Durch die Zeit

Monat: Mai, 2017

Wenn Männer Klamotten einkaufen

Ich stehe an der Straßenbahnhaltestelle. Schaue auf die Uhr. 10 Minuten noch, bis die Bahn kommt. Gegenüber ist ein C&A. Vor wenigen Tagen ist mir ein T-Shirt-Notstand aufgefallen, fünf für den Sommer finde ich dann doch etwas wenig. Ich durchquere den Platz, arbeite mich ganz nach hinten in die Abteilung durch, die die Session-Ware für Männer bereit hält. Ein erstes T-Shirt ist sofort gefunden, auch das zweite findet sich überraschend schnell. Ich schaue mich weiter um, aber nichts will mir gefallen, doch, da, Nr. 3. Auf dem Weg zur Kasse fällt mir Nr. 4 in die Hände – bestens. An der Kasse kurz warten, bezahlen, wieder quer über den Platz zurück zur Straßebahnhaltestellte. Wieder ein Blick auf die Uhr. Ich werde noch fünf Minuten warten müssen.

Nachtrag: Notfall

Aus Gründen, die gleich verständlich werden, bleibe ich etwas kryptisch, woher ich die Person kenne. Sie ist weiblich, 16 Jahre alt und ich kürze sie hier mal mit L. ab. Mit ihr zu tun habe ich so gut wie nichts, mit ihren Eltern ein bisschen, aber auch da sind wir nicht wirklich dicke.

Daher hat es mich schon verwundert, als die Mutter von L. letzten Mittwoch abend anrief und fragte, ob sie L. vorbeibringen könne. Noch mehr verwundert hat mich die Begründung: L. hätte nämlich Lust, mich zu besuchen. Ha!

Die Vorgeschichte von L. bewog mich dann aber zuzsagen und zu harren was da kommt. Sie saß dann im Wohnzimmer und fabulierte in den ersten Minuten so durch die Gegend, warum sie unbedingt zu mir wollte, weil hier „was los sei“ und überhaupt. Da es schon recht spät war, habe ich dann Tachelese geredet und sie direkt gefragt, was der eigentliche Grund sei, denn wir seien ja nicht dicke miteinander und mehr als „Hallo“ hätten wir ja auch noch nie miteinander gesprochen.

Da brach es aus ihr heraus. Nach dem Ende letzten Jahres herausgekommen war, dass sie sich ritzt und sie notfallmäßig ins Krankenhaus musste, weil die eine Ritzung dann doch etwas mehr als Ritzung war, hat sie zwar aufgehört, sich selbst zu verletzen – besser ging es ihr aber nicht. Dann wurde Klartext geredet – auch wenn es ihr wohl manchmal weh tat. Andererseits hatte sie die Möglichkeit mal über all das zu sprechen, worüber sie zu Hause nicht sprechen kann. Wie es scheint, ist es mir zumindest gelungen, ein paar Dinge / Verhaltensweisen in einen Zusammenhang zu bringen, ihr es ermöglicht zu haben, Bestimmtes auch aus einer andere Perspektive mal sich anzuschauen. Gelöst haben wir natürlich nichts – aber es ist nun etwas aufgräumter, das Wichtige ist etwas besser vom Unwichtigen getrennt. In manchen Dingen habe ich sie auch einfach bestärkt, was wohl auch gut tat.

Es herrscht schon viel Schweigen.

Ist ‚t‘ nicht auch die Abkürzung für ‚Zeit‘?

Heute eine lange Mail von T. bekommen, nachdem ich mich bei ihr ‚entschuldigt‘ habe, dass ich nicht, als ich auf Familienurlaub war, bei ihr vorbeigeschaut habe. Aber die Besuche bei Muttern sind zeitlich eh immer auf Kante genäht – denn eine Anstandszeit muss es ja schon sein, aber zu lange will ich dann auch nicht. Dann ‚wollen‘ die Geschwister mich ja noch sehen, eine Rote muss ohne wenn und aber sein … und dann ist die Zeit meist auch wieder vorbei.

Gut, wenn ich ein, zwei Züge vorher genommen hätte – aber ich hatte nachts davor ja noch einen Notfall psychisch zu verarzten (warum habe ich darüber noch gar nicht geschrieben?) – und Muttern gesagt hätte, ich komme ein, zwei Stunden später, wäre schon etwas Zeit gewesen. Aber hätte die gereicht? Nach der Mail heute: Nein. Wenn sie mitgewandert wäre die 20 km, das wäre es gewesen – aber hätte sie sich so schnell einen Tag frei nehmen können?

Ich hatte noch überlegt, wo ich sie reinquetschen könnte – aber dann lief mir die Zeit doch etwas in die Ecke, da ich ja in erster Linie die krebskranke Tante besuchen wollte – denn nichts ist von Ewigkeit.

Jetzt habe ich sie auf das Wochenende eingeladen, wo ich ja reichlich Zeit für vieles habe – und ich würde mich tierisch freuen, würde es so ’spontan‘ klappen, aber bei einer Mutter von zwei halbwüchsigen Kindern mit x Verpflichtungen ist das wenig wahrscheinlich.

Andereseits: Hätte ich mich nicht entschuldigt, hätte sie dann auch das alles geschrieben, was sie geschrieben hat?

Im Auge

Kommendes Wochenende habe ich ‚frei‘. Da mein Mann danach gleich kommt und ich jedes zumindest vorbeigschaut habe … . Bei einigen hatte es geheißen, man(n) sollte das Wochenende „ins Auge fassen“. Aber nach dem Kommunikationsmarathon heute Abend steht fest: Alle haben schon was andere ins Auge gefasst und ich werde das WE wohl alleine verbringen. So richtig recht ist mir das, ehrlich gesagt, nicht.

Die einzige Idee, die ich jetzt noch habe ist, E. (die Schwester von E.) zu fragen, ob sie mich für einen Nacht aufnimmt, dann würde ich knapp 30 km hinwandern und am nächsten Tag zu einem Ort, wo ich mit dem Nahverkehr wieder zurückkomme ebenfalls wandern. Am Montag könnte ich dann mich den Schmerzen ergeben und hier posten, wie heldenhaft ich mal wieder war.

 

# 421

2017-05-26 12.18.43

Zauberberg light

Bei meinem Mann auf Besuch in seiner Kur. Ich frühstücke heute mit und mir fällt natürlich sofort Szenen aus Manns‘ „Zauberberg“ ein. Zwar finde ich keine Frau Stöhr (so heißt die doch?) und auch Clawdia ist nicht zu identifzieren (es gibt keine Türen, die man zuknallen könnte) und dennoch … das ist anders als im Früstücksraum eines Hotels. Ich gucke unendlich viel und überlege mir Geschichten zu den einzelnen Typinnen und Typen – kann eigentlich nicht genug bekomme.

Da fällt mir auch ein, dass ich früher als Student in der Mensa auch immer so andere angestiert habe, da ich eine Theorie entwickelte die an Hand des Essverhaltens den Charakter beschreiben sollte. Wenn ich das mal systematisch angehen würde … wie auch immer, wirklich spannend war das und ich habe selten so viel gefrühstückt.

Ich, der Schisser

Seit ein paar Tagen so unklare Zahnschmerzen beim Radfahren (!) und beim Essen. Heute morgen fühlte es sich etwas anders an und da morgen ja Feiertag ist … . Ich nehme also allen Mut zusammen, den ich habe, und rufe an. Die Zahnarzthelferin quetschte mich in den vollen Plan rein, warten musste ich dann aber doch nicht. Die Zahnärztin stochert rum, während ich schon wieder völlig runter mit den Nerven auf dem Stuhl hänge. Irgendwann gelingt es ihr die Schmerzen zu erzeugen – hat aber nicht die geringste Ahnung woher sie kommen, denn – und das ist bei meinen Zähnen echt eine Besonderheit – es sei alles wirklich Bestens. Auch ein Röntgenbild bringt nichts zu Tage. Schließlich tippt sie auf eine Überempfindlichkeit, empfiehlt eine neue Zahnpasta, schmiert mir irgendeine Paste auf die Zähne und entlässt mich.

Irgendwie bin ich ja schon froh, dass sie nicht gebohrt hat – ich bin in diesen Dingen echt kein Indianer – aber unklare Schmerzen mag ich auf die Dauer auch nicht.

Ich kann’s auch alleine

Eigentlich dachte ich, wenn mein Mann so lange weg ist, dann wird es hier auch nicht so dreckig werden, so dass unsere Putzhilfe einmal weniger kommen muss. Aber gestern habe ich mich in der Wohnung so umgeschaut … Dreck machen kann ich alleine auch ganz gut.

Schlaflied

Mit den Faltern, mit der Nacht
laß mich ein in deinen Schlummer:
über dir bin ich ein stummer
Atemzug der wacht,

daß der Spiegel nicht zu spät
deine Stunde krönt und kündet,
Mond dir dein Haar nicht entzündet,
wenn er kommt und weht,

unter deine Lider sieht,
was für Fremde sie verschweigen –
über dich muß ich mich neigen,
wenn er weiterzieht …

Wenn du dann die Hände hebst
und das Dunkel feierst, freier,
bin ich der flüsternde Schleier,
dem du fremd entschwebst.

Paul Celan

Ich mag es sehr, auch wenn ich nicht wirklich alles verstehe. Aber ich kann mir das Gedicht immer als einen kleinen Film vorstellen, denn zu fast jeder Zeile fällt mir ein Bild ein. Wie der Übergänge sich gestalten lassen … ok, das steht auf einem anderen Blatt.

Was mir daran besondes gefällt, sind die Enjambements, die jede Zeile mit der anderen  verbinden aber derart, dass ich immer und immer wieder neue Lesarten ergeben, weil Celan es doch recht oft offen lässt, was sich auf was eigentlich konkret bezieht.

Und natürlich mal die Frage aller Fragen: Wer ist denn das ‚Du‘?

Ich hab‘ es auch mal versucht auswendig zu lernen, aber das ist echt schwer.

Konfi

Konfirmation. Im Gottesdienst 21 Strophen (ohne die ganzen Kehrverse) und eine aufdringliche Kirchenvorsitzende. Mittagessen verspätet aber überraschend gut, da nicht nur wirklich heiß sondern so gut wie keine Fertigprodukte. Hab‘ mich bemüht Konversation zu betreiben, aber so richtig funktioniert hat es dann doch nicht – mir ist das anscheinend einfach nicht gegeben und ich sehe wohl auch so aus, dass man mir (besser?) keine Fragen stellt. Aber ich war ja auch als ‚Fotograf‘ ‚angestellt‘ – und mir dürfte es mal wieder ‚gelungen‘ sein, auf nicht einem Foto zu sein. Der anwesende Unsichtbare sozusagen – und das ist in Zeiten von all den Handys fast schon eine (kleine) Leistung.

Kommunikation kann ganz einfach sein

Ich habe da eine Bekannte (auch eine U.), die sich immer mal wieder bei mir per Mail meldet und Rückmeldung gibt, wie sie mich bei verschiedenen Treffen in Verein 1 empfunden hat oder was sie beschäftigt. Das ist wirklich nett – würde ich ihre Mails nur verstehen.

Da stehen dann so Sätze wie:

streit ist manchmal fruchtbar furchtbar bar Frucht, wenn zwei das so besonnen lassen

und ich hab nicht die geringste Ahnung, wie sie jetzt auf „Streit“ gekommen ist, denn in all den Mails davor, ist nicht einmal das Wort gefallen. Aber ihr tut es anscheinend gut, mir schreiben zu können, weil sie zumindest eine Rückmeldung bekommt, dass ich es gelesen habe. Und mir tut es dann auch gut, ihr manchmal etwas von mir zu schreiben ohne achten zu müssen, ob das nun Sinn macht oder nicht.

Betriebsausflug 2

Mit wollte ich eigentlich nicht. Ich fremdel mal wieder – aber so richtig. Aber andererseits, jetzt, wo ich entfristet bin … .

Ich trinke schon auch mal einen Schnaps, auch mal zwei … aber bisher noch nie morgens um 10. Da fing es mit einer „Marille“ an. Und dann gab es eine zweite, eine dritte, eine vierte, eine … boa!!!

Aber gelernt habe ich jedenfalls …
… dass das „Sie“ im Haus dann doch nicht so selten ist, wie ich dachte
… dass es enorm mühsam mit meiner Abteilung ist
… dass weit mehr Leute meinen Namen kennen als ich zu glauben wagte
… dass ich mich da eigentlich richtig wohl fühlen könnte
… dass Herr Q., dem ich ja zuarbeite, mir derzeit etwas arg ‚väterlich‘ daherkommt
… dass ich mir sogar vorstellen könnte, dereinst im „Festausschuss“ mitzuarbeiten
… mir Schnaps tagsüber nicht wirklich bekommt und ich daher alle weitere Reflexionen auf einen anderen Termin verschiebe.

H E U R E K A ! ! !

Ich hab wieder Internet!

(Festnetztelefon funktioniert dafür die nächsten drei, bis vier Wochen aber dennoch nicht.)

Und wer wissen will, an was es lag, den leite ich gerne an Herrn B. weiter, der hier gerade eine Stunde lang heldenhaft alles geregelt hat. Was genau – ich hab’s nicht verstanden und ich will es gar nicht wissen!

Getrübte Stimmung trotz Sonne. Ich vermute derzeit stark, dass die Beschäftigungslosigkeit im Job einfach Energie zieht. Dieses nicht-dürfen-obwohl-man-kann.

Intensive Lektüre als Ausgleich funktioniert auch nur dann, wenn man sich darüber austauschen kann – was aber auch derzeit nicht der Fall ist.

Sollte je das Internet mal wieder funktonieren, was ich nicht glaube, obgleich ich für morgen einen Fachmann bestellt habe, würde ich mich gerne für ein paar Tage krank schreiben lassen, um nicht den Stress zu haben so zu tun, als hätte ich was zu tun.

Plan

Ich glaube, ich baue morgen mindestens eine Überstunde ab, damit ich ausreichend in der Sonne rumgammeln kann. Später noch eine Sitzung von Verein 1 mit anschließender ‚Vernissage‘ und dann geh‘ ich mit mir Pizza essen!

Träume sind …

Derzeit bin ich wirklich froh, dass ich mich an meine Träume nur sehr, sehr wenig erinnere. Die Traumreste der letzten Tage lassen mal locker darauf schließen, dass irgendetwas in mir gerade heftig abgeht. Heute Nacht bin ich bspw. irgendwann aufgewacht und brauchte etwas, um mir bewußt zu werden, dass die Traumtränen eben heftige Tränen aus dem Traum waren und der heftige Todesfall nicht real war. Und wenn ich das richtig beobachtet habe, beschäftigen sich viele Trauminhalte mit der Ursprungsfamilie. Keine Ahnung, was da der Auslöser sein könnte.

Interessanterweise kann ich das derzeit irgendwie gut ‚wegpacken‘, will heißen, beim Aufwachen ’stelle‘ ich mich den wenigen Resten und erinnere mich auch gut den heftigen Traumemotionen, aber es greift mich gerade emotional über den Tag nicht an.

Immer noch

Immer noch ohne Internet. Blogeinträge schaffe ich jetzt irgendwie über das Handy, aber auch das ist mit Hürden verbunden. Die moderne Technik mag ja gut und schön sein – aber sie ist anfälliger und unberechenbarer als man denkt. Mein Vertrauen ist jedenfalls deutlich gesunken – und nach den Cyber-Attacken vom Wochenende kann ich ja froh sein, dass ich off war (obwohl ich ja so klug bin und alle Daten einigermaßen regelmäßig extern wegspeichere, wenn auch nie die Programme, weil ich das nicht kann).

# 420

2017-04-29 12.05.15

Kurschatten

Samstag und Sonntag bei meinem Mann ‚in Kur’ gewesen. Die Trennung hat unsere Alltäglichkeit schön ins Ungleichgewicht gebracht. Auch alleine wegen der Außenumstände müssen wir uns über das Alltägliche hinaus absprechen. Uns tut das, wie ich finde, gut.

Ich habe am Sinn dieser Kur eigentlich immer gezweifelt. Aber mit spätestens heute muss ich anerkennen: Sie wirkt. Natürlich komplett anders, als es die Krankenkasse meint und noch viel anders, als mein Mann es sich vorgestellt hat – aber da sind Prozesse in Gang gekommen, die eben nur von außen angestoßen werden konnten. Und ich lächle in mich hinein, wenn er dann von Dingen erzählt, die ich alle aus Verein 1 zu Genüge kenne – und merke, wie ich deswegen ‚privilegiert’ bin (wobei es nun ja nicht so ist, dass die Arbeit im Verein 1 ein Zuckerschlecken wäre).

Gehen am Nachmittag, nach einem katastrophalen Mittagessen in der Kurklinik, elf Kilometer spazieren (ich) bzw. wandern (er), mieten uns am späten Nachmittag in einem hübschen Hotel ein, da ich keine Lust habe, auf einem Beistellbett in seinem kleinen Kurzimmer zu schlafen, gehen abends bei einem eidgenössische diplomierten Küchenchef überraschend gut essen, verbringen den Sonntag bei einem überraschend reichhaltigen Brunch in der Kurklinik für schlappe zwölf Euro – wer in dieser Klinik auch nur 100 Gramm abnehmen will, sollte sofort die Klinik wechseln – und genießen nachmittags in stiller Eintracht die ortseigene Therme. Gestern wie vorgestern fehlt der Gang in einen Tee Salon nicht, wo wir uns durch echt gute Teesorten trinken (und trinken werden).

Die Gespräche sind ausgewogen und auch das ein oder andere kritische Thema kommt zu Sprache und zwar so, dass wir uns gut darüber verständigen können. Lösungen gibt es zwar keine, aber auf grobe Marschrichtungen können wir uns einigen.

(Morgen kauf ich meinem Mann den „Zauberberg“ von Thomas Mann. Auch wenn da jetzt gut 110 Jahre dazwischen legen – aber die Szenen heute im Speisesaal …)

Betriebsausflug 1

Am Vormittag das berüchtigte „Steh-Meeting“. Die Regeln relativ klar. Jede/r darf genau eine Minute zu einem Thema sprechen. Danach nur noch inhaltliche Nachfragen und gut. Wir sind nur sechs Leute, die vielredende Kollegin G. ist nicht dabei, daher dauert das Meeting auch nur 75 Minuten.

Ab späten Vormittag ‚Betriebsausflug’, um die Team-Bildung zu fördern. Am frühen Abend in einer Brauerei. Kollege R. fragt Kollegin A., ab es beim „Steh-Meeting“ etwas besonderes gegeben hätte. Sie verneint. Es sei langweilig und öde wie immer gewesen. Ich wundere mich über diese deutlichen Worte. Dann fällt ihr Blick auf mich, sich stutz, wendet sich zu Kollege R. und sagt. „Oh, da war doch noch was. Der Vertrag von Herrn B. ist entfristet worden“. Zu meiner allergrößten Überraschung wendet sich der sozial extrem auffällige Kollege zur mir, hebt sein Bierglas und spricht: „Glückwunsch“. Darauf hebt auch Kollegin A. das Bierglas und spricht: „Wenn das so ist, dann sollten wir vielleicht auch zum ‚Du’ übergehen.“ Kollege Q., dem ich ja zuarbeite, schaut derweil demonstrativ in die Luft (wobei seine Erleichterung am Vormittag deutlich anzusehen war, denn meine ‚Nachfolge’ hätte eine hausbekannte Kollegin angetreten, von der man weiß, dass sie mehr krank als anwesend ist und mehr Fragen stellen kann als etwas konkret zu tun).

Ich glaube nicht …

… dass ich je wieder Internet noch Festnetztelefon haben werde, denn ich bin zu blöd dazu und es gibt scheinbar niemanden, der da helfen kann.

Dante vs. Weiss

So schön das es mit den anderen bei der Dante-Lektüre war – bei der Weiss-Lektüre funktioniert es irgendwie nicht. Das beginnt schon an dem wenigen Umfang, der gelesen wird. Maximal 40 Seiten in zwei Wochen. OK, Weiss konsumiert man jetzt nicht gerade im Vorbeigehen, aber 60, 70, 80 Seiten sind schon machbar. Und dann wird sich halt an den wenigen Seiten festgehalten und über Kleinigkeiten diskutiert, die in meinen Augen für den Roman nicht weiter von Belang sind. Und jetzt jeden erwähnten Namen nachschlagen und die Biographie runterbeten – das verstehe ich nicht wirklich unter Literatur lesen.

Zudem das immer leidiger werdende Thema Terminierung. Kaum ein vereinbarter Termin wird gehalten, irgendjemand hat dann doch etwas anderes vor, was wichtiger …

Zum anderen liegt es auch wohl daran, dass „Die Ästhetik des Widerstandes“ wohl auch etwas veraltet sein kann, ein Diskussionslevel beschreibt, der heutzutage nicht mehr von wirklicher Relevanz ist. Denn ‚Bedingungen der sozialistischen Kultur‘ sind dann doch nicht mehr so angesagt.

Ich werde jetzt halt öfters mal einen Termin ausfallen lassen, denn die Wiederholungsrate ist in der Zwischenzeit schon so groß, dass da nicht so große Diskussionslücken entstehen werden.


 

Dank Vodafone geht das Bloggen derzeit nur über externe Möglichkeiten.

Vom Gesehenen

Gestern lief „Babetts Fest“. Wenn man mich vorher gefragt hätte, hätte ich sehr ausführlich den Film nacherzählen können. Sehr genau übrigens auch. Fast, wie mit einem photographischen Gedächtnis.

Hätte man dann den Film gemeinsam gesehen, hätte der- oder diejenige, der ich das vorab erzählt hätte, mich angeschaut und gefragt, welchen Film ich denn meinte, denn das, was ich da erzählt habe, hätte doch nur marginal was mit „Babetts Fest“ zu tun.

Echt unglaublich gewesen, dass ich im Grunde nur die letzten 25 Minuten im Kopf hatte und ich mich an das ganze Gedöhns davor überhaupt nicht habe erinnern können.

Jedenfalls war ich diesmal so klug und hab‘ mir die Speisefolge aufgeschrieben – denn „Wachtelm im Sarkophag“ will ich auch mal machen.

Nachtrag: Hätte ich natürlich einfacher haben können, steht doch schon alles längst im Internet:

  • Schildkrötensuppe
  • Blinis Demindoff mit schwarzem Kaviar
  • Wachteln im Sarkophag mit Foie gras und Trüffelsauce
  • Käse aus der Auvergne
  • Baba au Rhum mit frischglasiertem Fruchtsalat und Obstplatte mit Ananas, Feigen, Datteln und weißen und blauen Trauben

 


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Vodafone sei dank!

Bis auf weiteres bin ich dank des Services von Vodafone nicht mit dem Telefon zu erreichen.

Und weil Vodafone so gut ist, gibt es auf absehbare Zeit auch kein Internet für mich.

Spruch des Tages

Eine weitere Weisheit von Frau K.:

Auch andere Schwänze werden hart.

Immer noch …

… out of order.

Vom Arbeitsplatz aus aber  schnell ein paar Sprengsel der vergangenen Tage:

  • Als T., der 16-jährige Neffe von E., eintrifft, ist es ganz normal, dass wir uns zur Begrüßung umarmen. Meinen Tanten und Onkels habe ich damals höflich die Hand gegeben, sie mir auch – mehr gab es da nicht an Körperkontakt.
  • Bei den Vorstandswahlen in Verein 1 erhalte ich doch tatsächlich die meisten Stimmen.
  • Auf der Todesanzeige für meinen Onkel – den ich seit dem Tod meines Vaters nie wieder gesehen habe – hat man hinter jedem seiner Vornamen ein Komma gesetzt.
  • Ich glaube, ich bin deswegen schwul, weil ich Frauen einfach nicht kapiere. Wenn eine Frau Sex will, sitzt sie als Aufforderung dann mit verschränkten Armen unter einer Decke und schaut fern?
  • Dreimal dabei ‚erwischt‘, dass meine Intuition echt hilfreich war.
  • Die Internetlosigkeit ist gar nicht mal so schlimm, aber bloggen und Bilder gucken vermisse ich schon etwas.

Out of order

Kein Internet. Kein Telefon.

Seit Samstag.

Der Kundenservice von Vodafone … diese Spracherkennungssoftware ist ein einziger Scheiß! Ich hab‘ wohl ein Dutzend nervige Anrufe gebraucht bis ich an einen unhöflichen, inkompetenten und hochnäsigen Servicemitarbeiter gelangte, der von nix eine Ahnung hatte. Da frag‘ ich mich echt, mit welchen Nicht-Kompetenzen Menschen Geld verdienen können.

Ein weiteres Dutzend Anrufe später mit dieser Scheißsoftware dann ein Servicemitarbeiter der sein Geld wert ist. (Beim nächsten Telefonvertrag werde ich genau darauf achte, ob man mit einer unfähigen Maschine sprechen muss, oder ob man auch Menschen erreichen kann.)

Fragt sich jetzt natürlich, ob der Paketdienst morgen läutet oder das Paket gleich wieder mitnimmt.

Kaleidoskop eines Alltags

Es gibt immer eine Geschichte hinter der Geschichte.

Anton Weyrother

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