15 GM

von Bert

Bei der Rechnung in Restaurants schaue ich schon, ob die Summe stimmt. Und wenn nicht, dann melde ich mich auch, egal ob zu meinem oder eben nicht zu meinem Vorteil. Gestern hab‘ ich’s nicht getan – und den Apertif sozusagen aufs Haus gehen lassen. (Dass auch alle recht ordentliche Weine fehlten, ist mir erst in der Bahn aufgefallen.) Das lag schlichtweg an der Begrüßung. So im Nebenbei wurde mit einer Kopfbewegung uns ein Tisch zu gewiesen, bis Karte und Apertif kam, dauerte es und während der vier Gänge, kamen die Speisen für uns drei zwar alle gleichzeitig – dafür mal der Wein davor oder auch durchaus etwas zu spät. Ein wirklich nachlässiger Service, der eben seine Pflicht tat – aber darüberhinaus nichts.

Das Dessert war gerade noch auf Das-perfekte-Dinner-Niveau (Kokoseis mit grottemsauren Rhabarbarkompott), die drei anderen Gänge ohne jeden Zweifel auf der Höhe der 15 Gault-Millau-Punkte. Insbesonders die Soßen waren von ausgesuchter dichter Komplexität, wie ich sie wohl nie auch nur annähernd hinbekommen werde. Fleisch und Fisch natürlich auf den Punkt genau, die Beilagen interessant abgestimmt (u.a. Graupenfrühlingsrolle zum Skry oder ein grandioses Rhabarbar-Chutney zum Tafelspitz).

Man müsste sich das echt ein klein wenig öfters leisten können, denn es macht einfach eine Unmenge Spaß und ist jedesmal auch ein kleines Abenteuer.