Schlaflied

von Bert

Mit den Faltern, mit der Nacht
laß mich ein in deinen Schlummer:
über dir bin ich ein stummer
Atemzug der wacht,

daß der Spiegel nicht zu spät
deine Stunde krönt und kündet,
Mond dir dein Haar nicht entzündet,
wenn er kommt und weht,

unter deine Lider sieht,
was für Fremde sie verschweigen –
über dich muß ich mich neigen,
wenn er weiterzieht …

Wenn du dann die Hände hebst
und das Dunkel feierst, freier,
bin ich der flüsternde Schleier,
dem du fremd entschwebst.

Paul Celan

Ich mag es sehr, auch wenn ich nicht wirklich alles verstehe. Aber ich kann mir das Gedicht immer als einen kleinen Film vorstellen, denn zu fast jeder Zeile fällt mir ein Bild ein. Wie der Übergänge sich gestalten lassen … ok, das steht auf einem anderen Blatt.

Was mir daran besondes gefällt, sind die Enjambements, die jede Zeile mit der anderen  verbinden aber derart, dass ich immer und immer wieder neue Lesarten ergeben, weil Celan es doch recht oft offen lässt, was sich auf was eigentlich konkret bezieht.

Und natürlich mal die Frage aller Fragen: Wer ist denn das ‚Du‘?

Ich hab‘ es auch mal versucht auswendig zu lernen, aber das ist echt schwer.