Durch die Zeit

Monat: Juni, 2017

Zur aktuellen Frage

Nachdem ich jetzt mehrfach gefragt worden bin, was ich denn davon halte, dass am Freitag wahrscheinlich die „Ehe für alle“ entschieden werden soll.

Hier meine beiden Kurz- und Langantworten:

Kurzanwort 1: Geschickt.

Kurzanwort 2: Was soll das?

Langantwort 1: Ohne jede Frage war es ein geschickter Schachzug der Kanzlerin, das Thema noch vor der Sommerpause zu den Akten zu legen. Sie nimmt damit der Opposition das einzige (!) Thema, mit welchen die versuchten zu punkten. Man muss sich das mal bewusst machen! Kinderarmut? Arbeitslosigkeit? Rentendebakel? Europakrise? Kriegseinsätze? Wirtschaftliche Falschausrichtung? Freibriefe für Großkonzerne? Armutsrisiko? Nein – alles kein Thema weder für die Regierungsparteien noch für die Oppositionsparteien. Dieses Land ist in guter alter Kohl-Manier von seiner (Ur-)Enkelin Angela eingeschläfert worden mit einem „Wir schaffen das!“. Das hört sich positiv an, das zeigt Durchsetzungsstärke, das zeigt Wille, das zeigt Entschlusskraft. Was wie und warum ‚geschafft‘ werden soll – das ist kein Thema und niemand fällt anscheinend auf, dass bleierner Stillstand herrscht. Geschickt, geschickt!

Langantwort 2: Auch wenn das Thema meinen Mann und mich derzeit beschäftigt bleibt meine Grundhaltung die selbe. Was soll das mit der Ehe? Wenn ich richtig gerechnet habe, kostet eine Eheschließung an Gebühren so in etwa um die 150 Euro. Dafür kommt man automatisch in eine bessere Steuerklasse. Will heißen, die 150 Euro sind recht gut investiert. Legt man jährlich auch noch ein paar Kröten auf die Seite, so ist nach einigen Jahren auch die Scheidung schon bezahlt. Was soll dieses Konstrukt? Nur weil man sich vor dem Staat mehr oder weniger ‚verpflichtet‘, aber jetzt nur noch hauptsächlich mit der gleichen Person zu vögeln gibt es Geldgeschenke? Auch die Krankenkassenbeiträge werden quasi halbiert. Glaubt man denn, nur weil man verheiratet ist, würde man sich weniger mit Herzinfarkt, Autounfällen und Knochenbrüchen anstecken? Was geht es denn überhaupt den Staat an, mit wem ich zusammenleben will, wer mein bevorzugter Mensch zum Samenaustausch ist? Das Konstrukt Ehe ist eine überkommene Gängelinstitution aus dem Mittelalter – und feiert nach wie vor fröhliche Urstände. Aufgeklärte Gesellschaft, wo bist Du? Wer sich freiwillig gängeln lassen will – dem bleibt ja immer noch der Gang zu Kriche.
Meiner Meinung nach gehören sämtliche finanziellen Vorteile die Ehepartner haben ohne Wenn und Aber abgeschafft. Entscheiden sich dagegen Menschen ein Kind in die Welt zu setzen oder sich um ein oder mehrere Kinder im Sinne einer Erziehung zu kümmern, so ist das finanzielle Füllhorn über diese auszuschütten: kostenloser Kindergarten, kostenlose Vereine aller Couleur (Sport, Musik, Tanz, Theater, …), Ganztagsschulen mit kostenloser Verpflegung, Zuschüsse für Urlaube, Unterstützung (Nachhilfe) in Schule und Ausbildung, Förderung von individuellen Begabungen und und und …

Wenn mein Mann und ich wohl bald eine „Lebenspartnerschaft“ von Amtswegen begründen, dann wirklich nur aus rein finanziellen Gründen. Nichts mit Romantik und der schönste Tag des Lebens, sondern eine von Staatswegen erzwungene Anzeige, um das schmale Salär etwas zu verbessern, weil es diesem Staat ja nicht gelingt, für ausreichend vollwertige Arbeitsplätze zu sorgen oder eine gerechte Alterssicherung zu installieren. Und bei genauem Hinsehen heißt es daher nicht „Wir schaffen das“ sondern „Wir schaffen nichts“.

Wie viel ist das?

Gestern bescheinigte mir jemand, ich hätte ihr „halbwegs ein bisschen“ das Leben gerettet.

Ist das nun mehr oder weniger als wenig?

„Blomski“: # 426 – 434

Von oben nach unten und von links nach rechts (OK, manchmal etwas schwierig, weil es sich ja ändert – ansonsten mit der Maus aufs Bild und die letzten beiden Ziffern hier zuordnen): Akelei 06 – Türkenbund 10 (Der Name ist nicht von mir! Alles mir von einem Fachmann diktieren lassen.) – rundblättrige Glockenblume 37 – Ackerwitwenblume 55 (eigentlich ein hübscher Name, da fallen einem gleich Geschichten ein) – Schwarze Königskerze 64 (warum die gelb sein muss?) – Bienenfreund 76 (von der ich meine, die noch nie zuvor gesehen habe) – Wicke 80 (die ich hiermit zu meiner Liebelingsblume 2017 erkore / erküre?) – Vogelwicke 83  – Ackertrichterwind 85 (die ich postum zur Lieblingsblume 2016 erkore / erkürt haben werde?)

Gut Ding‘ …

Von meinen Chefs bin und war ich es durchaus gewohnt, Aufgaben zugeteilt zu bekommen. Und bei allen Chefs gab es dazu dann eine mehr oder weniger große Erlärung, Ansage oder Hinweis. Bis auf meinen letzten Chef war das überwiegend kollegial und vollkommen im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses. Am Ende natürlich dann die Frage / oder Ansage, bis wann es erledigt werden sollte. Meist der einzig heikle Punkt, denn schließlich will man ja nicht als Faulenzer dastehen, andererseits aber nicht vor lauter Aufgaben im Stress untergehen. Auch hier habe ich eigentlich, bis auf den letzten Chef, eher gute Erfahrungen gemacht.

Ganz neue mache ich mit meinem jetzigen Chef. Er gab mir heute seine fachlichen Korrekturen / Ergänzungen zu einer Aufgabe zurück mit dem Hinweis, das jetzt alles bloß nicht übers Knie zu brechen, man hätte jetzt schon so lange damit gearbeitet, da müsste man also jetzt nicht gleich …

Also habe ich heute alle Änderungen eingearbeitet, Dokument zwei wie vorgeschlagen neu strukturiert. Morgen werde ich mich dann um ein neues Deckblatt für zwei (!) Dokumente kümmern, dann kann ich es ihm am Donnerstag geben damit er es vor seinen Ferien den Kollegen weiterleiten kann.

Also soviel Ehrgeiz muss dann schon sein!

Klappe

Ich habe gerade echt nicht viel zu sagen. Ist auch nicht schlimm. Es steht nicht nur mit heute gut: Einfach mal die Klappe halten.

E-Reader trifft auf Mittelalter

Das Gute an einem E-Book-Reader unter anderem ist, dass er sich sehr gut in der mittelalterlichen Umhängetasche nicht nur verstauen lässt, sondern man ihn dort auch sitzend so drapieren kann, damit man, mit aufgestüztem Kinn und so für die Besucher anscheiendend schlafend aussehend, in ihm gut lesen kann, ohne das gemerkt wird, dass man liest, geschweige denn in was.

fünfundzwanzig in viervierzig

Der Busfahrer wünscht dem Ehepaar, das mit mir aussteigt „Eine schöne Wanderung dann!“ Da dreht sich der weit in den Siebzigern stehende Ehemann um, bedankt sich und meint trocken: „Wird eh nur ein Spaziergang heute“. Damit hängt also der Hammer da, wo er bei dieser Wanderveranstaltung hingehört. Denn die Strecke, die das Ehepaar, ich und vielleicht noch 30 weitere Leute laufen, steht auf der Liste der Angebote recht weit unten, fast über dem Bambinilauf von drei Kilometern. Die Liste beginnt mit einer Wanderung von 111 km (am Stück, ohne Übernachtung!), dann folgt eine von 87 km … und so geht es weiter bis zu den mageren 25.

Mal abgesehen, dass ich viel zu früh bin (dank der schlechten Info auf der Website), ist alles bestens organisiert. Alle sieben Kilometer gibt es eine gut organisierte Verpflegungsstation, bei denen selbst an Blasenplaster und Magnesiumtabletten gedacht wird. Schnell nach dem Start zieht sich das Feld auseinander, die ersten Kilometer läuft man quasi als Teil eines Lindwurmes mit, mit jedem Kilometer werden aber die Abstände größer. Obwohl perfekt ausgeschildert verlaufe ich mich, denn ich trotte für eine Weile einer Schwuppengruppe hinterher, die mal wieder mehr Augenmerk auf sich haben, als auf die Ausschilderung. Der Umweg kostet uns vielleicht einen Kilometer – geschenkt.

Ich bin baff erstaunt, wie viele deutlich übergewichtige Frauen sich auf den Weg machen, denen man sonst keine zwei Stockwerke Treppe zutrauen würde. (Ich sehe auch ein paar ankommen – nehme aber gleich den nächsten Bus zurück.)

Mit nicht geringem Respekt überhole ich die mit den zweistelligen Rückennummern, denn die haben selbst bei meinem ersten Kilometer schon das Meiste hinter sich – 111 am Stück, ich kann’s mir nicht vorstellen (auch wenn ich auf dem Weg überlege, ob ich das nächste Mal nicht vielleicht die 40 …).

Kilometerangaben fehlen fast auf dem ganzen Weg, erst stört es mich, dann interessiert es mich nicht, irgendwie bin ich im Flow, auch wenn die Beine merklich schwerer werden. Bei der letzten Verpflegungsstation die Info: noch sieben Kilometer, also ein Klacks, auch wenn der noch eine Stunde dauert. Ab dem Schild mit 3,5 km löse ich mich von einer sportlichen Gruppe, der ich hinterhergeschlappt bin weil mich plötzlich der Ehrgeiz packt, ob ich die Stecke unter fünf Stunden hinbekomme (auf die Uhr habe ich nicht einmal geschaut) – die vier Pausen haben jeweils maximal fünf Minuten gedauert (und müssten daher von der Zeit eigentlich abgezogen werden), um mehrere Becher Wasser, Cola und Magnesiumgetränke in mich hineinzuschütten. Kuchen, Bananen und Äpfel kann man ja auch im Gehen essen.

Die Strecke ist lang nicht so anspruchsvoll wie die vom letzten Samstag – auch nicht so schön, aber das ist Jammern auf hohem Niveau, denn es ist ja keine Steinwüste oder ähnliches – das Wetter so, wie es kaum perfekter sein kann.

Zieleinlauf mit Medaille, Händedruck und Lob, danach zwei komplett überforderte Mithelferinnen, die 15 Minuten lang versuchen die Urkunde auszudrucken (da musste dann echt erst der Mann ran, dann ging’s) – derweil ein Weizen.

2017-06-24 15.53.16-2

Jetzt bin ich definitiv: müde!

 

Satt, aber richtig

Ich glaub‘, ich werde für den Rest des Jahres aufhören, mich / meine Hilfe / meine Unterstützung / mein Wissen / mein Know-How / mein … anzubieten. Wer was will kann ja fragen – aber ob ich dann Ja sage steht auf einem anderen Blatt.

Mir ist heute dann klar geworden, dass selbst in Verein 1 meine Mitarbeit / Unterstützung (oder wie man das auch immer nennen will) irgendwie / warum auch immer nicht gewollt wird, auch wenn dauernd Not an Frau / am Mann  ist. So sehen dann manche Ergebnisse auch aus, auch wenn ich es mit sehr vertretbarem Aufwand (für den ja eh nichts gezahlt wird) hätte deutlich besser / geschickter / schöner / eleganter / effizienter … machen können.

Ich bin es gerade einfach satt mich anzupreisen / anpreisen zu müssen – und dann doch immer stehen gelassen zu werden.

Und ja: Ich schiebe gerade richtig Frust.

Ungut

Erste Sitzung vom Vorstand von Verein 1 mit neuem Vorsitzendem und einem neuen Mitglied im Vorstand. Alle anderen sind vom letzten Jahr. Jetzt gibt es zu Beginn einen „Spirituellen Impuls“, das Protokoll wird nicht mehr verlesen, dafür wird ein Themenspeicher angeschafft, ansonsten das übliche Durcheinander und Ich-will-auch-noch-was-sagen-Geschwätz.

Bemerke während der langen Sitzung, wie ich mich immer einsamer fühle, weniger zugehörig als sonst. Kann es aber an nichts Realem festmachen.

Bitter

Ich hab‘ es schon zweimal erlebt, dass Chefs mir das Berufsleben so vergällt haben, dass ich gegangen bzw. gegangen worden bin. Und das letztendlich nur, weil meine Nase nicht mehr passte oder ich „zu gut“ war oder … egal, ich möchte das echt nicht mehr aufrühren. Ich hab‘ mir geschworen nie wieder in einem unternehmergeführten Betrieb zu arbeiten. Bin daher froh, quasi im öffentlichen Dienst untergekommen zu sein mit Betriebsrat, Dienstvereinbarungen und all solchen Segnungen.

Mein Mann ist im öffentlichen Dienst – und ihm passiert nun das gleiche wie mir. Der Chef, mit dem er über Jahre gut bis mittelmäßig auskam hat irgendeine Pflaume an oder in den Kopf bekommen – bei dem heutigen Krisengespräch wurde jedenfalls klar, dass der Chef an einer irgendwie gearteten Lösung nicht interessiert ist. Das ist jetzt echt bitter für meinen Mann, der seinen Job da sehr gerne und vor allem sehr, sehr gut gemacht hat. In der Kur hat er verschiedene Szenarien erarbeitet, was er wie anbieten könnte, wo er mitmacht, auf was er bereit ist zu verzichten und und und … aber davon will der Chef nicht auch nur einen Ton wissen – und das, wie gesagt, ohne ersichtlichen rationalen Grund.

Das ist einfach so bitter – vorallem wenn man weiß, dass dieser Chef meinen Mann vor Jahren extra auf diesen Posten geholt hat.

Jetzt mal sehen wie er gut da ‚raus‘ kommt, eine gute Alternative findet / entwickelt / sich aufstellt / einstellt …

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