im Nebenbei wurde mit einer Kopfbewegung uns ein Tisch zu gewiesen, bis Karte und Apertif kam, dauerte es und während der vier Gänge, kamen die Speisen für uns drei zwar alle gleichzeitig – dafür mal der Wein davor oder auch durchaus etwas zu spät. Ein wirklich nachlässiger Service, der eben seine Pflicht tat – aber darüberhinaus nichts.

Das Dessert war gerade noch auf Das-perfekte-Dinner-Niveau (Kokoseis mit grottemsauren Rhabarbarkompott), die drei anderen Gänge ohne jeden Zweifel auf der Höhe der 15 Gault-Millau-Punkte. Insbesonders die Soßen waren von ausgesuchter dichter Komplexität, wie ich sie wohl nie auch nur annähernd hinbekommen werde. Fleisch und Fisch natürlich auf den Punkt genau, die Beilagen interessant abgestimmt (u.a. Graupenfrühlingsrolle zum Skry oder ein grandioses Rhabarbar-Chutney zum Tafelspitz).

Man müsste sich das echt ein klein wenig öfters leisten können, denn es macht einfach eine Unmenge Spaß und ist jedesmal auch ein kleines Abenteuer.

Dann mal …

… auf zum ‚Deutschen‘ nach D. In erster Linie natürlich um A. zu besuchen. Den kleinen Rechner nehme ich mit, vielleicht ergibt sich ja ne Lücke.

Tut gerade gut

Ich finde das total schön, manche Dinge mal aus ner anderen Perspektive als der gewohnten zu sehen. Also mal andere Fragen zu hören, als die von Therapeuten o.ä.. Es ist irgendwie total cool, wie Sie einfach so um die Ecke denken und auf was für Sachen Sie manchmal kommen – dafür wollte ich mal danke sagen!

WMDEDGT 4/17

Mach‘ ich wieder mit. Frau Brüllen fragt – wie jeden Monat am 5.: „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“

6:56 – Das mit dem Wecker. Wach‘ war ich kurz aber schon mal so gegen kurz vor 6, als sich U. aus meinem Bett schälte. Die musste um 6:30 auf dem Zug sein, die Arme.
7:10 – Zwei Brote schmieren, weil ich es mal wieder gestern Abend vergessen habe.
7:25 – Nochmals hoch in die Wohnung, Handy vergessen. Und das brauche ich heute an der Arbeit, dass ich was zum Spielen habe.
7:45 – Dennoch pünktlich im Job. Wie erwartet: Nichts, aber auch rein gar nichts zu tun.
10:01 – Überraschenderweise hat bisher drei mal das Telefon geläutet – drei mal falsch verbunden. Derweil Internetlektüre zu einem möglichen zukünftigen Fachthema.
11:09 – Drei Buchbesprechungen geschrieben und einen wirklich guten erotischen Text von V. gelesen, der seine Wirkung zeigt.
11:44 – Akku ganz schön geschröpft. Und da ich ausreichend Überminuten habe, haue ich früher ab.
12:18 – Aufgewärmter Blumenkohl mit Schinken von gestern und ausgiebige Zeitungslektüre.
12:57 – Buchbesprechungen von heute Vormittag ins richtige Dokument in der richtigen Formatierung, ausgedruckt und eingeordnet. Übliches Rumgemache bein flickr, instagram und tumblr. Unüblicher Download von Arno Frank: So, und jetzt kommst du. Leseprobe HIER.
13:30 – Restlektüre der Peter-Weis-Biographie von Werner Schmidt. Und dann noch ein paar Briefe von Marcel Proust.
14:05 – Das tägliche Foto
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14:14 – Dann gleich mal darin weiterlesen.
15:10 – Aufbruch Vorstandssitzung Verein 2.
15:30 – Vorstandssitzung. Wie immer: Viele, viele Wörter und Sätze – geklärt ist nach gut 90 Minuten nur wenig.
17:17 – Dies & das & jenes.
18:30 – Nach Fußweg mit Mann bei der Spanierin – wir lassen halbgemäßigt auffahren und es uns gut gehen. Auf alle Fälle eine Option mit mehreren (weil man dann noch mehr probieren kann).
20:21 – Zurück im trauten Heim, es will da einiges noch geplant und abgesprochen sein für die nächsten zwei Wochen.
22:59 – Über das Organisieren, wenig erfolgreich, weil niemand klar sagen kann ob oder ob nicht, sondern nur „vielleicht“ bzw. „gegebenenfalls“ bzw. „unter Umständen“, am Fernseher hängen geblieben. Aber jetzt mit Arno Frank in die Federn. Könnte ja sein, dass morgen wieder nix zu tun ist.

Ein Dreierlei

Gestern beim Italiener.

Morgen bei der Spanierin.

Freitag beim Deutschen.

Ein wirklich interessante kulinarische Woche. Und auch wenn es gestern sehr gut war (mit wunderbarem Service) wird der Deutsche am Freitag dann (hoffentlich) den Vogel abschießen. Morgen aber erstmal ein ‚Geheimtipp‘, ich weiß zumindest schon mal, dass der Wein wirklich gut ist.

‚Willkommenskultur‘, bürokratisch

M. aus Syrien heute Mittag zu Gast. Mein Mann kümmert sich etwas um ihn, vor allem bei den ganzen Amtsdingen. Durchblick wer wann für was wie zuständig ist gibt es wohl auf theoretischer Basis. Praktisch ist es ein beständiges Rätselraten, welches Amt – bzw. welche Außenstelle – mit welchem Vorgang nun zu tun haben könnte. Will man eine bestimmte Nachfrage stellen, sitzen zwei Deutsche mit Notebooks eine Stunde hinter dem Rechner, um im Internet Möglichkeiten zu recherchieren. Immerhin, schon der 7. Anruf zeigt sogar – tata! – Erfolg. (D.h. konkret: M. weiß jetzt, dass der Vorgang noch in Bearbeitung ist – aber das weiß er schon seit Monaten.)

Davor fragte ich M., ob er irgendwelche Unterlagen hätte, denn ich hoffte auf eine Art Aktzenzeichen oder gar aufgedruckter Telefonnummer. Was an Papierkam M. dann auf den Tisch wuchtete, spottet echt jeder Beschreibung. Da ist ein Handbuch für die Steuererklärung eine Art Schullektüre für die 1. Klasse. Wenn ich mir vorstelle, ich würde in einem mir fremden Land mit einer mir fremden Sprache und Schriftbild soetwas serviert bekommen, ich fühlte mich einfach nur verarscht. (Zur Ehrenrettung der Ämter: Es gab bei den über 100 Seiten immerhin zwei in arabischer Sprache und Schrift.)

Auch noch

Jetzt sollen / wollen die Vizepräsidenten auch noch ein Wort mitreden. Also weiteres Warten bis Ende des Monats.

Fastenfazit

  • Ich werde abklären, ob bei mir irgndwie etwas schief gelaufen ist, ich nachhaltige Fehler gemacht habe oder ob das sich dann wirklich so anfühlt. Wenn dem so ist, glaub‘ ich jetzt weniger, dass ich es wiederhole, denn all das, wovon die anderen schwärmen, ist bei mir definitiv nicht eingetreten.
  • Sollte aber klar werden, dass es auch anders geht, dann steht einer Wiederholung nix im Raum. Mir wär‘ echt nur lieb, dass das dauernde Hungergefühl irgendwann doch deutlich abnimmt.
  • Eine warme Wärmflasche im Bett an den Füßen ist der totale Hit!
  • Der Hunger hat genervt, genvert dagegen hat nicht, dass ich nix zu kauen hatte (OK, ich war schon im kaufaul).
  • Meinen Mann lade ich noch bald zum Essen ein, weil er echt Rücksicht genommen hat und immer dann sich was in den Mund schob, wenn ich nichts sehen konnte.
  • Die vier Kilo Verlust hören sich gut an, mir ist aber klar, dass in einer Woche mindestens drei wieder auf der Waage sind.
  • Es war eine relativ lange Woche.
  • Morgens war ich überraschend fitt und aktiv.
  • Lesen ging nur einfache Sachen, aber dafür dann gleich richtig viel.
  • Ohne mir das vorgenommen zu haben, habe ich mich in der Wohnung meist in den Räumen aufgehalten, in denen ich normalerweise nicht esse – das heißt überall, selbst in der Küche, weil da gekocht, aber nur in Ausnahmefällen gegessen wird – nur nicht im Wohnzimmer, dass zugleich Esszimmer ist.
  • Eine Woche ohne jeglichen Termin ist auch mal schön.

[Fasten 5/1]

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