Wer redet ist nicht tot

von Bert

Kommunikation ist – glaube ich – viel schwieriger, als man gemeinhin denkt. Mir fällt nach wie vor auf, wenn man interessiert zuhört, dann kommt man zu 98 Prozent der Fälle gar nicht in die Lage, selber etwas reden zu müssen, mal abgesehen von den Fragen die man stellt.

Mir will es bei den allermeisten wirklich so scheinen, dass sie unter einem Rededefizit leiden und daher jede Gelegenheit wahrnehmen, von sich und ihrer Welt und ihren Wahrnehmungen zu berichten.

Auffallend dabei, dass es dem größten Teil überhaupt nicht aufällt, dass es monologisiert und der das Gegenüber nichts sagt. Es scheint, dass der Wunsch (von sich) zu erzählen wesentlich größer ist, als vom Gegenüber etwas zu erfahren.

Nur mal so notiert, weil ich vorgestern Stress mit meinem Mann hatte, der nicht einsehen will, dass er ruhig auch mal die Klappe halte kann / soll und wir heute bei einer Freundin waren, in derem Verlauf von zwei Stunden ich insgesamt vielleicht 10 bis 14 Sätze gesagt haben, was den beiden nicht näher aufgefallen ist.

Was ich mich fragen, ob das ein gesamtgesellschaftliches Problem ist oder ob es im Wesen des Menschen liegt.